Nestlé pumpt in Kalifornien unerlaubt Wasser ab – trotz Dürre

Ontario: Schärfere Regeln für Trinkwasserkonzerne wie Nestlé & Co.
Foto: © Bottled Water von Daniel Orth unter CC-BY-ND-2.0

Nestlé schöpft in Südkalifornien deutlich mehr Wasser ab, als eigentlich erlaubt – und das obwohl in dem Bundesstaat extreme Trockenperioden herrschen. Nun reagiert die zuständige Behörde.

Äthiopien, Kanada oder USA – Nestlé pumpt in mehreren Ländern jedes Jahr Millionen Liter Wasser aus dem Boden. In Kalifornien hat Nestlé es nun jedoch übertrieben: Der Konzern hat in dem San Bernardino National Forest unerlaubt Wasser abgeschöpft.

Nestlé hatte aus dem Naturreservoir im letzten Jahr rund 120 Millionen Liter entnommen – eine Genehmigung hatte das Unternehmen nur für etwa ein Viertel davon.  Die Wasserbehörde von Kalifornien hatte das bei einer Ermittlung herausgefunden.

Nestlé darf nicht mehr so viel Wasser abpumpen

Die Behörde informierte Nestlé am Mittwoch über die fehlenden Genehmigungen und forderte den Konzern dazu auf, weniger Wasser abzupumpen. Laut der Nachrichtenplattform „The Washington Post“ will Nestlé den Bericht nun überprüfen. Das Unternehmen habe die Wasserrechte für den Wald vor über einem Jahrhundert geerbt. Man wolle sich sich jedoch an die kalifornischen Gesetze halten, verkündete Nestlé. Das Unternehmen hat nun 60 Tage Zeit, um einen entsprechenden Plan vorzulegen.

Verschiedene Umweltschutzorganisationen begrüßen den Vorstoß der Wasserschutzbehörde. Die Behörde ist erst durch Beschwerden und Petitionen von Aktivisten auf die Übertretung von Nestlé aufmerksam geworden.

Milliardengeschäfte auf Kosten von Umwelt und Einheimischen

Nestlé ist immer wieder unter anderem wegen seinem Umgang mit Wasserquellen in den Schlagzeilen. Indem der Konzern Wasserrechte kauft und jedes Jahr Unmengen an Wasser abpumpt, verwandelt er – so die Kritiker – ein eigentlich kostenloses Allgemeingut in Geld – auf Kosten der Umwelt und der Einheimischen in den betroffenen Gebieten.

Oft zahlt Nestlé für diese Rechte nur einen Spottpreis, in Michigan waren es nur 2000 Dollar im Jahr. Der Dokumentarfilm „Bottled Life“ zeigt, wie das Unternehmen mit Trinkwasser Geschäfte auf Kosten der Armen macht und dabei Milliarden verdient.

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