Urban Gardening: Gemüse anbauen auf dem Balkon

Gemüse anbauen auf dem Balkon
Fotos: © Seleneos / photocase.de; © indigo-autumn.de; Luis Ventura unter CC-BY-2.0; Amy Guth unter CC-BY-2.0; HDValentin unter CC-BY-SA-2.0

Gemüse selber anbauen macht nicht nur Spaß, sondern gibt uns auch ein kleines Stück Unabhängigkeit. Doch wer in der Stadt wohnt, hat dafür meist nur begrenzte Möglichkeiten. Utopia zeigt kreative Wege, wie man eigenes Gemüse auf dem Balkon, dem Fensterbrett und sogar im Keller anbauen kann.

Für ganze eilige Leser: In unserer Bildergalerie zeigen wir Ideen und Tipps für den Gemüseanbau ohne Garten.

Es muss nicht gleich die komplette Selbstversorgung sein – doch mit allem, was wir selbst machen, gewinnen wir ein wenig Selbstbestimmung. Das gilt ganz besonders für unser Essen: Wenn man seine eigenen Tomaten ernten kann, braucht sich nicht zu sorgen, woher die Supermarkt-Tomaten wohl kommen und ob sie mit Pestiziden belastet sind.

Wer einen Garten (und das entsprechende Know-How) hat, kann sich zumindest im Sommer oft mit eigenem Gemüse und Obst versorgen. Mitten in der Stadt ist das etwas schwieriger: Hier kann sich meist schon glücklich schätzen, wer einen kleinen Balkon besitzt. Doch auch ohne Garten kann man, wenn man es geschickt anstellt, erstaunlich viel Essbares selber anbauen: In Töpfen, Kübeln und Kästen, drinnen und draußen auf dem Balkon.

Effektiv und platzsparend: Gemüsegärten auf Balkon und Fensterbrett

Längst haben sich findige (Hobby-)Gärtner noch kreativere Tricks ausgedacht, um begrenzten Raum möglichst effektiv zu nutzen. Neben öffentlichen Urban Gardening-Projekten, gemieteten Äckern, und Dachgärten, gibt es praktische Möglichkeiten, jeden Zentimeter des privaten Balkon-, Fensterbrett- oder sogar Kellerraums für den eigenen Gemüseanbau zu nutzen.

Überraschend viele Gemüsearten wachsen fast genauso gut im Topf oder im Balkonkasten wie im Gemüsebeet: Tomaten, Salat, Karotten, Erdbeeren und sogar Erdnüsse kann man ganz einfach auf dem Balkon anbauen. Doch es geht noch platzsparender und origineller: Aus alten, mit Erde befüllten Paletten kann man vertikale Gärten bauen, in Eimern und Einkaufstaschen wachsen Kartoffeln und aus präparierten Abflussrohren werden mit etwas Geschick senkrechte Salatbeete auf engstem Raum.

Wir haben einige Ideen, Tipps und Anregungen gesammelt, wie auch Sie ganz ohne Garten Ihren eigenen Gemüsegarten anlegen können.

Übrigens: Es gibt viele Gemüsearten und Kräuter, die man, wenn man sie einmal gekauft oder geerntet hat, immer wieder nachwachsen lassen kann – das ganze Jahr über!

Haben Sie noch mehr Tipps, Ideen oder Anregungen für gartenlose Hobbygärtner? Erzählen Sie uns in einem Artikel-Kommentar davon! 

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(49) Kommentare


  1. Sehr schöne Tipps dabei. Ich werde die Pilze im Keller unbedingt mal ausprobieren!
    Was in unseren Gefilden auch immer gut geht sind Kräuter.
    Vor allem Schnittlauch und Rosmarin wachsen fast wie von selbst. Sehr schön, wenn man die an seinem Küchenfenster hat. Sie gut aus und schmeckt noch besser. Mehr Bio geht nicht. 😉
    Tipp: Rosmarin braucht viel Wasser (Dabei eher auf Häufigkeit und Regelmäßigkeit als auf Wassermenge achten).

  2. Ein paar Anregungen für gartenlose Hobbygärtner haben wir unter der Überschrift „Bio-Balkongarten – Die ersten Früchte“ in unserem Blog zusammengefasst, dazu gibt es auch eine Rezension zum Buch „Handbuch Bio-Balkongarten“.

    Die Links zum Blog und zur Rezension…
    Bio-Balkongarten – Die ersten Früchte: https://www.ecobookstore.de/shop/action/mymagazine/89664/bio_balkongarten_die_ersten_fruechte.html?aUrl=90008524
    Andrea Heistinger: Handbuch Bio-Balkongarten: https://www.ecobookstore.de/shop/action/mymagazine/89396/andrea_heistinger_handbuch_bio_balkongarten.html?aUrl=90008524

    Viele Grüße
    Markus

  3. Also wir haben dieses Jahr zum zweiten Mal eine kleine Ackerparzelle in Berlin und wollen erstmalig auch den Balkon nutzen. Setzlinge werden gerade gezogen. Ich bin sehr gespannt. Es macht (sau)viel Arbeit, aber uns hat sogar das Unkraut (sowas gibts ja eigentlich gar nicht) Jäten Spaß gemacht. Ich berichte darüber auch auf meinem Blog (s.o.) und freue mich, dass es so schon viele Infos und Erfahrungsberichte im Netz gibt.

      • Danke Maria, das klingt sehr interessant. Da es sich aber um einen Garten handelt, den wir nur saisonweise nutzen (dann wird er wieder komplett durchgepflügt), weiß ich nicht, wie praktikabel das ist.

        Bis zu einem gewissen Grad macht das Zupfen ja auch Spaß. Nur haben wir aufgrund von Kleinkindern nicht immer soooo viel Zeit 😉

        Was mich auf jeden Fall auch interessiert, sind Infos über das Gärtnern auf dem Balkon. Also falls du da auch was hast, her damit …

      • Ja, das Dauermulchen geht natürlich bei solchen Konzepten nicht.
        Dennoch macht Mulchen auch während der Saison Sinn.
        Allerdings würde ich dann nur am Anfang der Saison einmal mulchen und gegen Ende nicht mehr ergänzen.
        Weil es nicht so optimal ist, wenn unverrottetes Material in den Boden eingearbeitet wird.
        Aus Biogärtner-Sicht ist das Unterpflügen sowieso schade, weil die gute lebendige Humusschicht und die Schichtung, wo jedes Bodenleben nach seinen Bedürfnissen (mehr oder weniger Sauerstoff) lebt, immer wieder vernichtet wird.
        Aber trotzdem hat natürlich dieses Gemeinschaftsgärtner-Konzept mehr Vorteile, als Nachteile.
        Zum Balkongärtnern gab es vor ein paar Tagen einen Blogeintrag, wo ich auch was geschrieben habe:
        https://utopia.de/0/blog/how-to-become-green/erfolgreich-balkongaertnern
        Vielleicht hilft Dir das ja weiter. Ich selbst habe damit keine aktuellen (Gemüse) erfahrungen.

  4. Super Tipps!
    Ich ziehe bald von Daheim aus und hab dann einen kleinen Balkon. Trotzdem möchte ich viele Kräuter, Obst und Gemüse selbst anbauen 🙂
    Da sind echt platzsparende Möglichkeiten dabei, die ich testen will.

  5. Ich habe immer wieder Probleme mit diesen Trauermücken:( Woher kommen diese Mistviecher?
    Hat noch jemand diese Probleme?
    Gelbtafeln und Nematoden haben zwar eingedemmt aber nicht 100% geholfen.Habe jetzt neu umgetopft.Sollte sich das widerholen wollte ich Quarzsand über die Erde streuen.

    • Trauermücken kommen gerne bei zu viel Nässe. Unbdingt immer wieder gut austrocknen lassen. Und dann sind das verschiedene Erden, die bestimmte Stoffe enthalten, die eher vergammeln, als verrotten.
      Versuche doch mal an gute Komposterde zu kommen, statt gekaufte Erde.
      Statt Quarzsand kannst Du es auch mit Gesteinsmehl probieren.
      Und abmulchen könnte auch helfen, weil die viecherlein ja den direkten Kontakt zur Erde schätzen.

  6. Hallo Marie. Vielen Dank für die guten Tipps. Mit der zu nassen Erde habe ich auch schon gelesen. Habe nur immer Angst, das Pflanzen dann austrocknen. Dies ist mir mit beiden Kiwis passiert

    • Hi Lars, also der Schaden ist größer wenn sie zuviel Wasser bekommen, als zu wenig. Man kann sich aber ganz leich orientieren…Man schaut einfach nach wo welche Pflanzen ihre Herkunft haben und dann kennt man auch schon die Bedürfnisse. Bei mediterranen Kräutern ist klar… das dort Hitze und Trockenheit herrscht.. und so soll dann auch die Pflege ausschauen, zb bei Salbei…dazu findest du hier ein paar Tipps: http://www.balkon-garten.com/salbei-pflege-anbauen-und-heilwirkung/ wünsch dir dann noch viel Glück beim Kräuteranbau!

  7. Dazu gibt es ein tolles Buch mit dem Titel „Urban Gardening“ aus dem Ulmer Verlag: http://www.ulmer.de/artikel.dll?ISBN=978-3-8001-1267-8
    Das praktische Handbuch zeigt vor allem innovative und leicht umzusetzende Anbauverfahren und -systeme, entwickelt aus der Hydrokultur, Permakultur und der ökologischen Landwirtschaft. Diese genialen Systeme ermöglichen erdelose Kulturen auf Balkon, Terrasse oder Dach. Viele Grafiken und Bilder veranschaulichen, wie Anbau- und Bewässerungssysteme funktionieren.

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