„Sunviva“: Diese Open-Source-Tomate gehört allen

gelbe Tomaten
Foto: CC0 Public Domain / pixabay.de

Die Tomate der Sorte „Sunviva“ ist eine ganz besondere Tomate: Sie steht unter einer Open-Source-Lizenz und darf nicht patentiert werden. Damit wird sie nie einem Konzern gehören.

Die Initiative „Open Source Seeds“ hat großen Saatgut- und Agrarkonzernen den Kampf angesagt. Open Source Seeds vergibt Open-Source-Lizenzen an neue Pflanzensorten, um zu verhindern, dass Agrarkonzerne die Sorten patentieren und zu ihrem Eigentum machen.

Jüngstes Beispiel: Die gelbfarbene Tomatensorte „Sunviva“. Dank der Lizenz kann jeder die Sunviva-Tomate anbauen, züchten und weiterverkaufen. Sich die Sorte patentieren lassen darf hingegen niemand. Auch alle neuen Züchtungen, die aus der Tomate hervorgehen, können nicht patentiert werden.

Open Source Seeds gegen Agrarkonzerne

Damit geht Open Source Seeds gegen eine Entwicklung in der Agrarbranche vor, die Bauern immer mehr in Abhängigkeit treibt.

Früher war es in der Landwirtschaft üblich, dass Bauern Saatgut für Getreide, Obst und Gemüse selbst heranziehen. Sie verwendeten einen Teil der Ernte dafür, Samen für die nächste Saison zu gewinnen.

Heute müssen sie das Saatgut oft von Agrarunternehmen und Saatgutfirmen kaufen – weil die Rechte bei den Konzernen liegen. Firmen wie Monsanto lassen Pflanzensorten patentieren, sodass nur noch sie die Pflanzen züchten oder verkaufen dürfen.

Tomaten-Saatgut (Hybrid-Saatgut) der großen Konzerne ist in der Regel so beschaffen, dass die Bauern aus der Ernte keine neue Saat mehr herstellen können, etwa weil die Pflanzen nicht mehr fortpflanzungsfähig sind. Die Bauern sind also gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu erwerben. Die Konzerne lassen unterdessen immer mehr Pflanzensorten patentieren und schließen sich zu größeren Konzernen zusammen.

Gemeingut dank Open-Source-Lizenz

Genau dagegen will Open Source Seeds vorgehen. Mit den Open-Source-Lizenzen werden die Pflanzen zu Gemeingut. Jeder darf die lizensierten Pflanzen nutzen und auch verkaufen – aber niemand kann sie für sich beanspruchen.

Bislang stehen bei Open Source Seeds allerdings erst zwei Pflanzensorten unter Lizenz: Neben der Tomate „Sunviva“ ist der Sommerweizen „Convento C“ registriert. Wer eine neue Pflanzensorte bei Open Source Seeds melden und lizensieren möchte, muss zunächst ein Formular mit Details zur Pflanze ausfüllen. Voraussetzung ist, dass die Sorte neu und frei von Patenten ist.

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