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Frauen aufgepasst: Pink Tax – das steckt hinter der „Frauensteuer“

Foto: CC0 / Pixabay / Goumbik

Die Pink Tax diskriminiert Frauen tagtäglich. Wir erklären dir, welche Bereiche davon betroffen sind und was gegen diese Ungerechtigkeit helfen kann.

Hinter der „Pink Tax“ – auch „Gender Pricing“ genannt – verbirgt sich eine unsichtbare Frauensteuer. Das bedeutet, dass Frauen laut der Verbraucherzentrale Hamburg für gleichwertige Produkte im Bereich Kosmetik sowie für Dienstleistungen wie zum Beispiel beim Friseur und in der Reinigung mehr bezahlen müssen als Männer.

Man geht davon aus, dass Frauen mehr Geld in ihr Äußeres investieren würden als Männer. Mit einem Aufpreis für weibliche Produkte wird dieser Umstand ausgenutzt. Eine derartige Diskriminierung geht nach einer Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes oft wie folgt einher: Produktname, Gestaltung und Verpackung sollen Frauen besonders ansprechen, während die Männerartikel fast identische Eigenschaften aufweisen.

Die Pink Tax in Zahlen

Auch bei Friseurdienstleistungen kommt es zu erheblichen Preisunterschieden bei Männern und Frauen für die gleiche Leistung.
Auch bei Friseurdienstleistungen kommt es zu erheblichen Preisunterschieden bei Männern und Frauen für die gleiche Leistung. (Foto: CC0 / Pixabay / jackmac34)

Die Pink Tax zeigt sich besonders deutlich an den Zahlen, die die Verbraucherzentrale Hamburg im Jahr 2019 ermittelt hat. Demnach liegen die Preise für Rasierprodukte für Frauen etwa 38 Prozent höher als die Männervarianten. Auch die Reinigung von Blusen ist im Schnitt etwa 60 bis 80 Prozent teurer, als es bei einem Männerhemd der Fall ist. Dieser Aufschlag kann sogar über 100 Prozent betragen – wodurch die Produkte oder Leistungen mehr als das Doppelte kosten.

Laut der oben erwähnten Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gibt es bei 62 der 1682 untersuchten Produktvarianten einen erhöhten Preis für frauenspezifische Artikel. Das sind in diesem Fall 3,2 Prozent der Produkte. Bei den 381 untersuchten Dienstleistungen allerdings haben bereits 59 Prozent der Leistungen einen unterschiedlichen Preis für Männer und Frauen.

Mögliche Maßnahmen gegen die „Pink Tax“

Um die Pink Tax zu verhindern, solltest du wenn möglich auf geschlechtsneutrale Produkte zurückgreifen.
Um die Pink Tax zu verhindern, solltest du wenn möglich auf geschlechtsneutrale Produkte zurückgreifen. (Foto: CC0 / Pixabay / Counselling)

Die Pink Tax bedeutet eine große Benachteiligung von Frauen, zumal diese laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Durchschnitt ohnehin weniger Geld verdienen als Männer. Es bedarf eines Umdenkens innerhalb der Gesellschaft. Folgende Maßnahmen wären denkbar, um die Pink Tax auf lange Sicht abzuschaffen:

  • Leistungen nach Aufwand statt Geschlecht anbieten: Sowohl für Dienstleistungen bei:m Friseur:innen als auch in der Reinigung dürfte es keine Preislisten nach Geschlecht geben. Stattdessen müssten der tatsächliche Aufwand und die Materialkosten für einen fairen Preis berechnet werden.
  • Mehr Aufklärung über „Gender Marketing“: Vielen Konsument:innen sind die Pink Tax und die damit verbundene Ungerechtigkeit sicherlich nicht bewusst. Daher bedarf es noch einiges an Aufklärung an Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen. Daran kannst auch du mitwirken, indem du Freund:innen, Bekannte und Verwandte informierst.
  • Studien in regelmäßigen Abständen: Um gezielter gegen das Phänomen der Pink Tax vorgehen zu können, ist noch einiges an Forschung nötig. Die aktuellsten Zahlen liegen aus dem Jahr 2019 vor. Für eine umfangreiche Untersuchung wäre es wichtig, regelmäßige Studien durchzuführen.
  • Geschlechtsneutrale Produkte vorziehen: Auch als Verbraucher:in kannst du dich gegen eine Benachteiligung von Frauen einsetzen, indem du bewusst konsumierst. Informiere dich vorab über Preise und Inhaltsstoffe und unterstütze lieber geschlechtsneutrale Produkte, die von einer „Frauensteuer“ absehen.

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(2) Kommentare

  1. Ich muß einen Umstand zu bedenken geben, den der Artikel vernachlässigt:
    Im Bereich der Kosmetikartikel und bspw. der Harrpflege (meint damit expl. den Frisör oder die selbst erbrachte Frisörleistung) kann sicher JEDER hier Mitlesende feststellen, daß der Mengeneinsatz bei Frauentypen (das inkludiert auch vom Geschlecht Mann die Menschen, die ihr „Natursein“ deutlich aufbessern müssen) deutlich höher ausfällt, als bei männlichem Typus (meint bspw. auch Frauen, die sich bspw. ungeschminkt gefallen).
    Es bleiben daher zwei Fragen:
    Ist der sog. Mehrpreis nicht auch ein Ergebnis der Nachfrage?
    Sorgt der Mehrpreis ggf. für eine Regulierung? Meint: Würde sonst noch mehr davon konsumiert werden?

    Wieviele Artikel, um die es letztlich in diesem Beitrag geht, haben weder eine wirkliche Notwendigkeit noch sind sie – bezogen auf unseren zerstörrenden Konsum – in irgendeiner Form wirklich noch ethisch korrekt?

    Farbspraydosen aus dem Baumarkt oder Haarlack aus der Drogerie… beides typische Exemplare fürdauerhafte Ignoranz.

    Kaufen eigentlich Opas und Väter den Mädchen Barbies oder machen das die Mütter? Meint: Wer prägt eigentich die Kinder? Das Frauen mittlerweile auch Rasierhobel benutzen zeigt ja, daß sie bei unbeeinflußter Kaufentscheidung sehr wohl dazu in der Lage sind, die Genderproblematik zu umgehen. Gilt gleichwohl für Männer… (Beispiel fehlt gerade).

    Und weil es dazu paßt: Einwegartikel *jedweder Form* – damit auch die Monatshygiene und Babywindeln – dürfen keine Ausnahme bekommen – ebenso wie unverhältnismäßige Verpackung bei Düften, Cemes ect.
    Als Vater von zwei Mädchen sehe ich hier unser aller Verantwortung für zukünftige Generationen. Bei aller Schwierigkeit muß uns klar sein, daß es nicht so weiter gehen kann.

  2. Sehr gute Gedanken von Henry! Frage im gleichen Kontext: Brauchen wir 30+ Marmeladensorten im Supermarkt? Oder tun es auch 5-10? Einzeln Plasikverpackte Gesichtsmasken, 40 Sorten „Energieriegel“, etc.? Und – wenn wir etwas online bestellen, *muss* dann auch echt alles, von der Seife bis zum edlen Himalaya-Kristallsalz (extra Kapitel…!) unbedingt binnen 24 im Haus sein, als sei es eine Notlieferung für die Neurochirurgie?