Verpackungsfrei einkaufen beim BĂ€cker – so geht’s am einfachsten đŸžđŸ„– đŸ„

In einem herkömmlichen Beutel aus Baumwolle kannst du dein Brot problemlos einfrieren.
Foto: Matthias Schulz/ utopia

Brot und Brötchen? Kommen dir nicht mehr in die TĂŒte! Sondern ab sofort in den praktischen Brotbeutel, auch Brottasche oder BrotsĂ€ckchen genannt. Die nachhaltigen Stofftaschen gibt es aus Leinen, aus normaler oder aus Bio-Baumwolle.

Du kannst deinen Brotbeutel als umweltfreundliche Alternative zu Plastik- und PapiertĂŒten in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen und von verschiedenen Anbietern erwerben. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich den Stoffbeutel natĂŒrlich auch selbst nĂ€hen (siehe unten).

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Brot? Kommt dir nicht (mehr) in die TĂŒte!

Wenn du in Zukunft hĂ€ufiger verpackungsfrei einkaufen willst, um deinen persönlichen ‘MĂŒllabdruck‘ zu reduzieren, möchten wir dir einen neuen, treuen Begleiter vorstellen: den Brotbeutel. Er macht deinen Einkauf  nachhaltiger und deine Sonntagsbrötchen noch knuspriger.

Die BĂ€ckertĂŒten aus Papier, in denen du deine Backwaren bislang (ungefragt!) ausgehĂ€ndigt bekamst, sind zwar ungefĂ€hrlich: Die Stiftung Warentest hat die TĂŒten von zahlreichen Backwarenanbietern im Jahr 2015 auf Schadstoffe untersucht und kaum negative Resultate gefunden. Was die Warentester jedoch ĂŒbersahen, ist die MĂŒllmenge, die wir durch den gedankenlosen Verbrauch von BĂ€ckertĂŒten produzieren. Und die Rohstoffe sowie die Energie, die fĂŒr die Herstellung der TĂŒten aufgewendet werden mĂŒssen.

Nehmen wir – nur schĂ€tzungsweise – an, dass sich jeder erwachsene Deutsche zweimal in der Woche eine PapiertĂŒte vom BĂ€cker geben lĂ€sst, ergibt das rund 7 Milliarden PapiertĂŒten im Jahr. Davon sind schĂ€tzungsweise zwei Drittel ĂŒberflĂŒssig, weil sie nicht benötigt werden, um Finger und Kleidung vor klebrigem GebĂ€ck, Puderzucker oder feuchten KĂ€sebrötchen zu schĂŒtzen.

Ein Brotbeutel ist nachhaltig, weil er unnötigen MĂŒll vermeidet

Man muß um die BĂ€ckertĂŒte jetzt kein Drama machen. Doch auch so etwas ‚Harmloses‘ wie sie ist (mit) dafĂŒr verantwortlich, dass wir zu viel MĂŒll produzieren und unnötig viele Rohstoffe verbrauchen. Abgesehen davon, dass manche BrötchentĂŒte nicht nur aus Papier besteht, sondern oft auch ein Sichtfenster aus Kunststoff hat (zum Beispiel bei vielen Discountern) oder auf der Innenseite beschichtet ist.

Dein eigener wiederverwendbarer Brotbeutel ist da eine gute Alternative, um einen Beitrag zur MĂŒllvermeidung zu leisten. Und das ohne viel Aufwand!

Ein Brotbeutel oder einen Brottasche sollte am besten aus Bio-Baumwolle bestehen; Hanf oder Leinen (sofern diese unter fairen Bedingungen produziert wurden) sind natĂŒrlich auch zu empfehlen. Der Vorteil: Ein Stoffbeutel ist atmungsaktiv und hĂ€lt dein Brot oder deine Brötchen nicht nur auf dem Weg nach Hause frisch und knusprig, er eignet sich auch, um deine Backwaren zu Hause darin aufzubewahren.

Da ein Brotbeutel nicht kĂ€lteempfindlich ist, kannst du ihn auch in den KĂŒhlschrank legen. Sogar einfrieren ist in einem Brotbeutel möglich, wenn du willst! Und natĂŒrlich darfst du darin nicht nur Brot und Brötchen spazieren fĂŒhren – auch Obst, GemĂŒse, NĂŒsse oder andere lose Naturprodukte haben in dem SĂ€ckchen ihren Platz.

Zu guter Letzt lĂ€sst sich dein Brotbeutel natĂŒrlich auch waschen, sodass du ihn bei guter Pflege jahrelang wiederverwenden kannst. Was man von anderen Produkten nicht behaupten kann. Oder hast du schon mal versucht, eine Papier- oder PlastiktĂŒte in die Waschmaschine zu stecken?

Brotbeutel kaufen? Welche gibt es? Und wo?

Plastik und Papier zu vermeiden, ist jetzt so einfach wie Brötchenholen! Hier eine Auswahl empfehlenswerter Brotbeutel:

Brotbeutel
Brotbeutel aus Bio-Baumwolle von naturtasche (links) und von Living Crafts (rechts) (Foto: Avocadostore)

Das Label Naturtasche** bietet schöne Obst-, GemĂŒse- und Brotbeutel an. Ein Beutel von Naturtasche besteht aus Bio-Baumwolle, die keine Schadstoffe an die Lebensmittel abgibt. Bei der Produktion wird auf faire Bezahlung, naturbelassene Materialien und gute Verarbeitung geachtet. Eine Naturtasche fĂŒr große Brote (32 x 46 cm) kostet ca. 6 Euro – Tragkraft bis zu 18 kg, mit Kordelzug und aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle. Besonders nett: Naturtasche bietet auch einen Baguettebeutel (20 x 70 cm) aus Bio-Baumwolle an. Du findest Produkte von Naturtasche im Avocadostore und auf Kivanda.

Brotbeutel von naturtasche kaufen

Etwas gĂŒnstiger, aber von Ă€hnlich guter Verarbeitung ist der Brotbeutel von Living Crafts. FĂŒr ca. 3,50 Euro bekommst einen gerĂ€umigen Beutel (28 x 38 cm) mit Kordelzug, der bei 30°C waschbar ist. Die GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle ist ungefĂ€rbt und ungebleicht. Du erhĂ€ltst** den Beutel im Avocadostore.

Brotbeutel von Living Crafts kaufen

Brotbeutel
Brotbeutel aus Hanf von Elzbag (links) und im Vierer-Set von EcoYou (rechts) (Foto: Avocadostore / EcoYou)

Wer es edler mag, der greife zum Nussmilchbeutel von Elzbag aus Hanf, den es im 2er-Set fĂŒr ca. 46,- Euro gibt. Das verwendete Hanf ist allergikerfreundlich, vegan, nachhaltig, bio und robust. Und Made in Berlin ist der hippe Beutel (30 x 40 cm) auch noch. Auch ihn bekommst** du im Avocadostore.

Brotbeutel von Elzbag kaufen

Du willst nicht nur deinen Brötchen, sondern auch dein GemĂŒse nachhaltig nach Hause bringen? Dann entscheidest du dich vielleicht fĂŒr das praktische Vier-Beutel-Set von EcoYou, das gleich mehrere Taschen in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen enthĂ€lt (ca. 5 Euro pro Tasche). Die Beutel und das GemĂŒsenetz sind waschbar und bestehen zu 100 % aus Baumwolle. Nach Angaben von EcoYou werden die Produkte fair und nachhaltig hergestellt. Besonders praktisch: An den Beuteln hĂ€ngt ein Etikett mit einer Gewichtsangabe, damit du an der Kasse nicht das Gewicht deiner Stofftasche mitbezahlst.

Du erhĂ€ltst** das Set fĂŒr ca. 20 Euro hier bei Amazon oder direkt bei EcoYou. Der große Online-HĂ€ndler bietet auch Brotbeutel von anderen Herstellern an.

Brotbeutel im Vierer-Set von EcoYou

Update: Broot-TĂŒĂŒt

Von der jungen Firma umtĂŒten aus Augsburg gibt es die sympathische „Broot-TĂŒĂŒt„. Sie besteht aus recycelter Bio-Baumwolle mit GOTS-Zertifikat und ist waschmaschinentauglich bis 40 °C. Der handgefertigte Brotbeutel fasst 15 Brötchen und kostet faire 7,95 Euro. Sie kann hier bezogen werden (leider zurzeit ausverkauft).

Besonderer Tipp: Brotbeutel selber nÀhen

Wer das richtige handwerkliche Geschick besitzt, kann sich seine Brottasche natĂŒrlich auch selbst schneidern. Im Internet gibt es viele hilfreiche Anleitungen – wirf einfach mal deine nachhaltige Suchmaschine an! PS: Achte beim Kauf des Stoffs fĂŒr deinen Brotbeutel darauf, dass er waschbar, möglichst leicht und atmungsaktiv ist. Oder hol dir Anregungen aus diesem Artikel:

 

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(8) Kommentare

  1. Mein BĂ€cker hat das „AushĂ€ndigen“ der Brötchen in einen mitgebrachten Brotbeutel mit Hinweis auf eine Hygieneverordnung verweigert obwohl ich nicht einmal verlangt habe, dass er meinen Beutel hinter die Theke nimmt. Er hĂ€tte mir die Brötchen einfach nur aushĂ€ndigen können ohne dass er den Brotbeutel berĂŒhrt – das hat er aber strikt abgelehnt.
    Gibt es tatsĂ€chlich eine Hygieneverordnung, die ihm das untersagt? Wenn ja, was fĂŒr einen Sinn macht das?

  2. Nein, das macht, hygienisch gesehen, kaum Sinn.

    Die Hygieneverordnung scheint das selbst in einer Formulierung wie „sollte“ zu umschreiben.

    Unbestritten ist dagegen das Hausrecht: Wenn Dein BĂ€cker das Prozedere nicht will, ist es sein Recht, das so auszuĂŒben wie von Dir beschrieben.
    Letztendlich geht es (auch) um Produkthaftung.
    Sollte nur ein einziger Mensch nachweislich oder auch nur mutmaßlich (sowas reicht ja in dem kleinen Bezirk) eventuell und möglicherweise deswegen erkrankt sein, dass der BĂ€cker Dir das Brot in den eigenen Beutel gegeben hat …
    dann ist er dran.

    An mir persönlich ist das Massensterben nach dem Gang an die Theke völlig vorbei gegangen. An den Medien offenbar auch. Es muss aber offenbar stattgefunden haben … nee, ich glaube, Produkthaftung trifft es besser.

    Ist wie mit dem MHD. Nein, es stirbt keiner dran, wenn das Ding ne Minute ĂŒberschritten ist …

    Insofern denke und mache ich: Mach Dir Deine eigenen Gedanken, aber bedenke auch die Gedanken der anderen Seite.
    😉

  3. Also ich blicke hier nicht mehr durch.
    Jetzt haben wir die Menschen soweit, dass sie Mehrwegbecher fĂŒr den Kaffee mitnehmen, Dosen fĂŒr Kuchen mitbringen und Brot/Brötchen TĂŒten hinhalten.
    Und was passiert gerade, die BĂ€ckereien verweigern Schritt-fĂŒr-Schritt die Ausgabe in Mehrweg BehĂ€ltnissen.

    DAS KANN DOCH NICHT SEIN!!!

    Was können wir tun? Petition zu GesetzesĂ€nderung? Solche BĂ€ckereien boykottieren? Beim BĂŒrgermeister klingeln? Was???

    Im Moment bestelle ich alles zum vor Ort Verzehr, wenn ein CafĂ© dabei ist, und packe es mir ein. Ob das nachhaltiger ist, wegen spĂŒlen und so, keine Ahnung.

  4. Das ist aber keine neue Erfindung, oder? Wie wurden denn die Semmeln frĂŒher nach hause getragen. In der DDR hatte jeder Haushalt so einen Brotbeutel. Die waren meist mit Backwerkmotiven und KornĂ€hren bestickt. Übrigens wurde auch fĂŒr die berĂŒhmeten „Falls-Beutel“ schon upcycling betrieben. Meine Mutter hat die Dinger aus abgetragenden Hemden meines Vaters genĂ€ht.

  5. Ich habe das schon immer so gemacht:
    Als Kind in der DDR, weil es dort wegen der Mangelwirtschaft Brot und Brötchen nur ohne Verpackung gab. Und im Westen, weil ich nicht einsehe, wieso ich fĂŒr eine Extra-Verpackung die keiner braucht auch noch extra bezahlen soll.

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