Kartoffelkäfer erkennen und bekämpfen – mit natürlichen Mitteln

Kartoffelkäfer
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Kartoffelkäfer gehören zu den gefährlichsten Schädlingen, denn sie können Pflanzen komplett kahlfressen. Wir erklären dir, wie du Kartoffelkäfer bekämpfen kannst und woran du sie überhaupt erkennst.

Kartoffelkäfer bekämpfen: Merkmale im Überblick

Larven des Kartoffelkäfers auf einer stark abgefressenen Pflanze.
Larven des Kartoffelkäfers auf einer stark abgefressenen Pflanze. (Foto: CC0 / Pixabay / shannonsmith)

Kartoffelkäfern können im Garten einen großen Schaden anrichten. Sie vermehren sich explosionsartig und schaffen es, ganze Kartoffelpflanzen kahl zu fressen. Um zu verhindern, dass die Schädlinge plötzlich in Massen auftreten, solltest du deine Kartoffelpflanzen regelmäßig und gründlich auf Eier, Larven und  ausgewachsene Kartoffelkäfer untersuchen. Entdeckst du den Schädling rechtzeitig, kannst du die Kartoffelkäfer mit natürlichen Mitteln bekämpfen.

1. Kartoffelkäfereier erkennen:

  • Die Eier haben eine orange-leuchtende Farbe und sind zylindrisch geformt.
  • Du findest die Eier auf der Blattunterseite der Kartoffelpflanzen – und zwar in Gruppen gehäuft.
  • Achtung vor allem ab Juni: Ab dann legen die Kartoffelkäfer ihre Eier ab.

Kartoffelkäferlarven erkennen:

  • Nachdem die Larven geschlüpft sind, beginnen sie, sich durch die Kartoffelpflanze zu fressen.
  • Sowohl auf den Ober- als auch den Unterseiten der Blätter krabbeln die Larven: Jüngere Larven sind rotbraun gefärbt, ältere gelb.
  • Am Larvenkopf und an den Seiten des Körpers befinden sich schwarzen Punkte.

Kartoffelkäfer erkennen:

  • Kartoffelkäfer werden zwischen sieben und 15 Millimeter groß.
  • Auf den gelbfarbenen Flügeln befinden sich jeweils 5 schwarze Längsstreifen.
  • Das gelborange Halsschild hat schwarze Flecken.
  • Die Unterseite erscheint rot-bräunlich mit schwarzen Punkten an den Seiten.

Betroffene Pflanzen erkennen:

Sowohl die reiferen Larven als auch die Käfer ernähren sich von den Pflanzenblättern. Einen Befall mit Kartoffelkäfern erkennst du daran, dass:

  • sich Löcher in den Blättern oder Einkerbungen an den Blatträndern befinden,
  • die dickeren Blattadern meistens stehen bleiben,
  • bei starkem Befall nichts mehr von der Pflanze übrig bleibt als die Stängel und die dickeren Seitentriebe.

Aber nicht nur Kartoffeln fallen den Kartoffelkäfern oder Larven zu Opfer, sondern auch andere Nachtschattengewächse, wie Auberginen, Tomaten oder Paprika.

Kartoffelkäfer bekämpfen mit natürlichen Mitteln

Damit du deine Kartoffeln retten und auch noch verzehren kannst, solltest du auf chemische Mittel verzichten
Damit du deine Kartoffeln retten und auch noch verzehren kannst, solltest du auf chemische Mittel verzichten (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Kartoffelkäfer können sich zu einer wahren Plage ausbreiten, wenn du nicht bei den ersten Anzeichen eines Befalls schnell handelst. Leicht ist es aber leider nicht, die Schädlinge zu bekämpfen.

  • Chemische Präparate kommen schnell an ihre Grenzen, denn Kartoffelkäfer sind in der Lage, sich ihnen anzupassen und sogar Resistenzen gegen Insektizide zu entwickeln.
  • Es gibt aber einige natürliche Mittel, mit denen du Kartoffelkäfer bekämpfen kannst. Diese schonen zudem noch den Boden und die Insektenwelt. Außerdem verunreinigen sie kein benachbartes Obst oder Gemüse.

Kartoffelkäfer absammeln

Kartoffelkäfer können ganz einfach mit der Hand abgenommen werden.
Kartoffelkäfer können ganz einfach mit der Hand abgenommen werden. (Foto: CC0 / Pixabay / sternbea)

Absammeln per Hand erfordert zwar einiges an Zeit und Mühe, ist aber eine der effektivsten Methoden, um Kartoffelkäfer zu bekämpfen. Achte bei dieser Methode auf folgende Dinge:

  • Die beste Zeit zum Absammeln ist am frühen Morgen, weil die Larven dann noch unbeweglicher sind.
  • Du solltest sowohl Eier, als auch Larven und ausgewachsene Käfer absammeln. Schaue auch auf die Unterseite der Blätter.
  • Die Käfer sind schnelle Flieger. Du solltest sie, wie auch die Eier und Larven, von der Pflanze direkt in ein Gefäß mit Deckel geben.
  • Wenn du alle Pflanzen untersucht hast, kannst du das geschlossene Gefäß einfach stehen lassen, bis die Schädlinge darin abgestorben sind. Wenn das Gefäß mit Wasser gefüllt wird, ertrinken die Kartoffelkäfer. Auf keinen Fall solltest du die gefangenen, noch lebendigen Schädlinge vergraben, denn in der Erde fühlen sie sich sehr wohl.
  • Du solltest deine Pflanzen regelmäßig kontrollieren und immer wieder neue Eier, Larven und Käfer absammeln.

Gesteinsmehl gegen Kartoffelkäfer

Gesteinsmehl ist sehr fein vermahlenes Gestein und enthält viel Kieselsäure und Nährstoffe, sodass es als Dünger dienen kann. Viel wichtiger ist aber noch, dass Gesteinsmehl auch ein effektives Mittel gegen Kartoffelkäfer ist.

Wenn du die befallenen Pflanzen mit Gesteinsmehl bestäubst, entsteht eine Schicht auf den Blättern, durch die sich auch die gefräßigen Kartoffelkäfer nicht gerne fressen. Finden sie keine Nahrung, sterben sie schließlich ab. Außerdem entzieht das Gesteinsmehl den Käfern die Körperflüssigkeit, sodass sie austrocknen.

  • Der beste Zeitpunkt ist morgens, wenn der Tau noch auf den Blättern ist.
  • Durch die Feuchtigkeit verbleibt das Gesteinsmehl länger auf der Pflanze. Morgens stehen die Blätter auch noch senkrechter als am Tag, sodass das Gesteinsmehl auch leicht auf die Blattunterseite gelangen kann, wo sich die Eier des Kartoffelkäfers befinden.
  • Statt Gesteinsmehl kannst du auch Kaffeesatz sammeln, trocknen und über die Pflanzen streuen.

Pflanzenbrühe gegen Kartoffelkäfer

Aus Farnwedeln lässt sich eine Brühe gegen Kartoffelkäfer herstellen.
Aus Farnwedeln lässt sich eine Brühe gegen Kartoffelkäfer herstellen. (Foto: CC0 / Pixabay / surfcom)

Brühen aus Minze oder Farn haben sich als gut wirksame Mittel gegen die Kartoffelschädlinge erwiesen und sind außerdem sehr leicht selbst herzustellen:

  1. Sammle etwa einen halben Eimer voll Minze oder Farnwedel.
  2. Zerkleinere die Pflanzenteile grob und übergieße sie mit fünf Liter Wasser.
  3. Koche die Brühe für etwa 30 Minuten und seihe die Pflanzenteile ab, sobald die Brühe abgekühlt ist.
  4. Gieße die Brühe mit Wasser im Verhältnis 1:10 auf.
  5. Sprühe den Sud auf die Pflanze. Achte auch darauf, dass die Blattunterseiten gut eingesprüht werden. Der beste Zeitpunkt ist morgens oder abends. Behandele die Pflanzen mehrmals mit der Brühe, um sie gegen Kartoffelkäfer zu schützen.

Schädlingsbefall vorbeugen – was hilft?

Kümmel in der Mischkultur mit Kartoffeln wirkt stärkend und vorbeugend gegen Schädlingsbefall.
Kümmel in der Mischkultur mit Kartoffeln wirkt stärkend und vorbeugend gegen Schädlingsbefall. (Foto: CC0 / Pixabay / HOerwin56)

Es gibt einige Methoden, um einen Befall mit Kartoffelkäfern zu vermeiden oder zumindest einen Befall einzudämmen:

1. Mischkultur pflanzen

  • Wenn du deine Kartoffeln von vornherein in einer Mischkultur mit bestimmten anderen Pflanzen anbaust, hast du gute Chancen, einen Kartoffelkäferbefall zu vermeiden oder sehr gering zu halten. Denn mit den richtigen Nachbarn werden die Kartoffelpflanzen widerstandsfähiger und Schädlinge werden vertrieben.
  • Pflanzen wie Minze, Kümmel, Meerrettich, Erbsen und Spinat vertragen sich sehr gut mit Kartoffelpflanzen und schützen und stärken sich gegenseitig.

2. Standort clever wählen

Kartoffelkäfer überwintern in der Erde. Daher ist es empfehlenswert, Kartoffeln jedes Jahr an einem anderen Standort anzubauen.

3. Frühkartoffeln pflanzen

  • Die Kartoffelkäfer beginnen im Juni damit, ihre Eier an die Blattunterseiten der Kartoffelpflanzen abzulegen. Wenn du Kartoffelsorten mit frühem Reifezeitpunkt wählst, kannst du ernten, bevor die neue Käfergeneration geschlüpft ist
  • Frühe Sorten kannst du ab Juli ernten. Dazu gehören: Agata, Amalia, Rosara, Christa, Karat, Hela, Gloria, Astoria, Sieglinde.

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