Leinkraut: Wirkung und Anwendung des Heilkrauts

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Leinkraut galt im keltischen Glauben als wirksame Heilpflanze. Heute sind das Wildkraut und seine heilenden Eigenschaften etwas in Vergessenheit geraten. Erfahre hier, wie du Leinkraut erkennen und nutzen kannst.

Leinkraut gehört zur Familie der Wegerichgewächse, in der auch heimische Heilpflanzen wie der Breitwegerich zu verorten sind. Ursprünglich stammt das Leinkraut aus Mitteleuropa und wuchs dort vor allem in Wäldern nahe der Küste. Heutzutage kannst du das widerstandsfähige Wildkraut auch auf Ackerflächen und an Wegrändern finden. Als Heilpflanze ist das Leinkraut inzwischen allerdings stark in Vergessenheit geraten.

Leinkraut: So erkennst du das Wildkraut

Leinkraut kannst du heute nicht nur an der Küste, sondern auch auf Ackerflächen und an Wegrändern finden.
Leinkraut kannst du heute nicht nur an der Küste, sondern auch auf Ackerflächen und an Wegrändern finden. (Foto: CC0 / Pixabay / WikimediaImages)

Früher wuchs das Leinkraut vor allem auf steinigen und kieshaltigen Böden in Küstennähe. Heute findet es sich zum Beispiel auch als Zierpflanze in Naturgärten. In der Natur erkennst du die Heilfpflanze am besten an den folgenden Merkmalen:

  • Wuchs: Die krautig wachsende Pflanze kann zwischen 20 und 40 Zentimeter hoch werden. Die Stängel sind in der Regel kahl oder nur schwach behaart.
  • Blätter: Die dünnen Blätter sind nadelartig geformt und zwischen zwei und vier Zentimeter lang. Sie sitzen wechselständig an den Stängeln.
  • Blüten: Am besten erkennst du das Leinkraut an seinen gelben, traubenartig auf den Stängeln sitzenden Blüten. Von Mai bis Oktober ist die Blütezeit des Leinkrauts – der Blütennektar ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.

Das Leinkraut und seine Wirkung

Echtes Leinkraut enthält Flavonoide und Carbonsäuren.
Echtes Leinkraut enthält Flavonoide und Carbonsäuren. (Foto: CC0 / Pixabay / Didgeman)

Die Kelten nutzten besonders das Echte Leinkraut als Heilpflanze bei vielen unterschiedlichen Beschwerden. Das Kraut enthält große Mengen Flavonoide und Carbonsäuren. Aufgrund dieser und weiterer Inhaltsstoffe konnten Wissenschaftler dem Echten Leinkraut folgende Wirkungsweisen zumindest teilweise nachweisen:

  • Antioxidativ: Eine der wenigen Studien über die vergessene Heilpflanze weist eine antioxidative Wirkung des Echten Leinkrauts nach. Verantwortlich dafür ist das Flavonoid Linarin.
  • Entzündungshemmend: Echtes Leinkraut enthält viele pflanzeneigene Flavanoide. Diese fördern die Wundheilung und wirken entzündungshemmend.
  • Antiallergen und antiviral: Die Flavanoide des Echten Leinkrauts wirken allergischen Reaktionen und Viren entgegen. Darüber hinaus wirkt die enthaltene Ameisensäure pilztötend.
  • Entgiftend: Echtes Leinkrauts soll besonders die Leber dabei unterstützen, zu entgiften.
  • Fördert die Verdauung: Echtes Leinkraut enthält Apfelsäure. In einigen Studien wurde nachgewiesen, dass die Carbonsäure die Verdauung fördern kann.

Vorsicht: Es ließ sich bisher noch nicht wissenschaftlich ausschließen, dass Leinkraut auch für ungeborene Kinder unschädlich ist. Wenn du schwanger bist, solltest du das Heilkraut deshalb besser nicht einnehmen.

Anwendung von Leinkraut

Die Kelten behandelten mit Echtem Leinkraut vor allem durch Entzündungen hervorgerufene Erkankungen.
Die Kelten behandelten mit Echtem Leinkraut vor allem durch Entzündungen hervorgerufene Erkankungen. (Foto: CC0 / Pixabay / 12019)

Die meisten Wirkungsweisen des Leinkrauts leiten sich aus seinen Inhaltsstoffen ab. Wissenschaftliche Studien über die tatsächliche medizinische Wirkung des Heilkrauts gibt es nur wenige. Deshalb wird das Echte Leinkraut bisher nur in der Homöopathie und Volksmedizin bei folgenden Krankheiten verwendet:

Echtes Leinkraut wird vor allem als Tee angewendet. Leinkraut-Tee kannst du entweder trinken oder du nutzt ihn, um Kompressen herzustellen. Am besten verwendest du getrocknetes Leinkraut für den Tee. Du kannst es zum Beispiel in der Apotheke bestellen.

Vorsicht: Bisher gibt es keine ausreichenden medizinischen Erkenntnisse dazu, ob Echtes Leinkraut tatsächlich bei den oben erwähnten Krankheitsbildern Linderung verschafft. Am besten sprichst du zuerst mit deinem Arzt, bevor du eine der genannten Erkrankungen mit Leinkraut behandelst.

Rezept für Tee aus Echtem Leinkraut

Aus getrocknetem Leinkraut kannst du dir ganz einfach einen Tee herstellen.
Aus getrocknetem Leinkraut kannst du dir ganz einfach einen Tee herstellen. (Foto: CC0 / Pixabay / Nipapun)

Für Tee aus Echtem Leinkraut benötigst du:

  • 2 Teelöffel getrocknetes Leinkraut
  • 250 Milliliter Wasser
  • optional etwas Honig

So stellst du den Tee her:

  1. Gib das getrocknete Leinkraut in eine Teekanne.
  2. Bringe das Wasser zum Kochen und gieße es über das Leinkraut.
  3. Lass den Tee etwa zehn Minuten lang ziehen.
  4. Seihe den fertigen Tee durch ein Sieb ab und süße ihn bei Bedarf mit etwas Honig.

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(3) Kommentare

  1. Leinkraut hat die Familie der Leinkrautgewächse, nicht der Wegerichgewächse.
    (und gute Internetseiten machen nicht alles mit Ihren Nutzern, wie zb Cookies, neben ein OK gehört auch die Freie Wahl mit ABGELEHNT. Alles andere ist übergriffig

  2. „Leinkräuter (Linaria) sind eine Pflanzengattung, die zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gehört.
    Der Gattungsname leitet sich ab von der Ähnlichkeit der Blätter des gelb blühenden Echten Leinkrauts (Linaria vulgaris) mit denen des Leins (Linum)“
    Aus Wikipedia und bei vielen anderen Büchern steht das so.
    Ich weiß zwar, dass Biologen gerne die Pflanzenfamilien ändern aber vom Leinkraut habe ich das noch nicht gehört. Bevor man die Redaktion hier beschimpft sollte man nachgucken.
    Mit freundlichen Grüßen
    Biowalli

  3. Guten Morgen Biowalli,
    Danke für Deinen Kommentar.
    Beschimpft? Was meinst Du? Die Übergriffigkeit mit Cookies? Gute Seiten bieten auch das ABLEHNEN von cookies an.
    Als Kräuter-Laie habe ich nachgeschaut bei Fleischhauer, da steht, was ich geschrieben habe. Als Laie paßt Leinkraut und Wegerichgewächse nicht zusammen, hat sich aber scheinbar geändert und sogar der Name soll sich ändern in Veronicaceae