Baum fällen: Tipps zu Genehmigung, Kosten und Sicherheit

Baum
Foto: CC0 / Pixabay / HansLinde

Auch wenn Bäume wahre Klimaretter sind, muss manchmal einen Baum gefällt werden. Wir sagen dir, worauf du achten musst und geben Tipps zur Genehmigung, den Kosten und der Sicherheit.

Baum fällen: Am Anfang steht die Genehmigung

Selbst wenn der Baum in deinem eigenen Garten steht, darfst du ihn nicht einfach fällen. Bäume werden durch Naturschutzgesetze geschützt und in dicht besiedelten Gebieten genießen sie häufig einen noch höheren Schutz (siehe unten).

  • Bäume werden in der Regel zwischen November und Ende Januar gefällt. Denn in dieser Zeit enthalten Bäume besonders wenig Wasser. Zudem erleichtert das fehlende Blattgrün das Zerkleinern des gefällten Baumes.
  • Auf gar keinen Fall darfst du deinen Baum zwischen März und September fällen. In dieser Zeit bauen verschiedenste Vogelarten in den Bäumen ihre Nester und werden dann vom Bundesnaturschutzgesetz (BnatSchG) geschützt.
  • Wohnst du in einem dicht besiedelten Gebiet, können Bäume zusätzlich besonders geschützt sein. Zum Beispiel weil sie besonders alt oder besonders hoch sind. Ab einem Stammumfang von 60cm musst du bei Laub- und Nadelbäumen damit rechnen, dass diese unter besonderem Schutz stehen. Hier legt aber jede Stadt ihre eigenen Regeln fest. Informieren kannst du dich bei deiner örtlichen Stadtverwaltung.
  • Steht der Baum direkt auf der Grundstücksgrenze, solltest du dich mit deinen Nachbarn abstimmen. Es handelt sich dann um einen sogenannten Grenzbaum, der nicht nur dir, sondern auch deinen Nachbarn gehört.

Keine Regel ohne Ausnahme: Ist der Baum krank und stellt eine Gefahr dar, kannst du eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Dies ist auch möglich, wenn der Baum einem Bauprojekt im Weg steht.

Baum fällen lassen: Kosten im Überblick

Baum fällen mit 45-Grad-Kerbe
Baum fällen mit 45-Grad-Kerbe (Foto: CC0 / Pixabay / medienluemmel )

Lässt du einen Baum fällen, beschränken sich die Kosten nicht nur auf den eigentlichen Fällvorgang. Vor und nach dem Fällen des Baumes fallen weitere Kosten an. In Summe kommen so schnell 800 Euro zusammen, je nach Unternehmen kann diese Summe auch deutlich abweichen. Der Preis hängt auch von der Größe des Baumes und den örtlichen Begebenheiten ab. Am besten holst du dir mehrere Kostenvoranschläge ein. Achte genau darauf, was das Angebot beinhaltet. Folgende Kosten solltest du berücksichtigen:

  • Für die Genehmigung solltest du mit etwa 50 Euro rechnen.
  • Anschließend kann der Baum gefällt werden, dafür solltest du etwa 300 Euro einplanen.
  • Um die Baumwurzel entfernen und den Stamm zu Kaminholz verarbeiten zu lassen, solltest du weitere 450 Euro einplanen. Hier ist auch die Entfernung des Baumstumpfes und die Abfuhr von Laubwerk mit einkalkuliert.

Worauf du bei Baumfällarbeiten achten musst

Baum fällen - worauf achten?
Baum fällen – worauf achten? (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign )

Je höher der Baum ist, umso anspruchsvoller ist das Fällen. Insbesondere bei großen Bäumen empfehlen wir dir deshalb ausdrücklich, ein professionelles Unternehmen mit dem Fällen zu beauftragen. Ohne professionelle Kenntnisse können die Arbeiten lebensgefährlich sein. Kleinere Bäume kannst du auch selber fällen. Alles was du brauchst, ist eine Motorsäge, Schutzausrüstung (Helm mit Visier, Sicherheitsschuhe, schnittfeste Kleidung), ein starkes Seil sowie tatkräftige Helfer. Nutze windstille Tage, denn bei starkem Wind ist die Fallrichtung unkalkulierbar.

Schaue dir das umgebende Gelände genau an: Wo soll der Baum genau hinfallen? Ein möglichst freies Gebiet eignet sich am besten:

  1. Sperre den Fallwinkel weiträumig ab. Stelle sicher, dass keine Spaziergänger, Kinder oder Haustiere den Bereich betreten können.
  2. Entferne alle erreichbaren Äste, das vereinfacht die spätere Arbeit sehr. Das Seil bringst du an einer möglichst hohen Stelle des Stammes an. Mit dem Seil können die Helfer die Fallrichtung beeinflussen.
  3. Stelle ein letztes Mal sicher, dass sich niemand mehr im Gefahrenbereich aufhält. Auch deine Helfer mit dem Seil sollten weit genug entfernt stehen.
  4. An der Seite des Stammes, zu der der Baum fallen soll, sägst du dann mit der Motorsäge eine 45-Grad-Kerbe in den Stamm. Achte auf die Tiefe der Kerbe: Sie sollte etwa ein Viertel vom Durchmesser des Baumstamms betragen. Begib dich dann auf die andere Seite des Stamms. Säge nun gegenüber von der Kerbe den Baum durch.
  5. Sobald du den Stamm vollständig durchgesägt hast, fällt der Baum. Deine Helfer können mithilfe des Seils sicherstellen, dass der Baum auch zur gewünschten Stelle fällt.

Nicht jeden Baum musst du fällen

Baum fällen ist oft nicht nötig
Baum fällen ist oft nicht nötig (Foto: CC0 / Pixabay / Myriams-Fotos)

Ein Baum sorgt für ein bessers Klima und sollte daher nur als letzte Maßnahme gefällt werden. Wenn er alt und morsch geworden ist und droht, bei Sturm auf ein Haus zu stürzen, ist dies natürlich unvermeidlich. In allen anderen Fällen kannst du zumindestens über Alternativen nachdenken:

  • Wirft der Baum zu viel Schatten, kannst du einen Kronenschnitt in Erwägung ziehen. Dabei wird die Baumkrone geringfügig zurückgeschnitten oder ausgelichtet.
  • Nadelbäume werden häufig gefällt, weil sie dem Rasen alle Nährstoffe entziehen. Du kannst als Ersatz einen schönen Laubbaum pflanzen.
  • Altersschwache Bäume kannst du auch mit Seilen oder Ringen stabilisieren. Hier solltest du dich auf jeden Fall von einem Fachmann beraten lassen, denn die verschiedenen Verfahren unterscheiden sich erheblich.

Fazit: Bevor du einen Baum fällst, mach dir bewusst, wie wichtig Bäume für unsere Umwelt sind. Gerade in Städten reduzieren sie Lärm, spenden Schatten und Kühle und reinigen dabei unsere Luft. Es gibt viele sinnvolle Alternativen zum Fällen eines Baumes. Ist es aber unvermeidlich, solltest du dies bei größeren Bäumen besser Fachleuten überlassen.

„Der Baum ist ein besonderes Wesen, von unbeschränkter Güte und Zuneigung, das keine Forderungen stellt und großzügig die Erzeugnisse seines Lebenswerkes weitergibt. Allen Geschöpfen bietet er Schutz und spendet Schatten selbst dem Holzfäller, der ihn zerstört.“

Siddharta Gautama Buddha

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