Blutung stoppen: Das hilft bei Verletzungen und Schnitten

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Vom feinen Schnitt nach der Rasur bis hin zur größeren Wunde nach einem Fahrradunfall. Was sind erste Maßnahmen, um die Blutung zu stoppen? Hier findest du schnelle Tipps zur ersten Hilfe.

Was musst du tun, um kleinere Blutungen zu stoppen?

AU! Das hat weh getan. Ein unvorsichtiger Handgriff und schon fließt Blut, manchmal mehr, manchmal weniger. Doch was ist hierbei zu beachten? Egal wie groß der Schnitt ist, gilt zunächst einmal: Ruhe bewahren!

Bei kleineren Schnitten solltest du folgendermaßen vorgehen:

  • Die Wunde gründlich mit Wasser und eventuell mit antiseptischer Seife säubern.
  • Nach einem Schnitt während der Rasur ist es ratsam, eine sterile Kompresse für ein paar Minuten auf die offene Stelle zu legen. Eine sterile Kompresse ist eine desinfizierte Wundauflage, bestehend aus Mull oder Vliesstoff, das zur Blutstillung angewendet wird. Falls du einen Verbandskasten oder ein Erste-Hilfe-Set in der Nähe hast, wirst du dort fündig. Sterile Kompressen kannst du auch online zum Beispiel bei **Amazon. Beachte dabei, dass keine Textilien verwendest, deren Material mit der Wunde verkleben können, wie zum Beispiel bei Watte.
  • Falls du einen farblosen Fettstift, einen Rasierstift oder Alaunstift zur Hand hast, kannst du diesen verwenden, um die Wunde zu verschließen. Diese Stifte bestehen aus Kaliumalaun und dienen zur Blutstillung oberflächlicher Hautverletzungen. (Gibt es ebenfalls bei **Amazon).
  • Konntest du die Blutung stoppen, solltest du Wunde ganz normal trocknen lassen, ohne sie extra mit Zellstoffpapier zu betupfen.

Nach diesen Schritten ist es notwendig, die gestresste Haut mit Feuchtigkeit und Vitaminen zu versorgen. Natürliche Hausmittel sind zum Beispiel Kokosöl, Aloe Vera und Honig. Diese Mittel pflegen die wunde Stelle mit ausreichend Feuchtigkeit und unterstützen den Heilungsprozess:

  • Bestreiche die betroffene Stelle mit ein wenig Kokosöl, Honig oder Aloe Vera und decke sie dann ab.
  • Nach einer Stunde die Wunde reinigen und den Vorgang wiederholen. Aloe Vera wirkt zudem entzündungshemmend.

Zwiebel und Knoblauch haben außerdem antibiotische und antiseptische Eigenschaften:

  • Diese beiden Wundermittel lindern nicht nur die Schmerzen, sondern unterstützen effektiv den Heilungsprozess. Die frisch geschnittene Zwiebel für fünf Minuten auf die Wunde legen.
  • Den Knoblauch zerdrücken, mit etwas Honig vermengen und für maximal zehn Minuten auf die Wunde streichen. Danach die Wunde immer säubern und neu verbinden. Wiederhole diesen Vorgang zweimal täglich.

Schnittwunden sind die häufigsten Alltagsverletzungen

Alltagsverletzungen
Alltagsverletzungen (Foto: CC0 / Pixabay / SoFuego)

Zu den häufigsten Alltagsverletzungen gehören Schnittwunden. Wer kennt es nicht: Beim Zwiebelschneiden einmal kurz unaufmerksam gewesen und schon ist es passiert – ein Schnitt im Finger. Die Haut an unseren Händen ist sehr dünn, die feinen Blutgefäße liegen direkt darunter. So gehst du bei einem Schnitt vor:

  • Kleine Schnittwunden trocknen schnell an der Luft, wenn die Haut nur leicht eingerissen ist.
  • Zum Schutz vor Bakterien die Wunde säubern und eventuell mit einem Pflaster abdecken.
  • Je nachdem, welche Zutaten du gerade geschnitten hast, kann eine Infektionsgefahr drohen. Das Risiko ist zum Beispiel bei Fleisch und Fisch höher.

Stärkere Blutungen stoppen

Schürfwunde
Schürfwunde (Foto: CC0 / Pixabay / saulhm)

Bei tiefen Schnittwunden und Verletzungen solltest du die Wunde auf keinen Fall mit bloßen Händen berühren.

  • Achte darauf, dass die Wunde sauber ist. Falls die Verletzung stark verschmutzt ist, zum Beispiel mit Steinen oder Splittern, suche einen Arzt auf.
  • Kleinere Materialien kannst du mit einer Pinzette vorsichtig heraus ziehen.
  • Größere Fremdkörper, bei denen ungewiss ist, wie tief sie im Körper stecken, solltest du lieber nicht berühren, sondern einem Arzt überlassen.

Verwende für größere Verletzungen sterile Wundauflagen, die die Wunde komplett abdecken.

  • Befestige die Wundauflage mit einer elastischen Mullbinde.
  • Bei kleinen Schürfwunden kannst du auch auf Wundschnellverbände zurückgreifen.
  • Prüfe nach der Säuberung und Desinfektion, ob die Wunde dick und rot wird oder sich warm anfühlt. Dies kann auf eine Infektion hinweisen. Suche sofort einen Arzt auf!

Achtung bei Platzwunden: Das sind klaffende Wunden, die grobe Außenstellen aufweisen.

  • Jetzt ist es äußerst wichtig, die Wunde vom Arzt behandeln zu lassen, um Infektionen vorzubeugen.
  • Auch hier gilt als erste Maßnahmen, sterile Kompressen aufzulegen und mit einer Mullbinde zu verbinden.

Ähnlich verhält es sich bei tieferen Stichwunden beispielsweise durch Messer oder Nägel.

  • Die Wunde nur abdecken und dann sofort einen Arzt aufsuchen!
  • Im schlimmsten Fall können innere Blutungen auftreten oder Knochen und Sehnen beschädigt sein.
  • Fremdkörper können in den Organismus gelangen und bleibende Schäden, wie zum Beispiel Wundstarrkrampf oder eine Blutvergiftung hervorrufen.

Rufe sofort den Notarzt (112), wenn die Blutung sehr stark ist oder du das Gefühl hast, das Bewusstsein zu verlieren.

Eine wichtige Frage, die du dir nicht nur bei Tierbissen stellen musst, sondern auch, wenn du dich in der Natur verletzt: Wie lange ist die letzte Tetanus-Impfung her?

Was sind die besten Vorsichtsmaßnahmen?

Verbandskasten
Verbandskasten (Foto: CC0 / Pixabay / Alexas_Fotos)

Ein Verbandskasten im handelsüblichen Automodell der DIN-Norm 13157 (gibt es zum Beispiel bei **Amazon) versorgt dich im Notfall mit einem nicht brennenden Desinfektionsmittel und Verbänden. Den Kasten deponierst du am besten an einer sichtbaren Stelle, damit jeder Zugang dazu hat.

Bei Nutzung immer darauf achten, dass die Hände gründlich gewaschen sind. Nimm die Verpackungen aus dem Verbandskasten nur mit den Fingerspitzen heraus und lege sie sofort auf die betroffene Wunde.

Wirf einen Blick in den Impfausweis! Ist die Tetanus-Impfung länger als ein Jahr her, solltest du sie auffrischen lassen!

So vermeidest du blutende Schnitte bei der Rasur:

Nassrasierer mit Rasierschaum
Nassrasierer mit Rasierschaum (Foto: CC0 / Pixabay / eroyka)

Kleinere Schnitte entstehen vor allem bei der Rasur. Damit es gar nicht erst zu Blutungen kommt, kannst du folgendes beachten:

  • Es ist wichtig, neue und vor allem scharfe Klingen zu benutzen, um Rasurbrand zu vermeiden. Bei stumpfen Klingen steigt die Verletzungsgefahr.
  • Vor jedem Rasieren Bart und Haut reinigen, damit keine ungewollten Bakterien in die verletzte Haut  gelangen. So beugst du Entzündungen vor.
  • Beim Nassrasieren solltest du Rasiergel, beziehungsweise Rasierschaum benutzen, um die Haut mit genügend Feuchtigkeit während der Rasur zu versorgen. (Rasierschaum aus Naturkosmetik gibt es zum Beispiel im **Avocadostore).
  • Solltest du einen Vollbart haben, ist es ratsam, eine Trockenrasur anzuwenden und erst später die gestutzten Haare mit dem Nassrasierer zu bearbeiten.

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