Corona-Test entsorgen: Trennen – oder nicht?

Fotos: CC0 / Pixabay / Alexandra Koch

Immer mehr Menschen führen einen Corona-Selbsttest zu Hause durch. Nach dem Test stellt sich die Frage: Wohin mit den vielen Einzelteilen des Tests? Darf ich den Test entsorgen und den Müll wie gewohnt trennen – oder gelten wegen einer eventuellen Infektionsgefahr besondere Regeln?

Wem der Schutz der Umwelt am Herzen liegt, der:die zuckt derzeit bei den wachsenden Müllbergen zusammen: Nachhaltige, weil mehrfach verwendbare Stoffmasken zum Schutz vor dem Coronavirus sind nicht mehr gefragt, alle tragen nur OP- bzw. FFP2-Masken, die nicht gewaschen werden, sondern nach nur wenigen Malen Tragen entsorgt werden.

Seit kurzem kann jede:r einen Selbsttest im Discounter, in der Apotheke oder online kaufen und daheim testen, ob eine Corona-Infektion vorliegt. Damit fällt zusätzlicher Müll an. Wer den Corona-Schnelltest zu Hause durchführt, steht nach dem (hoffentlich negativen) Test vor der Frage: Wie sollen all die vielen Einzelteile, aus denen so ein Testkit besteht, entsorgt werden?

Die Selbsttests für Laien bestehen üblicherweise aus einem Teststäbchen für den Abstrich, dem Fläschchen mit der Lösung, einer Kunststoff-Pipette, der Testkassette sowie der Anleitung und einer Umverpackung.

Zum Schutz von Umwelt und Gesundheit: Selbsttests richtig entsorgen

Wir haben recherchiert und dabei erfahren: Den Abfall, der bei Abstrichen im häuslichen Umfeld anfällt, hat das Robert Koch-Institut (RKI) als „Hausmüll“ eingestuft. Die Viruslast wird bei den Selbsttests als gering angesehen – nichtsdestotrotz sollten die Schnelltest-Abfälle in einem reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnis verpackt über die Restabfalltonne entsorgt werden. Das empfehlen das Umweltbundesamt und das Robert Koch-Institut (RKI) in ihrer gemeinsamen Empfehlung zu aktuellen Fragen der Abfallentsorgung.

Corona-Selbsttests entsorgen: Darf die Verpackung in den gelben Sack?

Da die Viruslast gering ist und sowohl die Umverpackungen als auch der Beipackzettel nicht mit dem Probenmaterial in Berührung kommen, dürfen Umverpackungen aus Papier oder Pappe sowie der Beipackzettel in die Papiertonne. Kunststoffverpackungen dürfen in den gelben Sack, so Michael Jedelhauser, Referent Kreislaufwirtschaft beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) gegenüber Utopia.

Sollte der Schnelltest positiv ausfallen, ist es sicherer, alle Abfälle gut verpackt über den Restmüll zu entsorgen. Der nächste Schritt lautet in diesem Fall: Vereinbare einen Termin für einen PCR-Test, um das Ergebnis des Schnelltests zu überprüfen.

Wenn du dich außerdem fragst, wohin mit gebrauchten Masken, Einweghandschuhen und Müll, der bei Infizierten anfällt, hier die Antworten im Schnellüberblick:

Wie werden OP- und FFP2-Masken entsorgt?

OP- und FFP2 Masken enthalten synthetische Fasern und sind nicht recycelbar. Damit gehören sie nicht in den gelben Sack bzw. die gelbe Tonne und auch nicht in den Papiermüll. Wirf deine gebrauchte Maske einfach in die Restmülltonne!

Einwegmasken gehören in den Restmüll.
Einwegmasken gehören in den Restmüll. (Bild: Initiative "Mülltrennung wirkt")

Wichtig zu wissen: Masken solltest du auf keinen Fall in der Toilette runterspülen. Das Vlies löst sich im Unterschied zu Toilettenpapier nicht auf und kann zu Verstopfungen in der Kanalisation führen.

Wie kann ich Einmalhandschuhe richtig entsorgen?

Einmalhandschuhe bestehen aus Latex, Vinyl oder Nitril. In allen Fällen gehören die gebrauchten Schutzhandschuhe nicht in die gelbe Tonne, sondern den Restmüll. „Das hat nicht nur mit der Hygiene zu tun, sondern auch damit, dass Handschuhe nicht als Verpackungen gelten“, erklärt die Initiative „Mülltrennung wirkt“.

Und was ist mit dem Corona-Müll, der bei infizierten Menschen und in der Quarantäne anfällt?

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat oder in häuslicher Quarantäne ist, sollte Abfälle, mit denen er oder sie in Kontakt war, in einen Plastikbeutel geben, diesen verschließen und über den Restmüll entsorgen. Hygieneabfälle wie Taschentücher etc. dürfen auf keinen Fall im Papier- oder Biomüll entsorgt werden. So schützt du die Mitarbeiter:innen der Entsorgungsunternehmen vor einer möglichen Infektion.

Glasabfälle, Pfandflaschen, Batterien etc. solltest du sammeln und erst wenn du wieder gesund bist bzw. die Quarantäne aufgehoben wurde, wie gewohnt recyceln.

Sicherheit geht vor …

Die Müllmengen, die durch Einmalmasken und Corona-Tests entstehen, sind enorm. Das sollte dich aber nicht daran hindern, deine Maske regelmäßig durch eine neue zu ersetzen und einen Corona-Schnelltest zu machen. In diesem Fall sind Gesundheit und Sicherheit oberstes Gebot.

Es gibt jedoch viele andere Punkte, bei denen du im Alltag ganz einfach etwas für dem Umweltschutz tun kannst:

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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