7 Dinge, die du über Containerschifffahrt wissen solltest

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Containerschifffahrt ist enorm wichtig für den weltweiten Handel, dabei jedoch aufgrund der hohen Schadstoffemissionen für Mensch und Klima extrem schädlich.

Die Containerschifffahrt spielt im Kontext der zunehmenden Globalisierung und weltweiten Vernetzung eine bedeutende Rolle. Der Warentransport mit Frachtschiffen ist sehr beliebt, da er eine günstige und, in Hinblick auf CO2– Emissionen, eine scheinbar umweltfreundliche Alternative zu anderen Transportformen darstellt. Hier erfährst du inwieweit das stimmt und was du noch über die Containerschifffahrt wissen solltest.

1. Die Containerschifffahrt macht einen Großteil des Welthandels aus

Der Seetransport macht gegenwärtig ungefähr 90 Prozent des weltweiten Handels aus. Nord- und Ostsee gehören zu den am dichtesten befahren Meeren der Welt. Laut dem Umweltbundesamt wird die Ostsee allein täglich von 2000 Schiffen durchquert. Der Gütertransport über das Meer ist sehr beliebt, da er sehr günstig ist.

Laut einem Hintergrundpapier des Natuschutzverbundes Deutschland (Nabu) beträgt der Preis für den Transport eines Containers von Shanghai nach Hamburg gerade mal 1000 Euro. Wenn ein üblicher Container rund 38.000 T-Shirts fasst, ergibt sich daraus ein Stückpreis von ungefähr 2 Cent. Dies ermöglicht unter anderem die niedrigen Preise von Fast-Fashion-Produkten, welche in Niedrig-Lohn-Ländern produziert werden und dann auf großen Containerschiffen nach Europa gelangen. Grund für die niedrigen Transportkosten ist günstiges Schweröl, welches als Antriebsstoff dient.

2. Schädliches Schweröl dient als Treibstoff von Containerschiffen

Die meisten Containerschiffe werden mit Schweröl (sogenanntes heavy fuel oil) betrieben, welches bei der Erdöldestillation entsteht und mit vielen Schadstoffen belastet ist. Damit das Schweröl als Kraftstoff verwendet werden kann, muss es energieintensiv aufbereitet werden. Hierbei entstehen meist Abfallprodukte, welche an Land entsorgt werden müssen, jedoch laut Umweltbundesamt häufig auch illegal im Meer landen. Zudem sei Schweröl meist mit Schadstoffen wie Schwefel oder Schwermetallen belastet und somit nicht nur umweltschädlich, sondern auch extrem gesundheitsgefährdend. 

3. Die Containerschifffahrt produziert zahlreiche schädliche Emissionen

Containerschiffe sind sehr energieeffizient und gelten dementsprechend als umweltfreundliche Transportalternative für Waren. Im Vergleich zum LKW-Transport produzieren Containerschiffe weniger CO2 pro Tonnenkilometer. Das heißt jedoch nicht, dass die Containerschifffahrt klimafreundlich ist, da sie laut Nabu zahlreiche andere schädliche Emissionen produziert: Die Containerschiffe verkehren meist in Küstennähe, sodass insbesondere die Luft der Küstenregionen und Hafengebiete mit Schadstoffen wie Schwefeloxid, Ruß, Stickoxid und Feinstaub belastet wird.

Das Hintergrundpapier von Nabu zeigt auf, dass Schwefeloxidemissionen die Umwelt schädigen. Sie sind für die Versauerung von Böden und Gewässern verantwortlich und stören demzufolge das Pflanzenwachstum. Außerdem sind sie laut dem Umweltbundesamt stark gesundheitsschädigend und können Lungenkrebs sowie Herzkreislauferkrankungen verursachen. In der EU sterben ungefähr 50.000 Menschen im Jahr vorzeitig durch Schiffsabgase.

Stickoxidemissionen entstehen an Bord bei der Verbrennung im Motor. Sie verursachen eine Eutrophierung der Ökosysteme und begünstigen Atemwegs- sowie Herz-/ Kreislauferkrankungen. Zudem werden laut Nabu ungefähr 22 Prozent der weltweiten Stickoxidemissionen allein durch Schiffe verursacht.

Feinstaub und Ruß, welche bei der Treibstoffverbrennung entstehen, sind laut dem UBA gesundheitsgefährdend und werden teilweise sogar als krebserregend eingestuft. Je kleiner die Partikel, desto leichter gelangen sie über die Lunge ins Blut. Zudem sind Rußemissionen laut Nabu neben CO2-Emissionen hauptverantwortlich für den Klimawandel und verursachen alleine in der Arktis 50 Prozent der Erwärmung.

4. Die Containerschifffahrt schädigt die Meeresökosysteme

Die Containerschifffahrt ist für zahlreiche giftige Emissionen verantwortlich.
Die Containerschifffahrt ist für zahlreiche giftige Emissionen verantwortlich.
(Foto: CC0 / Pixabay / minka2507)

Die Containerschifffahrt ist verantwortlich für Ölkatastrophen, Schiffslärm und die Einschleppung nicht-heimischer Arten, was die Ökosysteme der Meere nachhaltig schädigt.

Ölunfälle werden nicht selten durch Containerschiffe verursacht. Jährlich gelangen 6.000 Tonnen Öl ins Meer. Das auslaufende Schweröl bildet dicke Ölteppiche, welche zunächst den Seegang dämpfen und sich schlussendlich an den Küsten festsetzen. Hierbei werden nicht nur zahlreiche Lebewesen bedroht, sondern auch Fischerei und Tourismus leiden unter den Ölunfällen.

Da sich Schall im Wasser schneller und weiter ausbreitet, verursachen Containerschiffe unter Wasser enorm viel Lärm. Schiffe sind auf der Nordhalbkugel sogar die Hauptquelle von Unterwasserlärm tiefer Frequenzbereiche. Der Lärm im Wasser kann die Überlebenswahrscheinlichkeit von Meereslebewesen auf lange Sicht mindern. Außerdem beeinträchtigt er sie in ihrem Lebensraum, da beispielsweise die Kommunikation von Walen oder Robben gestört wird.

Das Umweltbundesamt weist ebenfalls auf die Einschleppung nicht-heimischer Arten hin. Frachtschiffe brauchen zur Stabilisierung sogenanntes Ballastwasser, welches aus Meer- oder Hafenwasser besteht. Bei der Ein- und Ausleitung des Wassers werden Fische und andere Meeresorganismen aufgenommen und in fremde Ökosysteme überführt, in denen sie heimische Arten verdrängen können.

5. Umweltzonen und alternative Kraftstoffe stellen Lösungsansätze dar

Um die Containerschifffahrt nachhaltiger zu gestalten und die Emissionen zu verringern, hat die Internationale Seeschiffsorganisation (International Maritime Organization – IMO) das „Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe“ (MARPOL-Konvention) verabschiedet.

In den von der IMO festgelegten Emissionssondergebieten, zu denen unter anderem Nord- und Ostsee gehören, gelten höhere Grenzwerte für Luftstoffemissionen. Hier wird der Schwerölverbrauch zwar eingeschränkt, die Emissionsgrenzwerte sind jedoch noch immer höher als in anderen Verkehrssektoren.

Überdies gibt es umweltfreundlichere Alternativen zu Schweröl, wie Erdgas oder Marinedieselöl. Hierfür müssen jedoch die Schiffe und Häfen die notwendigen technischen Voraussetzungen zum Tanken erfüllen. Während der Liegezeit im Hafen können die Emissionen verringert werden, indem die Energie extern – also vom Land – bezogen wird. Dies bedarf jedoch der entsprechenden Infrastruktur und ist aufgrund des hohen Strombedarfs schwer umzusetzen.

6. Es gibt ein Umweltabzeichen für Containerschiffe

Containerschiffe verunreinigen Luft und Wasser.
Containerschiffe verunreinigen Luft und Wasser.
(Foto: CC0 / Pixabay / seatraveller)

Das Umweltabzeichen Blauer Engel wird an Schiffe verliehen, die ein möglichst umweltfreundliches Schiffsdesign bereits in die Planung miteinbeziehen. Der Vergabekriterienkatalog beinhaltet u.a. Maßnahmen zur Minderung schädlicher Emissionen, den Einbau eines geschlossenen Ballastwassersystems oder den Schutz des Treibstofftanks. Bis dato wurde noch kein Containerschiff mit dem Blauen Engel ausgezeichnet, was den Handlungsbedarf in Bezug auf umweltfreundliche Containerschiffe zeigt.

7. Du kannst mit einem Containerschiff nachhaltiger verreisen

Mittlerweile kannst du ziemlich nachhaltig mit dem Containerschiff oder Zug verreisen. Die Website Langsamreisen.de bietet zahlreiche Alternativmöglichkeiten zu Flugreisen oder Kreuzfahrten an und kompensiert die anfallenden CO2-Emissionen über Klimaschutzprojekte. Hierbei wichtig: Die CO2-Kompensation ist zwar sinnvoll, CO2-Ausstoß sollte jedoch wenn möglich von vornherein vermieden werden.

Das Verreisen mit einem Containerschiff mag in Hinblick auf die CO2-Emissionen eine nachhaltige Alternative zu Flugreisen sein, jedoch musst du dir das Ticket leisten können und genug Zeit mitbringen. Utopia hat es ausprobiert und ist mit einem Containerschiff von Hamburg nach Halifax in Kanada gereist.

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