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Dow Jones Sustainability Indices: Das steckt hinter dem Siegel

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Die Dow Jones Sustainabilty Indices (DJSI) messen die Aktienentwicklung nachhaltiger Unternehmen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind so neben Profitabilität messbare Größen an der Börse.

Dow Jones Sustainability Indices: Die grünen Aktien-Indices aus dem Hause Dow Jones

DJ Welt W180 und Europa DJSE40 im Vergleich zu herkömmlichen Indices
DJ Welt W180 und Europa DJSE40 im Vergleich zu herkömmlichen Indices (Foto: Martina Naumann/utopia)

Den Dow Jones Index kennst du aus dem Wirtschaftsteil der Nachrichten. Weniger bekannt sind die nachhaltigen „grünen“ Varianten der berühmten Aktien Indices. Seit 1999 veröffentlicht das New Yorker Verlagshaus Dow Jones eine Gruppe von nachhaltigen Aktien-Indices.

Die Dow Jones Sustainability Indexes (DJSI) ist eine Familie von Aktienindizes, die nachhaltige (also gleichermaßen ökonomische wie ökologische und soziale) Kriterien berücksichtigen. Sie entstehen in Zusammenarbeit mit dem Investmentspezialist RobecoSAM aus Zürich unter der Marke SAM (Sustainable Asset Management).

Neben einem weltweiten Nachhaltigkeits-Index umfasst die Familie verschiedene regionale Indices (etwa den Dow Jones Sustainability Europe Index) und weitere für Schwellenländer („Emerging Markets“).

Die Auswahlkriterien für die Dow Jones Sustainabilty Indices

Für die Dow Jones Sustainability Indices bewertet das RobecoSAM die teilnehmenden Unternehmen gleichwertig nach ihrem wirtschaftlichen Erfolg und dem ökologischen sowie sozialen Engagement und veröffentlicht die Ergebnisse in einem Online-Jahrbuch auf yearbook.robecosam.com.

Das Auswahlverfahren ist im ersten Schritt eng an die herkömmlichen Aktien-Indices angelehnt. In einem zweiten Schritt erfolgt die Beurteilung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit der Unternehmen:

  1. Durch eine Vorauswahl werden rund 2.000 der größten börsennotierten Unternehmen in Branchen gruppiert.
  2. Anhand eines umfangreichen Fragenkatalogs bewertet das RobecoSAM die ökologischen und sozialen Aktivitäten dieser Unternehmen.
  3. Mit Hilfe eines Punktesystems gelingt ein Vergleich von Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen.

In die Dow Jones Sustainability Indices werden je Branchengruppe die Besten 10% der ausgewählten Unternehmen aufgenommen, die „Best in Class Methode“. Die Ergebnisse aus den Fragenkatalogen gleicht das RobecoSAM mit Daten aus der Unternehmensberichterstattung ab und verfolgt die aktuellen Berichterstattung in den Medien.

Unternehmen, die gegen die Nachhaltigkeitsstandards verstoßen, werden aus den Dow Jones Sustainability Indices ausgeschlossen. So verlor Volkswagen durch den Dieselabgaskandal 2015 seinen Platz im Dow Jones Sustainability Index.

Mit den Dow Jones Sustainability Indices ist Nachhaltigkeit eine Börsenkennzahl

Grünes Investment
Grünes Investment (Foto: CC0/pixabay/geralt)

Der Vergleich der Dow Jones Sustainabilty Indices mit herkömmlichen Aktien-Indices gibt durch den Kursunterschied an, wie sich nachhaltig wirtschaftende Unternehmen an der Börse entwickeln. Nachhaltigkeit wird auf diese Weise messbar.

Faktoren wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz oder soziales Engagement sind als „weiche“ Faktoren schwer darzustellen. Mit den Dow Jones Sustainability Indices sind diese Faktoren neben den „harten“ Kapitalkennzahlen in dem Aktien-Kapitalwert der Unternehmen enthalten und somit im Aktienkurs.

An die Entwicklung des Aktienkurs sind vielfach die Bonus-Vereinbarungen des Managements gekoppelt, so dass sich nachhaltiges und ethnisches Wirtschaften „auszahlt“ und nicht nur Gewinnoptimierung.

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Kritik an den Dow Jones Sustainabilty Indices

Börsenhandel an der New Yorker Wallstreet
Börsenhandel an der New Yorker Wallstreet (Foto: CC0/pixabay/skeeze)

Die enge Bindung an ökonomische Kennzahlen, wie den Kapitalwert, ermöglicht es nur großen Konzernen, in den Dow Jones Sustainabilty Indices aufgenommen zu werden. Somit sind auch Unternehmen aus Branchen enthalten, die nicht gleich mit Umweltbewusstsein oder nachhaltigem Wirtschaften in Verbindung gebracht werden, wie z.B. Erdöl-Konzerne, Zigaretten-Multis oder Bergbaukonzerne:

  • So gehören zur Gold-Klasse auch Unternehmen wie British American Tobacco oder Allianz, zur Silber-Klasse auch Coca-Cola oder Nestlé (Stand 2019/8).
  • Selbst Unternehmen wir der Bergbaukonzern Rio Tinto, die immer wieder wegen umstrittener Minen in Afrika und Südamerika Schlagzeilen machen, werden im DJSI gelistet (aber ohne Gold/Silber/Bronze-Status).

Durch die Vorauswahl über die Kapitalgröße sind kleine Unternehmen, die häufig in den Nischenmärkten für Umweltschutz oder Nachhaltigkeit tätig sind, schon per Definition ausgeschlossen. Die Best-in-Class Bewertung der Unternehmen setzt die Messlatte für Nachhaltigkeit entsprechend des besten Großkonzerns.

Gewissermaßen bestimmen so die Großkonzerne selbst, welche Nachhaltigkeitsstandards gerade noch mit ihrer Gewinnoptimierung kompatibel sind.

Der Verdacht liegt nahe, dass einige Konzerne ihre Bewertung in den Dow Jones Sustainability Indices als „Greenwashing“ ihrer sonstigen Aktivitäten benutzen. Andererseits macht die Aufnahme in den DJSI bei etlichen Unternehmen sichtbar, dass mehr getan werden müsste. Auch könnten sich theoretisch einige Konzerne als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit positionieren und so ihre Branchen zwingen, nachhaltiger zu werden.

Trotz der Kritikpunkte an den Dow Jones Sustainability Indices lohnt es sich, die Indices als eine Referenz für nachhaltiges Wirtschaften zu nehmen. Mit dem Investment in nachhaltige Unternehmen stärkst du die Nachhaltigkeit in der Wirtschaft.

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