Heimische Heilpflanzen: Die stärksten Gewächse und ihre Wirkung

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Heimische Heilpflanzen werden auch heute noch als Alternative zu schulmedizinischen Medikamenten angewendet. Hier erfährst du, wie die zehn stärksten Gewächse wirken.

Heilpflanzen vs. Schulmedizin

Heilpflanzen wirken anders als konventionelle Medikamente. Sie bestehen nämlich nicht nur aus einem einzigen Wirkstoff, sondern beinhalten verschiedene natürliche Substanzen. Dazu gehören Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe. Letztere sind meist für die charakteristische Wirkkraft einer Heilpflanze verantwortlich.

Neben der Hauptwirkung haben Heilpflanzen meist noch sogenannte Nebenwirkungen. Dabei handelt es sich nicht um unerwünschte Nebeneffekte, wie sie konventionelle Medikamente oft mit sich bringen. Heilpflanzen haben stattdessen oft weitere positive Effekte auf die Gesundheit. So kann ein Frauenmantel-Tee beispielsweise nicht nur bei Durchfall helfen, sondern auch Menstruationsbeschwerden lindern.

Heilpflanzen können nur Schaden anrichten, wenn du ihre Wirkstoffe isolierst und in zu großen Dosen anwendest. Frage deinen naturheilkundigen Arzt oder Heilpraktiker, wenn du dir unsicher bist, wie viel einer Heilpflanze du verwenden solltest.

1. Heilpflanze: Der Augentrost

Der Augentrost (Euphrasia Officinalis) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen, die auch in Deutschland wächst.
Der Augentrost (Euphrasia Officinalis) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen, die auch in Deutschland wächst. (Foto: CC0 / Pixabay / alsen)

Augentrost zählt dank der in ihm enthaltenen Iridoidglykoside, Flavonoide und Gerbstoffe zu den Heilpflanzen.

  • Die Heilpflanze kann bei Bindehautentzündungen, gegen entzündete rote und tränende Augen und bei Gerstenkörnern helfen.
  • Auch wenn du eine Allergie hast oder deine Augen nach langer Bildschirmarbeit überanstrengt sind, können Augentrost-Tropfen deine Beschwerden lindern.
  • Wenn dein Mund- und Rachenraum entzündet ist oder du unter Magenbeschwerden leidest, kann ein Augentrost-Tee helfen. Brühe einfach einen Teelöffel getrockneten Augentrost mit zwei Esslöffel der frischen Heilpflanze mit heißem Wasser auf.

Wichtig: Für die Augen solltest du nur keimfreie Augentrosttropfen aus der Apotheke verwenden.

2. Heilpflanze: Der Baldrian

Baldrian (Valeriana Officinalis) hat eine beruhigende Wirkung.
Baldrian (Valeriana Officinalis) hat eine beruhigende Wirkung. (Foto: CC0 / Pixabay / WikimediaImages)

Die wichtigsten heilenden Inhaltsstoffe des Baldrians sind ätherische Öle, Valerensäuren und Lignane.

  • Baldrian kann entspannend und schlaffördernd wirken.
  • Wenn du Baldrian einnimmst, schläfst du besser und schneller ein. Vorteil: Im Gegensatz zu synthetischen Schlafmitteln beeinträchtigt Baldrian nicht deinen natürlichen Schlafrhythmus. Auch der sogenannte „Schlafmittel-Kater“ bleibt aus.
  • Er kann auch bei Prüfungsangst und allgemeiner Nervosität helfen.

Du kannst Baldrian als Tee oder Tinktur anwenden. Wichtig: Baldrian wirkt nicht bei allen Menschen sofort. Oft musst du ihn erst zwei- bis drei Wochen lang anwenden.

3. Heilpflanze: Die Brennnessel

Brennnesseln (Urtica Dioica) sind wirksame Heilpflanzen – und wachsen bei vielen von uns im Garten.
Brennnesseln (Urtica Dioica) sind wirksame Heilpflanzen – und wachsen bei vielen von uns im Garten. (Foto: CC0 / Pixabay / sipa)

Die Brennnessel enthält viele gesundheitsfördernde Wirkstoffe. Die Wichtigsten sind Mineralien und Spurenelemente, insbesondere Eisen und Kieselsäure, die Vitamine C, B2 und K1, Carotinoide, Flavonoide und Bitterstoffe.

  • Die Heilplanze kann bei Blasenentzündungen helfen und Nieren- und Harnsteinen vorbeugen.
  • Außerdem kann sie Rheuma in den Muskeln und Gelenken lindern.
  • Brennnessel wirkt bei Leber- und Gallenerkrankungen und kann die Verdauung bei Verstopfung, Durchfall und Blähungen wieder ins Gleichgewicht bringen.
  • Außerdem kann sie den Blutzucker senken – deshalb sollten vor allem Diabetiker viel Brennnesseltee zu sich nehmen.
  • Wenn du Brennnesseltee als Haarwasser anwendest, bilden sich weniger Schuppen auf demKopf. Außerdem regt die Spülung die Durchblutung deiner Kopfhaut an. Dadurch können deine Haarwurzeln optimal mit Nährstoffen versorgt werden – auch die Haare sollen dadurch schneller wachsen.

Du kannst aus frischen oder getrockneten Brennnesselblättern einen heilenden Tee kochen oder ihre Wurzel als Tinktur anwenden. Wichtig: Achte darauf, dass du mindestens 2,5 Liter stilles Wasser trinkst, wenn du Brennnessel in irgendeiner Form zu dir nimmst. Die Heilpflanze wirkt nämlich stark entwässernd.

In einem weiteren Artikel erfährst du, wie Brennnesseltee wirkt und wie du ihn richtig zubereitest.

4. Heilpflanze: Der Frauenmantel

Frauenmantel (Alchemilla Vulgaris) kann Menstruationsbeschwerden lindern.
Frauenmantel (Alchemilla Vulgaris) kann Menstruationsbeschwerden lindern. (Foto: CC0 / Pixabay / Blaumeise25)

Frauenmantel wirkt vor allem durch die in ihm enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide.

  • Die Heilpflanze soll bei Durchfall helfen.
  • Außerdem kann sie Hormonschwankungen bei Frauen ausgleichen, Menstruationsbeschwerden lindern und das Bindegewebe stärken.

Du kannst die Heilpflanze als Frauenmanteltee oder Tinktur anwenden.

5. Heilpflanze: Das Johanniskraut

Das Johanniskraut (Hypericum Perforatum) ist eine wirksame Heilpflanze gegen Angstzustände.
Das Johanniskraut (Hypericum Perforatum) ist eine wirksame Heilpflanze gegen Angstzustände. (Foto: CC0 / Pixabay / Antranias)

Die für die Gesundheit relevanten Inhaltsstoffe von Johanniskraut sind Flavonoide, Procanidine und die sekundären Pflanzenstoffe Hypericin und Hyperforin.

Du kannst Johanniskraut als Öl, Tee, Tinktur oder Fertigpräparat zu dir nehmen.

Was du beachten solltest: Bei depressiven Verstimmungen wirkt die Heilpflanze erst, wenn du sie zwei bis drei Wochen regelmäßig einnimmst. Wenn du Johanniskraut einnimmst, kann die Anti-Baby-Pille dadurch weniger stark wirken. Auch deine Haut und Augen können empfindlicher reagieren. Gehe also nie ohne Sonnencreme und -brille in die Sonne, während du die Heilpflanze anwendest.

6. Heilpflanze: Die Kamille

Die Kamille (Matricaria Chamomilla) wirkt auf viele unterschiedliche Weisen.
Die Kamille (Matricaria Chamomilla) wirkt auf viele unterschiedliche Weisen. (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Kamille wirkt heilend, weil sie ätherische Öle, Schleimstoffe und Flavonoide enthält.

  • Die Heilpflanze wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, verdauungsfördernd, und krampflösend. Außerdem sorgt sie dafür, dass Wunden schneller heilen. Kamillen-Tees, -Tinkturen und -Öle wirken außerdem entspannend.
  • Bei Magen-Darm-Erkrankungen und Verdauungsproblemen kann eine Kamillentee die Beschwerden lindern.
  • Ein Dampfbad mit Kamille entspannt gereizte Athemwege, zum Beispiel bei einer Erkältung.
  • Äußerlich angewendet helfen Kamillenöle bei Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bei bakteriellen Hauterkrankungen.
  • Auch Menstruationskrämpfe kann ein Kamillentee lindern.

Du kannst Kamille als Tee, Öl oder Tinktur anwenden.

7. Heilpflanze: Der Löwenzahn

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist in Deutschland weit verbreitet.
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist in Deutschland weit verbreitet. (Foto: CC0 / Pixabay / dtulupov)

Löwenzahn enthält viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, wie Bitterstoffe, Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Schleimstoffe. Seine Wurzel enthält zudem Inulin.

Du kannst Löwenzahn als Tee oder Tinktur anwenden.

In einem weiteren Artikel erfährst du, wie Löwenzahntee wirkt und wie du ihn zubereitest.

8. Heilpflanze: Die Ringelblume

Aus Ringelblumen (Calendula Officinalis) kannst du ganz leicht eine Heilsalbe herstellen.
Aus Ringelblumen (Calendula Officinalis) kannst du ganz leicht eine Heilsalbe herstellen. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Die wichtigsten heilenden Inhaltsstoffe der Ringelblume sind Saponine, Triterpene und Flavonoide.

  • Die Heilpflanze wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Außerdem fördert sie die Durchblutung.
  • Äußerlich angewendet hilft Ringelblumensalbe bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen, trockener Haut und Ekzemen.
  • Innerlich angewendet wirkt ein Ringelblumentee gegen Magen- und Darmgeschwüren.

Du kannst die Ringelblume als Salbe, Tee oder Tinktur anwenden.

In einem weiteren Artikel erfährst du, wie du Ringelblumensalbe selber herstellen kannst.

9. Heilpflanze: Die Schafgarbe

Die Schafgarbe (Achillea Millefolium)
Die Schafgarbe (Achillea Millefolium) (Foto: CC0 / Pixabay / Pezibear)

Schafgarbe wirkt aufgrund der in ihr enthaltenen Bitterstoffe, Flavonoide und ätherischen Öle gesundheitsfördernd.

  • Die Heilpflanze regt den Gallenfluss an und kann helfen, Krämpfe zu lösen. Außerdem wirkt sie antibakteriell und fördert die Wundheilung.
  • Sie kann ei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt und bei Leber- und Gallenerkrankungen helfen.
  • Ein Sitzbad oder eine Kompresse mit Schafgarbenkrautextrakt kann dazu beitragen, dass Hautinfektionen und -verletzungen schneller verheilen.
  • Auch Menstruationskrämpfe kann Schafgarbe lindern.

Du kannst Schafgarbe als Schafgarbentee, Pflanzenfrischsaft oder Tinktur anwenden.

10. Heilpflanze: Der Spitzwegerich

Der Spitzwegerich (Plantago Lanceolata)
Der Spitzwegerich (Plantago Lanceolata) (Foto: CC0 / Pixabay / TopFoto)

Spitzwegerich enthält folgende Wirkstoffe: Gerbstoffe, Idroidglykoside und Flavonoide.

  • Die Heilpflanze wirkt blutstillend, entzündungshemmend und antibakteriell.
  • Wenn du frische, gesäuberte Spitzwegerichblätter auf kleine Verletzungen oder Insektenstiche auflegst, ist das bei Spaziergängen oder Wanderungen eine schnelle und effektive Erstversorgung.
  • Wenn du Spitzwegerich als Tee, Pflanzensaft oder Sirup zu dir nimmst, kann die Heilpflanze Hustenreiz, Halsschmerzen und Zahnweh lindern.

Heilpflanzen selber sammeln

Viele heimische Heilpflanzen wachsen in Deutschland im Garten oder in der freien Natur. Du kannst sie also problemlos selber sammeln.

Achtung: Wenn du eine Pflanze nicht genau bestimmen kannst, solltest du sie besser in der Apotheke oder in einem Kräuterladen kaufen. Heilpflanzen lassen sich leicht mit Giftpflanzen verwechseln, da sich die Gewächse oft sehr ähnlich sehen.

Auch eine Möglichkeit: Du kannst an einer geführten Kräuterwanderung teilnehmen und dabei von einem Experten lernen.

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