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Apfelsaft bei Öko-Test: Bio-Säfte schneiden „sehr gut“ ab

Apfelsaft bei Öko-Test
Foto: Öko-Test

Guter Apfelsaft ist leicht zu finden: Bei Öko-Test konnten gut drei Viertel der Apfelsäfte überzeugen – im Labor und im Geschmack. Allerdings stecken in einigen konventionellen Säften Rückstände von Pestiziden, darunter das bedenkliche Spritzgift Mepiquat, das im Obstanbau in der EU verboten ist.  

Saft wie Apfelsaft gehört zu den Lieblingsgetränken der Deutschen: 28,5 Liter Fruchtsäfte und 3,6 Liter Apfelschorle wurden laut dem Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie durchschnittlich pro Kopf im Jahr 2021 getrunken. Doch welcher Apfelsaft ist wirklich gut und empfehlenswert? 
 
Öko-Test hat 33 Apfelsäfte ins Labor geschickt und untersuchen lassen, ob sich Pestizide, Wachstumsregulatoren und andere Problemstoffe im Saft befinden. Außerdem beurteilten Sensorik-Expert:innen den Geschmack der einzelnen Säfte. Die gute Nachricht: Rund drei Viertel der Apfelsäfte haben mit der Bestnote „sehr gut“ überzeugt. Besonders die 16 Bio-Säfte im Test konnten punkten

Apfelsaft-Test: Bio-Säfte von Streuobstwiesen empfehlenswert 

Das „sehr gute“ Ergebnis vieler konventioneller Apfelsäfte darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in allen Säften Pestizide (in Spuren) befinden (unten mehr dazu). Komplett frei von Pestiziden sind nur Bio-Apfelsäfte. Die folgenden „sehr gut“ getesteten Apfelsäfte gehören dazu:   

  • Alnatura Apfelsaft naturtrüb, Bioland  
  • Dm Bio Apfelsaft naturtrüb 
  • Rewe Bio Apfelsaft naturtrüb, Naturland 
  • Voelkel Apfel Direktsaft naturtrüb, Demeter 

Besonders vorteilhaft sind allerdings Säfte, die von Streuobst-Äpfeln stammen. Die artenreichen Streuobstwiesen sind stark gefährdet (sie stehen auf der Roten Liste gefährdeter Biotope), der Kauf von Streuobst-Apfelsaft trägt somit zum Erhalt der Streuobstwiesen bei. Ein empfehlenswerter Testsieger aus Streuobst ist zum Beispiel: 

Zwei Drittel der getesteten Säfte werden mit Streuobst produziert. Das Ergebnis: Alle diese Säfte (bis auf eine Ausnahme) haben den Geschmackstest mit Bravour bestanden. Das hat damit zu tun, dass aus den teil bis zu 20 verschiedenen Apfelsorten in den Streuobst-Säften ein besonders gutes Aroma aus süß und sauer entsteht. 

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Öko-Test: Apfelsaft mit mehreren Pestiziden belastet 

Apfelsaft selber machen
Öko-Test hat Apfelsaft getestet. (Foto: Colourbox.de / Sea Wave)

Beim Anbau der Äpfel setzen viele Betriebe synthetische Spritzmittel ein: Während Bio-Apfelsäfte frei von Pestiziden sind, hat Öko-Test in allen 17 konventionellen Apfelsäften Pestizidrückstände gefunden. 

Zwar handelt es sich dabei nur um äußerst geringe Mengen, doch zum Teil stecken zwei verschiedene Pestizide in einer Flasche. So zum Beispiel im Amecke Sanfte Säfte Apfel naturtrüb. Auch im Edeka Apfel Direktsaft naturtrüb und im  Rio D‘Oro Apfelsaft naturtrüb von Aldi stecken Pestizidrückstände.

In zwei anderen Apfelsäften hat Öko-Test das besonders problematische Acetamiprid nachgewiesen, darunter. Bei dem Schadstoff handelt es sich um ein Insektenvernichtungsmittel, das auch für Bienen giftig ist. Es steckt unter anderem im Amecke Sanfte Säfte Apfel naturtrüb

Im Albi Heimischer Apfel naturtrüb und Lieblings Premium Direktsaft Apfel naturtrüb waren die Mepiquat-Werte sogar stark erhöht. In zwei weiteren Säften lagen die Rückstände des Spritzgiftes rund 60 Prozent über der in der EU zulässigen Grenze, darunter im Belsina Apfel naturtrüb. Nicht mehr als 0,02 Milligramm Mepiquat dürfen in einem Kilo Äpfel messbar sein. Besonders kritisch: Das Spritzmittel ist im Obstanbau der EU verboten, es sollten deshalb eigentlich gar keine Rückstände zu finden sein. Spuren des Spritzmittels fanden sich auch in  Apfelmus, das Öko-Test in derselben Ausgabe untersuchte. 

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Apfelsaft-Test: Extraportion Vitamin C und Zucker im Saft 

Apfelsaft
Äpfel enthalten mehr Vitamin C als Apfelsaft. (Foto: © Andreas Berheide - Fotolia.com)

An einigen Apfelsäften hatte Öko-Test auszusetzen, dass diesen Vitamin C zugesetzt wurde, darunter auch Pfanner 100% Apfel Direktsaft naturtrüb und Rauch Happy Day 100% Apfel naturtrüb. Hintergrund ist, dass Apfelsaft grundsätzlich weniger Vitamin C enthält als Äpfel, da die Vitamine bei der Saftherstellung verloren gehen. Dennoch sollte naturtrüber Apfelsaft möglichst naturbelassen sein und nicht künstlich aufgepeppt werden, findet Öko-Test. 

Darüber hinaus weist Öko-Test auf den natürlichen hohen Zuckergehalt von Fruchtsäften hin. Mit einem Zuckergehalt von zehn bis zwölf Prozent können die Apfelsäfte im Test ohne Weiteres mit einer Cola mithalten. Bei übermäßigem Konsum fördert dies Übergewicht und Karies. Deshalb solltest du Fruchtsäfte, zum Beispiel aus Apfel, auch nur in Maßen trinken. Weiterer Vorteil: Wenn du einen Apfel isst, statt den Saft daraus zu trinken, nimmst du auch mehr Ballaststoffe auf.  

Fast immer schmeckt der Apfelsaft

Geschmacklich hatte Öko-Test bei den Apfelsäften fast nichts auszusetzen und befand fast alle geschmacklich für gut. Nur bei einem Saft stellten die Tester:innen einen „etwas unsauberen“ Geschmack fest und der Geruch schien ihnen „gärig“. Es handelt sich um den Naturgut Bio Apfelsaft naturtrüb von Penny.  

Alle Details findest du in der Ausgabe 09/2022 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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