Eheringe aus Gold: Nachhaltiger Schmuck zur Hochzeit

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Eheringe aus Gold symbolisieren ewige Liebe. Doch der Rohstoff Gold ist genauso wertvoll wie problematisch. Hier erfährst du, warum Gold-Ringe oft alles andere als romantisch sind und welche nachhaltigen Eheringe aus Gold es gibt.

Gold-Eheringe: die Schattenseiten hinter dem Glanz

Eheringe stehen für die ewige Verbindung zwischen Liebenden, die „Ja“ zueinander sagen. Für dieses einmalige Versprechen kaufen viele Paare Eheringe aus Gold. Hinter dem Glanz des edlen Metalles verbergen sich jedoch ganz unromantische Schattenseiten. Problematisch an Gold (und anderen Edelmetallen) ist, dass es häufig unter ausbeuterischen und umweltschädlichen Bedingungen abgebaut wird.

In den Minen setzen sich die Arbeiter großen Gefahren aus: Gold stammt zum Teil aus illegalem Kleinbergbau, die Minen sind einsturzgefährdet, oft kommen Arbeiter und Kinder ums Leben (PDF). Sie werden giftigen Dämpfen ausgesetzt und erhalten keinen existenzsichernden Lohn. Häufig kommt es in den Abbaugebieten auch zu gewaltsamen Konflikten zwischen bewaffneten Gruppen, die das Gold für sich beanspruchen. Der Goldabbau bedeutet auch eine große Belastung für die Natur, denn es kommen umweltschädliche Stoffe zum Einsatz. Oft waschen Frauen und Kinder mit hochgiftigem Quecksilber das Gold aus dem Gestein, bevor das Quecksilber-Wasser in die Flüsse geleitet wird.

Für Paare im Hochzeitsfieber ist es nicht ganz einfach zu erkennen, woher das Gold ihrer Ringe stammt. Denn die Lieferketten sind meistens sehr undurchsichtig. Inzwischen gibt es aber immer mehr Möglichkeiten, nachhaltige Eheringe zu kaufen.

Nachhaltige Eheringe aus Gold

Altgold kann recycelt werden und ist somit nachhaltiger als Primärgold
Altgold kann recycelt werden und ist somit nachhaltiger als Primärgold (Foto: CC0 / Pixabay / weinstock)

1. Fairtrade-Gold

  • Der Fairtrade-Gold-Standard richtet sich an kleingewerbliche Goldschürfer. Zertifiziert werden nur Gemeinschaften, die legalen Bergbau betreiben. Die Arbeiter erhalten einen Mindestlohn, der weit über dem üblichen Lohn liegt. Außerdem sind Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung und unverhältnismäßig lange Arbeitszeiten nicht zulässig. Die Richtlinien schreiben auch Maßnahmen vor, um die Gesundheit der Arbeiter zu schützen, z.B. Schutzkleidung und Sicherheitstraining. Außerdem dürfen gefährliche Chemikalien wie Quecksilber nur in Maßen und unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen für den Abbau eingesetzt werden.

2. Ringe aus Recycling-Gold

  • Immer mehr Goldschmiede kreieren ihre Schmuckstücke aus recyceltem Gold. Dabei handelt es sich um Altgold, z.B. alten Schmuck, Zahngold, alte Goldmünzen oder zerkratzte Goldbarren. Das Gold schmelzen die Goldschmieden ein und verwenden es so für etwas ganz Neues. Dadurch brauchen sie kein neues Gold, das möglicherweise aus (Konflikt-)Minen stammt.

3. Ringe maßanfertigen

  • Wenn du Ringe zur Maßanfertigung bei einem Goldschmied in Auftrag geben möchtest, kannst du direkt beeinflussen, mit welchen Materialien der Schmuck gefertigt wird. Einige Goldschmieden bieten Maßanfertigungen mit Fairtrade- oder Recycling-Gold an. Meistens gibt es auch die Möglichkeit, dass ihr dem Goldschmied eigene alte Schmuckstücke zum Einschmelzen und Wiederverwenden zur Verfügung stellt. So bekommt ihr nicht nur nachhaltige Ringe, sondern auch welche mit Vorgeschichte.

4. Gütesiegel „100 Prozent Made in Germany“

  • Dieses Gütesiegel wird von der Initiative Deutscher Trauringhersteller vergeben. Mit dem Siegel zeichnet die Initiative Trauringhersteller aus, die hochwertiges, nach den Auflagen der deutschen Umweltschutzgesetze wiederaufgearbeitetes Feingold aus Recyclingbeständen verwenden. Außerdem werden nur Diamanten aus konfliktfreien Gebieten verarbeitet.

Nachhaltigen Alternativen zu Gold gibt es kaum

  • Platin: Platin gilt als wertvollstes Edelmetall der Welt. Doch der Abbau von Platin ist ein dreckiges Geschäft auf Kosten von Mensch und Natur: Die Bergbauarbeiter leben oft in ärmlichsten Verhältnissen, die Umwelt wird verschmutzt durch giftiges Abwasser und Schwefelabgase. Derzeit wird Platin auch kaum recycelt. Deshalb raten wir davon ab, Eheringe oder anderen Schmuck aus Platin zu kaufen.
  • Das selbe gilt für Palladium, ein Platinmetall, welches ebensowenig nachhaltig ist. Die natürlichen Vorkommen von Palladium sind bereits ausgebeutet – nun wird es aus Kupfer- und Nickelerzen gewonnen. Gelangt Palladium bei der Gewinnung in die Umwelt, wirkt das äußerst umweltschädlich.
  • Silber: Auch der Silberabbau ist äußerst risiko- und konfliktreich. Für den Abbau werden chemische Stoffe, insbesondere giftiges Zinkcyanid und Kupfersulfat, eingesetzt. Diese können in das Grundwasser gelangen und es so verschmutzen.
  • Holz: Ein eher ungewöhnliches aber immer stärker nachgefragtes Material für Eheringe ist Holz. Je nachdem, woher das Holz kommt, kann dies eine nachhaltige Wahl sein. Wir empfehlen heimisches Holz mit FSC-Siegel. Manche Schmuckhersteller verwenden für Holzringe auch die Reststücke aus holzverarbeitenden Betrieben.
  • Titan: Titan ist eines der häufigsten Metalle und steckt in der Erdkruste. Im Vergleich zu Gold und Silber ist es um einiges umweltverträglicher. Ringe aus Titan sind äußerst leicht und widerstandsfähig, sodass sie lange Freude bereiten.
  • Wolfram: Wolfram ist ein weißglänzendes Schwermetall, das vorwiegend in China abgebaut wird. Dort gibt es noch viele illegale Bergbaubetriebe, in denen Sicherheits- und Umweltstandards nicht eingehalten werden. Doch es gibt auch konfliktfreie Wolfram-Minen, z.B. in Ruanda. Diese stellen eine wichtige Einnahmequelle für die lokale Bevölkerung dar. Wolfram wird unter anderem auch in Deutschland und anderen Teilen der EU abgebaut, wo hohe Sicherheits- und Umweltstandards gelten. Wenn du und dein Partner euch also für Wolfram-Ringe entscheidet, solltet ihr also auf eine transparente Lieferkette zu achten. So könnt ihr sicher sein, dass eure Ringe aus fairem Abbau stammen.
  • Edelstahl: Eine kostengünstige Alternative ist Edelstahl. Das Material erinnert an Silber und Weißgold, besteht aber aus einer Legierung aus verschiedenen Materialien. Die Basis bilden Eisen, Chrom und Nickel. Die Herstellung von Edelstahl ist sehr energieintensiv. Dafür wird der Rohstoff Eisen aber unter anderem in Deutschland abgebaut.

Fazit: Edelmetalle sind selten umweltfreundlich. Gold stammt dazu oft aus Krisengebieten. Titan ist einigermaßen umweltverträglich, aber bei der Gewinnung kommen trotzdem Chemikalien zum Einsatz. Holz ist eine nachhaltige Alternative, die allerdings nicht den Geschmack eines jeden Paares treffen wird. Außerdem können Paare, die die Umwelt schonen wollen, ihre Ringe aus Recycling-Gold herstellen lassen.

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