Geld sparen: Macht es Sinn, die Waschmaschine nachts laufen zu lassen?

Macht es Sinn, die Waschmaschine nachts laufen zu lassen?
Foto: CC0 / Pexels, Sarah Chai

Die Energiekosten reduzieren – so lautet derzeit die Herausforderung für uns alle. Was ist dran an dem Tipp, günstigen Nachtstrom zu nutzen und die Spülmaschine oder Waschmaschine in der Nacht laufen zu lassen? Wir haben bei einem Energie-Experten nachgefragt.

Die Annahme, dass Strom nachts billiger ist, hält sich hartnäckig. Damit wäre es ein kluger Schachzug, manche Geräte wie die Waschmaschine oder den Geschirrspüler anzuschalten, bevor man ins Bett geht (zumindest, wenn es die Nachbarn nicht stört) und dank des günstigen Nachtstroms Geld zu sparen. Wir wollten wissen: Macht es heute überhaupt noch Sinn, die Waschmaschine oder den Geschirrspüler nachts laufen zu lassen? Wer kann mit Nachtstrom Geld sparen?

Was ist Nachtstrom?

Bei Nachtstromtarifen ist der Strom in den Nebenzeiten (in der Regel von 22 bis 6 Uhr) günstiger, in den Hauptzeiten jedoch ein bisschen teurer.

Hintergrund für den Nachtstrom: Kraftwerke und Windparks produzieren rund um die Uhr Strom. Nachts ist unser Stromverbrauch geringer. Die Anfänge des Nachtstroms liegen in den 1960-er und 1970er-Jahren. Nachtstromtarife sollten Menschen dazu motivieren, nachts mehr Strom zu verbrauchen und so zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Kraftwerke zu führen.

Um den über­schüssigen Strom zu nutzen, wurden damals vermehrt Nacht­speicher­heizungen (elektrische Speicherheizungen) verwendet. Mittlerweile wird kaum noch mit Nachtspeicherheizungen geheizt. Die Geräte sind Stromfresser, die finanziell keinen Sinn mehr machen und jede Menge Energie vergeuden. Zudem gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, mit Hilfe von Spitzenlastmanagement-Systemen Leistungsspitzen besser auszugleichen.

Nichtsdestotrotz bieten Energieversorger noch immer Sondertarife an, die zwischen 22 und 6 Uhr gelten und preislich günstiger sind.

Nachtstrom: Macht es Sinn, die Waschmaschine oder den Geschirrspüler nachts laufen zu lassen?

„Nein, für die allermeisten Privathaushalte macht es keinen Sinn, die Waschmaschine nachts laufen zu lassen. Sie sparen damit kein Geld“, erklärt Martin Brandis, Energieexperte bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Der Grund: Zum einen sind die Preisunterschiede zwischen Tag- und Nachtstrom heute nicht mehr wirklich relevant. Zum anderen müssen für Nachtstrom einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Du musst mit Strom heizen.
  2. Voraussetzung für den Bezug von Nachtstrom ist ein Zweitarifzähler oder ein zusätzlicher Stromzähler. So wird der Stromverbrauch tags und nachts separat erfasst. Zähler und Montage sind allerdings mit Kosten verbunden.
  3. Und auch dann lohnt sich ein Nachtstromtarif nur, wenn nachts mehr Strom als tagsüber verbraucht wird. Das trifft nur auf wenige private Haushalte zu.
Macht es Sinn, die Waschmaschine nachts laufen zu lassen?
Nachtstrom macht für die wenigsten Privathaushalte Sinn. (Foto: CC0 / Pixabay, jillrose999)

Für wen kann sich Nachtstrom dennoch lohnen?

Wer einen Nachtspeicherofen oder eine Wärmepumpe besitzt, für den kann sich ein Nachtstromtarif tatsächlich lohnen.

Wenn du dich fragst, ob ein Nachtstromtarif für dich Sinn machen könnte, empfiehlt Martin Brandis, die Zählernummer am Stromzähler zu notieren und beim Verteilnetzbetreiber nachfragen, ob für diese Nummer das Nachtwaschen Sinn macht, um Kosten zu sparen. „Bei den allermeisten wird die Antwort „Nein“ lauten“, erklärt der Energieberater.

Gut zu wissen: Eine Stromheizung ist grundsätzlich nicht vorteilhaft: der Stromverbrauch ist hoch – und die Kosten für die Heizung dadurch ebenso. Wichtig ist, dass du Öko-Strom nutzt.

Nachts Wäsche waschen: Bitte beachten

Bitte immer bedenken: Wenn du nachts elektronische Geräte laufen lässt, kann das deine Nachbarn stören. Wenn du in einem hellhörigen Haus wohnst, solltest du das lieber unterlassen – oder bei deinen Nachbar:innen nachfragen, ob es sie stört. In der Hausordnung sind die Ruhezeiten festgehalten, meist liegen diese zwischen 13 und 15 Uhr und von 22 bis 7 Uhr.

  • Besonders viel Lärm verursacht der Schleudergang. Deshalb: Wäsche beim nächtlichen Waschgang zum Abschluss nicht mit einer hohen Drehzahl schleudern.
  • Überprüfe, ob deine Waschmaschine gerade steht. Wenn sie horizontal gleichmäßig ausgerichtet ist, vibriert sie weniger – und ist damit leiser.
  • Hilfreich können auch Schallschutzmatten oder Antivibrationsmatten sein.

Energie sparen beim Wäschewaschen

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