Radikaler Schritt: Lidl verbannt gleich mehrere Produkte aus Einwegplastik

Lidl Rewe Zucker
Foto: "Einkaufen" von Thomas Schlosser unter CC BY 2.0

Lidl will Plastik reduzieren – und verbannt deshalb mehrere Einwegplastik-Produkte komplett aus dem Sortiment. Die Supermarkt-Kette kommt damit einem möglichen EU-weiten Verbot zuvor.

Strohhalme, Einwegbecher und -gläser, Teller, Besteck und Wattestäbchen aus Plastik wird es bald nicht mehr bei Lidl zu kaufen geben. Bis spätestens Ende 2019 sollen all diese Einwegplastik-Produkte aus allen 3200 Filialen verschwinden, kündigte Lidl am Mittwoch an.

Einweggeschirr und -besteck werden aber weiterhin erhältlich sein – nur eben nicht mehr aus Plastik, sondern aus recycelbaren oder alternativen Materialien. Derzeit arbeite Lidl mit seinen Lieferanten daran, solche Alternativen zu entwickeln.

Lidl hat noch mehr vor

Die Umstellung auf die nachhaltigeren Produkte soll nach und nach erfolgen. Erst einmal werde Lidl die vorhandenen Plastikartikel noch ausverkaufen, um keine Ressourcen zu verschwenden. Außerdem wolle man versuchen, auch Plastik-Besteck und -Strohhalme bei Getränken und Speisen zum Mitnehmen zu ersetzen.

Lidl und andere große Supermärkte arbeiten schon länger daran, Plastikmüll zu verringern – viele haben beispielsweise Plastiktüten abgeschafft und experimentieren mit Laser-Logos oder Materialien wie Graspapier. „Insbesondere im Verpackungsbereich gibt es viele innovative Lösungen, die wir derzeit testen, und die einen wirklichen Unterschied machen können“, sagt Lidl-Einkaufschef Jan Bock.

Kommt bald ein Verbot?

EU-Verbot für Plastik-Strohhalme?
Wir produzieren zu viel Plastikmüll. Die EU will nun dagegen vorgehen. (Foto: Up To No Good. von Old White Truck unter CC-BY-SA-2.0)

Neben Lidl verkündete auch Rewe am Mittwoch, Einwegplastik-Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Bei Rewe verschwinden jedoch lediglich Plastik-Strohhalme. Hintergrund der Initiativen gegen Einwegplastik ist wahrscheinlich ein Vorstoß der EU-Kommission. Die Kommission hatte Ende Mai eine umfassende Anti-Plastik-Strategie vorgestellt, nach der Einweg-Plastikgeschirr und -Besteck, Strohhalme, Wattestäbchen und Luftballonhalter aus Plastik verboten werden sollen.

Die Richtlinie muss allerdings noch vom Europaparlament und dem Europäischen Rat angenommen werden. Das könnte noch vor der nächsten Europawahl im Mai 2019 geschehen. Die Supermärkte scheinen sich schon jetzt auf das Verbot von Einwegplastik vorzubereiten.

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(2) Kommentare

  1. Ach ja, das ist natürlich ein kleines Leckerli, dann wenn alles zu Geld gemacht wurde, wird es abgeschafft, derweil wird an Alternativen geforscht …
    Sehr umweltfreundlich.

    Was ist denn mit den Plastikverpackungen von Lebensmitteln?
    Mal abgesehen von der enormen Umweltbelastung liebt das BPA im Plastik Fett geradezu und Käse, Wurst, Fleisch, Süßigkeiten etc sind ja doch eine recht fettige Angelegenheit.
    Wir ziehen uns diese hormonähnlichen Stoffe jedesmal rein, wenn wir irgend etwas Plastikverpacktes essen.
    Brustkrebs breitet sich doch schon wie eine Seuche aus und hat sehr häufig ein Hormonungleichgewicht als Ursache.

    Das mit den Tellerchen und Gäbelchen aus Plastik ist eine nette Geste, aber mehr auch nicht. Dann wird halt Pappe mit irgendwas beschichtet, und weil die Welt Bäume noch und nöcher hat, ist dann wieder jeder erstmal ruhig.
    Oder eine andere super Erfindung sorgt dafür, dass Leute weiterhin Dinge kaufen, die sie genau einmal benutzen und dann praktisch entsorgen.

  2. Die Supermärkte handeln offensichtlich nur, wenn sie bereits enorm unter Druck geraten, um dann noch schnell den Anschein von Vorbildlichkeit zu erwecken.
    Der hier geschilderte Ansatz geht zwar schon mal in die richtige Richtung, erscheint aber dennoch zunächst wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Von einem „radikalen Schritt“ würde ich in diesem Zusammenhang noch nicht sprechen wollen.
    Mit dem Kunststoff-Müllproblem im Hinterkopf einkaufen zu gehen, gleicht manchmal einem Spießrutenlauf. Ich bin jedesmal ziemlich konsterniert, wenn ich feststellen muss, dass selbst die Bio-Schlangengurken in Folie eingeschweißt sind und sogar einzelne Kuchenstücke in großzügigen Einweg-Plastikverpackungen angeboten werden, mal ganz abgesehen von den vielen anderen Artikeln mit Fastfood-Charakter. Da sollte einem doch bereits beim Einkaufen schon der Appetit vergehen!

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