Versehentlich vegan

Fotos: © Utopia

Nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, in welchen Lebensmitteln Stoffe tierischen Ursprungs verarbeitet sind und in welchen nicht. Doch wer genau hinsieht stellt fest: überraschend viele Produkte sind vegan, ohne dass es auf der Verpackung steht.

Welche bekannten Lebensmittel versehentlich vegan sind, finden ganz eilige Leser direkt in dieser Bilderstrecke heraus:

Vegane Lebensmittel sind längst ein profitabler Markt. Vom Start-Up bis zum multinationalen Konzern versuchen hier Unternehmen, ihre Produkte an den Kunden zu bringen. Manche der Hersteller verkaufen ausschließlich vegane Produkte, andere haben eine vegane Produktlinie zusätzlich zu ihrem herkömmlichen Sortiment entwickelt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihre Waren speziell für Konsumenten herstellen, die auf tierische Produkte verzichten möchten.

Weitab von der Veggie-Branche gibt es Produkte, die sich eigentlich an die Zielgruppe der „Allesesser“ richten, deren Hersteller sich nicht gezielt um Vegan-Siegel und tierfreie Inhaltsstoffe bemühen – und die trotzdem vegan sind. Die Rede ist natürlich nicht von Obst und Gemüse, sondern von verarbeiteten Produkten, die ganz aus Versehen vegan sind. Sie sind meist nicht als vegan gekennzeichnet, nur ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe – und im Zweifelsfall eine Nachfrage beim Hersteller – verrät, ob sie wirklich frei von Zutaten tierischen Ursprungs sind.

Aber: alleine die Tatsache, dass es tierfrei ist, macht ein Produkt natürlich nicht sinnvoll. Längst nicht alle der versehentlich veganen Lebensmittel sind darum empfehlenswert – vegan bedeutet bekanntlich noch lange nicht nachhaltig, ökologisch oder fair.

Deshalb zeigen wir hier neben sehr bekannten Produkten, die überraschenderweise vegan sind, auch nachhaltigere (wenn auch nicht unbedingt gesündere) Alternativen.

Hättest du gewusst, dass diese bekannten Lebensmittel tierfrei sind?

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(20) Kommentare

  1. Mit „versehentlich vegan“ ist Euch ja – sicher ganz versehentlich – ein besonders blöder Ausdruck gelungen. 😉

    Was daran soll versehentlich sein?
    Es gibt Produkte mit und ohne tierische Inhaltsstoffe.

    Versehentlich wäre dann der korrekte Ausdruck, wenn der Hersteller ein Produkt m i t tierischen Bestandteilen machen wollte, versehentlich hat er diese aber vergessen.

    Laut Duden bedeutet versehentlich entweder „unabsichtlich“ oder „irrtümlich“.
    Beides dürfte bei den genannten Produkten nicht der Fall sein.
    Der Begriff sollte aber für solche Fälle reserviert bleiben.

    Vielleicht könnte man versehentlich einfach durch erfreulich oder überraschend ersetzen.
    Damit wäre ja auch zum Ausdruck gebracht, daß die Produkte vegan sind, obwohl man davon ausgegangen wäre, daß dies nicht der Fall ist und obwohl sie nicht als solche deklariert sind.

  2. Das ist wahrscheinliche eine direkte Übersetzung aus dem englischen Begriff „accidentally vegan“, der ja durchaus Gang und Gebe in der englischen scene ist. Ich persönlich würde „überraschend“ auch besser finden, aber nun ja.

  3. Danke Maria, du sprichst mir aus der Seele!

    Nichts für ungut, aber der Titel ist versehentlich dämlich. 😉 Beispielsweise Bitterschokolade kam schon immer ohne Milch aus, aber nicht „versehentlich“, sondern bedingt durch die Rezeptur. Was wollt ihr mit so einem Artikel bezwecken? Dass Hersteller darüber stolpern und sich denken „Tolle Idee! Machen wir doch noch einen schicken vegan-Stempel drauf und kassieren ein paar Cent mehr dafür!“?

  4. Hallo zusammen, da habe ich ja versehentlich etwas losgetreten… 🙂 „versehentlich vegan“ spielt hier natürlich nur darauf an, dass die gezeigten Produkte nicht speziell für den veganen Markt entwickelt wurden, sondern eben vegan sind, ohne dass die Hersteller das unbedingt beabsichtigt haben – eben weil die Rezeptur so ist, wie ist. In diesem Sinne ist das also schon – wie du oben schreibst, Maria_L – „unabsichtlich“. Und versehentlich vegan hört sich doch wirklich schöner an als überraschend vegan, oder…? 🙂

  5. „Und versehentlich vegan hört sich doch wirklich schöner an als überraschend vegan“
    Nein, hört sich nicht schöner an, weil es den Herstellern unterstellt, daß sie zu blöde sind. Der Irrtum liegt dann bei den Herstellern.
    Die wissen aber vermutlich schon immer, daß keine tierischen Produkte drinnen sind.
    Wenn man überraschend vegan schreibt, dann drückt das aus, daß der Verbraucher überrascht ist, und das ist auch korrekt.

    Ich weiß, ich bin heute mal wieder – gar nicht versehentlich und vermutlich für Insider auch nicht überraschend – auf dem Oberlehrerinnen-Tripp…
    Ich finde, die Hersteller tun sich schon scher genug damit, vernünftigeProdukte zu kreieren, da muß man ihnen nicht auch noch Irrtümer unterstellen, wo der Irrtum klar auf Verbraucherseite liegt.

  6. Diese „Lebensmittel“ sind vegan? Blöde Aussage!

    1. …. sind das keine Lebensmittel – das ist denaturierter Müll in schädlichem BPA
    abgepackt !

    2. …. „Vegan“ sind alle Lebensmittel, wenn sie nicht gerade vom Tier abstammen !

    3. …. Gesunde „Lebensmitel“ sind – Mittel zum Leben- für die Gesundheit, dafür benötigt man auch die richtigen Lebensmittel – bestimmt keine industriell, chemisch, hergestellte, abgepackte, denaturierte, fastfoottütenpulverpressnahrung mit etlichen Zusatzstoffen versehen ! Denn das ist Müll!
    Mit dem Namen Vegan verdienen sich so einige eine goldenen Nase, mit gesunder Ernährung hat diese abgepackte, industrielle Pressnahrung nichts zu tun.
    Zumal es auch ekelig schmeckt.

  7. Vollkommen richtig, finde den Artikel auch sehr utopia-unüblich

    „Vegan“ wird mehr und mehr zu einem Namen für eine subkulturelle Hipster Bewegung, geprägt von neuen chicken Fastfoodketten (alles schön in wegwerf-Geschirr und Plastikmüll verpackt), Palmfett angereicherten „sieht so aus wie und schmeckt wie“ Brotbelägen/Fakeprodukten..usw usw. Einfach nur eine neue Art der unreflektierten Ernährung. OK, weniger CO2 vll… aber müsste man auch erstmal bilanzieren.

  8. Hallo zusammen, es geht mir in dem Beitrag auf keinen Fall darum, vegan zu hypen oder als gesunde und bessere Ernährungsform darzustellen. Vegan ist selbstverständlich nur ein Weg unter vielen.
    Aber da vegan ja nunmal ein Trend ist, dem viele Menschen folgen, möchten wir hier zumindest zeigen, dass es Alternativen zu den konventionellen Konzern-Produkten gibt, die viele Menschen sonst vielleicht kaufen würden.

  9. „möchten wir hier zumindest zeigen, dass es Alternativen zu den konventionellen Konzern-Produkten gibt, die viele Menschen sonst vielleicht kaufen würden.“
    Abgebildet sind oben genau die konventionellen Konzern-Produkte und stechen auch auf den Unteseiten ins Auge.
    Es entsteht der Eindruck, die kann man getrost kaufen, weil sie sind ja vegan.
    Warum muß man diesen konventionellen Konzern-Produkten überhaupt eine Bühne geben, in dem man sie abbildet?
    Man hätte den Artikel ja gleich so aufmachen können, daß man gute Bio- oder Fair-Produkte zeigt, die zufällig auch noch vegan sind.

  10. Guten Morgen Maria_L, gut, was die Formulierung der Headline angeht müssen wir uns wohl einfach darauf einigen, dass wir uns nicht einig sind. 🙂
    Was die Auswahl der Produkte angeht möchte ich dir aber widersprechen: Dass du und ich vorwiegend „gute Bio- oder Fair-Produkte“ kaufen, ist klar. Aber wir versuchen mit unseren Beiträgen natürlich auch Menschen zu erreichen, die noch nicht so „weit“ sind – und diesen Menschen Alternativen zu den konventionellen Markenprodukten zu zeigen, die sie sonst vielleicht kaufen würden, finde ich schon sinnvoll. Ich denke, dass jemand der eben sonst vielleicht Hohes C kauft, sich von dem Produkt auf dem Titelbild mehr angesprochen fühlt, als von einem (weniger bekannten) Bio-Saft – und dann hoffentlich weiterliest. Deshalb zeigen wir die Alternativen ja dann in der Bidlerstrecke.

  11. Das hat mit Deinem und meinem Kaufverhalten nicht das Geringste zu tun – und auch nur am Rande mit unterschiedlichen Meinungen.

    Was mich so nachhaltig auf die Palme bringt:
    Es wird im Artikel an prominenter Stelle Werbung für Cio-Chips, Hohes C & Oreo gemacht.
    Die Botschaft lautet: Kauf diese Produkte, denn sie sind vegan.

    Ich sag’s ungerne so krass, aber im Grunde ist das Schleichwerbung.

    Daß dann irgendwo in der Bilder-Galerie Bio-Produkte als Alternative zu diesen Produkten gezeigt wird, sieht ja nur der engagierte User, der weitert klickt.
    Also vermutlich die Wenigsten und eher die, sowieso alterantive Produkte bevorzugen und verzweifelt auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Artikels sind.

    Ich unterstelle nicht, daß das absichtliche Schleichwerbung ist (würde ja vorraussetzen, daß Ihr von den Firmen gezahlt werdet).
    Ich gehe wohlwollen davon aus, daß es nur v e r s e h e n t l i c h stattfindet.

    Mir erschließt sich auch der logische Aufbau der Geschichte nicht.
    Was ist an Cio-Chips versehentlich vegan? Jeder gesunde Menschenverstand geht davon aus, daß die aus Maismehl, billigem Pflanzenöl und jeder Menge Salz gemacht sind.
    Nur leider ist der gesunde Menschenverstand irgendwann auf der Strecke geblieben und wie Ihr schreibt, nimmt man über viele Chips tier. Produkte v e r s e h e n t l i c h in Form von E-Stoffen zu sich.
    Dieser Tatsache sollte das Adjektiv versehentlich vorbehalten bleiben.

    Ich gehe nicht davon aus, daß der Artikel verändert wird, würde mir aber dringend wünschen, daß künftig die Story nicht derart an den Haaren herbei gezogen wird auf Kosten jeglicher Sinnhaftigkeit und zu Gunsten der konventionellen Konzern-Produkte.

    Es gäbe so viele gute Themen rund um die Deklaration von Inhaltsstoffen.
    Mit etwas Hintergrundwissen kann jeder der lesen kann (und notfalls noch etwas recherchiert), sich informieren, ob tierische Produkte enthalten sind.
    Dank der neuen Allergen-Vorschriften ist ja wirklich nicht mehr möglich, daß was drinnen ist, was nicht drauf steht….

    Und die Vermittlung dieses Hintergrundwissens ist eigentlich das, was ich auf „Deutschlands Website Nr. 1 für nachhaltigen Konsum“ erwarten würde.

  12. Klara, genau so sehe ich das auch, diese Produkte müssten eigentlich auf den Sondermüll 😉
    Meine Definition von Vegan ist TIERLEIDFREI!
    Ob das auf diese Produkte, würde man ihre Hersteller genauer unter die Lupe nehmen, noch zuträfe, darf bezweifelt werden.

  13. Besser als „versehentlich vegan“ passte „zufällig vegan“ oder noch besser „unabsichtlich vegan“. Man kommt aber um den Widerspruch nicht herum, dass hierzulande kaum jemand versehentlich oder zufällig vegan leben kann. Da muss man schon recht aufmerksam sein.
    Doch wenn auch, wer nur Chips und Süßigkeiten einer bestimmten Sorte isst keine tierischen Produkte zu sich nimmt, so lebt er noch lange nicht vegan im üblichen Wortsinn.
    Etwas ganz anderes ist es, wenn man in Asien zur ärmeren Bevölkerung gehört. Da lebt man schon aufgrund unzureichender Ressourchen meist vegan. Freilich weder versehentlich noch zufällig, sondern überwiegend unfreiwillig und notgedrungen.

    Aber im

  14. Das passt wirklich nicht zu Utopia.

    Allein schon diese 3 Produkte im Foto oben-ich nehme beispielhaft eines heraus:

    >Hohes C So, wie auch z.B. Gummibärchen fettfrei sind?
    -> oder Butter zuckerfrei?
    -> oder Ziegenkäse lactosefrei?

    Diese Liste kann man beliebig fortsetzen.

    Ich denke, mit solch‘ einem Artikel tut man der veganen Lebensweise keinen Gefallen: ganz im Gegenteil.

    Mich erinnert es an die Anfangszeiten des Vegetariertums: da gab es die Bezeichnung Pudding-Vegetarier für Menschen, die sich zwar fleischfrei ernährten-aber eben ungesund-z.B. mit Süßigkeiten, Puddings, Chips.

    Diese-für mich veraltete-Sichtsweise scheint sich in diesem Artikel zu wiederholen.

  15. Liebe smarla, vielen Dank für dein Feedback. Ich kann mich nur wiederholen: Es geht uns natürlich darum, möglichst viele Menschn zu erreichen – auch und besonders solche, die bisher vor allem konventionelle Produkte kaufen. Und diese spricht man mit bekannten Markenprodukten sicher eher an als mit weniger bekannten Bio-Produkten. Wir zeigen ja dann gezielt bessere (Bio-)Alternativen zu den Markenprodukten in der Bidlerstrecke.

  16. Also ich finde nicht, dass man Produkte eines Unternehmens, welches Tierversuche durchführt, als vegan ansehen kann. Oreo wird in Deutschland von Mondelez vertrieben und dieses Unternehmen macht Tierversuche. hat für mich nichts mit vegan zu tun.

  17. Solange sich Mondelez nicht über mögliche Tierversuche äussert und jegliche Auskunft verweigert, bleibt dieses ohnehin übersüßte Produkt in den Regalen.
    Für mich bedeutet Vegan – TIERLEIDFREI

  18. An mir wurde 40 Jahre die Ideologie des „Maximus – Lenimus“ getestet und ich habe seitdem die Nase von Ideologien ziemlich voll! Da ich zum großen Teil auf dem Lande aufgewachsen bin, habe ich mich schon in der Schule für die Natur interessiert und war in der AG (Arbeitsgemeinschaft) Junge Naturforscher. Auch zu späteren Dä-Dä-äR-Zeiten habe ich mich im Naturschutz ziemlich engagiert. Dies nur zur Erläuterung, damit klar ist, dass ich ein umweltbewusster und naturliebender Mensch bin.

    Leider musste ich schon nach kurzer nach der Wende feststellen, dass in der Bundesrepublik aus der Natur und dem Naturschutz auch eine Art Ideologie gemacht wurde, nämlich der Ökologismus! In der DDR gab es auch Vegetarier – nur keine Veganer. Aber die Vegetarier haben aus ihrer Lebensweise damals keine Ideologie gemacht.

    In letzter Zeit bin ich schon hin und wieder von Vegetariern, aber jetzt auch öfter von Veganern über meine „ungesunde“ Lebensweise angesprochen worden. Ich bekomme jeden Monat von Veganern eine Einladung zu Veranstaltungen, weil ich einmal leitsinnigerweise eine Bekannte dahin begleitet hatte. Obwohl ich ihnen schon mehrfach erklärt habe, dass ich ab und zu mein Schnitzel mit Spargel, meine Berliner Bulette und mein Frühstücksei nicht missen möchte, bekomme ich also immer noch die Einladungen.

    Seit über 2 Millionen Jahren vemüllen die Hominiden diesen Planeten, zuerst als ‚homo habilis‘, dann ‚homo erectus‘, „homo neanderthalensis‘ und zum Schluss – der angeblich vernunftbegabte ‚homo sapiens‘. Und immer waren diese Hominiden Mischkostler. Sie haben alles gegessen, was sie erjagen oder ergreifen konnten – egal ob pflanzlich oder tierisch und das über einen wahrlich sehr, sehr langen Zeitraum.

    Ich möchte diesen uralten Brauch nicht aufgeben und werde weiter Mischkostler bleiben, der aber trotzdem seinen Augenmerk auf eine ausgewogene fleischreduzierte Ernährung legt und Rohkost und Gemüse nicht verachtet! Nur ich mache aus meiner Ernährungsweise keine Ideologie oder Religion!

    Ein schönes Wochenende wünsche ich!

  19. Ich möchte nur schnell den Kommentar für alle Leute mit Milchunverträglichkeit schreiben. Ich bin Veganer und dank meiner Milchunverträglichkeit (laktose und laktat) der perfekte Tester ob ein Lebensmittel auch wirklich vegan ist. Solange auf der Packung „kann Spuren von Milch enthalten“ ist das Produkt sauber. So war es auch bisher bei Oreo. Leider hat sich das letztes Jahr geändert, so das jetzt „kann Milch enthalten“ darauf steht. Lasst euch versichert sein: OREO ist nicht mehr vegan. Zwei Testpackungen in drei Monaten Abstand lassen mich dieses Produkt nicht mehr kaufen. NICHT VEGAN!

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