Baumbestattung: Die nachhaltige letzte Ruhestätte

Baumbestattung
Foto: CC0 / Pixabay / Kristallnacht

Eine Baumbestattung ist eine noch relativ neue Form der Beisetzung, bei der die Verbundenheit zur Natur im Zentrum steht. Mehr zu den Kosten sowie Vor- und Nachteilen der Naturbestattung erfährst du hier.

Baumbestattung: Ablauf und Besonderheiten

Bei einer Baumbestattung – auch bekannt als Waldbestattung – wird die Asche des oder der Verstorbenen in einer Urne neben den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Dafür werden bestimmte Areale eines Waldes zum Waldfriedhof erklärt. Diese sind zum Beispiel unter den Markennamen RuheForst oder FriedWald in Waldgebieten in ganz Deutschland vertreten, aber auch andere Unternehmen bieten diesen Service an. Mittlerweile ist eine Baumbestattung auch auf einigen Friedhöfen möglich.

Die Trauerfeier gleicht der einer gewöhnlichen Urnenbeisetzung. Nur findet sie meist direkt im Wald in der Nähe des Baumes statt. Je nach Wunsch können Angehörige die Urne dann selbst zum Baum tragen oder diese Aufgabe einer externen Person übergeben. Name und Lebensdaten der verstorbenen Person und eventuell ein Zitat oder Gedicht werden mit einer kleinen Plakette am Baum angebracht.

Kosten für eine Baumbestattung

Die Kosten für eine Baumbestattung schwanken je nach Alter und Standort des Baumes, sowie den speziellen Vorgaben des Trägers.
Die Kosten für eine Baumbestattung schwanken je nach Alter und Standort des Baumes, sowie den speziellen Vorgaben des Trägers.
(Foto: CC0 / Pixabay / EvgeniT)

Die Kosten für eine Baumbestattung schwanken je nach Art des Grabes. So kannst du zum Beispiel einen Familien- oder Freundschaftsbaum kaufen, an dem bis zu zwölf Verstorbene beerdigt werden können. Der Baum steht dann über mehrere Generationen nur der jeweiligen Familie als Grabstätte zur Verfügung.

Einen solchen Baum kannst du nach Angaben des FriedWaldes ab 2.490 Euro erwerben. Je nach Alter und Standort kann der Preis steigen. Alternativ kannst du auch ein einzelnes Grab an einem Gemeinschaftsbaum erwerben. An einem solchen Baum werden ebenfalls bis zu zehn oder zwölf Verstorbene, jedoch unabhängig von ihrem Verwandtschaftsgrad, beigesetzt. Ein solches Einzelgrab kostet bei FriedWald zurzeit mindestens 490 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Einäscherung, Beisetzung, Sterbeurkunden und andere Aspekte, wie Trauerschmuck und -karten.

In RuheForsten erwirbst du keinen einzelnen Baum, sondern ein RuheBiotop. Dabei handelt es sich um eine festgelegte Fläche im Wald, auf der ebenfalls bis zu zwölf verstorbene Personen beigesetzt werden können. Auch hier hast du die Wahl zwischen einem Familien- oder Freundschaftsbiotop und einem Einzelgrab in einem Gemeinschaftsbiotop.

Baumbestattung: Das sind die Vorteile

Eine Baumbestattung symbolisiert die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur.
Eine Baumbestattung symbolisiert die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur.
(Foto: CC0 / Pixabay / Picography)

Ein zentraler Grund, warum sich immer mehr Menschen für eine Baumbestattung entscheiden, ist die Verbundenheit zur Natur, die symbolisch durch die Beisetzung an einem Baum ausgedrückt wird. So ist es für Angehörige heilsam zu wissen, dass sich eine verstorbene Person inmitten eines Waldes befindet. Die Bäume werden dabei oft als starke und in sich ruhende Beschützer betrachtet, die über die Toten wachen.

Zudem führen uns Waldfriedhöfe den Tod als natürlichen Teil des Lebenszyklus vor Augen: Die Verstorbenen werden zum Teil des Waldbodens, auf dem wieder neues Leben wachsen kann.

Ein weiterer Vorteil einer Baumbestattung wird beim Besuch der Grabstelle deutlich. Angehörige können dabei zu einem Waldspaziergang zusammenkommen und selbst die Ruhe des Waldes genießen. Eine Grabpflege ist nicht notwendig.

Auch aus ökologischer Sicht sind Baumbestattungen sinnvoll: Die verstorbene Person gliedert sich in den Wald ein, sodass die Natur weitestgehend unberührt bleibt. Um dies zu gewährleisten, werden nur biologisch abbaubare Urnen verwendet. In FriedWäldern bestehen diese aus Bio-Kunststoff. Der Kunststoff besteht aus verschiedenen Naturstoffen (unter anderem Flüssigholz und Lignin) und zerfällt innerhalb von fünf Jahren wieder in Wasser, Humus und CO2.

Zudem sind keine Grabsteine nötig. Kommen diese aus Nicht-EU-Ländern und tragen kein Fair-Trade-Siegel stammen diese laut einem Bericht der ZEIT nicht selten aus Kinderarbeit. Auch Grabschmuck aus Plastik, der nicht abbaubar ist und schließlich auf dem Müll landet, entfällt auf einem Waldfriedhof.

Nachteil: Grabschmuck ist verboten

Dass keine Grabpflege notwendig ist, kann für einige Familie eine Entlastung sein. Für andere Angehörige ist es jedoch wichtig, ein Grab regelmäßig zu schmücken und es möglichst individuell zu gestalten. Für sie ist der Gedanke, dass die verstorbene Person inmitten der Bäume „untergeht“, eventuell problematisch.

Ob und wie eine Baumbestattung ablaufen soll, muss deshalb jede Familie individuell besprechen. Mit Fragen kannst du dich immer an den entsprechenden Waldfriedhof in deiner Umgebung wenden.

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