12 praktische Minimalismus-Tipps, die dein Leben leichter machen

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Minimalistisch leben heißt: sich auf das Wesentliche beschränken. Dafür muss man aber nicht gleich in eine Blockhütte im Wald ziehen. Jede:r kann ein bisschen mehr Minimalismus in sein Leben bringen – jeden Tag und auch jetzt sofort.

Ein einfaches Leben, Freiheit, Unbeschwertheit – irgendwie wünschen wir uns das alle. Doch in unserer modernen Welt bleibt diese Einfachheit oft auf der Strecke: Konsum, Besitz und Leistung scheinen zumindest vordergründig die wichtigeren Werte zu sein.

Konsequenter Minimalismus hört sich nach Verzicht und Aussteiger:innen-Leben an. Wir haben da eine gute Nachricht: Selbstverständlich kann man an der modernen Gesellschaft teilhaben und sich dennoch durch Minimalismus-Strategien Freiräume schaffen. Unsere Tipps sollen helfen, ab und zu Entscheidungen zu treffen, die das Leben ein klein wenig einfacher und uns ein klein wenig freier machen – und dazu beitragen, ein bisschen glücklicher zu sein.

1. Minimalistisch leben: Geh einfach mal zu Fuß

So bequem es auch sein mag – lass dein Auto einfach mal stehen und steig nicht in die U-Bahn. Wenn möglich, nimm dir vor, an mindestens einem festen Tag pro Woche zu Fuß zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Verabredung zu gehen. Warum? Wer zu Fuß unterwegs ist, braucht sich nicht über den Verkehr oder die überfüllte Bahn zu ärgern, benötigt keinen Sprit und keinen Strom und kann sich ganz auf sich selbst und das eigene Leben konzentrieren. Minimalistischer geht es nicht.

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Alternative: Fahrrad statt Auto fahren

2. Frag dich: Brauche ich das wirklich?

Das ist nicht so banal, wie es sich anhören mag. Denn wir alle kaufen ständig Dinge, die wir nicht wirklich brauchen, nur weil sie gerade billig, verfügbar oder „in“ sind. Doch (frei nach dem Fight-Club-Charakter Tyler Durden): Die Dinge, die wir besitzen, besitzen eines Tages uns – weil wir uns um sie sorgen, uns mit ihnen beschäftigen, uns um sie kümmern müssen. Wer einfacher leben möchte, kauft auch einfach mal nichts.

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3. Koch selber mit frischen Zutaten

Fertig- und Halbfertiggerichte sind alles andere als minimalistisch: Sie stecken voller Zusatzstoffe, die zum Beispiel als E-Nummern auf der Liste der Inhaltsstoffe aufgelistet sind. „Echtes“ Essen braucht das nicht. Darum koch lieber selber: mit frischen, einfachen Zutaten aus der Region, mit Zeit, Muße und Ruhe. Das ist besser für dich und den Planeten – und gutes Essen macht bekanntlich glücklich. Genau wie ein minimalistisches Leben.

Minimalistischer leben: Koche selber mit frischen Zutaten
Tipp: Selber kochen für ein einfaches Leben (Foto: © VICUSCHKA - photocase.com)

4. Iss weniger Fleisch

Die Billigpreise in den Discountern lassen es uns vergessen, aber Fleisch ist eigentlich ein Luxusprodukt. Auch hier heißt es: lieber weniger, dafür Bio-Fleisch und damit bessere Qualität. Wer so handelt, spart Geld, Aufwand und kann sich ganz neue Perspektiven eröffnen. Und macht der Gedanke, dass für dich kein Tier sterben muss, nicht auch irgendwie glücklich? Nicht umsonst leben viele bekannte Minimalist:innen vegetarisch oder vegan…

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5. Bau dein eigenes Essen an

Selbst auf dem kleinsten Balkon oder Fensterbrett kann man ein wenig Gemüse oder Kräuter anbauen. Die so entstehenden Lebensmittel sind auf jeden Fall frei von Zusatzstoffen, Verpackungen und benötigen keine langen Transportwege – und du isst, was eben gerade wächst. Und auch wenn es nur Sprossen oder ein paar Tomaten sind – eigenes Essen macht Freude und ziemlich stolz.

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6. Minimalistisch leben und erholen: Raus aus der Stadt

Gilt vor allem für Großstädter:innen: Entflieh ab und zu der Stadt und dem Alltag und verbringe ein Wochenende draußen – und zwar nicht im Überfluss eines Luxushotels: Am See, in den Bergen, in einer Berghütte oder im Zelt, weit weg von allem. Die Ruhe, Einfachheit und Nähe zur Natur tut gut und hilft zur Ruhe zu kommen. Und diese Erfahrung gibt dir einen kleinen Eindruck, wie ein wirklich minimalistisches Leben aussehen könnte.

Beachte: In Zeiten von COVID-19 ist Urlaub zu Hause die sicherste Option. Mit dem richtigen Mindset musst du nicht mal verreisen, um zu entspannen und deine Freizeit zu genießen. Minimalistischer geht es kaum. Mehr dazu: Urlaub zu Hause: die besten Ideen für Ferien vor der eigenen Haustür

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Minimalistisch leben: Fahr einfach mal raus aus der Stadt!
Minimalistisch leben: Fahr einfach mal raus aus der Stadt! (Foto: © Jenny Sturm - stock.adobe.com)

7. Trink mehr Leitungswasser

Wer noch Flaschen schleppt, obwohl das einzig wirklich überlebenswichtige Getränk zuhause aus dem Wasserhahn kommt, ist selbst schuld. Mach doch einfach mal Schluss mit teuren Getränken in Plastikflaschen und trinke Leitungswasser – das spart Geld und macht dein Leben ein kleines bisschen einfacher.

8. Schalt einfach mal ab

Der Fernseher ist auf Stand-by, der Wäschetrockner läuft, das Smartphone lädt und alle Lichter brennen – schalt doch einfach mal ab. Bewusst Energie zu sparen, macht einen automatisch minimalistischer. Und glücklicher – wenn nicht sofort, dann spätestens, wenn die Stromrechnung kommt.

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9. Minimalistisch leben heißt Dinge reparieren

Minimalistisch leben heißt nicht nur, mit wenigen Dingen auszukommen, sondern auch, die Dinge möglichst lange zu nutzen. Versuch doch selbst zu reparieren, wenn das nächste Mal etwas kaputt geht. Oft ist das viel einfacher als man denkt, gibt uns aber eine ganz neue Wertschätzung für alltägliche Gegenstände und Fähigkeiten. Hilfe findest du zum Beispiel in Repair Cafés.

Minimalismus leben: Lerne, selber zu reparieren!
Du willst einfacher leben? Lerne, wieder selber zu reparieren! (Foto: © omphoto - photocase.com)

10. Miste deinen Kleiderschrank aus

Wetten, du findest dabei Teile, die du ewig nicht getragen hast und wahrscheinlich auch nicht mehr tragen wirst? Du musst deinen Schrankinhalt ja nicht gleich wie manche Minimalismus-„Profis“ auf eine Handvoll Teile reduzieren („Capsule Wardrobe“).

Aber einfach mal radikal auszumisten (ohne den Schrank hinterher gleich wieder aufzufüllen!) ist sehr befreiend. Und ein Schritt auf dem Weg zum einfacheren Leben: Je weniger in deinem Kleiderschrank hängt, desto weniger lange musst du dich am Morgen mit der Frage quälen, was du wohl anziehen willst – und desto mehr Zeit hast du für wichtigere Dinge.

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11. Kauf verpackungsfrei

Weniger Verpackung bedeutet weniger Müll – also weniger überflüssigen Kram. Und zudem weniger Zeitverschwendung fürs Entpacken, Entsorgen usw. Das geht natürlich nicht immer und überall, aber zum Beispiel auf Wochenmärkten oder in Unverpackt-Läden klappt das Einkaufen auch ohne Plastikmüll.

Yogamatte und Yogakleidung: darauf solltest du achten
Nimm dir auch mal Zeit für dich selbst. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

12. Nimm dir Zeit für dich, um achtsam und minimalistisch zu leben

Minimalistisch leben heißt auch: Nicht immer nach Unterhaltung und Gesellschaft streben zu müssen. Nimm dir mehr Zeit für dich ganz alleine und für Dinge, die dir gut tun. Mach Yoga, geh spazieren oder tu einfach mal absolut gar nichts. Entspannung und Ruhe findet jede:r auf seine Weise – wichtig ist nicht wie, sondern dass man hin und wieder zur Ruhe kommt. Wenn du es nicht anders schaffst, plane feste Zeiten dafür ein. Ein, zwei Stunden pro Woche für dich ganz alleine sind ganz bestimmt drin.

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12 praktische Minimalismus-Tipps, die dein Leben leichter machen

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English version available: 12 Practical Tips for Minimalist Living

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(41) Kommentare

  1. Den Punkt „Leitungswasser trinken“ streichen!
    Vielleicht wenn ihr einen eigenen Brunnen habt, aber sowohl die städtischen Leitungen als auch das Wasser, was in ihnen fließt, sollte kein Mensch konsumieren!

  2. …es kommt drauf an…wo man wohnt und woher das Wasser kommt.
    Also, so ganz unbedenklich aus der Leitung trinken ist ein Risiko, denn es wird mehr und mehr verschmutzt, das wissen wir ja.
    https://www.oekotest.de/essen-trinken/Sauberes-Trinkwasser-Problemstoff-Chlorat-beschraenken_600626_1.html
    Aber auch das sogenannte „Mineralwasser“ aus Flaschen ist nicht immer ohne giftige Stoffe, und wenn wir mal den ganzen Aufwand von der Quelle bis zum Verbraucher bedenken, was da alles an Energie verbraucht und Umwelt verschmutzt wird 🙁
    Die Lösung ist vielleicht eine Wasseraufbereitung zu hause mit Osmose-Filterung. Wir machen das seit einigen Jahren.
    Gesundes neues Jahr!

  3. Die Diskussion um die Gesundheitsschädlichkeit von Trinkwasser ist überzogen. Ich nehme seit meiner Kindheit bei jedem Händewaschen einen kräftigen Schluck aus der Wasserleitung – egal wo ich bin – und lebe (wie unschwer zu erkennen ist) immer noch.
    Man sollte nicht jede Mücke zu einem Elefanten aufblasen …

  4. War es frueher nicht einfacher einkaufen zu gehen. Man hatte 3 bis 4 geschmaecker von marmelade und die auswahl war klein und sehr einfach zu haendeln. Heute hat man 30 marken und das gehirn ist total konfus welches nun das beste ist. Ich selbst kaufe nur was ich wirklich brauche. Ich ueberlege viele male ob ich es brauche oder nicht. Wenn ich unsicher bin ist wa nein ich werde es nicht benutzen und lasse es dann sein. So hat mwin haushalt nur das allernoetigste und man ist gluecklicher

  5. Irgendwo las ich: Iß nichts, was Uroma nicht als Lebensmittel erkennen würde!
    Früher haben wir überwiegend Lebensmittel gekauft, heute kauft man überwiegen Produkte.
    Beispiel: Wenn Du was verkaufen willst, tu es in ein Plastiktöpfchen mit Aludeckel und die Leute werden es kaufen wie verrückt! Egal was.

  6. Meine Tipps zur Ernährung (Ich habe sie bei Jakob Lorber gefunden)
    Esse am Morgen: Früchte der Bäume
    Esse zu Mittag: Vollkornbrot o. Vollkorn-Pfannkuchen. Du brauchst eine Getreidemühle.
    Esse am Abend: Frische Milch vom Bauern und Honig.
    Esse einmal pro Woche Fleisch, z. B. ein Hähnchen

  7. Kleiner Tipp zum Kleidung sparen:
    Verwaschene und nicht mehr gut sitzende T-shirts als Unterhemd oder Schlafshirt weiter benutzen. So bleiben meine alten T-Shirts bis 10 Jahre in Gebrauch, ehe sie wirklich hin sind und nur noch als Industrietextil geschreddert werden können oder als Wischmopp für Grobes taugen.
    Socken: Mehrere gleiche Paare (bei mir sind es schwarze), wenn einer durchgelaufen ist, den heilen aufheben, so hat man aus Paaren mit einem durchgelaufenen immer noch ein Ersatzpaar zusammen. (Sofern man nicht die Zeit, Geduld oder das Geschick zum Stopfen hat)

  8. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann sich durchaus ärgern über Radfahrer am Gehweg (abends grundsätzlich ohne Licht, verletzen mit Fahrerflucht!) oder Zebrastreifen negierende Autofahrer. Nur auf sich selbst konzentrieren kann tödlich sein!
    Sonst mache ich fast alles, seit über 30 Jahren kein Auto mehr, kein Handy , Biogarten und das Leitungswasser kann man bei uns trinken.

  9. Nicht nur für Fußgänger ist das ärgerlich:
    Ich ärgere mich als Autofahrer regelmäßig über die haarstreubende Disziplinlosigkeit der Radfahrer.
    Da werden für viel teuer Geld angelegte Radwege einfach nicht benutzt. Da wird in Einbahnstraßen regelmäßig gegen die Fahrtrichtung gefahren. Fahrtrichtungsänderungen anzeigen? – Fehlanzeige. Und das Fahren ohne Licht scheint gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit eine Art Volksport geworden zu sein.

    Wenn Fahrradfahren zu einer Art Russisch-Roulette mutiert, hilft auch der ökologische Nutzen nichts. Oder sind die Verfechter der Stalinschen These „Der Tod löst alle Probleme“? Manchmal scheint es fast so …

  10. „Geh einfach mal zu Fuß“ ist sicherlich für Stadtmenschen ein probates Mittel gegen Bewegungsmangel, aber auf dem Land total an der Realität vorbei. Die nächste Einkaufsmöglichkeit, sowie Kindergarten, Schule etc. ist hier z.B. gute 6km weg. Mit drei Kindern, davon 2 unter 6 Jahren kaum zu bewältigen, zumal es nicht einmal die Distanz ist, sondern die knapp 200hm Unterschied. Daher ist ein Auto eben notwendig – sommers ginge es vielleicht noch mit einem eLastenrad (ist mein Plan für 2019), aber ich komme auch so meist problemlos auf 10.000 Schritte und mehr an einem durchschnittlichen Tag. Spätestens seitdem wir Hundebesitzer sind, ist das nun wirklich kein Problem mehr.

  11. Falls Du es noch nicht gemerkt hast:
    Utopia ist eine Seite für verstädterte Öko-Juppys, die uns von Land dann erklären wollen, wie Ökologie und Umweltschutz auszusehen hat.
    Das sind dann auch jene Leute, die glauben, die Milch käme aus dem Supermarkt und der Strom aus der Steckdose.