Nudeln aus Hülsenfrüchten: 19 Sorten im Öko-Test

Nudeln aus Kichererbsen, Linsen, Erbsen, Bohnen, Hülsenfrüchten
Fotos: © NewFabrika - Fotolia.com; Ökotest

Nudeln aus Hülsenfrüchten liegen im Trend, daher hat Öko-Test 19 dieser Nudelsorten getestet. Schön: Sie lassen sich so leicht zubereiten wie klassische Pasta, enthalten aber viel mehr Eiweiß – und eignen sich so auch als Fleischersatz. Nicht so schön: Einige enthalten Rückstände von Glyphosat und Mineralöl.

Eiweiß ist für eine ausgewogene Ernährung wichtig und steckt vor allem in Fleisch. Doch ein hoher Fleischkonsum verschärft die Massentierhaltung und heizt den Klimawandel an, denn die CO2-Bilanz von Fleisch ist erschreckend hoch.

Die bessere Alternative sind Nudeln aus Hülsenfrüchte, also aus Linsen, Sojabohnen, Erbsen oder Kichererbsen. Sie sind mit ca. 20 Prozent Eiweiß ähnlich eiweißreich wie Fleisch. Öko-Test hat sich 19 Produkte angesehen und fünf Nudeln haben dabei sogar die Bestnote „sehr gut“ bekommen. Doch in etlichen Nudeln stecken bedenkliche Stoffe.

Nudeln aus Hülsenfrüchten bei Öko-Test

Am besten haben bei Öko-Test Bio-Produkte abgeschnitten: Alle fünf Testsieger sind biozertifiziert – und sie sind frei von Pestiziden. In einigen der fünf Produkte hat Öko-Test aber trotzdem Rückstände von Mineralöl gefunden, jedoch nur in äußerst geringen Mengen.

Zwei Nudeln sind laut Öko-Test aber frei von Mineralöl:

Beide Nudeln haben etwa 20 g Eiweiß pro 100 g und sind glutenfrei. Sie zählen zu den günstigeren Produkten im Test und kosten rund 2,50 Euro/250 g.Öko-Test Nudeln aus Hülsenfrüchten als PDF kaufen**

Glyphosat in Bio-Nudeln aus Hülsenfrüchten

Der Großteil der getesteten Nudeln aus Hülsenfürchten sind Bio-Produkte, trotzdem sind einige von ihnen mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat belastet. Er steht im Verdacht, krebserregend zu sein, kann aber auch vereinzelt in Bio-Produkten vorkommen. Denn auch wenn Glyphosat in der ökologischen Landwirtschaft verboten ist, kann das Pestizid vom Nachbarfeld herübergetragen werden.

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Bei drei Bio-Produkten hat das Labor so viel Glyphosat gefunden, dass der Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren für Bio-Ware überschritten wurde. Unter anderem hat Öko-Test in den ansonsten tadellosen Rote-Linsen-Spirelli von Ener eine solch hohe Menge Glyphosat nachgewiesen, aber auch bei den Gelbe-Linsen-Spaghetti von Probios.Öko-Test Nudeln aus Hülsenfrüchten als PDF kaufen**

Öko-Test kritisiert: Nudeln oft mit Mineralöl belastet

Rückstände von Mineralöl sind bei Nudeln häufiger ein Problem, so auch in im aktuellen Test mit Nudeln aus Linsen, Erbsen oder Sojabohnen: 13 von 19 untersuchten Nudel-Proben hat Öko-Test abgewertet, weil sie mit Mineralöl verunreinigt sind (MOSH/POSH). Darunter befinden sich auch die günstigsten Nudeln im Test (Aldi Süd Bio Rote Linsen Strozzapreti). Die Nudeln auf dem letzten Platz sind ebenfalls stark mit Mineralöl verunreinigt: In der Kichererbsen-Pasta von Alb-Gold fand Öko-Test im Labor viele Mineralölbestandteile und Glyphosat.

Besonders bedenklich seien die aromatischen Kohlenwasserstoffe (MOAH), die Öko-Test in fünf Produkten nachgewiesen hat. Sie stehen im Verdacht, das Erbgut zu verändern und krebserregend zu sein. Außerdem können sie in der Natur kaum biologisch abgebaut werden. Das Mineralöl stammt oft aus den Druckfarben für die Kartons, in denen die Nudeln verpackt sind. Grenzwerte für Mineralöl in Lebensmitteln sind aber erst in der Planung. Öko-Test kritisierte unter anderem die Kichererbsen-Pasta von Alb-Gold für Verunreinigungen durch MOAH.

Alle Details findest du in der Ausgabe 01/2019** von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.Öko-Test Nudeln aus Hülsenfrüchten als PDF kaufen**

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(2) Kommentare

  1. Ob das Mineralöl, Erdöl von Druckfarben alleine kommt bezweifle ich.
    Schmieröl wird es eher sein, müssen Nudeln doch angerührt und gepresst werden.
    Da gibt es viele mechanische Gelenke, Kugellager, Scharniere, die gefettetm geschmiert werden müssen.
    Von dort könnte es viel eher herkommen.

    Und wenn man hier schon Druckfarben als gefährlich erbgutverändernd darstellt, sollte man endlich mal Zeitungen und Zeitschriften auf Giftigkeit überprüfen!
    Deren Druckfarbe stinkt immer gefährlich! 🙁
    Ob SZ, Stern uva., alle duften zu stark nach Gift.

    Warum?
    Meine Finger sind immer etwas angefärbt durch abfärbende Druckerfarbe o_O

  2. Wie eigenartig, dass das Glyphosat in den Nudeln nachgewiesen wird und kein Rückschluss auf die Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Bohnen usw gezogen wird?
    Müsste nicht das Ursprungsprodukt dann auch Glyphosat belastet sein?

    Mit dem Mineralöl hat Clemens Ratte-Polle wohl sicher recht, denn die Nudeln werden doch sofort in Tüten abgepackt und nicht erst in Kartons … ?
    Und selbst wenn, dann müssten alle Lebensmittel, die in Kartons gelagert, geliefert und transportiert werden mit MIneralöl belastet sein.

    Wieso muss denn überhaupt schon wieder ein Fertigprodukt hergestellt werden?
    Als gäbe es eine geheime Misson, die da heißt: Die Leute sollen das richtige Kochen und Zubereiten von Speisen verlernen, damit sie vollständig abhängig werden und nichts mehr selbstständig zustande bringen.
    Nachdem man die Hülsenfrüchte zum Glück Jahrzehnte lang in Ruhe gelassen hat, kommt man nun in Superfood Kreisen offenbar dahinter, dass sich damit ja doch auch den Menschen das Geld aus der Tasche ziehen lässt, weil ach so gesund und ach so wertvoll. Und deshalb sind diese Nudeln auch so übertrieben teuer, dass es sich gar nicht lohnt sie zu kaufen, außer natürlich, wenn man sich irgendwie wichtig und „interessant“ machen muss. Sowas kostet eben!

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