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Bikepacking: So bereitest du dich auf den Fahrradtrip mit Gepäck vor

Bikepacking
Foto: Julian Rohn / @julianrohn

Immer mehr Menschen finden Freude am Bikepacking. Nur du, dein Fahrrad, ein wenig Gepäck und schon startet das Abenteuer. Aber wie bereitet man sich am besten darauf vor?

Bikepacking ist gerade voll im Trend und die Intention ist so einfach wie verständlich: möglichst viel Freiheit auf der Fahrradreise mit möglichst wenig Ballast.

Theoretisch kannst du dich als Anfänger:in ohne große Vorbereitung auf dein Fahrrad schwingen und einfach losfahren. So kannst du übrigens ganz unkompliziert loslegen: Solange du noch nicht weißt, ob Bikepacking was für dich ist, musst du nicht sofort viel Geld investieren.

Ein wenig Vorbereitung ist aber in jedem Fall wichtig und vielleicht hast du die ersten Touren ja schon hinter dir. Im Folgenden erfährst du alles zur Wahl deines Fahrrads, deinem Gepäck und wie du dieses am besten verstaust. So steht dem ersten oder nächsten Bikepacking-Abenteuer nichts mehr im Weg.

Was du beim Bikepacking immer beachten solltest

Egal, ob du nur für eine Nacht, ein langes Wochenende, oder mehrere Tage/Wochen mit dem Fahrrad unterwegs bist: Es gibt einige Dinge, die zu jeder Vorbereitung gehören.

  • Route: Plane deine Route und die Etappen genau ein. Das kannst du mit Karte, Handy oder in Apps machen. Hab die Route immer bei dir, damit du im Zweifel umplanen kannst. Falls du digital planst, lade dir eine Offlineversion runter.
  • Wetter: Auf dem Fahrrad bist du Wind und Wetter jederzeit ausgesetzt. Hab den Wetterbericht daher immer im Blick, das wirkt sich auch auf deine Packliste aus.
  • Werkzeug und Ersatzschlauch: Du kannst zwar vieles tun, um Fahrradpannen zu vermeiden, aber unterwegs kann immer was passieren. In dein Gepäck gehört daher unbedingt ein Multitool, ein Reifenheber und ein Ersatzschlauch.
  • Fahrradcheck: Dein Fahrrad ist das Wichtigste beim Bikepacking. Mache vor jeder Tour einen Bikecheck und stelle die Funktionsfähigkeit des Bikes sicher. Lies hierzu gerne auch unseren Fahrrad-Check im Frühling und finde heraus, welches Teil häufig vergessen wird.
  • Sicherheit: Auf dem Fahrrad bist du kaum geschützt, weshalb deine Sicherheit besonders wichtig ist. Trage daher immer einen Helm und fahre nicht ohne (geladenes) Front- und Rücklicht los. Auch ein Erste-Hilfe-Set solltest du immer dabeihaben.
  • Essen und Trinken: Achte je nach geplanter Route auf ausreichend Proviant. Energieriegel oder Bananen sind beliebte Snacks.

Zu einer guten Vorbereitung gehören übrigens auch deine körperliche Verfassung und Fitness. Schätze diese realistisch ein und plane deine Tour entsprechend.

Bikepacking: Das Fahrrad

Wir haben mit Anke Eberhardt übers Bikepacking gesprochen.
Wir haben mit Anke Eberhardt übers Bikepacking gesprochen.
(Foto: Julian Rohn / @julianrohn)

Ohne Bike kein Bikepacking. Aber welches Fahrrad brauchst du? Hierzu haben wir uns mit Anke Eberhardt unterhalten. Die Journalistin dreht als @anke_is_awesome Fahrrad-Tutorials, die nicht nur informativ, sondern auch lustig sind. Bei How To fahrRad stellt sie sich auf YouTube allen Unwägbarkeiten, denen man auf dem Rad begegnen kann und teilt ihre Pannen und die dazugehörigen Lösungen mit der Fahrrad-Community.

Anke, welches Bike eignet sich für Bikepacking (am besten)?

Das kommt total darauf an, wo man unterwegs ist, wie lang die Tour ist und wie viel Gepäck man braucht!

Wenn man eine Mehrtagestour auf einem Fahrradweg macht, kann man ganz bequem ein Tourenrad mit den klassischen Gepäckträgertaschen versehen. Oder man macht die gleiche Route mit einem Rennrad und Bikepacking-Taschen, weil man schneller unterwegs sein möchte. Wenn man aber auf Trails durch den Kaukasus fahren will, braucht es wegen des Untergrunds ein Mountainbike. Das „beste“ Rad kann also total unterschiedlich sein. Häufig ist es aber auch einfach Geschmacksache.

Ich persönlich mag mein Gravelbike, weil ich damit schneller bin als auf einem Trekkingrad, aber auch problemlos Schotterstraßen und Feldwege fahren kann. Ich habe eine Dämpfung am Lenker, was nochmal für mehr Komfort sorgt. Und ich habe viele Montagepunkte, zum Beispiel am Unterrohr und an beiden Seiten an der Gabel, wo ich zusätzlich Flaschenhalter oder Gabeltaschen befestigen kann. Da würde ich beim Kauf eines Fahrrads immer darauf achten, weil das nicht bei allen Modellen so ist.

Aber die Hauptsache ist, dass man Spaß auf dem Rad hat. Egal auf welchem.

Das Gepäck und die Packliste

Hotel oder Zelt macht einen "himmelweiten Unterschied" wenn es um deine Packliste geht.
Hotel oder Zelt macht einen "himmelweiten Unterschied" wenn es um deine Packliste geht.
(Foto: Julian Rohn / @julianrohn)

Das Gepäck gehört genauso zum Bikepacking wie das Fahrrad. Je nach Länge und Vorhaben ändert sich deine Packliste ein wenig. Wir haben bei Anke nachgefragt.

1. Was ist die absolute Grundausstattung?

Natürlich alle Klamotten, die man auf dem Rad und danach braucht und ich persönlich fahre nie ohne Regenjacke los. Diese dient auch als winddichte Schicht, selbst wenn es nicht regnet. Für abends habe ich immer eine klein packbare Isolationsjacke dabei. Gerade wenn man draußen übernachtet, wird es selbst im Sommer schnell frisch. Und ganz wichtig: Werkzeug und Pannenequipment sowie Licht und Erste-Hilfe-Ausstattung. Aber auch so banale Dinge wie Taschentücher (mir läuft immer die Nase) – die Liste ist natürlich lang – aber auch total individuell, weil manche Leute fast gar nichts brauchen und andere nicht ohne Schlafmaske losfahren.

2. Macht Hotel oder Zelt einen großen Unterschied?

Wortwörtlich macht das einen himmelweiten Unterschied! Zelt, Schlafsack, Isomatte, das ist massives Extragepäck, das nicht nur mehr Platz in den Taschen braucht, sondern auch mehr Gewicht am Rad bedeutet. Ich würde immer empfehlen, als allererste Tour einen entspannten Wochenendtrip mit Übernachtung im Hotel zu machen. Ich war damals total überrascht, wie sehr ich das zusätzliche Gepäck am Rad spüre. Und habe im Nachhinein gemerkt, dass ich viel zu viel unnötiges Zeug dabeihatte.

Radreisen sind Erfahrungssache, aber man merkt in der Praxis total schnell, was man braucht und was nicht – und ob die Tipps, die man bekommt, vielleicht gar nicht auf einen persönlich zutreffen. Ich würde deswegen immer erstmal meine Grundausstattung testen und danach mit Camping weitermachen.

Wer sich für Camping entscheidet, sollte das Zelt vorher mal aufbauen – damit man auch weiß, wie es unterwegs dann geht.

Wenn wir gerade beim Camping sind: Für nachhaltiges Camping gibt es übrigens eine ganze Folge im Utopia-Podcast. Hier kannst du reinhören:

3. Was muss man für Mehrtages-Touren oder Wochen beachten?

Viele Leute beschäftigen sich intensiv damit, ob sie ein Zelt oder einen Biwaksack mitnehmen. Aber mindestens genauso wichtig ist die Routenplanung. Gerade auf den ersten längeren Trips, wenn man mehr Gewicht am Rad hat, sollten die Tagesetappen nicht zu lang sein.

Mit den Extrakilos ist man nicht so schnell wie sonst auf seiner Feierabendrunde. Und ich finde es persönlich immer schöner, wenn man Zeit hat, spontan noch einen Schlenker zum Bergsee zu machen. Und man muss sich nicht hetzen, damit man nicht in die Dunkelheit kommt. Ich plane meine Etappen deswegen immer mit einer geringeren Durchschnittsgeschwindigkeit und lieber ein paar Kilometern weniger – und habe dafür mehr Zeit für Gelato und Käsekuchen.

Die Bikepacking-Taschen und wofür du sie am besten verwendest

Es gibt verschiedenste Taschen fürs Bikepacking – Ankes Vater (rechts) hat auf seinem Trekking-E-Bike Gepäckträgertaschen.
Es gibt verschiedenste Taschen fürs Bikepacking – Ankes Vater (rechts) hat auf seinem Trekking-E-Bike Gepäckträgertaschen.
(Foto: Franca Hoyer / @francahoyer)

Nun muss das Gepäck noch an dein Fahrrad. Dabei stellen sich zwei wichtige Fragen; die Antworten liefert Anke.

1. Gepäckträger- oder Bikepacking-Taschen – was sollte man nehmen?

Es wird oft diskutiert, was besser ist. Aber auch hier finde ich, es gibt kein „richtig“ oder „falsch“.

Gepäckträgertaschen haben das größere Fassungsvermögen. Wer viel Gepäck mitnehmen will, bekommt hier wesentlich mehr unter als in einer Satteltasche. Allerdings verändert viel Gewicht auch das Fahrverhalten des Rads. Auf entspannten Radwegen ist das nicht schlimm, da kann man wie mit einem Kreuzfahrtdampfer cruisen, weswegen mein Vater mit seinem Trekking-E-Bike zum Beispiel total glücklich ist mit Gepäckträgertaschen.

Aber wenn man ruppigeres Gelände fährt, braucht man agileres Fahrverhalten und auf schmalen Pfaden, wo auch mal Bäume oder Felsen am Rand stehen, würde man oft auch gar nicht durchkommen, wenn rechts und links Taschen hängen. Also auch hier: alles eine Frage der Tour und persönlicher Präferenzen!

2. Welche Tasche eignet sich wofür und was kommt wo rein?

  • Oberrohrtasche: Auf dem Oberrohr habe ich meist eine kleine Tasche, für Kleinkram, der schnell griffbereit sein muss, wie Sonnencreme oder Snacks, weil man gerade bei längeren Touren darauf achten muss, genug zu essen.
  • Rahmentasche: In die Rahmentasche kommen die schweren Dinge – denn der Schwerpunkt des Rads sollte immer mittig und tief sitzen. Bei Camping-Trips also zum Beispiel das Zeltgestänge, Kochutensilien und das Abendessen. 
  • Lenkertasche: Am Lenker sollte möglichst wenig Gewicht sein, damit das Lenken nicht beeinträchtigt wird. Und ich persönlich lasse meine Lenkertasche während der Fahrt am liebsten unberührt. Deswegen sind bei mir leichte Dinge drin, die ich nur abends brauche, zum Beispiel der Schlafsack.
  • Satteltasche: Das Wichtigste bei der Satteltasche: schwere Sachen immer ganz nach unten, nah am Sattel einpacken. Viele Leute haben ja das Problem, dass die „Arschrakete“ wackelt und das liegt meist nur daran, dass sie falsch gepackt ist. Oben kommen bei mir dann Sachen rein, die schnell griffbereit sein müssen – zum Beispiel die Regenjacke.

Vier extra Tipps für deine Bikepacking Vorbereitung

Ankes Fazit: Hauptsache, man ist draußen und hat eine gute Zeit!
Ankes Fazit: Hauptsache, man ist draußen und hat eine gute Zeit!
(Foto: Julian Rohn / @julianrohn)

Anke verrät dir noch vier weitere Tipps für deine Bikepacking-Planung:

  1. Thematisch packen. Wenn ich im Hotel übernachte, habe ich zum Beispiel alles, was ich nur abends brauche, in einer Tasche, die ich dann komplett abmache und mit aufs Zimmer nehme. Die anderen Taschen bleiben unangetastet und ich muss nicht ständig alles neu packen.
  2. Packsäcke machen das Organisieren innerhalb der Taschen leichter. Wenn man zum Beispiel Hygiene-Artikel ganz unten in der Satteltasche hat, Badezeug für den Stop am Baggersee darüber und das Regenoutfit ganz oben, kann man dank Packsäcken mit wenigen Griffen aus- und einpacken. Es gibt professionelle Packsäcke mit Valve zum Komprimieren der Luft – aber Jutebeutel tun es auch.
  3. Immer Rahmenschutzfolie unter die Kontaktpunkte der Taschen kleben! Sonst macht man sich durch das Scheuern der Taschen schnell den Lack kaputt. Die Schutzfolien kosten nur ein paar Euro und das Fahrrad schaut länger schön aus.
  4. Nicht erst am Abend vor dem Start packen. Man merkt immer, dass man noch etwas vergessen hat und noch schnell zum Laden rennen muss. Und: Testfahrt machen! Schauen, ob etwas wackelt oder schleift und eventuell umladen – dann läuft der richtige Start stressfrei.

Anke stellt außerdem ganz ehrlich fest: „Es gibt so unendlich viele Aspekte beim Bikepacking – allein ich habe schon drei Videos zu Taschen, Packliste und Camping-Equipment gemacht und es ist immer noch nicht jeder Tipp gegeben. Sinnvoll ist, die gröbsten Fehler zu vermeiden. Aber am Ende sollte man einfach losfahren und selbst herausfinden, was für einen funktioniert. Und auch wenn man nicht das perfekte Rad und das Zelt mit der besten Wassersäule hat: Hauptsache man ist draußen und hat eine gute Zeit!

Hier findest du ein umfassendes Video von Anke zur Packliste fürs Bikepacking:

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