Obstbrei für Babys bei Öko-Test: Kein Brei ist „sehr gut“

Obstbrei für Babys bei Öko-Test: Kein Brei ist „sehr gut“

Viele Eltern greifen zu Obstbrei für Babys – ob als Snack oder kleine Hauptmahlzeit. Denn Obst ist schließlich gesund, oder nicht? Öko-Test hat 20 Obstbreie für Babys getestet und gibt Ratschläge für die richtige Ernährung.

Ab dem 6. Monat ist püriertes Obst in kleinen Mengen als Zutat in Milch-Getreidebrei empfehlenswert, sagen Ernährungsexperten. Doch wie steht es um Obstbrei aus dem Glas, gelöffelt als komplette Mahlzeit oder Snack zwischendurch? Öko-Test hat sich dazu 20 verschiedene Obstbrei-Gläser genau angesehen und auf Schadstoffe und andere unerwünschte Inhaltsstoffe untersucht. Denn in vielen Obstbrei-Gläsern stecken nicht nur Obst, sondern auch viele Zusätze. Selbst in Bio-Gläsern ist oft nicht 100 Prozent Fruchtmark oder Fruchtpüree enthalten. Auch auf Pestizide und hat Öko-Test den Brei untersucht. Zwar ist kein Obstbrei „sehr gut“, aber immerhin kann Öko-Test neun Breie mit der Note „gut“ empfehlen.

Obstbrei im Test: Gläser von Hipp, dm, Alnatura & Co.

Die gute Nachricht zuerst: Kein Obstbrei im Test war mit Pestiziden belastet. Zugegeben, Öko-Test hat vor allem Bio-Produkte getestet (18x Bio-Obstbrei, 2x herkömmlicher Obstbrei), und in der ökologischen Landwirtschaft sind ohnehin viele Pestizide verboten. Trotzdem ist das lobenswert. Neun Obstbrei-Gläser für Babys kann Öko-Test empfehlen, darunter Produkte von hipp, dm, Alnatura und Holle. Einige Beispiele:

  • Alnatura Birne Pur (Demeter-Siegel): Der Brei besteht zu 100 Prozent aus Birnen und ist frei von umstrittenen Zusätzen. Mit 8,9g Zucker pro 100g Obstbrei enthält er auch etwas weniger Fruchtzucker als andere Gläser.
  • Dm Bio Mango in Apfel (Demeter-Siegel): Der Mango-Apfel-Brei enthält etwas mehr Fruchtzucker – es sind 10,8g Zucker pro 100g Obstbrei. Kritik wegen umstrittener oder unnötiger Zusätze gibt es auch hier nicht.
  • Hipp Erdbeere mit Himbeere in Apfel: Das Hipp-Glas enthält zu 99 Prozent Fruchtmark bzw. Fruchtpüree. Die übrigen ein Prozent des Inhalts sind Karottensaftkonzentrat, so die leichte Kritik von Öko-Test. Der Fruchtzuckergehalt ist mit 10,7g pro 100g Brei ebenfalls etwas höher als bei einigen anderen Gläsern. Trotzdem bekommt auch das Hipp-Glas die Note „gut“.

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Obstbrei im Test: Deshalb ist kein Glas„sehr gut“

Wer Obstbrei für Babys sucht, bekommt derzeit kein „sehr gutes“ Gläschen. Das hat zwei Gründe:

  • Alle Gläser aus dem aktuellen Test enthalten in der Deckeldichtung PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, die bei der Herstellung und Entsorgung die Umwelt stark belasten.
  • Die Hersteller machen Werbung mit Selbstverständlichkeiten, wie „frei von Konservierungsstoffen“, obwohl die bei Babynahrung ohnehin verboten sind. Oder es gibt Werbeaussagen wie zum Beispiel „ohne Zuckerzusatz“, obwohl im Brei viel Fruchtzucker enthalten ist.

Einen kleinen Lichtblick gibt es aber: Holle und Alete haben angekündigt, auf PVC-freie Alternativen umzusteigen.

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Bebivita-Obstbrei ist im Test durchgefallen

Die beiden konventionellen Obstbrei-Gläser kommen von Bebivita:

  • Bebivita Erdbeere mit Heidelbeere in Apfel: Gerade einmal 53 Prozent Fruchtmark/-püree befindet sich im Glas. Stattdessen stecken verschiedene Säfte drin, die mit Stärke angedickt wurden. Der Hersteller hat auch Vitamin C hinzugefügt, obwohl davon im Obst eigentlich genug enthalten ist. Am Ende reichte es nur für die Note „ausreichend“.
  • Bebivita Pfirsich mit Maracuja in Birne: Der einzige Obstbrei, der im Test mit „mangelhaft“ durchgefallen ist. Denn er enthält lediglich 42 Prozent Fruchtpüree, und zwar aus Pfirsichen. Die restlichen Früchte sind Birnen- und Maracuja-Saftkonzentrate. Kritik gibt es auch für zugesetztes Vitamin C im Brei, das laut Öko-Test „überflüssig“ ist.

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Öko-Test warnt vor zu viel Zucker im Obstbrei

Die Obstbreie sind aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils sehr süß – egal, von welchem Hersteller der Brei stammt: „Die Gehalte liegen um die zehn Prozent. Das ist viel“, erklärt Öko-Test.  Besonders dreist finden die Verbraucher-Experten Werbesprüche wie „Ohne Zuckerzusatz“ auf den Gläsern. Denn dies suggeriere, dass in den Obstbrei-Gläsern nur wenig Zucker enthalten sei. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin erklärt daher mit Blick auf Obstbreie: „Sie tragen nicht nur eine gesundheitlich bedenkliche hohe Zuckerzufuhr bei, sondern sie liefern auch keine relevanten Mengen derjenigen kritischen Nährstoffe, die ergänzend zum Stillen bereit gestellt werden sollten“.

Öko-Test Ausgabe 10/2019Ernährungsexperten halten Obstbrei für Kinder aber für sinnvoll, wenn Eltern ihn mit Milch und Getreide (ab dem 6. Monat) oder nur mit Getreide (ab dem 7. Monat) mischen. Öko-Test schlägt zum Beispiel 100g Obstbrei auf 20g Getreide vor. Wir empfehlen zusätzlich einen Blick in den Artikel „Obst mit wenig Zucker“.

 

Alle Details findest du in der Ausgabe 10/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(1) Kommentar

  1. Bitte gebt euren Kindern so viel Obst(brei) wie möglich! Zucker ist nicht gleich Zucker! Obst ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Warum sollten unsere Kinder denn sonst so auf Süßes abfahren? Bitte beschäftigt euch mit Anthony William. Liebe Grüße