Petition „Nestlé-Produkte raus aus dm“ – das sagt dm

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Foto: © weact/campact

Eine aktuelle Online-Petition fordert dm dazu auf, alle Nestlé-Produkte aus dem Sortiment zu verbannen. Die Petition wurde tausendfach unterzeichnet – dm hat sich schon zu den Forderungen geäußert.

Dm soll keine Kosmetik, Nahrungsmittel oder andere Produkte mehr von Nestlé verkaufen – das fordern mehr als 50.000 Personen (Stand 16.11.) auf der Petitionsplattform von „Campact“.

„Produkte von Nestlé sind ‚schmutzig‘. Der Großkonzern bedient sich an Ressourcen und tritt dabei Menschenrechte mit Füßen. […] Mit jedem Kauf eines Produkts aus der Palette von Nestlé wird der Konzern in seinem Tun unterstützt und die Verachtung der Menschenrechte begünstigt“, heißt es in der Petition.

Kritik an Nestlé

Die Petition kritisiert dabei unter anderem die Wassergeschäfte des Lebensmittelkonzerns. Nestlé wird diesbezüglich vorgeworfen: Das Unternehmen sei in vielen Ländern vertreten, in denen Wasserknappheit herrsche. In den Ländern schöpfe das Unternehmen das ohnehin schon knappe Wasser ab und verkaufe es dann in Plastik verpackt an die Bevölkerung.

Der Petition kritisiert außerdem Kinderarbeit: Kakao für die Schokoladenprodukte stamme auch aus Plantagen, auf denen Kinder arbeiten. Auch irreführende Werbekampagnen vor allem in Bezug auf Babynahrung missbilligt die Petition.

Nestlé stellt unter anderem Schokoriegel wie „KitKat“ her. (Foto: Nestle KitKat von Howard Lake unter CC-BY-2.0)

Dm ist in der Verantwortung

Als Einzelner könne man ein Zeichen gegen Nestlé setzen, indem man die Produkte einfach nicht mehr kauft, heißt es in der Petition. Das habe allerdings wenig Wirkung. Ein Händler hingegen könne mehr bewirken, indem er Nestlé-Produkte ganz aus dem Sortiment nimmt.

Für die Initiatoren steht dm dabei besonders in der Verantwortung: „Der Drogeriemarkt dm hat sich schon zu seiner Gründung soziale Verantwortung als Leitmotiv auf die Fahne geschrieben. […] Es kann […] keine soziale Verantwortung sein, einen Großkonzern zu unterstützen, der sich derart gegen ein friedliches Leben auf diesem Planeten stellt und seinen Profit so unverfroren ohne Rücksicht auf Umwelt und Menschen einfährt“, heißt es bei Campact.

Dm und Nestlé reagieren

Dm hat sich bereits zu der Petition geäußert: Ein Vertreter der Drogeriekette erklärte gegenüber dem Karlsruher Nachrichtenportal „ka-news“, dass dm die Produkte von Nestlé weiterhin verkaufen werde: „Wir sehen aufgrund der Informationen durch Nestlé keinen Anlass, Produkte dieses Lieferanten aus dem Sortiment zu nehmen.“

Dm habe sich mit Nestlé in Verbindung gesetzt und um ein Statement zu den Vorwürfen der Petition gebeten. Ka-news zufolge habe sich Nestlé daraufhin in einer Erklärung zu einzelnen Punkten geäußert.

Ein Teil des Statements: „Nestlé unterstützt ausdrücklich das Menschenrecht auf Wasser, insbesondere für die persönliche Flüssigkeitsversorgung und für die Basishygiene. Die damit verbundenen Verpflichtungen sind auch Gegenstand unserer Unternehmensgrundsätze und stellen damit eine verbindliche Grundlage für unsere Geschäftstätigkeit weltweit dar.“

Petition läuft weiter

Die Initiatoren geben sich mit solchen Aussagen allerdings nicht zufrieden. Noch bis voraussichtlich Dezember wollen sie Unterschriften sammeln. Sobald sie 75.000 Stimmen erreicht haben, werden sie die Petition an den dm-Chef Erich Harsch übergeben.

Hier Details zur Petition „Nestlé-Produkte raus aus dem dm-Sortiment“

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(9) Kommentare

  1. Licht, und da gibt es dann keine Produkte von Nestle??
    Würden alle Geschäfte die aus dem Sortiment nehmen, wären die Läden halb leer.
    Die Problematik ist ja schon lange bekannt. Ich finde es nur immer seltsam (mir fällt gerade kein passenderer Ausdruck ein) , dass immer erst ein Verbot von „oben gesteuert“ her muss, anstatt das der Kunde selber denkt.
    Aufklärung tut einfach not und die kann jeder leisten.
    Würden all jene, die eine Petition unterschreiben, nicht nur diese, sich selber daran halten, wäre schon viel erreicht.
    Ich versuche, schon jahrelang Nestle zu meiden, das Einkaufen ist relativ einfach, da vieles einfach nicht in Frage kommt

  2. @christine
    Es wär so schön, wenn in einem der aufgeklärtesten Länder der Erde das mit der Eigenverantwortung funktionieren würde.
    Stichwörter: Autoverkehr. Fleischkonsum. Vertrauen in die Regierung. Oder die Banken.
    Wie verhalten sich denn unsre Millionen „aufgeklärten“ Akademiker? Und all die anderen, die sich das Wissen auf anderen Wegen besorgen (müssen)?
    Die Probleme liegen am System – und deswegen müssen Nestle und Co dringend reguliert werden.
    Meine Meinung. Ich würde vermutlich anders argumentieren, wenn es WIRKLICHE positive Tendenzen gäbe.

  3. meist erreicht man doch auch mit den besten Absichtserklärungen nur, dass vielleicht 1% dann wirklich keine Nestlé-Produkte mehr bei dm kaufen (Alternativ nicht zu dm zu gehen hat einen ähnlich geringen Effekt).
    (Öffentlich)Wirksamer ist aber, wenn die selbe Menge an Leuten dies öffentlich bekunden (und das tun die Unterzeichner!)
    PS: habe soeben unterzeichnet (kannte diese Petition noch nicht) und werde bei zukünftigen Einkäufen weiterhin kein Nestlé kaufen – aber lieber nochmal doppelt prüfen (ist zB. manchmal nicht klar wenn Vittel, Perrier, Schöller oder Mövenpick draufsteht).

  4. Ich habe dm bereits vor über 3 Jahren mit diesem Skandal konfrontiert und dm hat sich mit der fadenscheinigen Antwort von Nestle`zufrieden gegeben. dm machte auch da keine Anstalten, Nestle`rauszuwerfen. dm bekräftigte 2014 auch weiterhin Nestle`im Angebot zu haben. Seitdem hat dm für mich einen anderen Stellenwert bekommen. Bei SumOfUs.org gab es eine Petition, Zitat:
    „Nestle`verklagt den kleinen Ort Osceola Township im US-Staat Michigan-weil der Konzern noch mehr Wasser abpumpen und mit Riesengewinn verkaufen will.“ Nestle-Produkte und unzählige Marken sind für mich ein absolutes No-Go. Man kann der Nestle-Falle entgehen, wenn man Bio kauft, Alnatura und Co haben diese Produkte erst garnicht im Angebot.

  5. Dies ist klar der falsche Ansatz. Nestlé zu boykottieren bedeutet die anderen Akteure in diesem Markt (Danone, Mondelez etc.) zu stärken. Verliert der eine, gewinnt der andere Konzern. Die Geschäftspraktiken gleichen sich. Gewonnen für die Verlierer dieses Wettbewerbs ist nichts. Es gibt immer die Möglichkeit konsequent die Lebensmittelkonzerne zu meiden und transparent in Sachen Nachhaltigkeit und Fairtrade zu kaufen.

  6. Ich kann sirtofu nur zustimmen. Die Geschäftspraktiken der großen Konzerne tun sich untereinander nichts. Es hilft nicht eine Drogeriekette zu boykotieren wenn man dann die Produkte in einem anderen Geschäft kauft. Man kann diese Konzerne nur dadurch stoppen wenn man auf alle Produkte auch no name oder Eigenmarken (da diese überwiegend von Nestle usw hergestellt werden) von seiner Einkaufsliste streicht. Es ist viel leichter als man denkt es gibt viele Marken die Nachhaltig und fair produzieren und die sind nur geringfügig Teurer.

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