Methan: Alles, was du über das Treibhausgas wissen solltest

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Methan ist ein Treibhausgas, das zum Beispiel in Erdgas enthalten ist. Es ist eines der klimaschädlichstes Gase und im hohen Maße für die Erderwärmung verantwortlich.

Methan ist eines der am häufigsten vorkommenden Gase in der Natur. Es ist brennbar, besteht aus Wasserstoff und Kohlenstoff. Es kann explodieren, wenn es sich mit Luft vermischt und entzündet wird.

Die größten Methanquellen befinden sich in Sumpf- und Moorgebieten. Dort gibt es viele Bakterien, die aus dem Salz von Essigsäure oder Wasserstoff und Kohlendioxid Methan produzieren. Darüber hinaus geben auch Pflanzen Methan ab, wie das Max-Planck-Institut herausgefunden hat.

Weitere Quellen für Methan:

  • Erdgasförderung
  • Kohlebergbau
  • Reisfelder
  • Rinderzucht
  • Mülldeponie
  • Termitenhügel

Methan ist nach Kohle der am häufigsten vorkommende fossile Energieträger. Die in Methan gespeicherte Menge an Kohlenstoff wird auf drei Billionen Tonnen geschätzt. Das ist zehnmal mehr Energie als in den noch verbleibenden Erdölreserven gespeichert ist.

Methan ist wichtig fürs Klima – doch wie viel?

Methankonzentration weltweit 1987-2017
Methankonzentration weltweit 1987-2017
(Foto: Earth System Research Laboratory )

Treibhausgase wie Methan sind wichtig für das Überleben der Menschen auf der Erde. Denn ohne die natürlichen Gase hätten wir auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von -18 Grad statt +15 Grad. Problematisch sind die zusätzlichen Treibhausgase, die der Mensch verursacht. Sie beeinflussen das Klima zum Nachteil der Menschen.

  • Höhere Temperaturen und mehr Niederschlag verursacht durch den Klimawandel führen dazu, dass die Bakterien und Pflanzen mehr Methan abgeben als sonst.
  • Die Erwärmung des Meerwassers könnte dazu führen, dass auf dem Meeresboden gespeichertes Methan freigesetzt wird. Unklar ist aber, wie viel Methan dort liegt und ab welcher Meerestemperatur es sich löst.

Methan ist für Klimaforscher oft beunruhigend, weil es sich nicht genau zurückverfolgen lässt: Während als Ursache für bestimmte CO2-Werte recht genau Kraftwerke und andere Verursache ausgemacht werden können, ist dies für Methangas schwierig. Denn wie viel Methan die Natur produziert, hängt von Temperaturen und Niederschlag ab.

Dazu kommen Methangase von Erdgaskraftwerken und der Landwirtschaft. So kann etwa die Stagnierung der Methangas-Werte zwischen 2000 und 2006 genauso wenig erklärt werden, wie der Anstieg seit 2007.

Methan kommt in der Atmosphäre in viel geringerer Menge als CO2 vor, deshalb steht beim Thema Treibhausgase auch meistens CO2 in der Kritik. Was dabei vergessen wird: Methan ist mehr als 20-mal wirkungsvoller als Treibhausgas als CO2, so Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts.

Was tun gegen Methan?

Rinderzucht ist für einen Teil des Methangases verantwortlich
Rinderzucht ist für einen Teil des Methangases verantwortlich
(Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Rinderzucht:

2015 hatte die Landwirtschaft an den Methan-Emissionen in Deutschland einen Anteil von 57 Prozent, schreibt die Deutsche Umwelthilfe. Der Großteil davon stammt von der Rinderzucht. Ein Rind gibt täglich mehrere hundert Liter Methan ab. Was also tun?

  • Weniger Fleisch essen oder sich vegetarisch ernähren.
  • Antibiotika fördern bei Rindern zudem die Methanbildung. Ein Verzicht auf Antibiotika in der Rinderzucht ist daher ebenfalls ein wichtig.
  • Eine Begrenzung der Anzahl der Rinder.
  • Veränderung der Fütterung der Ringer. Leinsaat im Futter könnte einer Studie zur Folge den Methanausstoß verringern.
  • Das Unternehmen Zaluvida hatte 2017 angekündigt, einen Methanblocker für Kühe zu entwickeln. Er könne etwa 30 Prozent des Methanausstoßes verhindern.
  • In Dänemark gibt es Überlegungen, wonach die Zufütterung von Oregano den Methanausstoß um bis zu 40 Prozent verringern könnte.

Fossile Energieträger:

Bei der Förderung, Verarbeitung und beim Transport von Erdöl und Erdgas gelangt oft Methan in die Umwelt. Zahlreiche Klimaforscher warnen vor dem Methanaustritt im Zuge der Förderung und des Transports. Die Lösung wäre, die Erdgas – und Erdöl-Förderung zurückzufahren und Lecks zu stopfen.

Weitere Ideen und Projekte gegen Methan

Weniger Wasser auf Reisfeldern ist eine Idee gegen Methangas
Weniger Wasser auf Reisfeldern ist eine Idee gegen Methangas
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Ende 2016 hat eine Studie weitere Möglichkeiten untersucht, wie Methan eingedämmt werden kann:

  • Auf Mülldeponien: Den Müll abdecken, das Gas sammeln und als Treibstoff nutzen.
  • Auf Reisfeldern: Weniger Wasser auf den Feldern könnte die Methangas-produzierenden Bakterien reduzieren. Dies fordert auch die Plattform für nachhaltigen Reis (SRP).

Ein Klimaschutzprojekt in der Schweiz fackelt Methangas auf einer Mülldeponie ab: Eine Hochtemperaturfackel verbrennt Methan zu Sauerstoff und CO2.

Ein anderes Projekt gibt es in der Nähe von Tel Aviv: Eine Mülldeponie wandelt dort das Gas in Strom um. Etwa 80 Prozent der Gase können eingefangen und verwertet werden.

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(3) Kommentare

  1. Die Aussage in diesem Artikel „Methan ist ein Treibhausgas, das zum Beispiel bei der Verbrennung von Erdgas anfällt“ ist nicht korrekt.
    Ja, Methan ist ein Treibausgas, um einiges wirkungsvoller als CO2, aber es entsteht NICHT bei der Verbrennung von Erdgas. Erdgas besteht zum Großteil aus Methan (75-99%). Wenn man es verbrennt (wie bei der Abfackelung auf Mülldeponien angedeutet) entsteht CO2 und H2O. Nicht wieder Methan (leider… das könnte man sonst nämlich wieder abfangen, wieder verbrennen usw. und somit eine Lösung für unser Energieproblem finden). Genauso wird es auch im Normalfall bei der Erdölförderung gehandhabt: Bei der Förderung wird immer auch Erdgas (also Methan) freigesetzt. Das Erdgas kann aber nicht immer direkt abgefangen und weiterverteilt werden und wird deshalb häufig abgefackelt. Denn CO2 – was bei der Verbrennung von Erdgas entsteht, ist weniger umweltschädlich als Methan.
    Das ist ein sehr grober Fehler bei einem Artikel mit dem stolzen Titel „Methan: Alles, was du über das Treibhausgas wissen solltest“.
    Unter dem Punkt „fossile Energieträger“ steht, neben der genannten falschen Aussage über die Verbrennung, eine Lösung des Problems wäre „…Förderung zurückzufahren und Lecks zu stopfen“. Netter Vorschlag, aber wie wäre es mit einem Artikel darüber, wie schwer es ist Erdgaslecks ausfindig zu machen, welche super interessanten Methoden es heute schon gibt, wie sie angewendet werden aber welche Probleme es trotzdem gibt? Das Thema ist viel komplizierter wie hier so lapidar aufgeschrieben und das führt dazu, dass von den Lesern einfache Lösungen erwartet werden. Diese Erwartungen werden dann von der Energie-Industrie enttäuscht, da von Plattformen wie utopia die einfachen Lösungen wie in diesem Text suggeriert werden. Die gibt es aber nicht.

    Vorschlag: Die Aussage abändern zu „Methan ist ein Treibhausgas, das zum Beispiel bei der Förderung von Erdgas anfällt.“, ein Artikel über Erdgasleck-Findung und als wichtigen Punkt, den man über das Treibhausgas wissen sollte hinzufügen, dass Methan eigentlich so gut wie mit Erdgas gleichgesetzt werden kann, da es der größte Bestandteil des Gasgemisches ist.

    Ich muss sagen, dass dieser Artikel meine Meinung über utopia sehr negativ beeinflusst hat, ich war vorher von eurer Arbeit überzeugter. Bitte recherchiert eure Themen sorgfältiger. Benutzt eure Plattform zur Bildung und Aufklärung von euren Lesern ohne grobe Falschaussagen und fehlenden Fakten, die aber sehr beeinflussend sein können.

  2. Was für ein Verdummungskommentar … mal mit besseren wissenschaftlichen Quellen daherkommen als mit der verlinkten „Frankfurter Rundschau“? Oder wenigstens mit vagen Hinweisen, welche Aussagen genau du denn anzweifelst (Reis steht doch drin, Dödel!) … ach, vielleicht kommentierte der Robert-Scheibe-Journalist vom Hit-Radio-Niedersachen? Gewiß ein Verklügerungssender ohnegleichen …

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