Phosphat in Lebensmitteln: Wann es ungesund wird

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Phosphate werden von der Lebensmittelindustrie sehr häufig eingesetzt. Dabei ist die Verwendung von Phosphaten umstritten. Wir erklären dir, wie du Phospahte erkennst und warum sie schlecht für die Gesundheit sind.

Phosphat – wie gefährlich sind sie wirklich?

Phosphate sind Salze der Phosphorsäure und stecken in vielen Mineralien. Natürliche Phosphate sind sogar lebensnotwendig für den Organismus von Menschen, Tieren und Pflanzen. Der menschliche Körper braucht beispielsweise 800 Milligramm täglich – eine ausgewogene Ernährung deckt das in der Regel ab. Neben diesen natürlich vorkommenden Phosphaten werden diese Stoffe aber auch industriell gewonnen und unter anderem in Lebensmitteln eingesetzt. Dort können sie kritisch werden.

  • Am meisten Phosphat benötigt die Düngemittelindustrie: Phosphate sind hervorragende mineralische Dünger, die in der konventionellen Landwirtschaft in großen Mengen eingesetzt werden. Problematisch ist aber, dass die Phosphate durch den Wasserkreislauf in Flüsse und Seen gelangen. Dort steigern sie die Nährstoffkonzentration auf unnatürliche Weise, so dass ein starkes Algenwachstum einsetzt. Am Ende kippt der See um und alle Tiere sterben.
  • Im Haushalt wurden Phosphate bei Waschmitteln beigemischt, um das Wasser zu enthärten. Inzwischen verzichten die meisten europäischen Länder aber darauf. In Geschirrspülmitteln werden Phosphate aber nach wie vor eingesetzt, auch wenn es inzwischen gute Alternativen gibt.
  • In Lebensmitteln erfüllen Phosphate vielfältige Funktionen: Sie sorgen dafür, dass deine Cola ihre Farbe behält, Puddingpulver nicht verklumpt oder Wurstprodukte nicht so schnell verderben. Phosphate sind zwar in der Zutatenliste aufgeführt, verbergen sich aber hinter verschiedenen E-Nummern: E338, E339, E340, E341, E343, E450, E451, E452, E1410, E1412, E1413, E1414, E1442.

Problematischer Abbau von Phosphat

Der meiste Phosphor muss abgebaut werden.
Der meiste Phosphor muss abgebaut werden. (Foto: CC0 / Pixabay / Anyt_Havaub)
  • Zur Gewinnung von Phosphaten wird phosphorhaltiges Gestein abgebaut, das aus verschiedenen Ländern stammt. Die Hauptvorkommen lagern in Nordafrika, aber auch in den USA, Russland und China findet sich das Mineral.
  • Da es sich bei den Mineralen um endliche, fossile Rohstoffe handelt, steht der Abbau in der Kritik. Experten gehen sogar davon aus, dass die Vorkommen noch vor den weltweiten Erdölvorkommen erschöpft sein werden. Deshalb stehen sie seit 2014 auf der Liste der kritischen Rohstoffe der EU.
  • In Deutschland und weiteren Ländern wird Phosphat auch durch Verbrennung aus Klärschlamm gewonnen, einem Abfallprodukt von Kläranlagen. Seit 2017 sind die Betreiber von Kläranlagen sogar dazu verpflichtet, mindestens 50 Prozent der im Klärschlamm enthaltenen Phosphate zurückzugewinnen. Die recycelten Phosphate können dann wiederverwendet werden.

Vorteile und Nachteile von Phosphaten

Phosphate werden vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt.
Phosphate werden vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt. (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)
  • Ohne Phosphate wäre die konventionelle Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie nicht konkurrenzfähig. Denn der Einsatz von Phosphaten als Düngemittel steigert die Flächenproduktivität und damit die Erträge der Landwirte.
  • Unsere Lebensmittel werden bis zum Supermarktregal über weite Strecken transportiert. Phosphate tragen wesentlich dazu bei, dass die Lebensmittel frisch beim Kunden ankommen.
  • Der Einsatz von Phosphaten ist aber aufgrund der negativen Umweltauswirkungen umstritten. Zudem sind die Lagerstätten häufig mit Cadmium und radioaktiven Schwermetallen belastet. Dies geht aus einer Anfrage von Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag hervor.

Sind Phosphate gesundheitsschädlich?

Mediziner raten, Phosphate zu meiden
Mediziner raten, Phosphate zu meiden (Foto: CC0 / Pixabay / jarmoluk)

Bei der Beurteilung der gesundheitlichen Auswirkungen von Phosphaten muss zwischen natürlichen und künstlich zugesetzten Phosphaten unterschieden werden. Phosphat in natürlicher Form kommt insbesondere in Nüssen, Fleisch und Hülsenfrüchten vor – der Körper kann die Phosphate dann über die Niere ausscheiden.

  • Problematisch wird es bei künstlich zugesetzten Phosphaten. Sie sind für Nierenkranke erwiesenermaßen schädlich. Da die zugesetzten Phosphate (im Gegensatz zu den natürlichen Phosphaten) meist frei löslich sind, werden sie vollständig in den Blutkreislauf aufgenommen.
  • Auch gesunde Menschen sollten laut Medizinern versuchen, weitestgehend auf Phosphate zu verzichten. Phosphat verändert die Gefäßinnenwände, was das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte erhöht.

Phosphate umgehen dank ökologischer Landwirtschaft

Phosphate vermeiden mit biologischer Landwirtschaft.
Phosphate vermeiden mit biologischer Landwirtschaft. (Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

Wir empfehlen, so weit wie möglich auf Produkte mit künstlich zugesetzten Phosphaten zu verzichten. Zwar sind Phosphate aufgrund ihrer Vielseitigkeit in vielen Produkten enthalten. Doch es gibt zwei einfache Möglichkeiten, um weniger Phosphate aufzunehmen:

  • In der ökologischen Landwirtschaft ist der Einsatz mineralischer Dünger streng reglementiert. Phosphate dürfen dort nur eingesetzt werden, wo sie eine negative Phosphatbilanz ausgleichen. Und auch dann dürfen nur besonders schwer lösliche Phosphate eingesetzt werden. Demnach ist die Phosphatbelastung von ökologisch angebautem Obst und Gemüse deutlich geringer.
  • Verzichte zudem auf industriell verarbeitete Lebensmittel („highly processed food“), wie Fertiggerichte und Fast Food. Diese Produkte sind zwar praktisch, müssen aber auch lange haltbar sein ohne ihren Geschmack, ihr Aussehen oder ihre Konsistenz zu verändern. Dafür werden den Produkten verschiedene Phosphate zugesetzt.

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