Grauwasser: In diesem Fall kannst du damit sogar gießen

grauwasser
Foto: CC0 / Pixabay / Semevent

Grauwasser entsteht zum Beispiel, wenn sich Menschen die Hände waschen oder die Waschmaschine läuft. Wie du Grauwasser zur Gartenbewässerung aufbereiten kannst und wofür es sich sonst noch verwenden lässt, erfährst du hier.

In Deutschland beträgt der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf etwa 128 Liter täglich. Etwa 34 Liter entfallen dabei allein auf die Toilettennutzung. Das Abwasser, das beim Toilettengang anfällt, nennt sich Schwarzwasser und muss durch spezielle Kläranlagen laufen.

Anders verhält es sich mit dem Grauwasser. Das ist häusliches, nur gering verschmutztes Abwasser, das nicht aus der Toilette stammt. Grauwasser ist also das Abwasser, das zum Beispiel beim Duschen, Baden oder Händewaschen anfällt.

Angesichts der zunehmenden Wasserknappheit an vielen Orten in Deutschland ist Grauwasser eine wertvolle Wasserressource, die sich noch nutzen lässt. Mithilfe einer Grauwassernutzungsanlage kannst du Grauwasser so aufbereiten, dass es im Haushalt und Garten einsetzbar ist. So kannst du deinen Wasserverbrauch reduzieren und gleichzeitig Geld sparen, da nicht so viel teures Abwasser anfällt. 

Grauwasser zur Gartenbewässerung

Grauwasser kannst du für die Gartenbewässerung aufbereiten und nutzen.
Grauwasser kannst du für die Gartenbewässerung aufbereiten und nutzen.
(Foto: CC0 / Pixabay / Peggychoucair)

Um das Grauwasser für die Gartenbewässerung nutzbar zu machen, kannst du eine Grünkläranlage (auch Pflanzenkläranlage genannt) installieren lassen oder selbst installieren. Das Prinzip ist einfach:

  1. Lege im Garten ein Beet an, fülle den Boden mit Kies auf und bepflanze das Beet komplett mit Schilf.
  2. Leite dein Grauwasser zu diesem Beet ab, indem du den Abfluss des Spülbeckens dorthin verlegst. Das Wasser aus einer Spülwanne kannst du einfach hineinkippen.
  3. Das Schilf dient in erster Linie optischen Zwecken. Der Kies filtert grobe Stoffe aus dem Wasser, den Rest erledigen Mikroorganismen, Bodenbestandteile und Pflanzenwurzeln.
  4. Hebe neben dem Schilfbeet eine Sickergrube aus, in die das gereinigte Grauwasser abfließen kann. 
  5. Das aufbereitete Wasser aus der Sickergrube kannst du nun zur Gartenbewässerung nutzen oder in ein Bewässerungssystem weiterleiten.

Wichtig: Du solltest dich immer rückversichern, ob und welche Genehmigungen notwendig sind, um eine Grünkläranlage zu betreiben. Selbst für kleine Anlagen musst du vorher meist einen Antrag auf Genehmigung stellen. Gerade wenn du die Anlage selbst anlegt, kann dieser Punkt schnell untergehen.

Wie lässt sich Grauwasser noch nutzen?

Die Autowäsche kann problemlos mit Grauwasser durchgeführt werden.
Die Autowäsche kann problemlos mit Grauwasser durchgeführt werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / VintageBlue)

Möchtest du dein aufbereitetes Grauwasser für andere Zwecke als die Gartenbewässerung nutzen, solltest du eine Grauwassernutzungsanlage von Fachpersonal installieren lassen. Gesetzliche Vorschriften sehen zum Beispiel eine strikte Trennung von Trinkwasserinstallation und Grauwasserverteilung vor. 

Das aufbereitete Grauwasser kannst du also nicht als Trinkwasser verwenden. Es lässt sich aber an anderen Stellen im Haushalt nutzbringend einsetzen. Zum Beispiel kannst du damit:

  • Wäsche waschen
  • putzen
  • das Auto waschen
  • die Toilettenspülung betreiben

Allein die Toilettenspülung verbraucht einen großen Teil des Trinkwassers – hier kannst du also durch den Umstieg auf Grauwasser einiges einsparen.

    Wie lässt sich Grauwasser aufbereiten?

    Wenn du als Hauseigentümer:in oder Gartenbesitzer:in das Grauwasser für andere Zwecke als die Bewässerung verwenden möchtest, benötigst du eine spezielle Grauwassernutzungsanlage, die das Grauwasser zur Nutzung aufbereitet. In diesem Zug ist oft auch eine Veränderung an den Abwasserrohren erforderlich, damit sich das Grauwasser separat vom Schwarzwasser ableiten lässt.

    Es gibt verschiedene Verfahren zur Aufbereitung des Grauwassers. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt nicht zuletzt auch von der weiteren Nutzung ab. Grundsätzlich funktioniert die Aufbereitung aber in allen Fällen ähnlich: 

    1. Das Grauwasser wird auf dem Weg zum Grauwasserspeicher, dem ersten von zwei Sammelbehältern, mithilfe eines Filters grob gereinigt.
    2. Auf dem Weg in den Betriebswasserspeicher erfolgt die Feinreinigung. Sie umfasst in der Regel zwei Komponenten: die biologische und die physikalische Aufbereitung.
    3. Biologische Aufbereitung: In diesem Schritt werden organische Stoffe, wie zum Beispiel Seifen- und Pflegeprodukte, abgebaut.
    4. Physikalische Aufbereitung: Der Einsatz eines Membranfilters garantiert die hygienische Qualität und hindert somit Bakterien daran, in das Betriebswasser überzugehen.

    Daneben brauchst du zur Grauwasseraufbereitung noch eine Trinkwassernachspeisung, eine Pumpe, die das aufbereitete Wasser zu den Verbrauchsstätten bringt sowie Steuer- und Regeltechnik. Du kannst mit Kosten von etwa 5000 Euro und zusätzlichen Installationskosten von etwa 500 Euro rechnen.

    Vorteile des Grauwasser-Recyclings

    Im Allgemeinen bringt die Aufbereitung von Grauwasser folgende Vorteile mit sich:

    • Umweltschutz: Die Grauwassernutzungsanlage recycelt dein Grauwasser und schont so Trinkwasserressourcen.
    • Du sparst Geld: Laut ewu-aqua kannst du durch eine Aufbereitungsanlage bis zu 50 Prozent deiner Trink- und Abwasserkosten einsparen.
    • Du wirst etwas autarker: Mit einer Grauwassernutzungsanlage löst du dich ein ganzes Stück von Versorgungsunternehmen.

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