Racoon: Die Mülltonne, die den Müll sortiert

Racoon: Die Mülltonne, die den Abfall sortiert.
Foto: © Racoon

Etwa ein Viertel der Abfälle, die in der Wertstofftonne landen, sind nicht recycelbar. Die neue Mülltonne mit dem Namen Racoon hilft mit einer integrierten Kamera beim Sortieren. Zusätzlich unterstützt sie Verbraucher:innen dabei, ihren Müll besser kennen zu lernen.

Wertstofftonnen gehören bei uns zum Alltag. Aber weil nicht alles recycelt werden kann, gibt es jetzt die Mülltonne, die wiederverwertbare und nicht wiederverwertbare Materialien von alleine trennen kann. Entwickelt wurde der Prototyp von Student:innen der Rice University in Houston, Texas und auf den Namen Racoon getauft.

Verunreinigungen des Recyclingmülls sind ein großes Problem

In der Regel muss falscher Müll später in Recyclinganlagen aussortiert werden. Das passiert entweder mit Magneten, Filtern oder per Hand. Das kostet allerdings Geld und kann durch einen Mehraufwand sogar dazu führen, dass Recyclinganlagen geschlossen werden müssen.

Einem Bericht zufolge von Rubicon Technologies, ein Unternehmen für intelligente Abfallsoftware, wäre 75 Prozent des Mülls recycelbar, aber nur etwa 43 Prozent werden tatsächlich recycelt.

Die Mülltonne Racoon soll das Sortieren mit Hilfe einer eingebauten Kamera und Algorithmen und einer App übernehmen. Die Technologie ist tatsächlich nicht neu: Das Startup CleanRobotics verwendet ähnliche Techniken in ihrer Mülltonne. Das besondere bei Racoon ist aber, dass sie die Verbraucher:innen dabei unterstützen soll den Müll besser kennen zu lernen.

Dazu erfährst du hier mehr: Gelbe Tonne: Was darf rein und was nicht?

Statt den Müll einfach in die Tonne zu werfen, können Nutzer:innen einen QR-Code scannen, der mit ihrem Konto verknüpft ist. Wenn der Abfall recycelbar ist, bekommen sie Punkte auf das Konto. Falls das nicht der Fall sein sollte und der Müll nicht recycelbar ist, werden ihnen Punkte abgezogen.

Hier findest du unnötige Müllfehler: 5 unnötige Müllfehler – und wie du es richtig machst

So funktioniert die Tonne

An der Mülltonne befindet sich eine Klappe, durch die der Müll von den Nutzer:innen auf ein Tablett gelegt werden muss. Durch das Anheben der Klappe signalisiert diese der Kamera, ein Foto vom Müll zu machen. Die Klappe verriegelt sich und der Müll wird mit Hilfe eines Klassifizierungsalgorithmus ausgewertet – die Kamera identifiziert den Abfall und vergleicht ihn mit Objekten aus einem integrierten Katalog.

Eine Kamera im Mülleimer Racoon scannt den Müll und kategorisiert ihn.
Eine Kamera im Mülleimer Racoon scannt den Müll und kategorisiert ihn. (Foto: © Racoon)

Sollte das Material mit einem recycelbaren Objekt übereinstimmen, schiebt Racoon es in die Recyclingtonne. Wenn das nicht der Fall ist, wird der Abfall in die allgemeine Mülltonne verschoben. Das System wird mit einem Raspberry Pi und Arduino betrieben.

Lerne hier wie du deinen Müll richtig trennst: Mülltrennung & Recycling: So trennst du deinen Müll richtig

Utopia meint: Eine gründliche Sortierung des Mülls ist eine wichtige Voraussetzung für das Recycling, da sonst mehr Müll auf der Deponie landet als nötig. Das grundsätzliche Problem liegt jedoch eigentlich weiter vorne. Wir leben heutzutage in einer Gesellschaft, in der wir so viel Müll produzieren, dass wir uns ein Leben ohne Mülleimer nicht mehr vorstellen können. Daher sollten wir uns nicht nur darüber Gedanken machen, wie wir unseren Müll besser sortieren, sondern auch darüber, dass wir gar nicht erst diese Mengen an Müll produzieren.

Eine Hilfe, wie du das anstellst: Zero Waste: Besser leben ohne Müll – Tipps für Einsteiger:innen & Profis

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