BMW erntet Spott für SUV: „So ein Monster darf niemals auf eine öffentliche Straße“

BMW erntet Spott auf Twitter für seinen Concept XM.
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay- adymyabya

Etwa so groß wie ein VW Bus, aber vermeintlich umweltfreundlich ist das neue „Monster“ von BMW: Der Plug-in-Hybrid Concept XM. Vor allem über eine Sache regen sich einige Twitter-User:innen auf.

Auf der Kunstmesse Art Basel in Miami stellte BMW vor wenigen Tagen ein neues Modell seiner X-Reihe vor: Den BMW Concept XM. Das Auto hat einen Plug-in-Hybrid-Antrieb und soll damit laut BMW „den Weg für die Zukunft der Marke“ weisen.

Der BMX ist ein Plug-in-Hybrid

Vor allem den Kund:innen in den USA soll das Auto gefallen und – so spekulieren einige Automobil-Magazine – zugleich eine Konkurrenz zu Luxus-Modellen wie dem Lamborghini Urus oder dem Bentley Bentayga sein. Der neue BMW soll um die 5,11 Meter lang, 2,20 Meter breit und 1,73 Meter hoch sein und ein Leergewicht von über 2,5 Tonnen haben.

Zum Vergleich: Ein VW Bus T6 ist 4,9 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,9 Meter hoch. Preise nennt BMW noch nicht, doch dürften diese deutlich im sechsstelligen Bereich starten.

Der BMW Concept XM ist länger als ein VW Bus T6, der bei Camper:innen gerne zum Van umgebaut wird.
Der BMW Concept XM ist länger und breiter als ein VW Bus T6 und fast so hoch wie der Bus, den Camper:innen gerne zum Campervan umbauen. (Foto: BMW AG/dpa-tmn)
Der neue BMW-SUV fährt mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. (Foto © Copyright BMW AG, München )

Für den Antrieb setzt der Münchner Hersteller auf ein Plug-in-Konzept, das den Riesen aber gerade einmal 80 Kilometer (!) rein elektrisch fahren lassen soll. Dafür kombiniert BMW einen V8-Benzin-Motor mit einer – nach eigenen Angaben – „hoch performanten E-Maschine“ und stellt eine Systemleistung von 750 PS sowie bis zu 1.000 Nm Drehmoment in Aussicht. Die genauen Daten sowie die Fahrleistungen hat der Hersteller noch nicht bekannt gegeben.

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Das kritisieren User:innen bei Twitter

Der BMW kommt bei Twitter nicht gut an. NDR-Journalist Daniel Bröckerhoff twitterte: „BMW baut keine Autos mehr, sondern psychedelische, postapokalyptische Alpträume. Ein Clip wie ein schlechter Trip. Purer Horror.“

Ein weiterer Nutzer der Plattform twitterte: „Man kann @BMW eigentlich nur wünschen, dass die Kunden sie endlich für ihre Ignoranz der #Klimakrise & ihre mangelnde Bereitschaft zur Entwicklung von nachhaltigen Produkten & Lösungen abstraft. @BMW ist ein Treiber der #Klimakrise.“

Andere Twitter-User:innen beschreiben das Auto als Monster und setzen es in Verbindung mit Minderwertigkeitskomplexen der Fahrer:innen sowie mit „Manspreading“.

„So ein Monster darf niemals auf eine öffentliche Straße! 🤬 #BMW #SUV“

Nicht nur Twitter-User:innen kritisieren das Auto, auch Designprofessor Paolo Tumminelli reagiert mit Ablehnung. „Der Normalbürger wird erschreckt“, sagt er gegenüber Spiegel Online.

Utopia meint: Kein guter Schritt für die Verkehrswende

Auch wenn ähnliche Karossen längst über Deutschlands Straßen fahren: BMW beweist mit dem neuen Luxus-SUV erschreckend wenig Gespür für die Verantwortung der Autokonzerne in der Klimakrise. Während längst klar ist, dass nur mit kleineren, leichteren und emissionsarmen Fahrzeugen die dringend notwendige Mobilitätswende zu schaffen ist, wirft das Unternehmen ein Monster-Auto auf den Markt, das nicht einmal rein elektrisch betrieben wird. Der Plug-In-Hybrid soll dem neuen Modell offensichtlich einen vagen Anschein von Nachhaltigkeit geben – oder zumindest dafür sorgen, dass auf dem Papier Umweltauflagen eingehalten werden.

Dabei weisen Expert:innen immer wieder darauf hin, dass Plug-in-Hybride kein echter Fortschritt für die Verkehrswende sind, weil sie immer noch unnötig viele klimaschädliche Emissionen verursachen. Eine Studie stellte vergangenes Jahr sogar fest: Sie halten die angegebenen CO2-Werte oft nicht ein. Der konkrete Kraftstoffverbrauch und die Emissionswerte des BMW-Modells sind aber noch nicht bekannt.

Man kann den Concept XM also als echten Rückschritt sehen. Mit dem I3 hat BMW als erster der großen deutschen Autobauer gezeigt, dass man auch ein fortschrittliches, kleines und vollelektrisches Auto bauen kann.

Mehr dazu: Plug-in-Hybrid: Elektroauto mit Benzintank – das Beste zweier Welten?

Elektroautos gelten als grüne Alternative zu Autos, die mit Benzin oder Diesel angetrieben werden. Sie sind lokal emissionsfrei, weil sie keine Abgase produzieren. Bei der Produktion und durch die Stromerzeugung gelangen dennoch (Ab-)Gase in die Luft. Um das zu vermeiden, müsstest du zu Ökostrom wechseln und das Auto immer zu Hause aufladen. Dennoch schneiden sie in der Gesamt-Ökobilanz deutlich besser ab als Verbrenner-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride. Hier erfährst du mehr dazu: Ökobilanz von Elektroautos: Wie nachhaltig sind E-Autos wirklich?.

Umweltfreundlicher als jedes (E-)Auto ist es aber immer noch, wann immer möglich mit Autofahrten zu vermeiden.

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