Buch-Tipp: Earth for All – Der neue Bericht an den Club of Rome

Earth for All
Foto: CC0 / Pixabay / 11514282

Das Buch „Earth for All“ macht Hoffnung, dass sich die globalen Probleme der Menschen vielleicht doch noch lösen lassen. Im aktuellen Bericht an den Club of Rome erfährst du, wie das gelingen könnte.

Mit „Earth for All“ gibt uns der Club of Rome einen Survivalguide an die Hand – für den Planeten und seine Bewohner:innen. Schritt für Schritt erklärt das Buch, was wir tun müssen, um die großen Probleme der Welt doch noch in den Griff zu bekommen. Dazu gehört vor allem der Treibhauseffekt, der den Klimawandel vorantreibt und damit Hungersnöte und Wasserknappheit weiter verschärft. Doch es geht auch um Armut und Kriege sowie schlechte Bildungschancen oder Benachteiligung von Teilen der Bevölkerung.

"Earth for All": Ein Wegweiser für das Überleben

Verfasst haben diese Anleitung für das Überleben verschiedene Expert:innen aus Forschung und Wirtschaft. Der Club of Rome kommentiert den Bericht mit der Einschätzung, dass er den Weg aus einer fast schon aussichtslos scheinenden Zukunft weise. Denn die heutige Gesellschaft steht am Abgrund: In einigen Bereichen sind die Grenzen der Belastbarkeit des Planeten schon jetzt überschritten.

Auf diese Grenzen machte der Club of Rome erstmals vor 50 Jahren aufmerksam. In seinem damals viel diskutierten Bericht zu den „Grenzen des Wachstums“ zeigte er auf, wohin sich die Erde entwickeln könnte. Das damalige Fazit ist heute immer noch aktuell: Gibt es keine Kehrtwende bei Konsum und Raubbau an Rohstoffen, dann sind die Grenzen der Belastbarkeit unseres Planeten bald erreicht.

Der Club of Rome versteht sich selbst als ein Netzwerk von renommierten Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Sie alle verbindet das Ziel, Lösungen für die globalen Probleme der Menschen zu finden. Sie machen zu diesem Zweck auf die großen Zusammenhänge in Wirtschaft und Gesellschaft aufmerksam. Mit ihrer Arbeit möchten sie die nötigen Veränderungen für eine bessere Zukunft anstoßen.

„Earth for All“ – oder (k)eine Wahl zwischen zwei Modellen

"Earth for All" zeigt auch Lösungen gegen den Klimawandel auf.
"Earth for All" zeigt auch Lösungen gegen den Klimawandel auf.
(Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Der Bericht „Earth for All“ setzt bei den aktuellen globalen Entwicklungen an. Anhand von zwei Modellen erklären die Autor:innen eindrücklich, warum jetzt noch eine letzte Chance besteht, die drohenden Gefahren abzuwenden. Das erste Modell verdeutlicht, was alles passieren kann, wenn es keine drastischen Änderungen gibt. Das zweite Modell zeigt den Ausweg und macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

1) Das Modell „Too-Little-Too-Late“ (wörtlich übersetzt: „zu wenig zu spät“) denkt den Weg weiter, auf dem sich die Menschen derzeit befinden. Anhand vieler anschaulicher Grafiken erklären die Wissenschaftler:innen, warum es am Ende auf unserem Planeten ungemütlich werden könnte: 

  • Der Klimawandel führt zu Missernten und Wasserknappheit.
  • Diese verschärfen das Ungleichgewicht in der Gesellschaft.
  • Die Folge sind immer mehr Staaten mit instabilen politischen Systemen.
  • Die Menschen fliehen vor Kriegen und Armut.

2) Das Modell „The Giant Leap“ (oder „Der riesige Sprung“) dagegen ist ein Gegenentwurf zum ersten Modell. Hier zeigen die Autoren, wie es auch anders kommen könnte. Die Voraussetzung ist jedoch, dass jetzt substanzielle Änderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stattfinden.

  • Wie ein solcher „riesiger Sprung“ gelingen könnte, schlüsselt das Modell im Detail auf. Neueste Technologien ermöglichen es dabei, komplexe Zusammenhänge aus den Bereichen Bildung, Ernährung oder Zins- und Inflationsentwicklung abzubilden.
  • Daraus leiten die Autor:innen fünf wesentliche Schritte ab, um die Kehrtwende unseres heutigen Systems zu bewerkstelligen.

„Earth for All“ ist gewissermaßen die Anleitung für einen Neustart des gesamten Wirtschaftssystems. Laut der Expert:innen, die an dem Buch mitgearbeitet haben, kann es so gelingen, die Armut zu besiegen und die Ungleichbehandlung benachteiliger Menschen zu beenden. Der Bericht zeigt auf, wie die Versorgung der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln und Energie auch klimaverträglich möglich wäre.

Das gemeinsame Ziel heißt nach wie vor, bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein. Auf dem Klimagipfel 2015 in Paris verpflichteten sich die teilnehmenden Staaten mit der Agenda 2030, den rapiden Anstieg der Erderwärmung zu verlangsamen. Um so noch eine Chance gegen die Folgen des Klimawandels zu haben, darf der Temperaturanstieg die 1,5 Grad-Marke nicht überschreiten. Dafür müssen die vom Menschen verantworteten CO2-Emissionen bis 2050 in Richtung Null-Emissionen zurückgefahren werden. 

Fazit: „Earth for All“ ist Pflichtlektüre für alle

"Earth for All" ist der Wegweiser in eine bessere Zukunft.
"Earth for All" ist der Wegweiser in eine bessere Zukunft.
(Foto: CC0 / Pixabay / No-longer-here)

„Earth for All“ ist ein Buch, das jede:n angeht und das eigentlich alle lesen sollten. Der Bericht führt leicht verständlich durch die beiden Modelle. Die Autor:innen veranschaulichen komplexe Systemzusammenhänge in Wirtschaft und Gesellschaft nachvollziehbar und enleuchtend. Mithilfe zahlreicher Grafiken verdeutlichen sie die zwei wahrscheinlichsten Entwicklungsrichtungen und stellen sie in Form der Modelle einander gegenüber.

Nach der Lektüre ist klar: Ein „Weiter so“ können wir uns nicht leisten. Es ist jetzt an der Zeit, zu handeln.

Der Bericht des Club of Rome „Earth for All – Ein Survivalguide für unseren Planeten“ ist in der deutschen Ausgabe erhältlich.

  • Autoren: Sandrine Dixson-Declève, Owen Gaffney, Jayati Ghosh, Jørgen Randers, Johan Rockström, Per Espen Stoknes
  • Erschienen im: Oekom Verlag
  • ISBN:978-3-96238-387-9
  • Preis: Buch: 25,00 Euro, E-Book: 19,99 Euro
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