Earth Overshoot Day: die 7 wichtigsten Fakten

Earth overshoot Day
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Der Earth Overshoot Day, zu deutsch „Welterschöpfungstag“, ist der Tag, an dem die Weltbevölkerung ihr Jahresbudget an Ressourcen aufgebraucht hat. Ab diesem Tag machen wir Schulden und verbrauchen mehr, als die Erde verkraften kann. Zu diesem traurigen Tag die wichtigsten Fakten.

1. Der Earth Overshoot Day kommt immer früher

Im Jahre 1987 fiel der Tag noch auf den 19. Dezember. Dieses Jahr fällt er auf den 8. August – vier Monate früher als damals, fünf Tage früher als 2015. Die Menschheit lebt momentan so, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung. Laut WWF wird der jährliche Verbrauch 2020 zwei, 2050 sogar drei Planeten betragen. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht.

2. So wird der Earth Overshoot Day berechnet

Zunächst wird die Biokapazität der Erde berechnet. Damit ist die Fähigkeit der Erde gemeint, die vom Menschen verbrauchten Ressourcen zu erneuern und Schadstoffe – wie Treibhausgase – abzubauen. Die Biokapazität stellt man dem globalen ökologischen Fußabdruck gegenüber. Dieser misst, wie viele natürliche Ressourcen der Mensch verbraucht. Ist der Verbrauch dieser Ressourcen größer als der Nachschub, spricht man vom „Overshoot“ – der ökologischen Verschuldung.

3. Wir haben nur eine Erde

Nach dem Earth Overshoot Day leben wir für den Rest des Jahres quasi auf Kredit und verbrauchen weiter Wasser, Brennmaterial, Bauholz und Getreide. Wir produzieren mehr Müll und erzeugen mehr Treibhausgase, als die Erde verkraften kann. Die Folgen sind heute schon spürbar.

4. Die Folgen sind verheerend

Die Polkappen schmelzen, die Meere übersäuern, Süßwasserquellen versiegen, Wälder schrumpfen, Landschaften versteppen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus, die Fischbestände schwinden, die Wetterlagen werden extremer, es herrscht Wassermangel … Die Liste der Folgen unseres übermäßigen Ressourcenverbrauchs lässt sich unendlich fortführen. Je früher der Earth Overshoot Day stattfindet, desto katastrophaler werden sie sein. Vor allem ärmere Länder sind heute schon betroffen.

5. Darum kommt der Earth Overshoot Day immer früher

Dass der Earth Overshoot Day jedes Jahr früher eintritt, liegt an dem hohen Konsumniveau in den Industrie- und Schwellenländern. Während wir uns immer weiter bei der Erde verschulden, kann sie sich immer weniger erholen. Würden Menschen weltweit so leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir schon jetzt zweieinhalb Erden pro Jahr.

Earth Overshoot Day
:-( (Foto: © pixabay)

6. Wie akkurat ist der Earth Overshoot Day?

Die Tendenz ist eindeutig: Seit Jahren verfrüht sich der Welterschöpfungstag. Aber es gibt auch Kritik: Die Rechenmethode hat ihre Schwächen, das Ergebnis schwankt stark. Zudem wird teilweise mit Daten unklarer Herkunft gearbeitet. Nicht alle stammen von den Vereinten Nationen & Co.

7. Das können wir dagegen tun

Unsere Produktionsweisen und Konsumgewohnheiten müssen sich generell ändern. Wer nicht will, dass der Earth Overshoot Day noch früher kommt, sollte weniger und wenn, nachhaltig konsumieren, recyceln und upcyceln, Abfälle vermeiden, Energie sparen, saisonale Lebensmittel kaufen, weniger Fleisch und tierische Produkte essen: 5 Tipps, wie du sofort nachhaltiger leben kannst.

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(21) Kommentare


  1. Presseaussendung der Plattform Footprint, WWF, Greenpeace, GLOBAL 2000
    http://www.footprint.at/index.php?id=overshoot2012

    Earth Overshoot Day am 22. August 2012

    Globale Öko-Verschuldung nimmt zu.
    Jahresbudget der Natur ist aufgebraucht

    Wien/Oakland, USA, 21. August 2012 – Der Welterschöpfungstag (Earth Overshoot Day) fällt heuer auf den morgigen 22. August. Damit wurde die Gesamtleistung der Natur auf unserem Planeten im Jahr 2012 in weniger als neun Monaten aufgebraucht. Ab morgen übersteigt der Ökologische Fußabdruck der Menschheit die Biokapazität der Erde. „Die Menschheit nimmt sich dann mehr von der Erde als diese jährlich an natürlichen Ressourcen erneuern und an Treibhausgasen aufnehmen kann“, so die Umweltorganisationen WWF, GLOBAL 2000 und Greenpeace.

    Das Global Footprint Network berechnet jährlich die auf der Erde verfügbare Biokapazität – das Potenzial der Natur – und stellt es dem Ökologischen Fußabdruck (Footprint) gegenüber – dem Maß für die menschliche Inanspruchnahme der Naturleistungen. Ist die Beanspruchung größer als der Nachschub, spricht man von einem „Overshoot“ – der ökologischen Überschuldung. Somit lebt die Menschheit ab dem 22. August bis zum Jahresende 2012 über ihre Verhältnisse – sozusagen auf Pump. „Wenn in weniger als neun Monaten das gesamte Jahreseinkommen verbraucht wird, sollten die Alarmglocken längst Sturm läuten“, sagt Wolfgang Pekny, Geschäftsführer der Plattform Footprint, und warnt „Noch immer ist der Welterschöpfungstag ein wichtiges Datum, von dem kaum jemand Notiz nimmt.“

    „Es ist längst an der Zeit, unsere Wirtschaft so zu organisieren, dass sie auch in Zukunft funktionieren kann“, sagt Mathis Wackernagel, Präsident des Global Footprint Networks. „Wirtschaftliche Erholung wird nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn sie mit einer systematischen Reduktion des Bedarfs an Ressourcen und Leistungen des Ökosystems einhergeht“, so Lisa Kernegger von GLOBAL 2000 zustimmend.

    In den 70er Jahren rutschte die Menschheit erstmals in die ökologische Verschuldung. Seitdem kommt der Welterschöpfungstag jedes Jahr ein wenig früher. Der Overshoot Day kann nicht mit letzter Exaktheit festgelegt werden, da sowohl einnahmenseitig bei der Biokapazität, als auch ausgabenseitig beim ökologischen Fußabdruck immer Unschärfen bei der Datenerhebung vorliegen. Der große zeitliche Schritt vom Welterschöpfungstag 2011 (27. September) auf 2012 zeigt keine sprunghafte Zunahme sondern ergibt sich aus methodischen Veränderungen bei der Datenerfassung.

    Im Moment beansprucht die Menschheit bereits so viele Ressourcen, dass es eineinhalb Erden bedürfte um diese nachhaltig bereit zu stellen. Nur ein Viertel aller Menschen verursachen durch ihren konsumorientierten Lebensstil den Großteil der Übernutzung. Bei bestehenden Trends wären noch vor 2050 zwei Planeten von der Qualität der Erde erforderlich um unseren Lebensstandard zu halten. Würde die ganze Menschheit so verschwenderisch leben wie wir Österreicher, wären bereits heute drei Planeten von der Qualität der Erde erforderlich. Der österreichische Welterschöpfungstag fiel heuer bereits auf den 3. Mai, der Erschöpfungstag in den USA war schon am 28. März. Der Lebensstil der US-Amerikaner verbraucht derzeit mehr als vier Planeten.

    „Die Analyse des Overshoot zeigt uns höchst alarmierende Trends, die von der Politik sträflich ignoriert werden“, warnt Wolfgang Pekny. „Es gibt weder Ziele die jährliche Öko-Neuverschuldung einzudämmen noch Pläne, wie die jährlich wachsende Gesamtschuld jemals zurückbezahlt werden könnte.“ Die Parallelen zur gegenwärtigen Finanzkrise sind offensichtlich. Die ökologische Verschuldung ist aber langfristig weit gefährlicher als die finanzielle. Die derzeitige Knappheit an Getreide etwa wurde durch nur eine trockene Saison ausgelöst und Millionen Menschen hungern heute. „Die Reserven der Natur sind dünn geworden. Ein Bankrott der Natur hätte vernichtende Folgen auf alle Menschen“, so Franko Petri vom WWF. Die globale Übernutzung ist kein ökologisches Problem: Sie ist die zentrale Herausforderung der Menschheit. Für jedes weitere versäumte Jahr werden wir einen höheren Preis bezahlen müssen: Verschärfung bestehender Ungerechtigkeiten, Ressourcenkonflikte, Kriege, Hunger und verheerende Naturkatastrophen.

    Wolfgang Pekny bleibt trotzdem optimistisch: „Die Konzepte für ein ‚One-Planet-Living‘ sind technisch, ökonomisch und sozial längst vorhanden. Auch steigt die Zahl der Menschen mit Globalverstand, die begreifen, dass weniger Konsum und dafür mehr Zeit die Qualität unserer Gesellschaft und ein gutes Leben auf dem Raumschiff Erde für den Einzelnen und für alle erhöhen.“

  2. Ein trauriger Tag, aber:
    Wir können neue Wege gehen und laden zur Utopie-Ökonomie-Konferenz UTOPIKON vom 04. – 06.11.2016 nach Berlin in die FORUM Factory ein. Bist Du dabei?
    Mehr Infos unter: http://UTOPIKON.de

    PS: Heute haben wir auch den Earth Overshoot Day aufgenommen und folgenden Kampagnenclip geteilt – schaut gerne rein:
    https://www.facebook.com/livingutopia.org/videos/759243944216551/

  3. Die 5 Tipps in dem Video finde ich gut. Genau das ist die Botschaft die nötig ist: nichts kaufen ist am nachhaltigsten. Es ist genug da, damit alle gut leben können, wenn jeder nur das nimmt was er wirklich braucht. Das heisst aber im Umkehrschluss: auf ALLES andere verzichten. Motorisierte Mobilität, mehr Wohnraum als 12 Quadratmeter pro Person, Neuwaren kaufen (bis auf wenige Verbrauchsgüter). Nur dann bleiben wir im nachhaltigen Rahmen (Erneuerbare Energien, CO2). Und nichts von dem oben genannten braucht man für ein gutes Leben, mit der richtigen Einstellung steigt die Lebensqualität sogar (mehr Zeit, weniger Stress). Aber auch unabhängig von der Lebensqualitätsfrage dürfen wir unseren Planeten einfach nicht zerstören.

  4. Die Diskrepanz zwischen dem Overschoot Day und den danach irgendwie geheim mobilisierten Kräften könnte daran liegen, dass bisher noch niemand das Wesen Erde in seiner wahren Kraft erfasst hat. Kaum jemand weiß über ihre Autarkie, über ihre Selbstheilungskräfte, über ihre Schöpferkraft und noch viel weniger zu was sie in der Lage ist, wenn vollständig erwacht ist. Gerade erwacht der globale Drache und löst die reptiloide Besetzung auf, unter der wir seit Jahrtausenden leiden. Ist sie sich ihrer Kraft bewusst, kann die Erde faktisch alles heilen, was derzeit noch unheil ist. Und der Mensch ebenso. Es geht also weniger um eine Änderung des Konsumverhaltens oder um eine Entwicklung des ökologischen Bewusstseins, sondern vielmehr um eine innere Verbindung und damit Wahrnehmung der Erde IN uns. Jeder, der sich bewusst mit der Erde verbindet, wird fühlen wie sie fühlt und hat damit eine Chance seinen Anteil des Schmerzes dieser Welt zu heilen. Somit kann JEDER von uns Verantwortung übernehmen und hat einen Einfluss auf die Entwicklung der Erde.

  5. Solange unsrer GELDGIERIGE und MISSERABLE Großindustrie und das Großkapital daraus Gewinn schlagen, und das auf Kosten der ARMEN, wird sich daran nichts ändern.
    Diesen verbrecherischen Herrschaften ist es nämlich egal, wer und wieviele Millionen Menschen dabei verrecken!!!!!

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