Diversity: Was ist damit eigentlich gemeint?

diversity
Foto: CC0 / Pixabay / Tumisu

Diversity wird in einer Zeit der Globalisierung immer wichtiger. Die genaue Definition von Diversity und weitere wichtige Infos findest du in diesem Artikel.

Das englische Wort diversity leitet sich vom lateinischen diversitas ab und bedeutet „Vielfalt“, „Unterschiedlichkeit“ oder „Verschiedenartigkeit“. Des Weiteren wird Diversity definiert als ein bewusster Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft. Es ist gleichzeitig ein gesellschaftspolitisches und organisatorisches Konzept. Ersteres bedeutet, dass Diskurse, Maßnahmen und politische Konzepte erstellt werden um mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit zu erlangen. Zweiteres zielt hingegen mehr auf die Wirtschaft ab. Ein Beispiel, das beide Konzepte vereint, wäre, dass Frauen oder Ausländer am Arbeitsplatz gleich behandelt werden und nicht etwa deutsche Männer aufgrund ihrer Herkunft und ihres Geschlechts bevorzugt werden.

Diversity legt außerdem viel Wert auf einen bewussten, respektvollen und wertschätzenden Umgang mit Vielfalt. Das bedeutet beispielsweise, egal wie ein Mensch aussieht, wie alt er:sie ist oder wo er:sie herkommt, er:sie muss genauso wertgeschätzt und mit Respekt behandelt werden, wie jede:r Andere:n.

Diversity hat verschiedene Dimensionen. Die wichtigsten haben wir für dich aufgelistet:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Religion
  • soziale Herkunft
  • sexuelle Orientierung
  • körperliche und seelische Verfassung

Diese Ziele hat Diversity

Diversity soll der Vielfalt der Menschen gerecht werden.
Diversity soll der Vielfalt der Menschen gerecht werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Unsere heutige Gesellschaft entwickelt sich stetig weiter und wird immer moderner und vielfältiger. Beispielsweise leben immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion oder Alters in Deutschland. Deshalb wird auch Diversity immer wichtiger. Im Folgenden haben wir für dich einige Ziele zusammengetragen, die Diversity verfolgt:

  • Gleichbehandlung aller Menschen
  • Abbau von Diskriminierung
  • Chancengleichheit
  • Erkennen von vielfältigen und individuellen Erfahrungen und Leistungen und somit die Förderung des einzelnen Menschen
  • Reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen – beispielsweise die Globalisierung oder die zunehmende Vielfalt der Gesellschaft
  • Gemeinsamkeiten finden in der Vielfalt und so die Gesellschaft verbessern
  • Vorurteile abbauen

Rechtliche Grundlagen von Diversity

Es gibt bereits einige rechtliche Grundlagen zu Diversity.
Es gibt bereits einige rechtliche Grundlagen zu Diversity.
(Foto: CC0 / Pixabay / CQF-avocat)

Bezüglich der rechtlichen Grundlagen gibt es verschiedene Gesetze, die Rahmenbedingungen für den Schutz von Minderheiten und den Umgang mit Vielfalt darstellen. Man kann hier zwischen verschiedenen Ebenen unterscheiden. Die wichtigsten stellen wir dir im Folgenden vor:

  • Bundesebene: Auf Bundesebene existiert zum einen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Es hat grundsätzlich zum Ziel, Diskriminierung zu verhindern. Darüber hinaus ist der Artikel 3 im Grundgesetz bedeutsam, der besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Schließlich gibt es noch das Sozialgesetzbuch IX, das die Teilhabe behinderter Menschen regelt.
  • EU–Ebene: EU–weit gibt es verschiedene Richtlinien wie beispielsweise die Antirassismus-, die Unisex- oder die Gender- Richtlinie. In Deutschland müssen sie vom AGG erfüllt und umgesetzt werden. Für Länder der EU sind die Richtlinien allgemein verbindlich, jedoch überliegt die individuelle Umsetzung den einzelnen Ländern.

Auf der Seite der Universität Heidelberg findest du bei Interesse weitere Informationen zu rechtlichen Grundlagen von Diversity.

    Diversity in und neben der Arbeitswelt

    Diversity ist nicht nur in der Arbeitswelt wichtig, sondern auch im Bereich Bildung.
    Diversity ist nicht nur in der Arbeitswelt wichtig, sondern auch im Bereich Bildung.
    (Foto: CC0 / Pixabay / nikolayhg)

    Diversity ist natürlich ein großer Bestandteil der Arbeitswelt. In diesem Zusammenhang wird häufig der Ausdruck Diversity Management verwendet. Damit ist gemeint, persönliche Charaktere und Lebensentwürfe von Menschen im Unternehmen miteinzubeziehen. Das soll den Beschäftigten eine bessere Entfaltung ihrer Fähigkeiten ermöglichen.

    Die Geschäftsführerin von Charta der Vielfalt, Aletta von Hardenberg erklärt das ganz gut. Sie ist der Meinung: Wer im Betrieb einen Teil seiner Persönlichkeit, wie die Sexualität oder die Religion abgeben muss, kann niemals außergewöhnliche Ideen produzieren. Das führt sie darauf zurück, dass die Person am Arbeitsplatz nicht zu 100 Prozent sie selbst sein kann und deshalb verunsichert ist. Allerding sind bei durchschnittlichen Unternehmen immer noch 59 Prozent dafür, dass beispielsweise Religion und Arbeit getrennt werden sollten.

    Daneben sollen Diskriminierung im Arbeitsumfeld vermieden und Vorurteile abgebaut werden.

    Zusätzlich gewinnt Diversity aber auch in anderen Bereichen an Bedeutung, zum Beispiel in der Bildung. Das Hochschulsystem wird beispielsweise immer stärker international ausgerichtet. Austauschprogramme, Globalisierung sowie auch die Digitalisierung führen zu immer weitreichenderer Vernetzung und individuelleren Lebensläufen. So kommt es zu mehr Vielfalt und Diversity-Konzepte werden relevanter.

    Letzlich sorgt auch der demographische Wandel für mehr Vielfalt. Er bezeichnet die Veränderung der Gesellschaft durch beispielsweise Immigration, die sinkende Geburtenrate und das Zunehmen von älteren Personen. Das führt dazu, dass sich die Gesellschaft ebenfalls wandelt und mehr Diversity herrscht beziehungsweise gefragt ist.

    Diversity in der Praxis

    Wie du jetzt bereits erfahren hast, erstreckt sich Diversity über viele verschiedene Bereiche. Vom Bildungssektor und Hochschulen bis hin zur Arbeitswelt. Damit du dir Diversity jetzt noch ein bisschen besser vorstellen kannst, haben wir noch ein paar Beispiele, wie es in der Praxis aussieht.

    Der Verein Charta der Vielfalt führte mehrere Studien zum Thema Diversity durch. Im Folgenden haben wir die Ergebnisse aus dem Jahr 2018 für dich aufgelistet:

    • 95 Prozent der Unternehmen sehen Frauen als Hauptzielgruppe ihrer Diversity-Aktivitäten.
    • Daneben arbeiten in den befragten Unternehmen bis zu fünf verschiedene Generationen zusammen.
    • Außerdem wurde festgestellt, dass lediglich 12 Prozent der Homosexuellen offen auf ihrem Arbeitsplatz auftreten.
    • Letzlich sehen noch 75 Prozent der Befragten Handlungsbedarf beim Umgang mit verschiedenen Religionen.

    Charta der Vielfalt ist außerdem ein Dokument, das deutschlandweit 3000 Unternehmen unterzeichnet haben. Damit verpflichten sie sich, Diversity freiwillig in ihrem Unternehmen zu fördern. Zu den daraus entstandenen Entwicklungen gibt es ebenfalls eine Studie, die Bilanz über die Entwicklungen zieht. Sie fallen überwiegend positiv aus und zeigen, dass vermehrt Aktionen, die Diversity fördern oder darüber aufklären sollen stattfinden.

    Des Weiteren gibt es eine Studie der Page Group, die Deutschland im Hinblick auf Diversity im internationalen Vergleich darstellt. Auch ihre Erkenntnisse haben wir für dich gesammelt:

    • 62 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bezüglich Diversity Aufholbedarf hat.
    • Internationale Unternehmen in Deutschland schneiden hier mit 32 Prozent besser ab als nationale.
    • Nachholbedarf besteht im Bereich Toleranz und Offenheit, flexibler Arbeitszeiten und der Gleichstellung und Förderung von Frauen am Arbeitsplatz.
    • Diversity in Unternehmen führt zu zufriedeneren und motivierteren Arbeitnehmer:innen.

    Allgemein werden immer mehr Studien zum Thema Diversity durchgeführt. Das zeigt, dass das Thema an Bedeutung gewinnt. Studien, die behandeln, wie gut Diversity rechtlich tatsächlich umgesetzt wird, gibt es allerdings kaum. Das liegt daran, dass viel auf freiwilliger Basis beruht.

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