Präsentiert von:

Nachhaltigkeitsmanagement: Das steckt dahinter

Nachhaltigkeitsmanagement
Foto: CC0/pixabay/Free-Photos

Beim Nachhaltigkeitsmanagement werden alle Bereiche und Prozesse eines Unternehmens auf Nachhaltigkeit überprüft. Als Nachhaltigkeitsmanager*in bist du damit ein Allrounder mit guten Kenntnissen über die Abläufe.

Der ganzheitliche Ansatz von Nachhaltigkeitsmanagement

Nachhaltigkeitsmanagement ist eine Methode, um Unternehmen zu führen. Nachhhaltigkeit ist dabei eine Strategie, die es dem Unternehmen ermöglichen soll, erfolgreich zu sein und dabei auf zukünftige Generationen zu achten. Darauf weist auch das Umweltministerium hin: Wirksames Nachhaltigkeitsmanagement sichert langfristig den Erfolg von Unternehmen.

Gablers Wirtschaftslexikon erklärt dazu, dass nachhaltiges Wirtschaften einen auskömmlichen Ertrag ermöglicht, ohne dabei die Grundlagen für künftige Generationen zu gefährden. Das bedeutet, dass nachhaltige Unternehmen verantwortungsbewusst mit der Umwelt und Ressourcen wie Rohstoffen umgehen.

Nachhaltiges Wirtschaften bezieht sich auf alle Bereiche eines Unternehmens. Es behandelt Themen aus dem Umweltschutz und greift soziale, rechtliche und wirtschaftliche Fragen auf. Das Umweltministerium nennt die Kernelemente von Nachhaltigkeitsmangement:

  • Umweltschutz: Zum Beispiel, wenn bei der Herstellung umweltschädliche Stoffe entstehen. Das Nachhaltigkeitsmanagement kümmert sich um die Entsorgung dieser Stoffe und sucht nach schonenden Alternativen.
  • Qualität: Produkte beispielsweise so zu entwickeln, dass sie nicht die Umwelt belasten. Unter dem Nachhaltigkeitsaspekt sollten sie entweder lange haltbar, zu reparieren oder wiederzuverwenden sein.
  • Risiken: Treten unter anderem auf, wenn Handlungen des Unternehmens gegen gesetzliche Auflagen verstoßen oder nicht ethisch sind. Das kann nicht nur rechtliche Folgen haben, sondern auch Kunden verärgern. Ein Beispiel sind die oftmals unwürdige Bedingungen in Textilfabriken oder Kinderarbeit. Die fragwürdigen Geschäftspraktiken von Modekonzernen färben auf das Image der Marke ab.

Das zeigt, dass Nachhaltigkeitsmanagement nicht an den Türen des Unternehmen Halt macht. Nachhaltiges Handeln bezieht auch die Lieferant*innen und Kund*innen mit ein.

Nachhaltigkeitsmanagement lohnt sich

Nachhaltigkeitsmanagement sorgt für Recycling von Produkten.
Nachhaltigkeitsmanagement sorgt für Recycling von Produkten.
(Foto: CC0/pixabay/knollzw)

Nachhaltiges Handeln hilft nicht nur dem Planeten, sondern stärkt auch das Unternehmen. Der Wissenschaftsverlag Springer Professional erläutert, wie Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen wirkt: 

  • Kosten senken: Nachhaltige Prozesse im Unternehmen helfen, Geld zu sparen. Beispielsweise lassen sich Rohstoffe wiederverwenden oder sparsamer verwenden.
  • Zeitgeist: Nachhaltig hergestellte Produkte finden ein immer größeres Interesse bei Kund*innen. Verbraucher*innen interessieren sich dafür, wie beispielsweise ihr neues Shirt hergestellt wurde oder wer die Kaffeebohnen gepflückt hat. Fair Fashion Labels und fair gehandelte Produkte liegen im Trend.
  • Faire Preise: Verbraucher*innen zahlen faire Preise, wenn diese transparent sind. Sie wollen sichergehen, dass jeder, der an der Herstellung beteiligt ist, auch seinen fairen Anteil vom Verkaufspreis erhält. Höhere Preise sind nicht gerechtfertigt, wenn eine der beteiligten Firmen damit große Gewinne einstreicht.
  • Mitarbeiter*innen sind motiviert: Gerechte Bezahlung und sichere Arbeitsbedingungen sorgen für ein gutes Betriebsklima. Mitarbeiter*innen sollen in einem nachhaltigen Unternehmen mitwirken und Verbesserungen vorschlagen.
  • Nachvollziehbar: Unternehmensberichte informieren die Öffentlichkeit über die Nachhaltigkeitsstrategie. Eine andere Möglichkeit sind zum Beispiel vertrauenswürdige Siegel. Sie geben Auskunft über die jeweiligen geprüften Standards des Unternehmens.

Nachhaltigkeitsmanagement oder CSR?

Nachhaltigkeit ist zunächst einmal eine von vielen Methoden, mit denen Manager*innen ein Unternehmen führen können. Einen rechtlichen Rahmen für Nachhaltigkeitsmanagement gibt es erst seit 2016 mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz der EU.

CSR steht für die englische Bezeichnung Corporate Social Responsibility. Es bedeutet, dass sich Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft stellen müssen. Regelmäßig sollen sie über ihre Fortschritte berichten. Das gilt jedoch nur für große Unternehmen (über 500 Mitarbeiter*innen). Der CSR-Bericht ist Teil der vorgeschriebenen Veröffentlichungen, genau wie Bilanz und Lagebericht.

In dem CSR-Bericht gibt das Unternehmen Auskunft über:

  • Arbeitsbedingungen
  • Maßnahmen zum Umweltschutz
  • wie umweltverträglich die Produkte sind
  • soziales Engagement in der Gesellschaft, wie Spenden oder Sponsoring
  • Angaben über die Arbeitsbedingungen und Umweltschutz bei Lieferanten

Eine genaue Abgrenzung, wo CSR aufhört und Nachhaltigkeitsmanagement anfängt, ist schwer zu treffen. In einigen vor allem englischsprachigen Texten verwenden die Autoren CSR und Sustainability (englisch für Nachhaltigkeit) gleichbedeutend. Dazu gehört auch die Prüfungsgesellschaft PWC.

Unterschiede dagegen macht beispielsweise das Nachhaltigkeitsportal Grünes Wissen. Es sieht CSR eher als einen Teil der gesamten Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen, das der Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Gesellschaft nachkommen soll. Das Umweltministerium betont darüber hinaus, dass Nachhaltigkeitsmanagement eine freiwillige Unternehmensentscheidung ist.

So wirst du Nachhaltigkeitsmanager*in

Als Nachhaltigkeitsmanager*in brauchst du kommunikative Fähigkeiten.
Als Nachhaltigkeitsmanager*in brauchst du kommunikative Fähigkeiten.
(Foto: CC0/pixabay/sanuas)

Als Nachhaltigkeitsmanager*in arbeitest du in größeren Unternehmen mit dem Management zusammen. Als Berater*in in Beratungsfirmen arbeitest du unter anderem mit mittelständischen Unternehmen, um die CSR-Berichte aufzusetzen.

Weitere Aufgaben im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement können laut PWC sein:

  • Messbare Ziele im Bereich Nachhaltigkeit setzen und kontrollieren, inwieweit sie erreicht sind.
  • Maßnahmen vorschlagen, damit die Ziele zu erreichen sind.
  • Du dokumentierst die Prozesse oder Richtlinien im Unternehmen und prüfst, ob sie mit der Nachhaltigkeitsstrategie vereinbar sind.
  • Du erstellst die CSR-Berichte für den Jahresabaschluss.
  • Du verwendest Softwareprogramme, um die Daten zu analysieren und für die Berichte aufzubereiten.

Als Nachhaltigkeitsmanager bist du in den verschiedensten Abteilungen im Unternehmen unterwegs. Du sprichst mit Arbeitnehmer*innen in der Fertigung, verhandelst mit Lieferant*innen und berätst die Unternehmensleitung. Du benötigst starke kommunikative Fähigkeiten, aber auch ein technisches Verständnis.

Das Studium „Nachhaltigkeitsmanagement“ ist in der Regel ein Aufbaustudium, für das du ein Jahr oder länger an Berufserfahrung benötigst. Das Studium vermittelt dir eine breite Palette an Kenntnissen, unter anderem Umweltrecht, Qualitätssicherung, Energietechnik oder auch Projektmanagement und Prozessmoderation.

Weiterlesen auf Utopia.de:

 

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: