Ocean Hero: Die Suchmaschine für weniger Plastikmüll im Meer

Foto: CC0 / Pixabay / kakuko

OceanHero – eine Suchmaschine, die Meere von Plastikflaschen befreit. Wie genau das funktioniert und wie du selbst dabei helfen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Die Meere haben Hilfe dringend nötig. Schon jetzt leiden sie und ihre Bewohner stark unter Plastikverschmutzung. Laut NABU besteht circa 75 Prozent des Mülls im Meer aus Plastik – daran sterben jährlich bis zu 135 000 Meeressäuger und eine Millionen Seevögel. Andere Tiere wie Robben können sich in Plastiknetzen verfangen und sterben meist ebenfalls daran. Dazu kommt außerdem: Wenn nichts unternommen wird, schwimmen laut World Economic Forum bis 2050 mehr Plastikflaschen als Fische in den Meeren.

Das will die Suchmaschine OceanHero mit einer einfachen Idee verhindern: „Save the Ocean by surfing the internet“. Sie existiert seit 2019 und hat sich das Ziel gesetzt, die Meere von Plastikflaschen zu befreien.

Wer steckt hinter OceanHero?

Hier siehst du den Browser von OceanHero.
Hier siehst du den Browser von OceanHero.
(Foto: Screenshot Idalina Kopp / Utopia)

Hinter OceanHero steckt ein globales Team von sehr engagierten Personen, die gemeinsam gegen die weltweite Plastikkrise kämpfen. 

Der Plastikmüll kommt laut OceanHero hauptsächlich aus sechs Ländern: Haiti, Indonesien, Brasilien, den Philippinen, Malaysia und Vietnam. In diesen Ländern leben sehr viele Menschen in Armut. WWF zufolge fehlen dort die finanziellen Mittel und die Infrastruktur zur Sammlung und Verarbeitung von Einwegplastik, welches in großen Mengen vorkommt. Es gibt also keinen richtigen Wertstoffkreislauf – der Plastikmüll wird nicht recycelt, sondern stattdessen in Flüsse oder gleich ins Meer geworfen.

Deshalb arbeitet das Team von OceanHero mit lokalen Kommunen zusammen, um Plastikflaschen aus dem Meer zu fischen oder zu verhindern, dass sie dort landen. Die Partner von OceanHero sind Trash Waste Solutions, Waste Free Oceans und Plasticbank. In Zusammenarbeit mit Plasticbank sorgt OceanHero zum Beispiel dafür, dass Plastik gar nicht erst in die Meere gelangt. Deshalb rufen sie gemeinsam mit Plasticbank Plastiksammelstellen ins Leben. Dort können Menschen Plastik gegen Geld eintauschen. Solche Sammelstellen existieren zum Beispiel in Indonesien oder Haiti.

Diese Teamkonstellation zwischen den einzelnen Organisationen war schon sehr erfolgreich. Bis jetzt wurden durch OceanHero bereits 16.764.235 Flaschen aus den Meeren entfernt. 

In folgendem Artikel erfährst von weiteren Projekten, die etwas gegen Plastikmüll im Meer unternehmen: Plastikmüll im Meer – diese Projekte tun was dagegen.

So verwendest du OceanHero

OceanHero teilt dir mit, wenn du durch dein Suchverhalten die Meere von Plastikflaschen befreist.
OceanHero teilt dir mit, wenn du durch dein Suchverhalten die Meere von Plastikflaschen befreist.
(Foto: Screenshot Idalina Kopp / Utopia)

Du kannst die Suchmaschine auf der Website von OceanHero, im App Store oder im PlayStore kostenlos herunterladen.

OceanHero funktioniert nach einem einfachen System:

  • Lade dir zuerst die Suchmaschine herunter.
  • Gehe nun deinem ganz normalen Suchverhalten nach. Surfe genauso durch das Internet wie davor.
  • Während du Suchanfragen tätigst oder surfst, sammelst du Muscheln. Diese kannst du dir wie Punkte oder Scores vorstellen.
  • Zusätzlich kannst du Muscheln sammeln, indem du Fragen über den Ozean beantwortest.
  • Hast du 100 Muscheln gesammelt, wird dafür eine Plastikflasche aus dem Meer geborgen.
  • Außerdem wird nach jeweils fünf Suchanfragen eine Flasche aus dem Meer geholt.
  • Im Gegenzug werden dir hin und wieder gesponsorte Links oder auch Werbung gezeigt, die der Finanzierung von OceanHero dienen. Sie stehen deinem Suchverhalten allerdings nicht im Weg, denn sie erscheinen nur klein auf deiner Browserhomepage.

Die Idee hinter OceanHero lautet also: Mach so weiter wie bisher und tu dabei etwas Gutes für die Umwelt!

Wie gut ist OceanHero als Suchmaschine?

OceanHero hebt Firmen hervor, die zur globalen Krise durch Plastik beitragen.
OceanHero hebt Firmen hervor, die zur globalen Krise durch Plastik beitragen.
(Foto: Screenshot Idalina Kopp / Utopia)

Laut Trustpilot wurde OceanHero zu 93 Prozent als exzellent bewertet und hat im Durchschnitt 4,8 von fünf Sternen. Außerdem ist OceanHero CO2-neutral und hat mehr als 100 000 Nutzer:innen über Chrome und Firefox.

Bezüglich der Datenverarbeitung von Nutzer:innen ist OceanHero sehr deutlich. Es werden weder Suchverläufe noch besuchte Websiten getrackt. Zusätzlich sind Suchverläufe immer SSL-verschlüsselt. Das steht für Secure Sockets Layer und ist ein Verschlüsselungsprotokoll zur sicheren Datenübertragung im Internet. 

Im Vergleich zu Google hat man bei OceanHero die Möglichkeit sich einen Usernamen zu geben und mit Anderen in einer Gruppe gemeinsam Muscheln zu sammeln. Du kannst weitere User in deine Gruppe einladen und siehst dann, wie viele Flaschen ihr bereits gemeinsam geborgen habt. Ein weiteres Feature sind verschiedene Level. Diese zeigen dir, wie aktiv du schon zur Plastikflaschenreduzierung beigeholfen hast. Umso mehr Flaschen du gesammelt hast, desto höher ist dein Level. Beide Features sollen lediglich ein bisschen Freude an der Suchmaschine bringen.

Kritik gibt es bislang nicht viel – außer, dass OceanHero immer mal wieder Werbung zeigt. Wie bereits erwähnt, dient diese jedoch der Finanzierung und ist somit unabkömmlich. Außerdem kann es vorkommen, dass OceanHero als Browser bestehen bleibt, obwohl es deinstalliert wurde. Das passiert häufiger bei Chromebook-Nutzer:innen. In dem Fall muss die Standardsuchmaschine manuell gewechselt werden. Wie du das machst, erfährst du über die FAQ auf der Website von OceanHero.

Abgesehen davon ist OceanHero eine tolle Möglichkeit, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Zusätzlich kannst du im Alltag versuchen, keine Plastikflaschen oder Einwegplastik mehr zu kaufen. Probiere Leitungswasser statt Plastikflaschen oder versuche dich zum Beispiel in Zero Waste.

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