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Aluminiumrecycling: So funktioniert es

Foto: CC0 / Pixabay / BRRT

Aluminiumrecycling ist in der Metallindustrie ein wichtiger Prozess, um Energie, Ressourcen und CO2-Emissionen zu sparen. Wie nachhaltig die Recyclingmethode tatsächlich ist, erfährst du in diesem Artikel.

Aluminiumrecycling: Die Grundlagen

Aluminium wird in der Industrie in zwei verschiedenen Formen verwendet: Das sogenannte Primäraluminium wird direkt aus Bauxit hergestellt. Dieser Prozess ist extrem energieaufwendig. Zudem gelangen dabei hohe Mengen an CO2-Emissionen und giftige Reststoffe in die Atmosphäre.

Das Sekundäraluminium bezeichnet hingegen Metall, das aus recyceltem Altaluminium besteht. Im Vergleich zur Erstherstellung können laut Angaben der Non-Profit Organisation Swiss Recycling durch das Recycling pro Kilogramm Aluminium etwa neun Kilogramm Kohlenstoffdioxid und bis zu 95 Prozent der ursprünglich benötigten Energie gespart werden. Laut dem American Geoscience Institut weden mithilfe von Aluminiumrecycling etwa 94 Prozent Energie eingespart.

Geht man davon aus, dass die Herstellung von einer Tonne Primäraluminium etwa 15 Megawatt-Stunden Strom benötigt, so würde sich dies bei der gleichen Menge an Sekundäraluminium also auf 0,9 Megawatt-Stunden belaufen.

Zu Produkten, bei denen Aluminiumrecycling eine Rolle spielt, gehören laut Swiss Recycling zum Beispiel:

  • Aluminiumdosen
  • Autoteile
  • Fenster und Türen
  • Lebensmitteltuben
  • Joghurtdeckel
  • Alufolie
  • Aluschalen

Das Aluminiumrecycling ist jedoch kein leichter Prozess. Aluminium tritt selten in reiner Form auf, sondern ist meist Teil von Legierungen, also Metallgemischen. Da Aluminium ein unedles Metall ist, ist es sehr schwer, es von den edleren Bestandteilen in der Legierung zu trennen. Das hat zur Folge, dass Aluminium während des Recyclingprozesses verloren geht.

Aluminiumrecycling: Ein komplizierter Prozess

Da Aluminium meist Teil von verschiedenen Metallgemischen ist, ist Aluminiumrecycling kompliziert.
Da Aluminium meist Teil von verschiedenen Metallgemischen ist, ist Aluminiumrecycling kompliziert.
(Foto: CC0 / Pixabay / Alexas_Fotos)

Für ein möglichst effizientes Aluminiumrecycling ist es essentiell, die Zusammensetzung der Legierung zu kennen. Die Aluminiumteile werden dann sortiert und in drei verschiedene Gruppen eingeteilt:

  • Altschrotte und unbekannte Neuschrotte werden zu unspezifischen Gusslegierungen oder Deoxidationsaluminium verarbeitet. Gusslegierungen können dann für die Herstellung von Automobilteilen (wie Rädern, Bremsen, Zylinderköpfen) oder Deko-Elementen dienen. Da ihre Zusammensetzung jedoch nicht genauer spezifiziert werden kann, gestaltet sich die Wiederverwendung schwierig. Deoxidationsaluminium kann nur noch verwendet werden, um die Haltbarkeit von Stahl zu verbessern.
  • Aus sauberen Neuschrotten und wenig verunreinigten Altschrotten entstehen in Umschmelzwerken Knetlegierungen. Diese eignen sich zum Beispiel für Aluminiumfolien, Fahrzeug- und Schiffsteile, verschiedene Behälter und Verpackungen.
  • Reine und klar definierte Neuschrotte (zum Beispiel aus Gießereien) lassen sich direkt schmelzen und anschließend weiterverwenden. Dies ist jedoch eher die Ausnahme. Und schließlich ist selbst reines Aluminium oft lackiert oder beschichtet, was den Recyclingprozess ebenfalls erschwert.

Das Problem ist laut der Wissenssendung Quarks zudem, dass die verschiedenen Aluminiumlegierungen oft auf demselben Schrotthaufen landen und anschließend nicht mehr sortiert werden können. So wird ein großer Teil zu den erwähnten unspezifischen Gusslegierungen eingeschmolzen. Damit sich verwenden lassen, müssen sie mit reinem Aluminium gestreckt werden. Andernfalls kommen sie aufgrund ihrer niedrigen Qualität nur für wenige Anwendungsgebiete in Frage.

Deutschland als Meister beim Aluminiumrecycling?

Um das Aluminiumrecycling zu optimieren, müssten Aluminiumlegierungen vorher besser sortiert werden.
Um das Aluminiumrecycling zu optimieren, müssten Aluminiumlegierungen vorher besser sortiert werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / ziodanilo)

Deutschland rühmt sich oft mit dem Ruf als „Recyclingmeister“, da Deutschland im internationalen Vergleich vermeintlich viel Verpackungsmüll recycelt. Laut Thomas Obermeier, dem ehemaligen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft, spiegeln die offiziellen Recyclingquoten jedoch nicht die Realität wider: Die offiziellen Quoten geben nur an, welche Müllmengen in die Recycling-Anlage wandern.

Im Recyclingprozess gehen jedoch Materialien verloren. Deshalb ist die recycelte Menge, die tatsächlich wiederverwendet werden kann, deutlich geringer. Die hohen Verluste, die beim Recycling anfallen, werden so ausgeblendet.

Auch wenn Materialien nie zu 100 Prozent recycelt werden können, so könnte das Aluminiumrecycling deutlich optimiert und somit auch ökologisch aufgewertet werden. Dies könnte man laut Quarks unter anderem gewährleisten, indem man Legierungen besser sortiert und anschließend je nach Materialien effizienter aufbereitet.

So würde die Qualität des Aluminiums weitestgehend erhalten bleiben: Das Leichtmetall könnte dann weiterhin in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen. Mit neuen Recycling-Methoden, bei denen Aluminium nicht extra eingeschmolzen werden muss, könnte der Recycling-Prozess zudem deutlich energiesparender gestaltet werden.

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