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Acetat: Ein Stoff für Kleidung und Brillen

Foto: Sven Christian Schulz / Utopia

Brillen und Kleider enthalten oft Acetat – ein Stoff, der besonders elastisch ist. Doch wie wird Acetat hergestellt? Und ist er unbedenklich? Erfahre hier mehr zu dem Stoff.

Acetat: Naturfaser für Brillen und Kleidung

Acetat ist ein beliebter Stoff für Kleidung.
Acetat ist ein beliebter Stoff für Kleidung. (Foto: CC0 / Pixabay / tom69green)

Acetat ist zwar eine chemisch hergestellte Faser, sie hat jedoch einen natürlich Ursprung: Das Acetat besteht zum größten Teil aus getrockneter Baumwolle oder aus Buchenholz. Beide Stoffe eignen sich und die Vorgehensweise ist gleich: Baumwolle oder Buchenholz werden zu einem feinen Zellulosepulver gemahlen und mit Essigsäure verestert. Es findet eine chemische Reaktion statt und das Ergebnis sind recht stabile Acetatplatten.

Diese lassen sich einfärben oder mit einem Muster versehen. Oft mischen Hersteller die Acetatfasern mit Baumwoll- oder Polyesterfasern und stellen daraus Kleidung her. Für Brillen ist das nicht nötig: Aus den Acetatplatten lassen sich die Brillenfassungen heraussägen, schleifen und weiter bearbeiten.

Eigenschaften und Vorteile von Acetat

Acetat ist bei Brillen beliebt, da es vielseitig ist.
Acetat ist bei Brillen beliebt, da es vielseitig ist. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Bei Brillen:

  • Acetat zählt zum beliebtesten Material für Brillen, da Acetat sehr leicht ist und hochwertig aussieht.
  • Optiker können die Brillenbügel einfach an die Kopfform anpassen, da sich Acetat erwärmen und dann verformen lässt. Die Brille passt dann besser und trägt sich angenehmer.
  • Auch optisch gibt es Vorteile: Die Hersteller können Acetat in jede beliebige Farbe einfärben, die Brille blank polieren, matt verkaufen oder auch mit detailreichen Mustern versehen.

Bei Kleidung:

  • Da Acetat kaum Gewicht hat, sind die Kleidungsstücke mit einem hohen Acetat-Anteil sehr leicht.
  • In der Regel glänzt der Stoff etwas und ist sehr weich – daher hat Acetat auch den Spitznamen „Kunstseide“.
  • Besonders praktisch: Acetat ist sehr elastisch und knittert kaum. Der Stoff wird oft als Fütterung in warmen Jacken eingesetzt, aber auch bei festlichen Kleidern, Blusen und Dessous.

Acetat waschen: Worauf bei Kleidung und Brille achten?

Acetat ist ein besonderer Stoff, weshalb du beim Waschen einige Dinge beachten solltest:

  • Da Acetat mit Essigsäure reagiert, solltest du keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden. Die Brille also am besten nur mit Wasser säubern.
  • Acetat verformt sich bei Hitze – das ist gut, um die Brille zu biegen. Doch Kleidung solltest du nur bei 30 Grad waschen, auf keinem Fall bei höheren Temperaturen.
  • Wenn du Kleidung aus Acetat wäschst, verwende natürliche Waschmittel. Einige Fleckenmittel und laugenartige Waschmittel greifen das Acetat an.
  • Auch beim Bügel solltest du die niedrigste Hitzestufe wählen. Oft ist Bügeln aber nicht nötig, da Acetat kaum knittert.
  • In den Wäschetrockner sollten Kleidungsstücke aus Acetat nicht.

Acetat – gesund oder gefährlich?

Acetat ist nicht toxisch - viel mehr ist aber nicht bekannt.
Acetat ist nicht toxisch – viel mehr ist aber nicht bekannt. (Foto: CC0 / Pixabay / jarmoluk)

Welche Auswirkungen Acetat in Kleidung und Brillen hat, ist bisher kaum erforscht worden. Das hat zwei Gründe:

  • Acetate sind streng genommen nur Salze der Essigsäure und werden in der Wissenschaft vor allem in Kombination mit Metallen untersucht, zum Beispiel als Quecksilberacetat. Für Kleidung und Brillen verwenden Hersteller aber Cellulose-Acetat.
  • Acetate werden oft mit bedenklichen Stoffen gemischt, die nicht deklarierungspflichtig sind. In Brillenfassungen sind zum Beispiel oft Weichmacher enthalten, ähnlich verhält es sich bei Kleidung. Diese Zusatzstoff kommen in vielen Produkten vor und sind eingehend untersucht worden. Oft haben sie sich als besonders bedenklich herausgestellt. Deshalb empfehlen wir dir nur Produkte aus Bio-Baumwolle oder anderen Naturfasern in Bio-Qualität.

Es gibt allerdings eine Sammlung von Studien-Ergebnissen zu Cellulose-Acetat in der US-Nationalbibliothek für Medizin. Sie führt auf, dass…

  • …Acetat in Kleidung an sich keine toxische Wirkung hat.
  • …bei Verschlucken von Fasern die Schleimhaut und der Magen-Darm-Trakt gereizt werden können.

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(2) Kommentare

  1. Hat Utopia schon einen Bericht über „Nicht-deklarationspflichtige Zussatzstoffe“ erstellt?
    Diese zweifehafte Behandlung technischer Hilfsstoffe und chemischer Zusatzstofffe der Industrie und Politik gegen Verbraucherschutz, bedarf Aufklärung und Abhilfe!

    Es ist schwer zu finden, wie hier allerdings NUR die Zusatzstoffe bei Lebensmitteln: https://www.zusatzstoffe-online.de/information/685.doku.html
    D.h. die Suche nach „Bier“ endet leer o_O
    Sehr verdächtig.

    Zu Bier u.a. suchen Sie mal hier, wobei Sie sich schämen werden:
    Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu
    Lebensmitteln zu technologischen Zwecken (Zusatzstoff-
    Zulassungsverordnung – ZZulV)
    https://www.gesetze-im-internet.de/zzulv_1998/ZZulV.pdf

    Auch hier werden wir Verbraucher alle verarscht, so wie bei Feinstaub uva. 🙁
    Tierwohllabel, Ökolabeling uva. werden verwässert im sinne der Profitgier der Konzerne!
    E-Nummern, Ausnahmen und Nichtkennzeichnungspflicht sind quasi-ANONYM und täuschen uns alle! >:(

    Hier könnte Utopia mal wirksam werden.

  2. Es ist schwierig, gegen zugelassene Stoffe zu argumentieren – denn auf Basis welcher Regulierung will man denn hier etwas vorwerfen und warum? Und es ist schwierig, nicht-deklarationspflichtige Stoffe anzumahnen – denn da diese nicht deklariert werden müssen, ist ein Labor nötig, um sie nachzuweisen, und das (und die damit einhergehenden Rechtsstreitigkeiten) können sich eben nur Warentest-Magazine (Stiftung Warentest, Öko-Test) leisten.

    Nicht perfekt, aber vielleicht nah am Gesuchten:

    Clean Labeling:
    https://utopia.de/ratgeber/versteckte-zusatzstoffe-lebensmittelindustrie-clean-labeling/

    Reinheitsgebot von Bier:
    https://utopia.de/ratgeber/reinheitsgebot-wie-natuerlich-ist-die-deutsche-bierbrautradition-wirklich/

    Versteckte Zusatzstoffe
    https://utopia.de/galerien/9-versteckte-stoffe-im-essen/

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