Nickel und Schimmelpilzgifte: 24 Haferflockenmarken bei Öko-Test

Fotos: Colourbox.de; Ökotest

Öko-Test warnt vor Nickel und Schimmelpilzgiften in Haferflocken. Im Test haben mehrere Produkte deshalb schlecht abgeschnitten, dreimal sind Haferflocken sogar durchgefallen. Doch es gibt auch einige „sehr gute“ Haferflocken.

Eiweiß, Eisen und B-Vitamine: Haferflocken sind ideal für ein gesundes Frühstück. Jedenfalls wenn die Haferflocken keine bedenklichen Problemstoffe beinhalten. Das ist allerdings gerade bei konventionellen Haferflocken oft nicht der Fall.

Bei Öko-Test sind fast drei Viertel der konventionellen Haferflocken durch potenzielle Schadstoffe aufgefallen. Besonders Nickel, Schimmelpilzgifte und Rückstände von Spritzmitteln sind bei Haferflocken größere Probleme. In einem Fall wurde die empfohlene Höchstmenge an Nickel schon nach drei Esslöffeln Haferflocken überschritten.

Haferflocken im Test: Bio ist fast immer top

Haferflocken
Haferflocken sind vor allem als Frühstück beliebt. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Auf Bio ist in der Regel Verlass: Fast alle getesteten Bio-Haferflocken haben bei Öko-Test mit „sehr gut“ oder „gut“ abgeschnitten, eine Marke fiel jedoch durch. Unter den Testsiegern befinden sich zum Beispiel:

  • Alnatura Haferflocken extra zart (Bioland-Siegel)
  • Rossmann Ener Bio Haferflocken Feinblatt

Wie auch alle anderen Bio-Haferflocken sind diese beiden frei von Pestiziden und enthalten allenfalls in Spuren Schimmelpilzgifte. Nickel hat Öko-Test in den Bio-Haferflocken von Alnatura und Rossmann ebenfalls nur in sehr geringen Spuren nachgewiesen und gibt grünes Licht.

Öko-Test Haferflocken – Alle Testergebnisse als PDF**

Mineralöl und Glyphosat in Haferflocken

Nur „gut“ statt „sehr gut“ heiß es für die Bio-Haferflocken Feinblatt von Dm. Sie enthalten Rückstände von Mineralöl, die möglicherweise über die Verpackung an die Haferflocken gelangt sein könnten. Das Mineralöl reichert sich im Körper an – mit bisher unbekannten Auswirkungen.

Auch in fünf weiteren Haferflocken-Proben anderer Hersteller hat Öko-Test Mineralölrückstände gefunden. Gute Nachrichten in Sachen „Glyphosat“: Das umstrittene Pestizid hat Öko-Test nur in einer einzigen Haferflocken-Packung entdeckt. Es handelt sich um die Eigenmarke einer großen Supermarktkette.

Haferflocken mit Nickel belastet

Das größte und häufigste Problem bei Haferflocken sieht Öko-Test bei den Rückständen von Nickel und Schimmelpilzgiften. Dreimal sind deswegen auch Haferflocken durchgefallen, darunter die Haferflocken der Eigenmarke „Gut & Günstig“ von Edeka. Hier war so viel Nickel enthalten, dass bereits 50 Gramm Haferflocken die empfohlene Höchstmenge (EFSA TDI) an Nickel überschreiten. „

Das Metall hat in Tierstudien die Fortpflanzung und Entwicklung von Nachkommen gestört“, erläutert Öko-Test die Gefahr. Zudem sei es der häufigste Auslöser einer Kontaktallergie. Neben den Haferflocken von Edeka hat Öko-Test auch in fünf weiteren Produkten erhöhte Nickel-Gehalte festgestellt, darunter Kornmühle Extra Zarte Haferflocken von Netto und die konventionellen Haferflocken von Kölln. Bei den Bio-Haferflocken von Kölln war dagegen nichts zu beanstanden.

Öko-Test Haferflocken – Alle Testergebnisse als PDF**

Rückstände von Schimmelpilzen in Haferflocken

Die Gut-&-Günstig-Haferflocken von Edeka haben noch ein weiteres Problem: Sie enthalten Rückstände von Schimmelpilzgiften, sogenannte T2- und HT2-Toxine. Diese sind giftig für Zellen und „können das Immunsystem schwächen“, so Öko-Test. Es handelt sich bei T2 und HT2 um Stoffwechselprodukte, die sich immer dann bilden, wenn das Getreide auf dem Feld von Schimmelpilzen befallen wird. Der Toleranzwert (EFSA TDI) werde bei den Haferflocken von Edeka um mehr als die Hälfte ausgeschöpft, zeigen die Test-Ergebnisse. Öko-Test fordert, dass die Hersteller ihre Ware mehr kontrollieren und bei einer größeren Belastung nicht in den Handel bringen.

Alle Details findest du in der Ausgabe 10/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(6) Kommentare

  1. Richtig! Und außerdem wird im Artikel der Name der „Eigenmarke einer großen Supermarktkette“ nicht erwähnt, dessen Haferflocken als einzige Packung im Test Glyphosat enthalten. Im T-Online-Artikel steht es war „ja“, die Eigenmarke von Rewe. Warum das hier keinen Einzug gefunden hat, kann daran liegen, dass Rewe auf Utopia Anzeigen schaltet, also wahrscheinlich Sponsor ist.

  2. Liegt aber nicht daran.
    Liegt daran, dass wenn wir alles erzählen, niemand mehr die Öko-Test kauft, und so einen Test durchzuführen kostet die Kollegen dort Geld, das über den Kauf der Hefte und PDFs eingenommen werden muß. Kann sein, dass das anderen Medien einfach egaler ist als uns.

  3. @Andreas Winterer
    Dann finde ich aber schon sehr interessant, WELCHE Informationen weggelassen werden – wo wir dann wieder bei der angeführten Kritik wären.