„Deutschlands größte Kleiderparty“: Greenpeace veranstaltet Tausch-Aktion in über 40 Städten

Kleidertauschparty Greenpeace
Foto: CC0 / Pixabay / LoboStudioHamburg

Am 30. Juli 2022 finden deutschlandweit von Greenpeace organisierte Kleidertauschpartys statt – mit ihnen will die Umweltschutzorganisation ein Zeichen gegen Überkonsum setzen und auf Alternativen aufmerksam machen.

Laut Global Footprint Network ist der diesjährige Earth Overshoot Day bereits am 28. Juli. Das bedeutet, dass die Weltbevölkerung an diesem Tag alle Ressourcen aufgebraucht hat, die eigentlich für ein ganzes Jahr reichen sollten.

Mit einer deutschlandweiten Kleidertauschparty-Aktion am 30. Juli 2022 will Greenpeace darauf aufmerksam machen, dass wir deutlich über die Kapazitäten unseres Planeten leben und konsumieren.

Zusätzlich möchte die Umweltschutzorganisation für ein ökologisch nachhaltigeres Konsumverhalten plädieren. Dafür organisiert Greenpeace in Hamburg nicht nur „Deutschlands größte Kleidertauschparty“, sondern unterstützt auch ehrenamtliche Greenpeace-Gruppen und Privatpersonen darin, am Samstag in mehr als 40 deutschen Städten Kleidertauschpartys anzubieten.

In diesem Artikel erfährst du, warum es so wichtig ist, besonders beim Konsum von Kleidung auf Nachhaltigkeit zu achten und wie du an den Greenpeace-Kleidertauschpartys teilnehmen kannst. 

Mit Kleidertauschpartys die Umwelt schützen

Die Kleidertauschparty von Greenpeace soll zu einem nachhaltigeren Konsum anregen.
Die Kleidertauschparty von Greenpeace soll zu einem nachhaltigeren Konsum anregen.
(Foto: CC0 / Pixabay / gonghuimin468)

Die Idee einer Kleidertauschparty ist, sich mit Freund:innen, Bekannten und Fremden zu treffen, um untereinander Kleidungsstücke zu tauschen, die man selbst nicht mehr trägt. So bekommen diese ein zweites Leben, anstatt ungenutzt im Schrank zu liegen oder sogar im Müll zu landen. Ein weiterer Pluspunkt: Alle Teilnehmenden können ihre Garderobe durch schöne und einzigartige Stücke ergänzen, ohne Geld ausgeben zu müssen. 

Wie genau können Kleidertauschpartys dem Klima und der Umwelt helfen?

  • Die Produktion von Kleidung verbraucht eine immense Masse an Ressourcen, wie Wasser, Energie und Rohstoffen. Bei den verschiedenen Produktionsschritten bis hin zum Transport entstehen zudem jede Menge CO₂-Emissionen: Laut Europäischer Umweltbehörde ist die globale Bekleidungs- und Schuhindustrie jährlich für ganze zehn Prozent des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Das sind mehr Emissionen als die des weltweiten Flug- und Schiffsverkehrs zusammen.
  • Textilien verursachen darüber hinaus etwa 35 Prozent des Mikroplastiks in den Ozeanen.
  • Bei der Herstellung von Kleidungsstücken werden oftmals giftige Chemikalien eingesetzt, die über defekte Abwasserkanäle im Grundwasser und im Meer landen. Doch auch in den Textilien können Schadstoffe zurückbleiben.

Hinzu kommt, dass einer Greenpeace-Umfrage zufolge 40 Prozent der Kleidungsstücke in Deutschland nur selten bis gar nicht getragen werden. Stattdessen werden hierzulande jährlich knapp 400.000 Tonnen Kleidung weggeworfen, global sind es 92 Millionen Tonnen. Diese Textilabfälle landen meist in afrikanischen und asiatischen Ländern auf umweltschädlichen Mülldeponien. 

Lies dazu auch: Fast-Fashion-Friedhof: 200 Tonnen Altkleider pro Tag landen in diesem Fluss

Kleidertauschparty-Aktion von Greenpeace: So kannst du mitmachen

Die Kleidertauschparty von Greenpeace wird deutschlandweit bei verschiedenen Events umgesetzt.
Die Kleidertauschparty von Greenpeace wird deutschlandweit bei verschiedenen Events umgesetzt.
(Foto: CC0 / Pixabay / Skitterphoto)

Kleidung zu tauschen, anstatt sie neu zu kaufen, ist somit eine Maßnahme, mit der du erheblich zur Verringerung von CO₂-Emissionen beitragen kannst. Mit der Kleidertauschparty-Aktion will Greenpeace so viele Menschen wie möglich auf diese Konsumalternative aufmerksam machen: Je mehr von uns teilnehmen, desto besser.

Die Greenpeace-Expertin für Konsum und Kreislaufwirtschaft Viola Wohlgemuth betont bezüglich der Kleidertauschparty-Aktion zudem die Verantwortung der Politik: „Gemeinsames Ziel muss sein, dass im deutschen Kleiderschrank der Zukunft ab 2035 nur noch 40 % neu produzierte und dafür 60 % wiederverwertete Mode hängt – dafür muss die Politik endlich die entsprechende Rahmengesetzgebung auf den Weg bringen! Textilhändler müssen konsequent zu Textildienstleistern werden – Leihen, Teilen, Reparatur und Secondhand müssen das neue Normal werden.“

So kannst du an der Kleidertauschparty-Aktion von Greenpeace teilnehmen: 

Auf der ReUse Revolution Map sind alle Kleidertausch-Events eingezeichnet. Dort kannst du nachschauen, ob und wo in deiner Stadt eine Greenpeace-Kleidertauschparty stattfindet. Die größte wird am 30. Juli von der Organisation im Hamburger Millerntor-Stadion organisiert. Dort kannst du von 11 bis 19 Uhr mit maximal zehn Kleidungsstücken hingehen, um sie mit anderen zu tauschen. 

Achtung: In Berlin werden noch freiwillige Helfer:innen gesucht. Bist du interessiert? Dann melde dich direkt unter landwirtschaft@greenpeace.berlin.

Du willst selbst eine Kleidertauschparty organisieren und dich dabei von Greenpeace unterstützen lassen? Dann findest du in diesem Greenpeace-Briefing sowie auf der Greenpeace-Webseite alle wichtigen Informationen.

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