Erste-Hilfe-Maßnahmen: 6 Schritte für den Notfall

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Erste-Hilfe-Maßnahmen sind in vielen Fällen lebensrettend. Vielleicht liegt dein Erste-Hilfe-Kurs schon etwas zurück – wir zeigen dir alle Erste-Hilfe-Maßnahmen in sechs Schritten.

Die hier dargestellten Erste-Hilfe-Maßnahmen orientieren sich an der Hilfsorganisation der Malteser. Sie ersetzen aber keinen ausführlichen Erste-Hilfe-Kurs. Es ist sinnvoll, alle zwei bis drei Jahren einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, damit du dein Wissen und die Handgriffe auffrischst.

1. Erste-Hilfe-Maßnahme: Sichere die Unfallstelle

Zuerst geht es bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen darum, die Unfallstelle abzusichern. Im Straßenverkehr machst du das, indem du den Warnblinker setzt, die Warnweste anziehst und das Warndreieck aufstellst (50m Entfernung innerorts – 250m bis 400m außerorts). Versuche, die verletzte Person aus der Gefahrenzone in Sicherheit zu bringen. Erst dann kannst du dich um sie kümmern. Gib dabei acht, dass du dich nicht selbst in Gefahr bringst.

2. Erste-Hilfe-Maßnahme: Wähle den Notruf

Als zweite Erste-Hilfe-Maßnahme setzt du den Notruf ab.
Als zweite Erste-Hilfe-Maßnahme setzt du den Notruf ab. (Foto: CC0 / Pixabay / Didgeman)

Sobald keine Gefahr von außen mehr besteht, wie zum Beispiel fließender Verkehr, rufe als nächste Erste-Hilfe-Maßnahme mit deinem Handy den Notruf 112 an. Falls du im Auto unterwegs bist und dein Handy nicht funktioniert, greife auf Notrufsäulen am Straßenrand zurück. Sie finden sich auf allen deutschen Autobahnen und Schnellstraßen. Die Leitpfosten am Straßenrand geben mit schwarzen Pfeilen die Richtung an, wo sich die nächste Notrufsäule befindet. In der Regel sind Notrufsäulen alle 1,5 bis 2 Kilometer anzutreffen.

Es ist wichtig, dass du am Telefon ruhig bleibst. Arbeite die W-Fragen ab:

  • Wo ist der Unfall passiert? (auf der Autobahn geben dir die kleinen blauen Schilder Auskunft darüber)
  • Wie viele sind verletzt?
  • Welche Verletzungen kannst du sehen?
  • Wie ist der Unfall passiert?

Bleibe in der Leitung, damit dir die Notrufzentrale noch Rückfragen stellen kann. Sie wird dir auch Anweisungen geben, was du als nächstes am besten tust.

Bis professionelle Hilfe eintrifft, sind noch weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig.

3. Erste-Hilfe-Maßnahme: Prüfe die Ansprechbarkeit und die Atmung

Gibt es mehrere Opfer, versuche vor allem erst denjenigen zu helfen, die deine Erste-Hilfe-Maßnahmen am nötigsten haben. Prüfe, ob die verletzte Person noch regelmäßig atmet. Fühle dazu den Puls am Handgelenk, neige dein Ohr über den Mund des Opfers und beobachte mit deinen Augen, ob sich der Bauch regelmäßig hebt und senkt. Mit diesen drei Faktoren gelingt es dir, die Atmung zu beurteilen.

4. Erste-Hilfe-Maßnahmen: Evtl. Herzdruckmassage mit Beatmung

Bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen musst du eine Herzdruckmassage mit Beatmung starten, falls das Opfer nicht mehr regelmäßig atmet.
Bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen musst du eine Herzdruckmassage mit Beatmung starten, falls das Opfer nicht mehr regelmäßig atmet. (Foto: CC0 / Pixabay / succo)

Falls die Person nicht mehr regelmäßig atmet, musst du als nächste Erste-Hilfe-Maßnahme mit einer Wiederbelebungsmaßnahme beginnen. Dazu muss das Opfer auf dem Rücken vor dir liegen.

An vielen öffentlichen Plätzen gibt es ein grün-weiß gekennzeichnetes AED-Gerät, das du verwenden kannst. Das gibt dir eine genaue Anweisung, was für die Herzdruckmassage zu tun ist.

Gibt es keines in der Nähe, dann führe selbstständig eine Herzdruckmassage mit Beatmung nach folgendem Ablauf durch:

  1. Lege deine Hände übereinander etwa auf die Mitte des Brustkorbs der verletzten Person.
  2. Drücke 30x den Brustkorb in schnellen, aber bestimmten Bewegungen etwa 6cm tief hinein. Beim Takt kannst du dich am Refrain von „Staying Alive“ orientieren.
  3. Danach folgt die Beatmung. Verschließe dazu mit den Fingern die Nase, überstreckse den Kopf und blase zweimal Luft in den Mund, sodass sich die Bauchdecke der liegenden Person hebt.
  4. Wiederhole diese Reihenfolge (30x drücken und zweimal beatmen), bis das Opfer wieder regelmäßig atmet oder professionelle Hilfe eingetroffen ist.

5. Erste-Hilfe-Maßnahmen: Stille Blutungen

Wenn die verletzte Person atmet, aber stark blutet, versuche als weitere Erste-Hilfe-Maßnahme, die Blutungen mit einem Druckverband zu stillen. Am besten liegt die verletzte Person auf dem Boden. Mit Einmalhandschuhen aus dem Verbandskoffer schützt du dich vor Infektionen. Bei dem Druckverband als Erste-Hilfe-Maßnahme legst du zuerst eine sterile Auflage auf die Wunde, die du mit dem Verband fixierst. Durch ein Druckpolster (wie z.B. eine weitere Mulde) kannst du die Blutung etwas eindämmen.

Lege das verletzte Körperteil etwas hoch, damit das Blut zum Herz fließen kann. Enge Kleidung solltest du lockern, damit nichts abgeschnürt wird.

6. Erste-Hilfe-Maßnahme: Bringe das Opfer in die stabile Seitenlage

Die stabile Seitenlage ist auch eine Erste-Hilfe-Maßnahme.
Die stabile Seitenlage ist auch eine Erste-Hilfe-Maßnahme. (Foto: CC0 / Pixabay / succo)

Wenn die verletzte Person noch atmet, aber bewusstlos ist, dann bringe sie in die stabile Seitenlage. So können die Atemwege frei bleiben.

Die stabile Seitenlage funktioniert so:

  1. Das Opfer liegt auf dem Rücken. Winkle den dir nahen Arm wie ein „L“ an. Die Handinnenflächen zeigen dabei nach oben.
  2. Lege den anderen Arm auf die Schulter des angewinkelten Arms. Die Handfläche berührt am besten die Wange.
  3. Winkle das dir ferne Bein an, ziehe den Oberschenkel hoch und dann auf deine Seite. Das Bein muss im Optimalfall im rechten Winkel zur Hüfte liegen.
  4. Achte darauf, dass der Kopf etwas überstreckt und der Mund geöffnet ist, damit die verletzte Person atmen kann.
Eine Erste-Hilfe-Maßnahme ist auch, dass das Opfer seine Eigenwärme nicht verliert.
Eine Erste-Hilfe-Maßnahme ist auch, dass das Opfer seine Eigenwärme nicht verliert. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Kontrolliere nach diesen Erste-Hilfe-Maßnahmen immer wieder das Atmen. Sie ist eine lebenswichtige Funktion für das Opfer. Hilf Verletzten, ihre Eigenwärme nicht zu verlieren, indem du sie am besten mit einer Rettungsdecke zudeckst. Die silberne Seite zeigt dabei nach innen, um die Eigenwärme zu reflektieren.

Streiche auch bewusstlosen Menschen über den Kopf. Damit spüren sie, dass sich jemand um sie kümmert und sie nicht alleine sind.

Betreue bis zum Eintreffen der professionellen Hilfe Menschen, die unter Schock stehen, indem du sie eventuell in den Arm nimmst, ihnen zuhörst und ihnen Sicherheit vermittelst.

Deine Erste-Hilfe-Maßnahmen überbrücken die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Deine Erste-Hilfe-Maßnahmen überbrücken die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft. (Foto: CC0 / Pixabay / bayern-reporter_com)

Um gut auf Notsituationen vorbereitet zu sein, absolviere nicht nur regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs, sondern installiere dir zudem eine Erste-Hilfe-App. Diese App kannst du im Notfall für die Erste-Hilfe-Maßnahmen benutzen, wenn du selbst im ersten Moment etwas überfordert mit der Situation bist.

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