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Blumen kaufen mit blütenreinem Gewissen

Foto: Pixabay, CC0 Public Domain

Wer Blumen verschenkt, will anderen eine Freude machen. Um damit nicht gleichzeitig Umweltzerstörung und Ausbeutung zu unterstützen, kauft man am besten nicht einfach irgendwelche Blumen, sondern zum Beispiel regionale Blumen, Bio-Blumen oder Fairtrade-Blumen. Utopia zeigt, worauf ihr beim Blumenkauf achten könnt.

Wenn möglich, Bio-Blumen wählen

Bio-Blumen werden nicht mit synthetischen Pestiziden oder Düngern behandelt und sind daher umwelt- und gesundheitsschonender.

Leider hat sich Bio bei Schnittblumen noch nicht wirklich durchgesetzt. Daher ist es nicht ganz einfach, Blumen in Bio-Qualität im Blumenhandel zu bekommen, auch wenn es Ausnahmen gibt. Im Zweifel einfach nachfragen – das hilft auch, die Blumenhändler für das Thema zu sensibilisieren, glaubt Blumenexpertin und Autorin Silke Peters.

In der Regel erhältst du Bio-Blumen am ehesten auf Wochenmärkten oder direkt bei ökologischen Gärtnereibetrieben (die auch gelegentlich auf Wochenmärkten vertreten sind).

Nach Bezugsquellen für Bio-Zierpflanzen kannst du in dieser interaktiven Karte, Bioland-zertifizierte Gärtnereien listet der Verband hier.

Bio-Blumen & Fairtrade-Blumen kaufen
Wenn möglich, Bio-Blumen wählen (Foto: Pixabay, CC0 Public Domain)

Fairtrade-Blumen kaufen

Wenn du im Winter unbedingt Rosen kaufen willst, kaufe sie wenn möglich fair, d.h. zum Beispiel Fairtrade-zertifiziert. Nur 20 Prozent der in Deutschland verkauften Blumen werden auch hier angebaut, der Rest kommt aus aller Welt. Etwa jede dritte in Europa verkaufte Rose ist laut ARD in Kenia gewachsen. Dort kommt es durch die Bewässerung der Blumen zu Wasserknappheit, die Arbeitsbedingungen dort sind oft schlecht, Ausbeutung an der Tagesordnung, der Pestizideinsatz hoch.

Deshalb: Kauf lieber keine Blumen aus zweifelhafter Produktion, sondern besser Fairtrade-Blumen. Das Fairtrade-Siegel garantiert, dass sozial- und umweltverträglicher produziert wird (das Wasserproblem löst es allerdings nicht). Es ist für Blumen inzwischen relativ verbreitet.

Fairtrade-Blumen gibt es in vielen Supermärkten, beispielsweise bei Rewe oder Penny, aber auch in zahlreichen Blumenläden. Eine Übersichts-Karte gibt es bei Fairtrade Deutschland.

Blumenstrauß kaufen: Auf saisonal und regional achten

Auch für Blumen ist regional und saisonal die beste Wahl. Frag deshalb beim Blumenkauf nach der Herkunft der Pflanzen: Wachsen Pflanzen im beheizten Gewächshaus oder kommen vom anderen Ende der Welt, ist das für die Klimabilanz kontraproduktiv.

Eine Übersicht, wann welche Blume bei uns Saison hat, findest du hier (PDF).

Blumenstrauß kaufen: Fairtrade-Blumen, Bio-Blumen oder regionale Blumen
Blumenstrauß kaufen: auf regionale Herkunft achten (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash - Katya Austin)

Im Sommer: Blumen selber pflücken

Einen Blumenstrauß kaufen und verschenken ist schön – aber Blumensträuße selber pflücken bringt dazu noch Sommerlaune. Der Beschenkte darf sich außerdem über diese besonders liebevolle Geste freuen. Wunderschöne regional angebaute Sommersträuße bekommt man im Sommer oft frisch vom Feld. Achte einfach auf Hinweisschilder wie „Blumen zum Selberpflücken“.

Wenn du auf der grünen Wiese Wildblumen pflücken möchtest, solltest du einige Dinge beachten:

„Im Idealfall schneidet man Pflanzen für den Wildblumenstrauß mit dem Messer und sammelt immer nur einzelne Exemplare eines Bestandes, dann sind spätestens im darauf folgenden Jahr alle wieder da. Ausgraben oder ausreißen sollte man Wildpflanzen prinzipiell nie. Geschützte Pflanzen dürfen nicht gepflückt werden“,

sagt Dr. Thomas Hövelmann, Diplom-Biologe und Vorsitzender des NABU-Bundesfachausschusses Botanik.

Für Hobbygärtner: Blumen selber ziehen

Werde doch einfach selbst zum Gärtner und ziehe dir deinen Blumenstrauß selbst. Wenn du die richtigen – heimischen – Sorten wählst, haben auch Bienen und andere Insekten etwas davon.

Bunte Blumensträuße ergeben zum Beispiel die Bingenheimer Saatgutmischungen der Initiative Vielfalt erleben, zu kaufen in dm-, Alnatura-und Budni-Filialen oder online. Bio-Blumensamen-Mischungen gibt es zum Beispiel bei PflanzenFee** und Avocado Store**.

Beim Blumenstrauß-Kaufen auf Blumen unklarer Herkunft verzichten

Wenn du keine nachhaltigen Blumen, wie zum Beispiel Bio-Blumen oder Fairtrade-Blumen bekommst: Vielleicht fällt dir ein anderes kleines Geschenk ein? Von Blumen, deren Herkunft sich nicht bestimmen lässt und die auch nicht durch verlässliche Label ausgezeichnet sind, sollte man besser die Finger lassen.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du sonst Unternehmen und Produktionsformen unterstützt, die weder an sozialen Standards noch an Umweltkriterien interessiert sind – und deine Liebsten mit einem Strauß voller Pestizide beschenkst.

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(3) Kommentare

  1. Ein Problem bei den Fairtrade Blumen: Zum Beispiel in Afrika, wird viel Wasser verbraucht, um Blumen für unseren Markt zu produzieren. Dieses Wasser fehlt dann bei anderen Bevölkerungsgruppen in nicht unerheblichem Maße. Dazu gab es auch schon einmal eine Reportage bzw. Dokumentation, ich konnte aber leider nur noch diesen Link ausfindig machen, in dem man einen Hinweis findet: „Die kenianischen Massai, deren Viehherden aufgrund der Blumenplantagen kaum noch Zugang zu Trinkwasser haben[…].“
    http://faireinkaufenaberwie.blogspot.de/2013/02/fairtrade-rosen-in-der-kritik.html

  2. https://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/user_upload/materialien/download/Statements_Wasserverbrauch_Fairtrade_Rosen.pdf
    Diese – von Fairtrade selbst verfasste – Stellungnahme zeigt, dass die Angelegenheit sehr zweischneidig ist. Die Beschreibung von Utopia unter dem Punkt „Fair kaufen“, ist diesbzgl. viel zu positiv bzw. zu undifferenziert und könnte den Käufer eher dazu verleiten, bedenkenlos zu Fairtrade Blumen zu greifen, statt sich auch hin und wieder zu fragen, ob es bessere Lösungen gibt. Das kann z.B. auch bedeuten Fairtrade, aber weniger oder (fast) keine Blumen zu kaufen, wenn die Probleme nicht noch besser gelöst werden und die Gefahr besteht, dass Menschen trotz fairer Produktion leiden müssen.
    Auch sollte nicht immer das „Totschlagargument“ der Arbeitsplätze der Menschen vor Ort bemüht werden. Denn anstatt für uns könnte man auch dafür sorgen, dass die Menschen für ihre eigenen Regionen bzw. Länder und umliegenden Märkte nachhaltig und fair produzieren. Es lohnt sich auch, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und sich von – zu einem gewissen Teil – Scheinargumenten (dessen Basis auch Probleme sind, für die wir in den reichen Ländern auch mitverantwortlich sind) nicht von eigentlichen Problemen ablenken zu lassen.

  3. Hinter Fairtrade steht im Prinzip eine neokoloniale Attitüde: Die Leute in Kenia sollen doch bitteschön etwas mehr für ihre Blumen bekommen, damit sie auch in 20 Jahren noch Blumen verkaufen und davon einigermaßen gut leben können. Tatsächlich wäre es für Kenia aber besser, den Weg Chinas zu gehen, d.h. möglichst schnell zu industrialisieren.

    Wir Wohlstandseuropäer machen immer wieder den Fehler, unsere Sicht der Welt auf arme Länder zu übertragen.

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