Eco-Fashion: schöne Taschen fairer Labels

Faire Handtaschen: aus Leder und vegan aus Kunstleder oder Kork
Foto: Nine to Five, Matt & Nat, O my Bag

Ob vegan aus Kork, recyceltem Kunststoff oder aus pflanzlich gegerbtem Leder: Bei vielen kleinen Fair-Fashion-Labels findet man mittlerweile wunderschöne Handtaschen. Wir zeigen unsere Favoriten. 

Handtaschen bestehen aus Kork, Baumwolle, Kunststoff – und oft aus Leder, denn es ist schön, langlebig und robust. Doch konventionelles Leder wird meist unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. In asiatischen Billiglohn-Ländern wie China oder Indien wird es mit Chrom und anderen giftigen Chemikalien gegerbt und gefärbt. Hinzu kommen die laschen Umwelt- und Gesundheitsauflagen die hier gelten. Darunter leiden die Arbeiter, die Menschen vor Ort und letztlich die Umwelt. Mehr über die Problematik von Leder erfahrt ihr in unserem Artikel: Echtes Leder, pflanzlich gegerbtes Leder, Bio Leder – das steckt dahinter.

Kunstleder ist problematisch

Doch auch andere Materialien in der konventionellen Modeproduktion können problematisch sein: Beim Anbau konventioneller Baumwolle werden Chemikalien und giftige Düngemittel eingesetzt, der Anbau braucht zudem viel Wasser. Das wiederum fehlt dann den Menschen, die in den Anbauregionen leben. Und auch Kunstleder ist problematisch: Die Zeitschrift Öko-Test fand in veganen Handtaschen aus Kunststoff Schadstoffe wie PAK, Schwermetalle und Weichmacher. Das ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit äußerst bedenklich.

Zum Glück gibt es kleine faire Handtaschen-Labels, die es besser machen. Sie fertigen ihre Taschen aus pflanzlich gegerbtem Leder in kleinen Familienbetrieben, beziehen ihr Leder aus umweltfreundlicher Produktion, machen Taschen aus dem nachwachsenden Rohstoff Kork, aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle oder recyceltem PET.

Nine to Five –  zeitlose Handtaschen und Accessoires

Beim Hamburger Label Nine to Five findet man Handtaschen, Schuhe und Accessoires aus Leder. Die hochwertigen Produkte werden in drei kleinen Familienbetrieben in Portugal von Hand gefertigt. Dabei arbeitet Nine to Five eng mit den Manufakturen zusammen und kann so, laut eigener Aussage, faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne gewährleisten.

Für die Handtaschen verwendet Nine to Five Kalbsleder. Es stammt aus Europa und wird pflanzlich (auch vegetabil genannt) und chromfrei gegerbt. Beim Design hält Nine to Five seine Produkte bewusst schlicht. So können die Teile lange getragen werden, ohne nach einer Saison schon nicht mehr zeitgemäß zu sein. Daher sind die meisten Produkte auch langfristig verfügbar und werden nicht ständig durch neue Kollektionen ausgetauscht.

Kaufen**: Avocado Store, LadenZeile ab etwa 65 Euro.

Faire Handtaschen aus Leder von Nine to Five
Faire Handtaschen aus Leder von Nine to Five (Foto: Nine to Five)

Vegane Handtaschen von Matt & Nat

Das kanadische Label Matt & Nat macht schon seit 20 Jahren vegane Handtaschen und Rucksäcke; seit Kurzem auch Schuhe. Dafür verwendet es vorwiegend recycelten Kunststoff: Das vegane Leder wird teilweise aus recycelten Fahrrradschläuchen hergestellt, das Innenfutter der Handtaschen und Rucksäcke besteht aus recycelten PET-Flaschen. Daneben verwendet Matt and Nat auch natürliche Materialen wie Kautschuk oder Kork.

Fertigen lässt das Label die Taschen in kleinen Familienbetrieben in China. Matt & Nat baut hier laut eigener Aussage auf eine langfristige Zusammenarbeit und festigt die Beziehung zu den Fabriken durch regelmäßige Besuche vor Ort. Damit will das Label faire und sichere Produktionsbedingungen gewährleisten. Diese beinhalten unter anderem Mindeststandards im Bereich Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit, sie erlauben Gewerkschaften und beschränken die Arbeitszeit, so Matt & Nat.

Kaufen**: Avocado Store, Le Shop Vegan, LadenZeile ab etwa 110 Euro

Faire vegane Handtaschen aus Kunstleder von Matt and Nat.
Faire vegane Handtaschen aus Kunstleder von Matt and Nat. (Foto: Matt & Nat)

O My Bag – faire Taschen aus Amsterdam

Bei O My Bag gibt es schöne Taschen und Accessoires aus Leder. Das Design entsteht in Amsterdam; in Kalkota (Indien) werden die Handtaschen in Handarbeit gefertigt. Hier arbeitet O My Bag mit einer Fair-Trade-zertifizierten Manufaktur zusammen, in der vor allem Frauen und Minderheiten beschäftigt sind, die normalerweise schlechtere Chancen auf Arbeit haben. Den Arbeitern werden faire Löhne gezahlt, Sozialleistungen werden gewährleistet und Aus- und Weiterbildungen angeboten.

Das pflanzlich gegerbte Leder bezieht O My Bag ebenfalls aus der Region um Kalkota: Es stammt von Rindern, die entweder an Altersschwäche oder Krankheit gestorben sind oder für die nicht hinduistische Gemeinschaft geschlachtet wurden.

Kaufen**: Avocado Store, Greenality, LadenZeile ab etwa 70 Euro

Faire Handtaschen aus Leder von O My Bag.
Faire Handtaschen aus Leder von O My Bag. (Foto: O My Bag)

Ono – vegane Taschen aus Kork

Vegane, kunststofffreie Handtaschen aus Kork bekommt man beim Schweizer Label Ono. Gründerin Bernadette Bodenmüller verbrachte einige Zeit auf Bali, wo sie sich von der dortigen Handwerkskunst inspirieren ließ, Taschen aus Kork zu fertigen.

Denn: Kork ist ein äußerst nachhaltiges Material: Er kann in regelmäßigen Abständen von der Korkeiche gewonnen werden, ohne dass dieser Schaden zugefügt wird. Die Korkeiche bindet zudem bis zu fünf Mal mehr CO2 als andere Bäume.

Neben Kork verwendet Ono für die veganen Handtaschen GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle, Öko-Tex zertifiziertes Tencel und Bambus. In kleinen Handwerksbetrieben auf Bali werden die Taschen gefertigt, erst wurden sie nur dort vertrieben. Inzwischen kriegt man sie auch bei uns.

Kaufen**: Avocado Store ab etwa 30 Euro

Faire vegane Handtaschen aus Kork von Ono.
Faire vegane Handtaschen aus Kork von Ono. (Foto: Ono)

Faire Handtaschen von manbefair

Erst seit Mitte 2016 produziert das Label manbefair Handtaschen und Rucksäcke aus Leder und Canvas für Männer und Frauen.

Gefertigt werden die Taschen in einer Fair-Trade-zertifizierten Manufaktur in Indien, Kalkota. Neben sicheren Arbeitsbedingungen ist auch die medizinische Versorgung und die Altersvorsorge der Mitarbeiter gesichert. Die Produktionsstätten setzen sich zusätzlich ein für Frauenförderung, für Menschen mit Behinderung und Randgruppen der indischen Gesellschaft.

Das verwendete chromfreie Leder wird pflanzlich gegerbt, dadurch können Lederreste, die bei der Herstellung anfallen, leicht recycelt und beispielsweise als Dünger eingesetzt werden.

Kaufen**: Avocado Store, LadenZeile, Amazon ab etwa 50 Euro

Faire Handtaschen aus Leder von manbefair.
Faire Handtaschen aus Leder von manbefair. (Foto: manbefair)

Marin et Marine – Taschen und Seesäcke

Das Berliner Label Marin et Marine produziert Seesäcke aus Bio-Baumwolle in maritimem Stil und eine kleine Auswahl an Handtaschen und Clutches aus pflanzlich gegerbtem Leder. Jeder Seesack und jede Handtasche werden in Deutschland in und um Berlin von Hand gefertigt, und auch die Materialien bezieht Marin et Marine aus Deutschland, das Leder stammt aus Frankreich.

Die beiden Gründerinnen und Zwillingsschwestern Valérie und Caroline-Marine, arbeiten als Produkt- und Grafik-Designerinnen. Ihre Taschen sind von Frankreich inspiriert, wo die Familie der beiden lebt.

Mit ihren schlichten, aber hochwertigen Handtaschen und Seesäcken wollen die Designerinnen zum Minimalismus anregen: wenig besitzen, dafür hochwertige Dinge, die man jeden Tag tragen kann.

Kaufen kann man die schönen Seesäcke und Taschen ab etwa 60 Euro im Online-Shop von Marin et Marine

Faire Handtaschen aus Leder und Bio-Baumwolle von Marin et Marine
Faire Handtaschen aus Leder und Bio-Baumwolle von Marin et Marine. (Foto: Marin et Marine)

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(4) Kommentare

  1. ich würde sagen die weltbevölkerung muss sich reduzieren nur so bekommt man das in den griff.dann braucht man auch kein chemie für leder/baumwolle und konsorzium. denn da reicht das aus was die natur so hergibt, dass ist meine meinung

  2. Das ist ja wohl ein Scherz…faire Handtaschen in Indien gefertigt….da wird ja auch bekanntlich super mit den Nutztieren umgegangen…
    Viel Spaß mit dem Qualleder…

    • In den meisten Regionen Indiens laufen Rinder frei rum und werden nicht geschlachtet.
      Steht doch oben „Es stammt von Rindern, die entweder an Altersschwäche oder Krankheit gestorben sind oder für die nicht hinduistische Gemeinschaft geschlachtet wurden.“ Letzteres dürfte ja die Minderheit sein bei 80% Hinduismus.

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