14 wissenswerte Fakten zu Honig

Öko-Test untersucht Honig
Foto: "Honig" von Hansjörg Scherzer unter CC-BY 2.0

Honig kennt der Mensch seit Jahrtausenden. Aber ist er auch gesund? Kann Honig schlecht werden? Ist er vegan? Wieviele Kalorien hat Honig? Welcher schneidet im Test am besten ab?

Das Naturprodukt Honig hat ähnlich viele Kalorien wie Zucker, enthält aber mehr Nähstoffe. Zwar heißt es oft, das Bienenprodukt sei ein „besserer“ Zucker, weil er den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen ließe, oder leichter verdaulich sei. Echte wissenschaftlich Belege hierfür fehlen jedoch. Ist Honig trotzdem gesund und empfehlenswert?

1. Ist Honig gesund oder ungesund?

Honig ist zwar ein natürlicher Süßmacher, aber nur bedingt als gesunder Zuckerersatz geeignet. Zwar enthält er tatsächlich einige Vitamin- und Mineralstoffe. Jedoch besteht er hauptsächlich aus dem Stoff, aus dem auch normaler Zucker besteht: Saccharose, mit all seinen Kalorien und deren Auswirkungen auf Blutzucker und Körpergewicht.

Im Vergleich zu Zucker enthält er mehr Nährstoffe: zum Beispiel Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen, auch einige Vitamine. Das Bienenprodukt darf daher trotz der Kalorienmenge als gesund gelten – aber eben nur als „minimal gesünder“ als etwa Zucker. Die Mengen der Nährstoffe schwanken, weil es ein Naturprodukt ist.

Für die Zähne allerdings ist auch Honig nicht gesund. Und zu viel des flüssigen Goldes fördert – genau wie zu viel Zucker – die Gewichtszunahme. Lies dazu auch den Beitrag: Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft und Co.: die Wahrheit über Zuckerersatz.

2. Wie viele Kalorien hat Honig?

Bei Naturprodukten schwanken die messbaren Werte für Kalorien. Aber typischerweise hat er etwa

  • 300 kcal pro 100 Gramm, das sind
  • ca. 30 kcal pro Teelöffel (10 Gramm) oder
  • ca. 60 kcal pro Esslöffel (20 Gramm).

Ein Löffel Honig hat also etwa so viel Kalorien wie ein Scheibe Knäckebrot. Die Kalorien von Honig entsprechen damit in etwa denen von Konfitüre.

Zum Vergleich: Zucker bringt es auf etwa 390 Kalorien pro 100 Gramm, allerdings enthält Zucker kein Wasser, ist also konzentrierter.

3. Test: fragwürdige Inhaltsstoffe in Honig

Obwohl Honig ein Naturprodukt ist, finden sich darin heute immer wieder gentechnisch veränderte Pflanzenbestandteile, Rückstände von Pestiziden und weitere Gift- und unerwünschte Inhaltsstoffe. Seine Qualität hängt stark von den Pflanzen und der landwirtschaftlichen Nutzung in der Umgebung der Bienenstöcke ab. Werden hier chemische Pflanzenschutzmittel versprüht, können die auch in den Honig gelangen. Ähnlich verhält es sich mit dem Einsatz von Gentechnik.

Außerdem finden sich im Honig, ähnlich wie zum Beispiel auch im Kräutertee, hin und wieder Pyrrolizidinalkoide. Diese pflanzeneigenen Gifte stehen im Verdacht, Krebs zu erregen und können die Leber schädigen. Auch winzige Plastikpartikel, sogenanntes Mikroplastik, wurden in der Vergangenheit gefunden.

Öko-Test 2016: Honig

Zuletzt prüfte Öko-Test 11/2016 normalen Honig und Bio-Honig mit mindestens EU-Bio-Siegel. Bei den Bio-Produkten schnitten drei mit „sehr gut“ ab:

Produkt (Bio) Herkunft Preis (500 g) Bewertung
Alnatura Akazienhonig Rumänien und Ungarn 6,95 Euro sehr gut
dm Bio Akazien Honig Rumänien 6,36 Euro sehr gut
Rewe Bio Akazienhonig (Naturland)** EU-Länder, Südosteuropa 7,84 Euro sehr gut
Erlbacher Honighaus Bio Gold Rapshonig** Rumänien 8,98 Euro gut
Planet Nature Kornblumen Honig (Bioland) Deutschland 8,99 Euro gut

Beim konventionellen Honig schafften immerhin zwei ein „sehr gut“. Auffällig auch: Das 2,49-Euro-Produkt von Lidl schnitt bei Öko-Test ebenso „befriedigend“ ab wie der fast 70 Euro teure Edel-Honig aus Neuseeland:

Produkt (Nicht Bio) Herkunft Preis (500 g) Bewertung
Bihophar Akazien-Honig** EU-/Nicht-EU-Länder 6,49 Euro sehr gut
Breitsamer Honig Rapsblüte Rumänien und Tschechien 4,99 Euro sehr gut
Echter Deutscher Honig Akazienhonig Deutschland 7,45 Euro gut
Manuka Health Manuka Honig Neuseeland 69,80 Euro befriedigend
Marlene Blütenhonig EU-/Nicht-EU-Länder 2,49 Euro befriedigend
Real Quality Obstblüten Honig EU-/Nicht-EU-Länder 4,49 Euro befriedigend

Details zu diesem Test im Beitrag Öko-Test Honig: Drei sehr gute Bio-Honig-Produkte.

Öko-Test 2016: Bio-Eigenmarken

Öko-Test 9/2016 prüfte vier Eigenmarken und war ganz zufrieden:

Produkt Herkunft Preis (500 g) Bewertung
Basic Wald-Blütenhonig aus Bayern Deutschland, Bayern 6,69 Euro sehr gut
Bio Company Blütenhonig zart cremig Osteuropa 4,99 Euro sehr gut
Dennree Bayerischer Blütenhonig (Biokreis) Deutschland, Bayern 6,99 Euro befriedigend
Alnatura Deutscher Blütenhonig (Naturland) Deutschland 6,45 Euro befriedigend

Honig ist allerdings ein Naturprodukt, daher sollte man solche Ergebnisse stets als saisonale Momentaufnahme sehen.

Weitere Tests:

4. Nachhaltiger Honig stammt aus der Region

Prinzipiell ist bei konventionellen Produkten das Risiko, dass sie Pestizid-Rückstände enthalten, größer. Zudem erfüllen Bio-Imker weitaus strengere Auflagen, was die Haltungsbedingungen der Bienen angeht. Leider wird in Deutschland inzwischen etwa 80 Prozent allen Honigs importiert – auch Bio-Produkte. Wenn er importiert wurde, sollte er wenigstens fair gehandelt worden sein (siehe auch diese Gute Frage zu Fair-Trade-Honig aus Übersee).

Honig aus Südamerika – egal ob Bio oder nicht – ist ökologischer Unisnn. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln ist es hier im Zweifelsfall bedeutender, auf die Herkunft zu achten als auf das Bio-Siegel.

Laut Deutschem Imkerbund (D.I.B) sind fast alle deutschen Imker Hobbyimker: weniger als ein Prozent betreibt die Imkerei erwerbsmäßig Das bedeutet auch: Fast überall in Deutschland kann man regional erzeugten Honig bekommen, oft sogar direkt vom Imker. Einfach mal die Augen offenhalten – oft bekommt man ihn auf Wochenmärkten oder auch im lokalen Bioladen.

Honig hat viele Kalorien
Honig hat viele Kalorien (Foto: © Colourbox.de)

5. Regionale Produkte kann man online bestellen

Etwa 99 Prozent aller deutschen Imker sind Hobbyimker. Sie produzieren zwar Honig – viele von ihnen haben neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit aber wenig Zeit, diesen auch zu vermarkten. Abhilfe versucht die Plattform nearBees zu schaffen. Auf diesem Onlinemarktplatz können lokale Imker ein regionales Publikum finden.

6. Fast jeder kann zum Hobbyimker werden

Selber machen liegt im Trend: Hobbyimker holen sich nicht nur leckeren, selbstgemachten Honig ins Haus, sondern unterstützen zudem heimische Honigbienen. Das ist wichtig, denn unsere Ernährung wird zu einem großen Teil durch die Arbeit der Bienen gesichert: etwa ein Drittel unserer Nahrungspflanzen sind von ihrer Bestäubung abhängig.

Allerdings sollte man sich gründlich informieren, bevor man sich ein Bienenvolk anschafft: Imkern braucht Zeit, Aufwand und Geld. Utopia zeigt dir, was du fürs Imkern brauchst – in den Beiträgen Imkern für Anfänger – so wirst du zum Bienenretter und Bienen retten mit Urban Beeing & Stadtimkern?

7. Honig ist nicht vegan

Es gibt Veganer, die ihn essen, aber im Allgemeinen gilt er als nicht vegan, da er von Tieren, eben den Honigbienen, produziert wird. Mit gesund oder ungesund hat das erst Mal nichts zu tun, doch genau wie bei anderen Nutztieren beeinflusst der Mensch die natürliche Entwicklung und Lebensform der Bienen und genau wie bei anderen Nutztieren können daraus Probleme entstehen. Deshalb verzichten die meisten Veganer auf Honig und Bienenwachs.

Du willst gesund leben und suchst pflanzliche Alternativen? Hier die besten pflanzlichen Honig-Alternativen

8. Definitiv ungesund: Honig als Risiko

Für Allergiker ist Honig nicht gesund. Sie können überempfindlich auf Pollen reagieren, von denen Rückstände im Honig enthalten sein können. Importierte Produkte können unter Umständen auch Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten. In einigen Sorten hat Öko-Test außerdem Fremdpartikel wie Mikroplastik gefunden.

Vor allem Honigsorten aus Süd- und Mittelamerika enthalten manchmal krebsfördernde oder anderweitig nicht gesunde Pflanzenstoffe in bedenklichen Konzentrationen. In manchen Sorten können sich Wirkstoffe aus Giftpflanzen verstecken, wie etwa in Pontischem Honig, Honigen der Rosmarinheide und Sorten aus Neuseeland. Solche Produkte sind nicht unbedingt gesund, werden jedoch nur selten verkauft.

In Deutschland ist Honig an sich ein streng kontrolliertes Lebensmittel, was hohe Qualitätsansprüche erfüllen muss, deshalb geht man mit dem Verzehr von heimischen Produkten keine großen Gesundheitsrisiken ein. Ob Honig dann aber gesund ist, hängt vor allem von der Menge ab: Ab und zu bisschen schadet nicht, täglich viel hingegen schon. Es ist eben vor allem Zucker.

Honig ist nicht vegan
Honig (Illustration: Miro Poferl)

9. Honig gehört nicht in den Kühlschrank

Honig ändert im Kühlschrank seine Konsistenz: Er wird härter (der Zucker wird sichtbar) und lässt sich schlechter aufs Brot streichen. In den Kühlschrank muss er aber nicht. Lies dazu auch: 10 Lebensmittel, die du nicht im Kühlschrank lagern solltest.

10. Kann Honig schlecht werden und verderben?

Zucker hält bekanntlich ewig, aber kann Honig schlecht werden? Ja, etwa indem man Fremdkörper wie Butter oder Brotkrümel einbringt. Dann verdirbt zwar nicht direkt der Honig, aber die Butter wird ranzig und das Brot schimmelt möglicherweise. Gesund ist das nicht, aber meist auch nicht gefährlich.

Fest verschlossenen, trocken und lichtgeschützt gelagert (z.B. im Schrank) hält er sich normalerweise Jahre, ohne zu verderben oder an Qualität zu verlieren. Hält man ihn frei von Fremdkörpern, kann man ihn praktisch ewig essen. Honig ist daher eines unserer acht Forever Foods: Lebensmittel, die niemals verderben.

Wenn Honig „kristallisiert“, so ist dies kein Problem, er ist deswegen nicht schlechter. Manche erhitzen ihn, dann verschwinden die Zuckerkristalle vorübergehend wieder. Wir raten davon ab.

11. Honig ist natürlich – meistens

Honig ist ein Naturprodukt und muss daher naturbelassen verkauft werden. Teilweise konnten aber Zusätze von Fremdzuckern oder Stärke nachgewiesen werden (Stiftung Warentest). Sortenreine Produkte bestehen aus Honig einer bestimmten Sorte (Bäume, Wildblumen…). Sie sind nicht immer so rein, wie sie klingen: Oft sind noch viele andere Pollenarten nachweisbar, anders als das Etikett suggeriert. Aber das läßt sich in der Natur auch schlecht verhindern.

Nicht jeder Honig gilt als gut und gesund
Nicht jeder Honig gilt als gut und gesund (Foto AlexaUniversity unter CC0 BY 1.0)

12. Honig gesund für kleine Kinder?

Für Säuglinge ist Honig nicht gesund, Kleinkindern bis zu einem Jahr sollte man daher vorsichtshalber keinen Honig geben. Er kann in sehr seltenen Fällen ein Bakterium enthalten, das bei Kleinkindern Säuglingsbotulismus auslösen kann. Es sind zwar nur sehr wenige Fälle bekannt, doch zur Sicherheit empfehlen Wissenschaftler dennoch, in den ersten zwölf Monaten darauf zu verzichten. Die einzige Ausnahme ist Säuglingsfertignahrung, hier muss der Hersteller dafür sorgen, dass das Produkt keimfrei ist.

Wenn man ihn kleinen Kindern nicht geben darf, darf man ihn dann in der Schwangerschaft essen? Die Antwort ist: ja, man darf. Die Darmflora ist in der Lage, den Erreger abzutöten, sodass kein Risiko für das ungeborene Kind entsteht.

13. Honig als Hausmittel

Im Internet kursieren hunderte Rezepte, um damit Hautunreinheiten einzudämmen oder die Haut zu pflegen. Diese gesundheitlichen Wirkungen sind aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Auch als Mittel zur Wundheilung ist das gelbe Gold im Gespräch, vernünftig belegt ist aber auch das nicht.

Allerdings: Schaden wird es auch nicht. Auch als Hausmittel bei Erkältungen oder zum Einschlafen kann man Honig durchaus mal ausprobieren. Wegen der vielen Kalorien sollte man es eben nicht dauerhaft übertreiben.

14. Bio hilft – laut Tests aber nicht immer

Wo die Bienen hinfliegen, das kann der Imker nur schwer steuern. Bio-Imker sind aber verpflichtet, die Bienenstöcke so aufzustellen, dass „aus einem Umkreis von drei Kilometern keine nennenswerte Beeinträchtigung der Bienenprodukte durch landwirtschaftliche und nicht landwirtschaftliche Verunreinigungen zu erwarten ist“.

Es passiert aber dennoch. So wurde Ende August 2016 bekannt, dass man in deutschem Honig Glyphosat in erhöhten Mengen finden kann. Wen wunderts, wird doch ein Großteil der deutschen Äcker damit behandelt, und so findet man das umstrittene Monsanto-Herbizid auch in Bier und Wein.

Bei einem Test von Bio-Eigenmarken fand Öko-Test 9/2016 das Insektizid Thiacloprid in den Honigen von Alnatura und Denn’s Biomarkt. Hersteller wenden ein, dass Bienen nun manchmal eben weiter fliegen als die drei Kilometer und sich daher eine Verunreinigung mit Pestiziden nicht völlig vermeiden ließe. Dann aber, so Öko-Test, sollte das flüssige Gold nicht mehr als Bio-Produkt angeboten werden.

Es bleibt aber dabei, dass Bio-Honig** im Vergleich zum konventionellen generell zu bevorzugen ist, ebenso wie solcher aus regionaler Herkunft. Bio-Honig kannst du online z.B. bei Gepa**, myTime** oder Allyouneed Fresh** bestellen.

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(15) Kommentare

  1. Punkt 9 ist leider ungenau!
    Es gibt SORTENhonige (Rapshonig, Lindenhonig, Waldhonig etc.), diese enthalten je nach Sorte überwiegend die angegebene Sorte. Sie enthalten IMMER auch Nektar/Pollen anderer Pflanzen. Das ist kein Merkmal minderer Qualität!

    Honige aus unseren Breiten haben alle an sich, dass sie irgendwann (meist schon nach 1 Jahr) kristallisieren, d.h. hart werden und ihre flüssige Form verlieren (bis auf Akazienhonig, dieser Baum stammt aber auch ursprünglich aus den Tropen). Honig aus dem Supermarkt, der sehr lange flüssig bleibt, ist meist eine Mischung verschiedenster Honige (also kein Sortenhonig) und zudem wärmebehandelt. Das führt zum Verlust diverser Inhaltsstoffe und ergo einem Qualitätsverlust, es muss aber nicht auf dem Etikett stehen.
    Ich schließe mich dem Tipp an, regionalen Honig (privat vom Imker am besten) zu kaufen. Bio ist nicht so wichtig, denn Bienen fliegen bis zu 5 km weit und kein Mensch kontrolliert, ob sie wirklich „Wildblüten“ anfliegen oder was auch immer. Wenn, dann lohnt sich demeter, da werden die Bienen besser behandelt. 🙂

  2. „Bio ist nicht so wichtig“
    Finde ich schon wichtig aus diversen Gründen:
    1. Einschränkungen bei der Zufütterung
    2. Einschränkung bei der Parasiten-Bekämpfung
    3. Keine Flügel beschneidung bei der Königin

    Und vieles mehr:
    http://www.alnatura.de/de-de/panorama/faq/haeufige-fragen-produkte/honig-der-unterschied-zwischen-bio-und-konventionellem-honig
    http://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/200710e10.html
    http://www.imkerei-forst.de/wissenswertes/bio-richtlinien/

  3. Honig aus der Region zu kaufen ist vernünftig und gut. Die meisten Imker sind Hobbyimker, und verdienen sich mit Ihrem Honig etwas dazu. Aber es geht bei der Honigfrage auch nicht darum, „die kleinen Leute“ zu unterstützen, sondern Menschen zu fördern, die mit ihrer Bienenhaltung mehr für die Erhaltung der Artenvielfalt tun als beispielsweise etwa passive Mitglieder in Umweltorganisationen mit ihrem Mitgliedsbeitrag.

    Die Begründung für die Aussage „demeter lohnt sich“, weil die ihre Bienen besser behandeln ist Blödsinn. Ich bin selber Hobbyimker und kenne keinen Imker, der seine Völker „schlecht behandelt“. Das Gegenteil ist der Fall. Solche Meinungen sind u.a. auch die Saat von weltfremden Kampfveganern, für die Tierschutz jenseits ihrer grobrasterigen Wahrnehmung vonLeben aufhört. Ich will nicht wissen, wieviele Nutzinsekten und Kleinlebewesen auf unseren Äckern totgespritzt werden, damit wir unser vegetarisch veganes Gutgewissen pflegen können.

  4. Zu Punkt 8): Damit Honig nicht kristallisiert, wird er tiefgekühlt und behält Geschmack und Konsistenz nach dem Auftauen unverändert.
    (N.B = Kühltruhe ist nicht gleich Kühlschrank)

  5. zu Punkt 6)
    Ohne den Mensch kann die Biene in Deutschland nicht überleben (PS: wegen des Menschen). Veganer sollten vielleicht erst recht Bienen halten? Vielleicht um sie vor dem Menschen zu retten (Stichwort: überzogene Zucht, fehlende Auslese durch zu viele Behandlungen …. )?

  6. Nur ein Gedankenanstoß, bei all dem Suchen nach noch raffinierteren Genüssen für uns Menschen.
    Wir sollten den Bienen ihr Gelée royale lassen. Das Entfernen der Königin bedeutet für das Bienenvolk eine extreme Stresssituation und einen massiven Eingriff in das Gleichgewicht des Volkes. Die Bienenvölker sind sowieso schon enormen Umweltbelastungen ausgesetzt. Dass eine Milbe sie töten kann, ist auch auf verminderte Abwehrkräfte zurück zu führen. Keine Bestäubung ohne die Bienenvölker. Was das bedeutet, sollte heute jeder wissen. – „Erst wenn der letzte Baum gerodet ist, … wissen wir, dass man Geld nicht essen kann ….“

  7. „… Honig ist für die Menschen am allerschönsten erschaffen, wenn er nur der Natur derselben entsprechend sowohl bei Gesunden wie bei Kranken zur richtigen Zeit und mit Maß angewendet wird“. so schrieb es Hippokrates von Kos 460 vor Christus

    Bis heute glaubt man in der Volksmedizin, dass Honig gesundheitlich positive Wirkungen hat. Honig hilft bei Halsschmerzen, Erkältungen, Herpes, Schlafstörungen und zahllosen anderen Beschwerden. In der Wundheilung fand Honig noch in den Lazaretten des ersten Weltkriegs Anwendung.

    Obwohl Honig also zu den „bewährten Hausmitteln“ zählt, sprechen Schulmediziner ihm zuweilen seine heilenden Qualitäten ab. Zu dem Schluss kommt man bei der Lektüre eines Beitrags auf der Seite des medizinischen Informationsdienstes http://www.gutepillen-schlechtepillen.de. Ein Redaktionsteam aus Medizinern, Apothekern, Gesundheitswissenschaftlern, Naturwissenschaftlern und Soziologen hat Studien zur Wirksamkeit von Honig in der Medzin ausgewertet und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis:
    Obwohl die medizinische Anwendung von Honig eine lange Tradition hat, sind seine Wirkungen wissenschaftlich nicht gut untersucht. Die Studien sind meist von sehr geringer Aussagekraft, da sie beispielsweise zu wenige Menschen einbeziehen und oft ein Vergleich mit einem Placebo oder einem Medikament fehlt.

    Wie gesund ist denn Honig: Lest es nach auf meinem Bienenblog unter http://bienenseiten.blogspot.de/2014/10/hippokrates-und-der-honig.html

  8. Regionaler Honig vom Imker aus der Region wird niemals bei Ökotest oder Warentest landen.
    Wie kann ich da wissen wie es sich mit Pestiziden, Giften , Gentechnik etc. verhält?
    Er ist ja vielleicht nachhaltig und ja ich kann den Imker fragen, aber der muß ja nicht unbedingt wissen ob sein Honig verunreinigt ist.

  9. Warum kaufst Du nicht einfach Bio-Honig.
    Der wird gut untersucht und darf die genannten Stoffe nicht enthalten.
    Natürlich wird nicht jede Charge untersucht, aber im Schnitt kannst Du davon ausgehen, daß die Belastung wesentlich geringer ist.
    Hier steht auf Seite 6 folgendes:
    https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/themen_az/agrar/Neumeister_15_Pestizide_OEko_vs_konv.pdf
    Mittlerer Pestizidgehalt µg/kg bei öko-Honig 1,70 und bei konv. Honig 6,76, also um Faktor 4 mal so viel.

    Gewisse Gifte gegen die Varroa-Milbe sind bei Bio-Honig nicht zugelassen und es gibt Auflagen über Abstand des Bienenstocks zu konventionell bewirtschafteten Feldern.
    Im konventionellen Honig finden sich viel mehr Antibiotika-Rückstände.

    Da Bienen sich nun mal nicht einsperren lassen, kann auch Bio-Honig Pestizide enthalten, wenn die Bienen an einer konventionellen Obst-Plantage genascht werden.
    Aber eben im Schnitt weniger.

    Testergebnisse wie von Stiftung Warentest oder Ökotest können auch immer nur eine Momentaufnahme sein. Vielleicht stehen die Bienen ja nächsten Monat an einem anderen Ort und dann sieht das Ergebnis schon wieder anders aus.

  10. Die Annahme das Biozertifizierter Honig weniger belastet als deutscher Regionaler Honig ist fachlich leider falsch.

    Die EU-Bio-Zertifizierung betrifft fast ausschließlich die Bienenhaltung. Auflagen bezüglich der Lage betreffen nur sogenannte „Verschmutzungsquellen“ wie Mülldeponien. Abstände zu konventionell bewirtschafteten Felder sind keine Pflichtvorschriften.

    Honig aus Deutschland gehört nicht mehr zu den Lebensmitteln, die von den Ämtern regelmäßig kontrolliert wird, da es im letzten Jahrzehnt kaum noch Beanstandungen bezüglich von Belastungen gab. Es wird nur noch in begründeten Ausnahmen kontrolliert. Übrigens: wo es beanstandungen bzgl. der Pestiziden waren häufig Rapshonige oder Honige mit hohem Rapsanteil. Auch Heidehonig soll dabei gewesen sein.

    Antibiotika sind in der Bienenhaltung in Deutschland nicht zugelassen! Diese findet man daher im Honig aus Übersee. So hat man im Biozertifizierten Honigen aus Süd- und Nordamerika auch gentechnisch-veränderten Pollen gefunden, der manchmal herausgefiltert wird, um die Herkunft zu verschleiern.

    Die Mehrzahl der Imker in Deutschland imkert nach Biokriterien, ganz ohne Zertifikat.

    Frag Deinen Imker, wo er genau mit seinen Bienen steht und was es in der Umgebung gibt. Stehen die Bienen z.B. im Natur- oder Landschaftsschutzgebiet oder am Rapsfeld? Vermutlich sind Honige von Bäumen wie Linden oder Akazien (Robienien) weniger belastet, da hier keine Pestizide eingesetzt werden. Meines Erachtens die bessere Gewissheit.

  11. azorenfan, Du hast recht, daß der Unterschied zwischen Bio und konventionell bei Honig nicht so bedeutsam ist, wie anderswo.

    Auch daß die Vorgaben zur Standortwahl etwas schwammig sind, vor allem bei EU-Bio.
    Wen es interessiert, hier kann man sie nachlesen für EU-Bio, Bioland und Demeter:
    https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/uploads/media/Binder_Bio_pdf-_Anforderungen_an_eine_Bio-Imkerei_Nov11_01.pdf“

    Aber natürlich ist jeder Bio-Imker daran interessiert, seinen Honig möglichst Pestizidfrei zu halten, weil die Kontrollen auf Rückstände deutlich strenger sind, als beim Siegel „Echter Deutscher Honig“, wo vor allem kontrolliert wird, ob das Etikett gerade sitzt, wie mal ein Bekannter (Imker) meinte.

    Auch haben sich die Bio-Imker in der Vergangenheit sehr um die Gentechnikfreien Regionen bemüht. Schon alleine deshalb würde ich sie immer unterstützen.

  12. von wegen MONSATO . . . sogenannte kluge köpfe haben vor einiger zeit entschieden, dass MONSTAO mit BAYER zusammenarbeitet . . .
    inwieweit ist nun BAYER für die schäden von MONSATO mitverantwortlich ?

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