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Kinderfahrrad-Test: So schneidet Woom bei Stiftung Warentest und dem ADAC ab

Kinderfahrrad-Test: Die Sieger und Verlierer bei Stiftung Warentest
CC0 Public Domain / Pexels - Pavel Danilyuk

Sommer bedeutet für viele Kinder: Ab aufs Rad und ins Schwimmbad oder die Eisdiele. Neben der Stiftung Warentest hat auch der ADAC Kinderfahrräder dem Praxistest unterzogen. Dabei fielen einige Räder durch – zum beliebten Woom-Rad unterscheiden sich die Urteile.

In diesem Artikel:

Wie nachhaltig sind Kinderfahrräder?

Fahrradfahren ist bekanntlich eine nachhaltige und gesunde Art der Fortbewegung. Doch wie nachhaltig die Fahrräder selbst sind, lässt sich schwer beurteilen und wird bei Kinderfahrrad-Tests meist nur im Hinblick auf Schadstoffe untersucht.

Wichtig: “Made in Germany” hat nur bedingt eine Aussagekraft. Denn auch wenn die Endmontage hierzulande stattfindet, stammen die vielen verschiedenen Einzelteile aus den unterschiedlichsten Ländern. Die Produktion von Aluminium und Carbon verbraucht viel Energie. Am nachhaltigsten ist demnach, ein Fahrrad gebraucht zu kaufenoder ein neues Fahrrad, das möglichst lange hält.

Die Haltbarkeit prüft Stiftung Warentest im Labor, wo Lenker, Tretkurbel und Sattel immer wieder mit einer bestimmten Kraft belastet wurden. Hier versagten von den zwölf Modellen aus dem Kinderfahrrad-Test 2022 die Räder von Winora und Woom.

Kinderfahrräder-Testsieger der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat zwölf Kinderfahrräder für Kinder ab sechs oder sieben Jahren getestet (test 6/2022). Gleich fünf Räder erhielten ein “mangelhaft”, darunter auch das beliebte Woom-Kinderrad – im Dauertest entstanden Risse an der Tretkurbel. Andere Bikes versagten im Brems-Labor. Schadstoffe ließen sich bei fast allen Rädern nachweisen und stecken in Sätteln und Griffen.

Insgesamt konnten drei Kinderfahrräder das Testergebnis “gut” erzielen, diese sind:

Puky Skyride 20-3 Alu Light

Das Kinderfahrrad Puky Skyride hat eine vollständige StVZO-Ausstattung und als eines der wenigen Modelle im Test eine Rücktrittbremse. Im Test überzeugte der Testsieger Skyride bei allen wichtigen Punkten: Fahrverhalten, Sicherheit, Bremsen, Haltbarkeit und Schadstoffe. Lediglich das Gewicht (11,1 Kilogramm) empfanden die Tester:innen nur als “befriedigend”.

Das Kinderfahrrad Puky Skyride ist Testsieger bei Stiftung Warentest.
Das Kinderfahrrad Puky Skyride ist Testsieger bei Stiftung Warentest. (Foto: Puky)

Kaufen: ab rund 450 Euro bei Fahrrad XXL, Lucky Bike oder Amazon

Decathlon City Bike 20 Zoll D4 Rock

Eine Überraschung im Kinderfahrrad-Test von Stiftung Warentest war, dass das günstigste Bike zu den besten gehörte. Das City Bike D4 Rock des französischen Sportartikelherstellers Decathlon ist für Schulkinder im Straßenverkehr konzipiert. Es ist StVZO-konform und mit Ständer, Schutzblechen, Gepäckträger und Kettenschutz versehen. Es gibt eine 6-Gangschaltung von Shimano und zwei V-Bremsen. Schadstoffe fand die Stiftung Warentest weder im Sattel noch in den Griffen und im Punkt “Sicherheit und Haltbarkeit” erhielt es ein “sehr gut”.

(Foto: Decathlon)

Allerdings: Das hohe Gewicht von 13,3 Kilogramm macht es für Kinder schwer, das Rad zu heben und anzufahren. Sobald es einmal fährt, hat es aber ein gutes Fahrverhalten. Die Schulkinder, die die Stiftung Warentest als Praxis-Tester:innen engagierte, kamen damit gut zurecht.

Kaufen: für ca. 270 Euro bei Decathlon

Cube Kid 200 Street

Das Kid 200 Street von Cube im Test ist von 2018 und leider nicht mehr als Neuware im Handel. 2022 hat Cube das Acid 200 herausgebracht, die kindgerechte Version eines Mountainbikes. Es hat zwei V-Bremsen und sieben Gänge.

Kaufen: Aktuelle Version „Cube Acid 200 2023“ ab rund 340 Euro bei Bike Angebot, Fahrrad XXL oder Lucky Bike

Stiftung Warentest: Die Testverlierer im Kinderfahrrad-Test

Woom 4

Das angesagte Kinderfahrrad Woom 4 (479 Euro) ist bei Stiftung Warentest das Schlusslicht im Kinderfahrrad-Test. Der Grund ist die mangelnde Haltbarkeit. Zusätzlich wurden Schadstoffe im Sattel entdeckt. Die Weichmacher DPHP sind zwar nicht verboten, doch rät das Bundesamt für Risikobewertung dazu, bei Kinderprodukten darauf zu verzichten.

Schade, denn Woom 4 ist das einzige Kinderfahrrad aus dem Test, das von den Kindern selbst als “sehr gut” eingestuft wird. Dies liegt unter anderen am geringen Gewicht von nur acht Kilogramm. Auch das Fahrverhalten ist “gut”.

Weitere Testverlierer:

  • Winora Dash 20: Hier riss im Dauertest die Sattelklemme, weshalb es in puncto Haltbarkeit und Sicherheit versagte. Auch den Bremstest konnte das Fahrrad nicht bestehen. Schadstoffe wurden nicht gefunden. (Preis: 430 Euro)
  • S’cool Xxlite: “mangelhaft” wegen schlechter Bremsleistung, obwohl es laut Hersteller bis 80 Kilogramm belastbar ist; Schadstoffe im Sattel. (Preis: 460 Euro)
  • Raymon Tworay 2,5 Street: Fiel ebenfalls durch den Bremstest bei 60 Kilogramm Gewicht (Kind + Schulranzen und Gepäck) und hat Schadstoffe im Sattel. (Preis: 530 Euro)
  • Bulls Tokee Street 6: Patzte im Bremstest. Im Sattel wurden hohe Mengen des Phthalat-Weichmachers DPHP nachgewiesen. (Preis: 450 Euro)

Kinderfahrrad-Test: Teure Kinderfahrräder sind günstiger als sie scheinen

Ist es denn bei Kinderfahrrädern überhaupt sinnvoll, einen teuren Neukauf zu tätigen? Laut der Stiftung Warentest rechnet sich ein Kaufpreis von 500 Euro, da man das Rad gut gebraucht verkaufen oder an Geschwister weitergeben kann. Das heißt: Wenn du ein 500-Euro-Rad nach zwei Jahren für 250 Euro verkaufen kannst, hast du eigentlich nur 250 Euro bezahlt. Das Gleiche gilt, wenn du den Preis auf zwei Kinder umrechnest. Dafür hatte dein Kind dann womöglich ein besseres Rad, als wenn du es für 199 Euro im Supermarkt kaufst.

ADAC: 16-Zoll-Kinderräder im Test – Woom ist Testsieger

Ähnlich sieht das der ADAC, der Anfang 2024 Kinderfahrräder der Größe 16 Zoll testete. Viele Kinder lernen mit dieser Größe das Radfahren. Der ADAC stellte deutliche Unterschiede bei Qualität und Sicherheit fest und findet genau wie Stiftung Warentest: Wer ein Kinderfahrrad kauft, sollte nicht nur auf den Preis achten.

Auffällig: Die Testergebnisse von Stiftung Warentest und ADAC unterscheiden sich teils deutlich. Unwahrscheinlich, dass das nur an der unterschiedlichen Modellgröße liegt – sondern vielmehr an den jeweiligen Testkriterien und ihrer Interpretation.

ADAC testet Kinderfahrräder
Beim Kinderräder-Test des ADAC schneidet Woom deutlich besser ab als bei Stiftung Warentest. (Foto: Ralph Wagner/©ADAC/Ralph Wagner/obs)

Die Ergebnisse des ADAC:

  • Klarer Testsieger ist das Modell Original 3 von Woom. Laut den Tester:innen überzeugt es vor allem durch sein geringes Gewicht von nur 5,9 Kilogramm, die einfache Verstellbarkeit von Bremshebel und Sattelhöhe (ohne Werkzeug) sowie die effizienten und leichtgängigen Bremsen. Mit rund 450 Euro ist das Fahrrad allerdings auch das teuerste im Test.
    Zu kaufen u.a. bei Ebike-24 oder Fahrrad XXL 
  • Auf Platz 2 folgt das Kinderfahrrad LS-Pro 16 von Puky (390 Euro), das – laut ADAC – gemeinsam mit Woom zeigt, dass namhafte Hersteller in Sachen Qualität und Sicherheit die Nase vorn haben.
    Zu kaufen u.a. bei Lucky BikeRadwelt oder Babymarkt
  • Testverlierer ist das Modell Sixteen von Pyro (420 Euro). Der ADAC bewertete es vor allem wegen des zu geringen Pedalabstands zum Boden und den damit verbundenen Sicherheitsmängeln beim Kurvenfahren mit „mangelhaft“.
ADAC-Kinderfahrradtest: Modell Woom 3 schneidet gut ab
ADAC-Kinderfahrradtest: Das Modell Woom 3 ist Testsieger. (Foto: © ADAC/ADAC/obs)

ADAC findet diverse Sicherheitsmängel

Bei einigen Modellen fielen im Test Sicherheitsmängel und technische Schwächen auf. So halten fünf Herstellern die vorgeschriebene Anzahl an Reflektoren nicht ein, bei acht Modellen fehlte ein vollständiger Kettenschutz. Das Kinderfahrrad Royal Baby Freestyle fiel im Testfeld besonders durch seine schlechte Bremsleistung auf.

Bei der Schadstoffbelastung hielten zwar alle getesteten Fahrräder die gesetzlichen Vorgaben ein, allerdings waren nur die beiden günstigsten Modelle im Test tatsächlich schadstofffrei. Besonders auffällig war das Modell MX 16 2023 von Orbea: In den Griffen stecken Weichmacher. Der ADAC fordert die Hersteller auf, nicht nur die Grenzwerte einzuhalten, sondern grundsätzlich schadstofffreie Materialien zu verwenden.

Die Testtabelle

ADAC-Kinderfahrradtest: Testtabelle
ADAC-Kinderfahrradtest: Testtabelle (© Foto: ADAC/ADAC/obs)

Kinder kommen mit leichten Fahrrädern besser klar

Bei den Fahrversuchen stellte sich in beiden Kinderffahrräder-Tests heraus, dass die Kinder umso besser mit dem Fahrrad zurechtkamen, je leichter dieses war – für den ADAC der Hauptgrund, warum das Woom Bike im Test so gut abschnitt.

Der ADAC empfiehlt Eltern: Kinder sollten vor dem Kauf auf jeden Fall im Fachgeschäft probesitzen und das Fahrrad ausprobieren. Nach dem Kauf sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel von Fachpersonal auf die Größe des Kindes eingestellt werden.

Tipps fürs Radfahren-Lernen und den Fahrradkauf

  • Die ersten Übungsfahrten mit Kindern führt man am besten auf einem abgesperrten Gelände durch.
  • Fahrradfahren erlernen benötigt auch Geduld der Eltern. Am besten funktioniert das ohne Stützräder.
  • Fahrradfahren bedeutet auch, den ein oder anderen Sturz einzukalkulieren. Alle Radfahrer:innen sollten deshalb immer einen geeigneten Helm tragen.
  • Wenn Unsicherheit bezüglich Schadstoffen in den Griffen besteht, können diese beim Fahrradgeschäft in der Regel problemlos durch andere Griffe ausgetauscht werden.

Der ADAC gibt noch weitere Tipps für den Kauf von Kinderrädern:

  • Ein tiefer Durchstieg erleichtert das Aufsteigen.
  • Die Bremshebel sollten gut erreichbar sein.
  • Der Seitenständer sollte beim Rückwärtsschieben nicht hinderlich sein.
  • Pedale sollten rutschfest sein.
  • Der Lenker ist meist durch Drehen fein einstellbar.
  • Die Lenker-Enden sollten geschützt sein.
  • Die Reifen sollten möglichst mit Autoventil ausgestattet sein.
  • Die Sattelhöhe sollte durch Schnellspanner am Sattelrohr verstellbar sein.

Mit Material der DPA

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