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Türkei verbietet ab sofort veganen Käse

Foto: CC0 Public Domain / Pexels - Polina Tankilevitch

Ein Gesetz in der Türkei verbietet Herstellern veganen Käse zu produzieren und zu verkaufen. Der Vegan Verband der Türkei reicht Klage ein, um gegen das Verbot anzugehen. In der EU gibt es bereits ähnliche Verordnungen.

Kürzlich trat eine Verordnung durch das türkische Ministerium für Forst- und Landwirtschaft in Kraft, das die Herstellung und den Verkauf von veganen Käse-Alternativen verbietet. Herstellern drohen nun Geldstrafen und weitere Einschränkungen. Verankert ist die Regelung in einer Aktualisierung des Artikels 9/3 des türkischen Lebensmittel-Kodex. Begründet wird die Verordnung mit einem angeblichen Verbraucherschutz.

Käseähnliche Produkte dürfen nicht mehr verkauft werden

Eingeschlossen in das Verbot sind nicht nur Produkte, die das Wort „Käse“ im Namen tragen, sondern jedes Produkt, das als käseähnlich angesehen wird. Laut Vegpool besage der türkische Lebensmittel-Kodex, dass Produkte, die den Eindruck erwecken, wie Milchkäse zu sein, nicht aus pflanzlichem Öl oder anderen Lebensmittelzutaten hergestellt werden dürfen. Somit ist es in der Türkei de facto nicht mehr möglich, pflanzliche Produkte zu verkaufen, die nach Käse schmecken.

Der Vegan Verband der Türkei (TVD) kritisiert Vegpool zufolge das zuständige Ministerium dafür, dass sogar eine Vakuum-Verpackung als typische Käse-Verpackung interpretiert werden kann. Dies hätte zur Folge, dass das Ministerium jederzeit Produkte allein wegen der Verpackung vom Markt nehmen könnte.

Wie der TVD berichtet, reichten mehrere Hersteller von veganem Käse Beschwerden beim Verband ein und teilten mit, dass Geldstrafen gegen sie verhängt wurden. Einige der veganen Käsesorten seien laut TVD bereits jetzt von den Online- und Offline-Märkten zurückgezogen worden. Verbraucher:innen hätten demnach keinen Zugang mehr zu diesen Produkten.

Klage gegen den Artikel im Lebensmittel-Kodex

Um gegen das Verbot vorzugehen und eine Annullierung des Artikels 9/3 zu erwirken, reichte der TVD am 29. Juni 2022 Klage ein gegen das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft in der Türkei.

Zusätzlich erstellte der Verband eine Online-Petition bei Change.org. Unter dem Hashtag #LiftBanOnVeganCheese wird die Petition in den sozialen Medien verbreitet.

Ähnliche Verordnungen in Europa

In der EU gilt zum jetzigen Zeitpunkt kein Verbot der Produkte an sich. Doch seit 2017 sind Bezeichnungen wie „Mandelmilch“ verboten. Als Milch dürfen nur Erzeugnisse bezeichnet werden, die aus der „normalen Eutersekretion“ von Tieren gewonnen werden. Gleiches gilt auch für die Bezeichnung von „Käse“ und „Milch“. Laut VegNews lehnte die EU einen Gesetzesvorschlag von Lobbygruppen ab, durch den sogar beschreibende Begriffe wie „Joghurt-Stil“ und „Käse-Alternative“ verboten werden sollten.

Während das EU-Parlament keine Einschränkung zur Bezeichnung von pflanzlichen Fleischersatzprodukten durchgezogen hatte, so berichtete es der Spiegel, geht Frankreich einen Schritt weiter. Erst Anfang Juli wurde dort ein Verbot für die Verwendung der Begriffe „vegane Wurst“ oder „veganes Steak“ beschlossen. Ab dem 1. Oktober muss in Produkten mit dem Namen „Wurst“, „Bacon“ und „Steak“ tatsächlich Fleisch zu finden sein, das berichtete unter anderem agrarheute. Wie die veganen Ersatzprodukte jedoch in Zukunft heißen sollen, ist bislang unklar.

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