Was haben eigentlich plötzlich alle mit Gluten?

Gluten
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Gluten macht krank, dick und dumm, heißt es. Aber wie konnten Menschen dann seit Jahrtausenden Brot essen? Und: Warum haben plötzlich alle Bauchschmerzen davon? Unsere Autorin ist diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Dass ein Großteil meiner Freunde im Café nach Sojamilch verlangt, weil sie sich nach dem Verzehr von Milchprodukten mindestens unwohl fühlen – daran habe ich mich schon gewöhnt. Seit neuestem essen sie aber auch beim Italiener kein Brot mehr und schwören auf Zoodles statt Nudeln. Gluten ist die neue Laktose. Und glutenfrei das neue Synonym für „Ich tue meinem Körper etwas Gutes.“

Gluten ist die neue Laktose. Und glutenfrei das neue Synonym für „Ich tue meinem Körper etwas Gutes.“

Angst vor Gluten

Bücher wie „Dumm wie Brot: Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ oder „Die Weizenwampe“ machen Angst. Und noch viel schlimmer: Sie sind dabei auch noch wahnsinnig erfolgreich. Weit über 100 Amazon-Rezensionen gibt es zum ersten Titel, fast alle sind positiv. Autoren schreiben hier, wie krank, dick und dumm Gluten macht. Sie haben scheinbar handfeste Beweise, Uni-Abschlüsse, Doktor-Titel – und man selbst schnell das Gefühl, dass einem nicht viel übrig bleibt, als ihnen zu glauben.

So geht es wahrscheinlich auch all den Menschen, die zu glutenfreien Produkten im Supermarkt greifen – und das sind verdammt viele: Der Absatz glutenfreier Produkte stieg vergangenes Jahr um 35 Prozent im Vergleich zu 2014 – auf einen Wert von 105 Millionen Euro. Ich lese außerdem: Etwa jeder zehnte Deutsche verzichtet bereits aus Angst vor Gluten auf Brot & Co. Bei den Amerikanern sind es happige 28 Prozent. Die Zahlen steigen, während ich diesen Artikel tippe.

Und obwohl es einem bei all diesen Fakten und Büchern wie ein neuartiger Trend vorkommt: Wissenschaftler gehen schon seit 1978 der Frage nach, warum Gluten auch Menschen schaden kann, die keine Unverträglichkeit haben. Dementsprechend viele Studien, Meinungen und Zahlen gibt es dazu. Was mich interessiert: Warum ist Gluten denn vor allem in den vergangenen Jahren zum großen Spielverderber geworden? Wie kam es dazu, dass heute etwas als höchst problematisch, gar gefährlich angesehen wird, was seit jahrhunderten Grundnahrungsmittel ist? Und: Was hat es auf sich mit den Bauchschmerzen meiner Freunde – ist das alles nur eine Kopfsache oder verträgt der Mensch wirklich kein Gluten (mehr)?
Der Absatz glutenfreier Produkte stieg vergangenes Jahr um 35 Prozent im Vergleich zu 2014 – auf einen Wert von 105 Millionen Euro.

Was ist Gluten eigentlich?

Da ich weder eine Lebensmittelintoleranz habe, noch selber gerne Brot backe, habe ich tatsächlich keine Ahnung, was Gluten eigentlich ist. Nach einer kurzen Recherche weiß ich: Gluten ist ein Bestandteil vieler Getreide – eine Art Kleber – und sorgt dafür, dass Brot, Kuchen & Co. aufgehen und ihre Form behalten. Es setzt sich aus verschiedenen Eiweißen zusammen – diese sind eben in jenen verdächtigen Getreidesorten drin. Das Gluten entsteht allerdings erst, wenn diese Eiweiße nass werden und sich verbinden.

Croissant mit Gluten essen – oder lieber nicht? Zöliakie

Einen hohen Glutengehalt haben zum Beispiel Weizen, Emmer und Einkorn – mich überrascht der hochgelobte Dinkel in der Liste. Weniger Gluten enthalten dagegen Roggen, Hafer und Gerste. Neben Brot, Nudeln, Kuchen oder Pizza versteckt sich der Kleber allerdings auch in weniger offensichtlichen Produkten wie Fruchtjoghurt, Schokolade und Bier. Vor allem in stark verarbeiteten Fertigprodukten, denn jenen wird er bei der Herstellung in Form von Aromen und Stabilisatoren beigemischt. Fun Fact: Seitan besteht eigentlich nur aus Gluten – und trotzdem liegt der Fleischersatz total im Trend. Weiß etwa niemand davon? Oder unterscheidet man schon in gutes und schlechtes Gluten?

 Seitan besteht eigentlich nur aus Gluten – und trotzdem liegt der Fleischersatz total im Trend. 

Was macht Gluten im Körper?

Bei gesunden Menschen wird Gluten ganz einfach verdaut, bei Zöliakie-Patienten, also den Menschen, die eine echte Glutenunverträglichkeit haben, kommt es dagegen zu einer Autoimmunreaktion: Die Dünndarmschleimhaut wird angegriffen, flacht langsam ab und löst sich auf. Wie lange das dauert, hängt ganz davon ab, wie viel Gluten der Patient zu sich nimmt und wie viel Zeit vergeht, bis die Krankheit erkannt wird. Dem Darm eines Zöliakie-Patienten kann schon ein Achtel Gramm Weizenmehl schaden, er muss sich also auf jeden Fall komplett glutenfrei ernähren. Gleichzeitig kann es aber auch 20 Jahre dauern, bis die Diagnose steht.

Zöliakie: echte Glutenunverträglichkeit

Das liegt vor allem daran, dass es kein einheitliches Krankheitsbild gibt. Denn: „Die typischen Magen-Darm-Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit treten nur bei etwa zehn Prozent der Patienten auf“, erklärt mir Bianca Maurer, Pressesprecherin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG). Bei allen anderen Patienten könnten die Symptome nicht verschiedener sein – von Schlaflosigkeit und Müdigkeit über Unfruchtbarkeit bis hin zur Depression. Die Mehrzahl der Symptome entstehen aufgrund von Mangelerscheinungen. Die haben viele Zöliakie-Patienten, da infolge der geschädigten Dünndarmschleimhaut viele Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können.

Glutenunverträglichkeit hat kein einheitliches Krankheitsbild – die Symptome könnten verschiedener nicht sein.

Muß der Kuchen glutenfrei sein – oder lieber nicht? Zöliakie

Daher ist die Zöliakie eine ernstzunehmende Erkrankung, die laut Schätzungen allerdings nur ein Prozent der Bevölkerung betrifft – das sind etwa 800.000 Personen in Deutschland. Die Dunkelziffer ist bereits mit einberechnet, eine richtige Diagnose haben etwa die Hälfte davon. Aber wie kommt es dann, dass Europas größter Hersteller glutenfreier Lebensmittel über 300 Produkte im Sortiment hat und einen weltweiten Jahresumsatz von 320 Millionen Euro? Ein bisschen viel für eine kleine Randgruppe der Gesellschaft, oder? Und warum hat man eigentlich das Gefühl, dass mittlerweile jeder Zweite über Bauchschmerzen nach den Nudeln klagt?

Gesunden Menschen rät die Expertin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft unbedingt von einer glutenfreien Ernährung ab.

Gluten-Empfindlichkeit und Trend-Empfindlichkeit

Zöliakie ist das eine – eine andere Sache ist die sogenannte Gluten-Empfindlichkeit oder auch Weizensensitivität. Die Symptome können denen einer Glutenunverträglichkeit ähnlich sein: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, Kopfschmerzen, Benommenheit und Müdigkeit. Bei einer Weizensensitivität bleibt die Dünndarmschleimhaut allerdings verschont und es entstehen – anders als bei der Zöliakie – auch sonst keine gesundheitlichen Folgen oder Komplikationen, bestätigt mir Bianca Maurer von der DZG.

Wahrscheinlich reicht in diesem Fall eine glutenreduzierte Ernährung aus. Bis das Krankheitsbild abschließend geklärt ist, empfiehlt die DZG aber auch für Personen mit Weizensensitivität – d.h. Personen, bei denen eine Zöliakie bereits diagnostisch ausgeschlossen wurde – eine glutenfreie Ernährung.

Dann gibt es noch eine ganz andere Gruppe von Gluten-Vermeidern: Sie verzichten ganz ohne medizinische Begründung auf die Eiweißkleber – weil sich glutenfrei eben gut anhört, so wie frei von Zusatzstoffen oder Konservierungsstoffen. Sie glauben, dass ohne Gluten gleich gesund bedeutet. Dass glutenfrei beim Abnehmen hilft. Dabei ist vor allem bei glutenfreien Fertigprodukten genau das Gegenteil der Fall: Um das fehlende Gluten auszugleichen enthalten sie häufig mehr Fett und Zucker und sind damit kalorienhaltiger. „Für gesunde Menschen, bei denen keine medizinische Notwendigkeit wie Zöliakie oder Weizensensitivität besteht, bringt die glutenfreie Ernährung keine Vorteile“, stellt die Expertin von der DZG klar. Es sei zwar nicht schädlich, aber würde auch nichts besser machen – weder gesundheitlich, noch beim Abnehmen.

Glutenfreie Fertigprodukte sind nicht gesünder – ganz im Gegenteil: sie sind oft fett-, zucker- und kalorienhaltiger.

Müssen Nudeln glutenfrei sein? Gluten und Zöliakie

Eine andere Theorie: Die Fodmaps sind Schuld!

Menschen, die nach Brot, Croissant & Co. ein Unwohlsein fühlen, müssen aber nicht unbedingt auf den Weizen reagieren. Eine neue Studie der australischen Wissenschaftlerin Jessica Biesiekierski kam zu dem Ergebnis: Es könnte auch an den sogenannten Fodmaps liegen. Das sind vergärbare Zuckeralkohole, spezielle Kohlenhydrate. Normalerweise werden sie in Teigwaren durch eine lange Ruhezeit abgebaut, aber vor allem industriell hergestellte Teige haben heute oft keine Zeit mehr zum Gären. So erklären sich die Forscher, dass immer mehr Menschen darauf zu reagieren scheinen.

Ich ahne es schon: Fodmaps sind das Gluten 2017.

Wer eine Glutenunverträglichkeit vermutet, sollte am besten also erst einmal auf fertige Backwaren verzichten und auf selbstgebackenes Brot setzen. Wenn die Beschwerden dann verschwinden, lag es tatsächlich „nur“ an den Fodmaps, wenn nicht, dann sollte man zum Arzt. Gesunden Menschen rät die DZG-Expertin auch hier, nicht einfach so auf Lebensmittel zu verzichten: „Wer Fodmap-reiche Lebensmittel aus seinem Speiseplan streicht, verzichtet damit auch auf viele Gemüse- und Obstsorten und damit auf viel Gesundes“. Ich ahne schon: Fodmaps sind das Gluten 2017.

Trend glutenfrei: Vor- und Nachteile

Bianca Maurer sieht bei dem Glutenfrei-Trend vor allem ein großes Problem für Zöliakie-Patienten: „Es kann leicht passieren, dass diese nicht mehr ernst genommen werden und weniger Unterstützung in der Bevölkerung erfahren. Beim Essen außer Haus, zum Beispiel im Restaurant, kann der Trend dazu führen, dass bei der Zubereitung der glutenfreien Gerichte nicht streng genug auf Glutenfreiheit geachtet wird. Jemand der sich rein aus Trend glutenfrei ernährt, muss nicht auf Kontaminationen achten – für Zöliakiebetroffene dagegen birgt schon eine kleine Menge Weizenmehl Gefahren.“

Pizza: einmal Gluten satt – oder glutenfrei bei Zöliakie

Natürlich hat der Trend aber auch etwas Gutes: Glutenunverträglichkeit bekommt einen stärkeren öffentlichen Fokus, mehr Personen wissen über die Krankheit Bescheid, sind dementsprechend auch aufmerksamer bei sich selbst. Zudem wächst die Palette an glutenfreien Produkten ständig – und das freut natürlich die Patienten, die sich bisher vor allem mit trockenem Brot und einer kleinen Auswahl Ersatzprodukte begnügen mussten.

Glutenfreie Lebensmittel sind ein Verkaufsschlager

Apropos Produkte: Ich wundere mich nicht wirklich darüber, als ich in der ARD-Doku „Vegan, zuckerfrei, glutenfrei: Glaubensfrage Ernährung“ erfahre, dass Supermarkt-Kunden bereit sind, ein bis zwei Euro mehr für ein Produkt auszugeben, wenn „glutenfrei“ draufsteht. Der Experte im Video erklärt sich das so: „Der Kunde verbindet eine Höherwertigkeit mit dem Produkt“.

Supermarkt-Kunden sind bereit, ein bis zwei Euro mehr für ein Produkt zu zahlen, wenn „glutenfrei“ draufsteht.

Jaqueline Pante, Manager Nutrition Service & Corporate Communication bei Dr. Schär, dem Marktführer glutenfreier Produkte, erklärt mir, warum glutenfreie Produkte teurer sind: Das liegt zuerst einmal an den Rohstoffen, denn die Hersteller benötigen viele unterschiedliche Rohstoffe in gleichbleibender Qualität. Dafür sind langjährige und zuverlässige Partnerschaften mit Zulieferern nötig, denn in schlechten Erntejahren können die Hersteller nicht einfach auf alternative Rohstoff umsteigen können – sie müssen jederzeit 100 Prozent glutenfreie Rohstoffe bekommen. Und auch bei der Verarbeitung ist höchste Sorgfalt gefragt, damit das Produkt nicht „verunreinigt“.

Das Unternehmen gibt es bereits seit 1981. Damals glich Dr. Schär noch einer größeren Bäckerei, heute verkauft das Unternehmen auf der ganzen Welt glutenfreie Produkte wie Brot, Pasta, Gebäck und Tiefkühlprodukte. Dass die Zahlen so gestiegen sind, erklärt sich Pante mit dem zunehmenden Bewusstsein für die Krankheit und den darauf folgenden Mehr-Diagnosen. „Der Trend Glutenfrei ist überall präsent, Schär konzentriert sich seit jeher in seinem Tun und Handeln auf die Zöliakie Betroffenen“, sagt sie. „Unser Anspruch ist es, dazu beitragen, dass Zöliakie-Betroffene eine große Auswahl an Produkten und Serviceleistungen haben.“ Und trotzdem profitiert die Firma wie keine andere davon: zwischen 2002 und 2013 hat sich der Jahresumsatz weltweit mehr als verzehnfacht – auf 230 Millionen Euro. 2015, nur zwei Jahre später, lag er schon bei 320 Millionen weltweit. Das liegt an der Zunahme der Zöliakie-Diagnosen, aber sicherlich auch am Trend.

Bücher wie „Die Weizenwampe“ und „Dumm wie Brot“ hat die Expertin gelesen und hält gar nichts von ihnen.

Auch Jacqueline Pante erklärt mir, dass Menschen, für die eine glutenfreie Ernährung nicht medizinisch notwendig ist, keine gesundheitlichen Vorteile davon haben. Bücher wie „Dumm wie Brot“ und „Weizenwampe“  hat sie gelesen und hält gar nichts von ihnen: „Diese Bücher fundieren nicht auf Studien, welche die dargestellten Theorien unterstreichen können. Sie sind nur erfolgreich, weil sie scheinbar einfache Lösungen bieten“

Macht Brot dumm? Getreide dick? Liegts an Gluten? Ist glutenfrei besser, auch ohne Zöliakie?

Was ist drin in glutenfreien Produkten?

Jacqueline Pante erklärt mir außerdem, was überhaupt in glutenfreiem Brot drin steckt: Vor allem Reis- und Maismehl, Buchweizen, Quinoa, Kastanienmehl, Kartoffelstärke und einige weitere Zutaten. Für einige Brote wird zum Beispiel Sauerteig verwendet, der das Brot bekömmlich macht und dafür sorgt, dass es fast so schmeckt wie die glutenhaltige Variante. Was natürlich sofort auffällt: Für einfaches Weizenbrot braucht es gerade einmal eine Handvoll Zutaten, von denen alle aus Deutschland kommen können.

Quinoa stammt dagegen immer aus Südamerika, Hirse oft aus China. Und Deutschland ist nun auch nicht gerade für seinen Reisanbau bekannt. Bei Schär wird zwar darauf geachtet, dass die Rohstoffe – so weit wie eben möglich – aus Europa, im besten Fall aus Italien kommen, günstigere Hersteller werden darauf allerdings weniger Wert legen. Fest steht in jedem Fall: Glutenfreies kann nicht so regional sein wie glutenhaltiges Brot – und ist damit auch nicht unbedingt gut fürs Klima.

Wo kommt unser Getreide eigentlich her?

Deutschland steht mit über 47 Millionen Tonnen im Jahr (Stand 2013) auf Platz 13 der weltweit größten Getreideproduzenten. Auf 60 Prozent des deutschen Ackerlandes wird Getreide angebaut. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hatten wir 2014/2015 bei Weizen einen Selbstversorgungsgrad von 150 Prozent – zum Vergleich: bei Gemüse und Obst liegt er nur bei 38 Prozent. Man kann also davon ausgehen: Getreidesorten, die hier wachsen, essen wir hier auch.

Wer also auf glutenfreie Produkte verzichtet, wenn er sie nicht braucht, tut auch der Umwelt etwas Gutes.

Gluten: Fazit

Nach dieser umfangreichen Recherche bin ich nun um Einiges schlauer – vor allem weiß ich jetzt: Die Gluten-Angstmacherei ist Unsinn! Die Bauchschmerzen meiner Freunde sind wahrscheinlich keine Glutenunverträglichkeit, vielleicht eine Weizensensitivität, eher noch ein Placebo-Effekt – das bestätigen mir auch die Experten, was mich leicht überrascht.

Die Gluten-Angstmacherei ist Unsinn!

Fest steht außerdem: Heute definiert man sich immer mehr über das, was man isst – oder eben nicht isst. Und wer es sich leisten kann, nimmt sich dann den Luxus heraus, auf ein Grundnahrungsmittel zu verzichten, obwohl er es eigentlich verträgt. Brot und Nudeln haben ein verdammt schlechtes Image im Moment und das wird leider auch erst einmal so bleiben – schade, weil es eigentlich vollkommen unberechtigt ist. Getreide ist und bleibt gesund und ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

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(162) Kommentare

  1. Dieser Artikel ist gefährlich. Und des-informativ.
    Gluten ist definitiv schädlich für uns Menschen. Für jeden von uns.
    Für diejenigen welche diese Tatsache, bestreiten umso mehr. 🙂
    Unser Darm Mikrobiom hat über den Nervus Vagus Verbindung zu unserem Gehirn. Er übernimmt oftmals die Kontrolle über unsere Gewohnheiten.
    (Nachzulesen in „Darm mit Charme“ von Giulia Enders)
    Auf folgendem Link nähere und sehr umfassende Informationen:
    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/glutenintoleranz.html

  2. „Gluten ist definitiv schädlich für uns Menschen.“
    Ja, genau, deshalb hat sich die Menschheit ja auch seit Einführung des Ackerbaus so überaus prächtig vermehrt. 🙂
    Und welchen Käse die von diesem ominösen „Zentrum für Gesundheit“ so verzapfen, wurde hier im Thread und in der Community bereits mehrfach angesprochen.
    Aber auch dagegen hilft übrigens ein Alu-Hut. 😉

  3. Getreide hat ganz klar zum Bevölkerungszuwachs beigetragen. Schließlich haben wir Menschen früher nur dank der Lagerfähigkeit von Getreide schlechte Erntejahre und längere Notzeiten überleben können. Ähm…. übrigens wann hatten wir die letzte Notzeit?
    Also wenn ich Hunger habe und nur Brot zum essen, dann esse ich es gerne. Man sollte aus der Ernährung keine Religion machen. Allerdings lerne ich auch gerne aus eigener Erfahrung. Und die kommt nicht alleine durch lesen. Oder reden.
    In den letzten 40 Jahren hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt!
    Jedem der nicht nur reden, sondern auch handeln möchte, empfehle ich den Test zu machen und 2 Monate auf Getreide zu verzichten. (vorausgesetzt natürlich – es gibt keine Not-Zeit :o)
    Was soll denn sein mit der „Zentrum für Gesundheit“ Seite? Käse?!? ist doch ganz ok?
    Aluhut? 😉
    sonnige Grüße

  4. Mist, jetzt wird mein Kommentar wieder nicht angezeigt. 🙁

    Also nochmal:
    „Getreide hat ganz klar zum Bevölkerungszuwachs beigetragen.“
    Und das hätte es sicher nicht getan, wenn es so schädlich wäre, Lagerfähigkeit hin oder her.
    „Man sollte aus der Ernährung keine Religion machen.“
    Eben, und so mancher Ernährungshype hat für mich etwas religiöses.
    „In den letzten 40 Jahren hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt!“
    Was willst Du in diesem Zusammenhang damit sagen?
    „empfehle ich den Test zu machen und 2 Monate auf Getreide zu verzichten“
    Wozu denn?
    „Was soll denn sein mit der „Zentrum für Gesundheit“ Seite? Käse?!? ist doch ganz ok?“
    Na, wenn Du so abstruse Behauptungen, wie Weizen bestünde zu 50 % aus Gluten, o.k. findest…
    http://indyvegan.org/zentrum-der-gesundheit-pseudowissenschaftliche-geschaefte/
    http://www.vzhh.de/ernaehrung/308756/Website%20Check%20Untersuchungsergebnisse%20Tabelle.pdf
    https://www.psiram.com/ge/index.php/Gesellschaft_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrungsheilkunde
    „Aluhut?“
    Das gibste jetzt einfach mal selbst als Suchbegriff ein. 😉

  5. Danke dir Werner. Alles durchgelesen. Sehr interessant. Aber wer will denn keine Geschäfte machen? Jeder verlinkt auf seiner Seite irgendwelche Verkaufsangebote. Und such mal was auf 4m4zon und dir wird fortan auf jeder Seite welche du anschließend besuchst, besagter Artikel angeboten… 😉
    Was solls. Musst ihn ja nicht kaufen. Es geht um die Information an sich. Oder auch eben Desinformation.
    Ich kann den Wissenschaftlichen Studien leider genauso wenig glauben schenken als diesen Pseudo Seiten, denn jeder möchte nur verkaufen. Und wenn es um Milliarden geht, kann ich mir vorstellen dass sehr viele Machenschaften im Spiel sind.
    Verrückte Welt in der wir leben.

    Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
    Glaube nichts, weil alle es glauben.
    Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
    Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
    Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
    Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

    Zitat von Buddha ( aber Achtung das ist nicht wissenschaftlich belegt… Ob es Buddha tatsächlich gab? 🙂

    Ups – aber eigentlich ging es hier um das Gluten.
    Was wirklich stimmt kann nur jeder für sich selber herausfinden.
    Probieren geht über studieren. 😛
    Aber um aus Erfahrung zu lernen, muss man Erfahren. Das ist Physik. Ist belegt. Wissenschaftlich. 😉

    Sonnige Grüße

  6. Zu dem Glaube nichts, auch keiner wissenschaftlichen Studie, las ich gerade einen passenden Satz:
    „Die Waffe des Laien ist nur, den Politikern nichts zu glauben,“

    Anstelle Politker kann man also auch schreiben, Wissenschaftler, Alle, Geschriebenem, Heiligen, Anderen…

    Unterm Strich bleibt’s ein Armutszeugnis, wenn ich nur noch das glaube, was ich selbst als wahr erkannt habe.
    Mit der Einstellung müßte man einmal um die Erde gelaufen sein (bevor es Satelliten- bilder gab) um zu glauben, daß die Erde rund ist und es jeden Morgen die gleiche Sonne ist, die auf geht.
    Und ich möchte auch nicht vom Dach springen müssen, um die physikalischen Gesetze zu lernen, die mich am Fliegen hindern…

    Nichts gegen gesundes Mißtrauen, und trainig der eigenen Intuition.
    Gerade eben wurde aber wieder – durch wissenschafltiche Studien 😉 – belegt, daß das Bauchgefühl bei denen am besten klappt, die über das meiste Wissen verfügen.
    Und wie erwirbt man sich das? Durch ständiges Ausprobieren und eigene Experimente? Naja…

    OK, was das Gluten angeht, stimme ich bei. Ich habe es ausprobiert und in 50 Jahren als für mich unschädlich eingeordnet. Passt. 😉

  7. Auf einer anderen Webseite über Gluten-Unverträglichkeit las ich eben wieder, daß es keine einzige Studie gibt, die nachweisen kann, daß Gluten für Menschen ohne Unverträglichkeit problematisch ist.
    Es gibt ja auch Menschen, die wegen Heuschnupfen um diese Jahreszeit das Haus nicht verlassen können.
    Soll ich als jemand, der kein Problem damit hat, nun zu Hause bleiben, weil Bewegung im Freien ungesund ist?

    Interessant ist die Frage, warum es verstärkt zu diesen Unverträglichkeiten kommt, die ja unzweifelhaft existieren.
    Ebenso wie die Zahl der Heuschnupfen-Erkrankungen und sontigen Allergien immer mehr zu nimmt.

    Zum Thema Zentrum der Gesundheit hat Werner ja schon was geschrieben, da brauche ich meinen Zweifel nicht auch noch anmelden.

  8. Dieses sogenannte Zentrum der Gesundheit ist in erster Linie eins: Ein Shop, der seine Produkte verkaufen will. Dahinter steckt eine Unternehmensberatung aus der Schweiz.
    Das ist so objektiv wie wenn VW sagt: „Fahren Sie mehr Auto, das ist gut für Sie!“

  9. Einerseits möchte ich mir als Person ohne Gluten-Unverträglichkeit nicht vorhalten lassen, ich sei Dumm wie Brot, weil ich keine Gluten-Produkte meide.

    Andererseits käme ich nie auf die Idee, diese Unverträglichkeiten, die nicht sowieso eindeutig als Zöliakie nachweisbar sind, als Einbildung ab zutun.

    Unzweifelhaft nehmen diese Unverträglichkeiten ebenso zu, wie auch Allergien.
    Die interessante Frage sollte also lauten, woran das liegt?

    Gifte wurden bereits genannt.
    Außerdem habe ich von einem Zusammenhang häufiger Antibiotikagaben mit solchen Unverträglichkeiten gelesen.

    Weiß da jemand Näheres dazu?

  10. Antibiotika sind ein wichtiges Stichwort. Sie zerstören die Darmflora. Andere Medikamente, Gifte und Lebensmittelzusatzstoffe greifen die Darmschleimhaut weiter an. Falsche Ernährung (zuviel Zucker) und unverträgliche Nahrungsmittel verschieben das Gleichgewicht der Darmflora ebenfalls. Eine gestörte Körperflora wird von der Mutter ans Kind weitergegeben so verstärkt sich das Problem über Generationen.

    Ein kranker Darm kann wichtige Verdauungsenzyme nicht mehr bilden und wird durchlässig, das führt zu Nahrungsmittelintoleranzen und Allergien. Diese nehmen in der Tat erschreckend zu.

    Als Therapie kann man nur die unverträglichen Nahrungsmittel meiden, auf Zusatzstoffe verzichten, versuchen weitgehend ohne Medikamente auszukommen und die Darmflora langsam wieder aufbauen. Dann können sich Allergien und Unverträglichkeiten auch wieder bessern.

    Das Gluten ist wohl nicht die Ursache des Problems. Es gibt aber Menschen, die Getreide nicht vertragen obwohl sie keine Zöliakie haben. Die glutenhaltigen Getreide sind ja auch die am meisten verwendeten und eng mit den heimischen Gräsern verwandt (Pollenallergie und Kreuzallergie).

    Wenn auf glutenfreie Produkte ausgewichen wird, die dafür schädliche Zusatzstoffe enthalten, kann das nach einer anfänglichen Besserung aber nach hinten losgehen.

  11. Ich freue mich über die hohe Zahl an Reaktionen, die auf diesen Unterhaltungsartikel (es ist offensichtlich kein Fachartikel) hin zusammengetragen wurden und bedanke mich bei den Menschen für ihre ehrliche und offene Berichterstattung über ein sehr schwieriges weil bisher stark tabuisiertes Thema.

    Ich sehe, dass Menschen, die nicht gesundheitlich betroffen sind, sich nicht vorstellen können, wie die Lebensqualität leidet, und dass es „plötzlich so viele sind“.
    Ich möchte hier nur kurz anmerken, dass ca. 15% der Bevölkerung an Symptomen leiden, die als Reizdarm bezeichnet werden. Wahrscheinlich ist diese Zahl aufgrund des immer noch starken Stigmas und Tabus noch weitaus höher. In den Zeiten vor dem Internet gab es ja kaum Austausch von Informationen und Erfahrungsberichten. Wesentlich höher fällt generell die Zahl an Menschen mit Darmentzündungen aus, da ja nicht alle Symptome klar dem Darm zugeschrieben werden können, die Wechselwirkungen komplex sind und wer sich in Forschungsartikel einliest, findet sich in einem spannenden und hochaktuellen Gebiet!

    Vielleicht hilft vorsichtiges Herumfragen im Freundes- und Bekanntenkreis auch zu einem Austausch. Ihr werdet die Augen aufmachen, was sich dahinter verbirgt, und welch Aufwand der Menschen nötig ist, um im Alltag klarzukommen und möglichst wenig aufzufallen. Wahrscheinlich werdet ihr auch Staunen, welch lange Arzt-Odyssee die Betroffenen hinter sich haben und wie wenig sie ernst genommen werden und ihnen tatsächlich geholfen wird.
    Vielleicht hilft euch dieses Wissen über echte Menschen und echte Leben dann auch, sie zu unterstützen, wenn sie für sich Besserung suchen und dabei verschiedene Wege gehen. Ja, Gluten ist als reizend bekannt (siehe u.a. Fasano et al.) und Menschen mit Darmentzündungen profitieren nachweislich, wenn sie reizende Stoffe meiden. Antibiotika reduzieren die Vielfalt an Darmbakterien. Pilze können auch einen Einfluss zu haben. Auch verschiedene Unverträglichkeiten wirken weiter auf den Darm ein. Und auch unsere Lebensweise mit viel Stress und Druck hat negativen Einfluss auf unser Immunsystem. Die Forschung ist gottseidank hochaktiv auf diesem Gebiet und wer sich tatsächlich interessiert, der liest in Fachartikeln nach.

    MEHR TRANSPARENZ UND INFORMATIONSAUSTAUSCH HILFT LETZTLICH UNS ALLEN! Und auch mehr Verständnis und wohlwollende Unterstützung.
    Schließlich leben wir hier zusammen und sollten für mehr Lebenswert auf uns gegeneinander Rücksicht nehmen.
    Informiert euch richtig

  12. In dem Artikel ist leider nicht dargestellt die Forschung von Prof. Schuppan, dass Insekten Abwehrstoffe im Getreide bei einer Reihe von Menschen (5-10%) Reaktionen auslösen. Dies sind die Amylase-Trypsin-Inhibitoren. Diese Proteine wurden in die modernen Hochleistungssorten gezielt hinein gezüchtet, um das Getreide resistenter gegen Schädlinge zu machen. D.h. auch den Menschen, die die Unverträglichkeit von ATI haben, geht es besser, wenn sie Gluten absolut vermeiden.

  13. Was nicht im Artikel erwähnt ist, ist das durch Kreuzungen der Weizen in seiner molekularen Struktur geändert wurde und dass dies evtl. der Auslöser der vielen Zökialie-Fälle ist. Ich sage viele, weil wenn man betroffen ist, ist man arm dran und dann ist es schon zu viel, denn es ist eine lebensbedrohliche Krankheit – man weiß ja inwzsichen, dass im Darm das Immunsystem liegt… Außerdem, wie oben ewähnt in den Kommentaren: Glyphosat 🙁
    Es ist oft erschreckend zu lesen, dass viele „Aufklärer“ letztendlich im HIntergrund etwas zu verkaufen haben, geht nicht anders in Frankreich z.B. (s. Julien Venesson).
    Interessant wäre zu erfahren, woher der Trend kommt, aus den USA (s. William Davis)? 😉

    Und noch zum Schluß:
    http://www.randomhouse.de/SPECIAL_zu_Echte_Wurst_hat_kein_Gesicht_von_Annette_Sabersky_Dr_Joerg_Zittlau/aid50454.rhd?aid=50454

    Ein tolles Brot mit etwas frischer Butter drauf, herrlich… wenn man’s verträgt 😉

  14. aus eigener erfahrung, möchte ich hinzufügen, das
    nach dem verzicht auf brot, war meine müdigkeit beim autofahren verschwunden ist.
    ich konnte plötzlich stundenlang fahren!
    früher war ich nach einer stunde so müde, das mir die augen zufallen wollten, egal zu welcher stunde des tages.
    und auch mein heißhunger war weg.
    lg, kerstin

  15. Mir als Diabetiker ist auch klar warum Ihnen müde wird.
    Kohlenhydrate sind Mehrfachzucker, im Körper zu solchen Energien genutzt.

    Jedes Gehirn ernährt sich einzig und allein von Zuckern bzw. Sacchariden. Ohne sind wir nicht lebensfähig.

    Jedoch ist die persönlich benötigte bzw. zugeführte Menge entscheidend. Zuviel davon schlaucht unser Triebwerk aufgrund der Verarbeitung zu Zucker. Zuwenig = keine Energie.

    Beides macht träge, schlapp und unkonzentriert.

  16. Seitdem ich weitgehend auf Gluten verzichte, sind meine lebenslange „Psoriasis“ und die anderen unangenehmen Begleitsymptome verschwunden.
    Ich komme ganz ohne Cortison aus und kann Folgeschäden durch lange Cortisonbehandlungen eindämmen oder gar verhindern. Auch andere allergische Reaktionen sind auffallend schwächer geworden.
    Meine Ärzte ignorieren diese Fakten. Sympathischer wär mir ein „Ich weiß es nicht“.
    Meine Lebensqualität ist enorm gestiegen, seitdem ich nicht mehr an mir „herumdoktorn“ lasse. Nun ignoriere ich, dass ich von Ärzten belächelt werde und bin dankbar für die Anregungen durch „einschlägige Werke“ auf dem Büchermarkt. Den Versuch war es für mich allemal wert.

  17. Zu dem Thema kann ich das Buch „Autoimmunerkrankungen erfolgreich behandeln“ von Dr. Susan Blum sehr empfehlen. Dort ist auch für Laien verständlich beschrieben, wie Gluten im Körper wirkt. Die Autorin bezieht sich auf die medizinische Forschung und benennt aber auch ganz klar die Lücken.
    Ich habe mir das Buch wegen massiver gesundheitlicher Probleme mit autoimmunem besorgt.

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