Hybrid-Autos: Vor- und Nachteile des Fahrzeug-Antriebs

Hybrid Auto
Foto: CC0 / Pixabay / Photoman

Hybridautos besitzen sowohl Verbrennungsmotor als auch Elektroantrieb. Die Nachfrage steigt in den letzten Jahren stetig, auch wegen des geringeren Verbrauchs. Doch sind Hybridautos wirklich umweltfreundlicher als Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren?

Hybridautos wollen die Vorteile von Verbrennungsmotoren und Elektroantrieben kombinieren. Da ein Elektromotor bereits im niedrigen Drehzahlbereich einen hohen Wirkungsgrad aufweist, ist er besonders gut zum Anfahren und für niedrige Geschwindigkeiten geeignet. Bei hohen Drehzahlen arbeitet dagegen der Verbrennungsmotor besser. Die meisten Hybridautos können automatisch zwischen den beiden Motoren hin und her schalten oder lassen beide gemeinsam laufen, wenn dies am effizientesten ist.

Hybrid-Autos: die wichtigsten Modelle

Toyota Auris Hybrid: bewährtes Hybrid-Auto
Toyota Auris Hybrid: bewährtes Hybrid-Auto
(Foto: Toyota)

Generell gelten rein batterieelektrische Autos als umweltfreundlicher als Hybrid-Autos: Letztere sind schwerer als reine Elektro- oder Benzin-Autos und verbrauchen daher mehr Energie, zugleich ist auch die Herstellung der Hybriden aufwändiger. Daher spielen Hybridautos im Vergleich erst nach 1. sehr langer Lebensdauer bei 2. zugleich möglichst kurzen Fahrstrecken ihren Vorteil aus.

Wer dennoch zu einem Hybrid-Auto greifen will, sollte daher auch hier auf ein besonders sparsames Modell achten. 

Die Umwelt-Autoliste des Verkehrsclubs VCD 2017/2018 nennt in ihrer Positivliste folgende sechs Modelle:

  • Toyota Yaris Hybrid (100 PS, ab ca. 12.800 Euro)
  • Toyota Auris Hybrid (136 PS, ab ca. 18.800 Euro)
  • Toyota C-HR Hybrid (Kompakt-SUV, 122 PS, ca. 22.000 Euro)
  • Lexus CT 200h (136 PS, ab ca. 27.000 Euro)
  • Toyota Prius Hybrid (136 PS, ab ca. 28.500 Euro), übrigens das einzige Hybrid-Auto, das es unter die Top-Modelle des ADAC Eco-Test schaffte
  • Toyota Prius+ Hybrid (Compact Van, 136 PS, ab ca. 32.400 Euro)

Toyota hat sichtlich die längste Erfahrung mit Hybridautos und baut derzeit die sparsamsten Modelle. Innerhalb der Liste gibt es einfache Kleinwagen wie den Yaris oder auch den SUV C-HR, und nimmt man die Ausstattungsmöglichkeiten hinzu, kann hier jeder Käufer das passende, sparsame Modell finden.

Nicht jedes Hybrid-Auto lässt sich über Steckdose laden

Der Hybrid-Marktführer Toyota.
Der Hybrid-Marktführer Toyota.
(Foto: CC0 / Pixabay / PhotoMIX-Company)

Üblicherweise wird der Elektromotor von Hybridfahrzeugen nicht an Stromladestationen aufgeladen (solche Modelle heißen Plug-Ins), sondern der Motor lädt während der Fahrt über einen Dynamo auf. Außerdem wird die beim Bremsen freiwerdende Energie zum Aufladen des Elektromotors genutzt. Der Elektromotor alleine hat in diesen Modellen nur eine Reichweite von wenigen Kilometern, in Plug-In-Hybriden dagegen liegt sie bei etwa 50 Kilometern.

  • Die meisten Hybrid-Autos haben neben dem Elektroantrieb einen Benzinmotor. Mittlerweile gibt es auch Hybrid-Antriebe mit Dieselmotoren.
  • Toyota war der erste Automobilkonzern, der vor etwa 20 Jahren ein Hybridauto auf den Markt brachte. Die Japaner sind nach wie vor Marktführer mit den beliebten Modellen Prius, Yaris und Auris.
  • Inzwischen bieten viele andere Hersteller einige ihrer Modelle als Hybridversionen an, u.a. auch die deutschen Automobilhersteller Audi, BMW, Mercedes und VW.

Vorteile von Hybrid-Fahrzeugen vor allem in Städten

Hybridautos können durch die Unterstützung des Elektromotors nicht nur besonders schnell anfahren, sondern verbrauchen – wenn sie richtig eingesetzt werden – auch weniger fossile Kraftstoffe und stoßen weniger CO2 aus. Hier sind die Vorteile von Hybridfahrzeugen im Überblick:

  • Bei Fahrten in Städten oder Ballungsräumen verbraucht ein Hybridantrieb laut ADAC bis zu 25 Prozent weniger Sprit als ein Verbrennungsmotor. Dies liegt daran, dass du auf solchen Fahrten häufig bremsen musst und eher langsam fährst, somit kannst du beinahe ausschließlich den Elektromotor nutzen. Der E-Akku wird durch das häufige Bremsen stetig aufgeladen. Dadurch ist das Auto zudem wesentlich leiser.
  • Auch wenn du auf Landstraßen in bergigen Regionen unterwegs bist, verbrauchst du mit einem Hybridauto weniger Kraftstoff, da hier ebenfalls häufig gebremst und beschleunigt wird.
  • Sie sind zwar seltener als Benzin-Hybride, doch es gibt auch Diesel-Hybride. Bei diesen ist die Kraftstoffeinsparung gering, aber dafür werden weitaus weniger Stickoxide ausgestoßen als bei reinen Dieselmotoren.
  • Im Gegensatz zu einem Elektroauto bist du mit vielen Hybridautos nicht auf Stromladestationen angewiesen.

Nachteile von Hybrid-Antrieben

Hybrid-Autos haben auf Langstrecken eine geringere Reichweite.
Hybrid-Autos haben auf Langstrecken eine geringere Reichweite.
(Foto: CC0 / Pixabay / hzv_westfalen_de)

Den ersten Nachteil von Hybridautos wirst du gleich bei der Anschaffung bemerken: Sie sind um mehrere Tausend Euro teurer als herkömmliche Fahrzeuge des gleichen Modells. Der geringere Kraftstoffverbrauch wird diese Mehrausgaben derzeit auch nicht wettmachen können. Schwerwiegender sind jedoch die Nachteile, die sich negativ auf die Ökobilanz der Hybridfahrzeuge auswirken:

  • Die Unterstützung des Verbrennungsmotors durch einen Elektromotor hat nicht nur Vorteile. Ein wesentliches Problem: Der doppelte Antriebsstrang sorgt für mehr Gewicht – vor allem auf längeren Autobahnfahrten kann das sogar zu einem steigenden Kraftstoffverbrauch führen.
  • Zudem ist der verbaute Tank kleiner als bei den herkömmlichen Modellen. Dadurch sinken die Reichweiten – insbesondere bei Autobahnfahrten. Da die Batterie zudem Platz benötigt, geht das meist auf Kosten des Kofferraumvolumens.
  • Die Herstellung des Elektromotors und des Akkus sind zudem alles andere als nachhaltig. Zunächst einmal werden für den Akku schwindende Rohstoffe wie Seltene Erden benötigt, deren Abbau eine massive Belastung für die Umwelt darstellt. Außerdem ist die Herstellung von Motor und Akku sehr energieintensiv. Schließlich haben die Akkus nur eine begrenzte Lebensdauer; nach ein paar Jahren müssen sie ausgetauscht werden und unter erneutem Energieaufwand recycelt werden.
  • Bei Plug-In Hybridautos hängt die Klimaverträglichkeit auch sehr davon ab, welche Art von Strom getankt wird. Glücklicherweise ist der Anteil von Ökostrom am deutschen Strommix relativ hoch.

In Städten sind öffentlicher Nahverkehr und Fahrräder die erste Wahl

Radfahren hat nach wie vor die beste Ökobilanz
Radfahren hat nach wie vor die beste Ökobilanz
(Foto: CC0 / Pixabay / stanvpetersen)

Nur wenn du viel in Ballungsgebieten oder bergigen Regionen unterwegs bist, verbrauchen Hybridfahrzeuge tatsächlich weniger Kraftstoff, was sich auch positiv auf den Schadstoffausstoß auswirkt. Auf Langstrecken kann sich das aber schnell ändern. Im diesjährigen ADAC Eco-Test findet sich entsprechend nur ein Hybridauto (der Toyota Prius 1.8 Plug In Hybrid) unter den fünf schadstoffärmsten Fahrzeugen. Die anderen vier Modelle sind Elektroautos. Schlussendlich tust du der Umwelt aber natürlich den größten Gefallen, wenn du ganz ohne Auto unterwegs bist und den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad nutzt.

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(1) Kommentar

  1. Ihre Contra-Aussagen sind teilweise nicht ganz richtig. Die Vollhybrid-Fahrzeuge der Firma Toyota die sie hier loben erwähnen sind nicht schwerer als normale Benzin-Pkw und haben somit eine deutlichen Gewichtsvorteil gegenüber Elektro-Pkw. Des Weiteren werden Metal-Hybrid-Akkus verbaut, die ökologisch und im bei Recycling unbedenklich sind. Auch haben die Vollhybrid entscheidende Vorteile bei den Kosten. Sie sind billiger bei Kauf und sind bei Verkauf höher eingestuft als Elektroautos. Bei Verbrauch liegen wir im Schnitt je nach Fahrweise und Beladung bei realistischen 4 bis 5 Liter Benzin pro 100 km und somit bei 5.60 bis 7 Euro bei den derzeitigen Kraftstoffkosten liegen. Das heißt ca. 9,32 bis 11,65 KG CO2 pro 100 km. Trotz des angesprochenen kritisierten kleine Tanks haben diese Fahrzeuge eine Reichweite bis zu 850 km.
    Wenn wir beim Elektroauto realistische (Inkl. Ladeverluste von 10 bis 30 Prozent) 18 bis 22 kWh pro 100 km zu Grunde legen, liegen bei Stromkosten Zuhause bei ca. 5.40 bis 6.60 Euro.
    Die teilweise horrenden Preise an der Stromtankstelle habe ich hier nicht mit einkalkuliert.
    Bei unserem derzeitigen Strommix sind das ca. 9,41 bis 11,59 Kg CO2 pro 100 km und wenn sie abends laden wird nur die Grundlast und die Mittellast unseres Stromnetzes verwendet. Diese wird hauptsächlich durch die Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen gewährleistet. Dann wären die Werte noch mal 30 Prozent höher (Braunkohle hat z.B. 1152g pro kWh CO2) zudem werden auch Stickoxide und Feinstaub emittiert.

    Somit ist ein Elektroauto bei weitem nicht Umweltfreundlich.

    Vorteile habe ich dann wenn ich direkt an der Solaranlage oder am Windkraftwerk hängen.

    Die Umweltzerstörung und Energieaufwand bei der Gewinnung, Herstellung und Recycling der Lithium Batterien ist hier noch gar nicht berücksichtigt. Man sagt so zwischen 30000 und 100000 Km Fahrleistung zum Aus gleich der CO2 Brillanz je nach Fahrzeugtyp gegenüber einem normalen Diesel und Benziner. Beim Vollhybrid wird der Abstand auf Grund seiner geringen Emissionen wohl noch Größer sein.

    Meines Erachtens werden allen Statistiken und alle Vergleiche zugunsten eines Elektroautos ausgelegt, obwohl nachweislich mehr Nachteile wie Gewicht, Reichweite, Ladezeiten, Herstellung, Preis als Vorteile emmisionsfreies Fahren, aufweist.

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