Spülmittel selber machen: Rezept zum Handspülen und für Geschirrspüler

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Selbstgemachtes Spülmittel spart Plastik und schont die Umwelt. Wir zeigen dir, wie du Spüli für die Handwäsche und die Geschirr-Spülmaschine selber machen kannst – und verraten Tipps für nachhaltiges Spülen.

In Drogerie- und Supermärkten findest du ein riesiges Angebot an Spülmitteln. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Düften, mit extra Fettlösekraft oder für strahlenden Glanz. Aber fast alle haben gemeinsam, dass sie in Plastikflaschen abgefüllt sind und dazu noch zahlreiche bedenkliche Inhaltsstoffe und Palmöl enthalten. Dadurch belasten sie die Umwelt, unsere Haut und auf Dauer auch unsere Gesundheit.

Dabei ist die Lösung bequem und einfach – stelle dein eigenes Geschirrspülmittel her. Dafür brauchst du nur wenige Zutaten und ein paar Minuten Zeit.

Spülmittel selber machen: Rezept für Handspülmittel

Pflanzenölseife ist die Basis für ökologisches Handspülmittel.
Pflanzenölseife ist die Basis für ökologisches Handspülmittel.
(Foto: CC0 / Pixabay / euyawa)

Für 500 ml selbstgemachtes Geschirrspülmittel, brauchst du:

  • 20 g biologische Aleppo- oder Olivenölseife
  • 1 TL Natron
  • 450 ml kochendes Wasser
  • auf Wunsch 15 Tropfen biologisches, naturreines ätherisches Öl (Wichtig: Anders als der Name vermuten lässt, sind auch naturreine ätherische Öle nicht unproblematisch für die Umwelt. Viele davon sind biologisch nur schwer abbaubar und giftig für Wasserorganismen. Je sparsamer du dosierst, desto besser.)

Außerdem brauchst du:

  • Eine Reibe
  • Einen Topf
  • Einen Löffel
  • Einen Trichter oder einen Messbecher mit Ausgießer zum Umfüllen
  • Einen leeren Seifenspender

So stellst du das Flüssigspülmittel her:

  1. Zerkleinere 20g Seife mit einer Reibe.
  2. Gib die Seife in den Topf und übergieße die Seifenspäne mit dem heißen Wasser.
  3. Wenn sich die Seife aufgelöst hat, gib das Natron hinzu.
  4. Wenn die Flüssigseife abgekühlt ist, ergänze das ätherische Öl. Du kannst auf das Öl auch verzichten, es gibt deinem Spüli lediglich den typischen frischen Zitrusduft.
  5. Warte bis die Seife abgekühlt ist und fülle sie in einen Seifenspender.

Gib 2-3 Pumpstöße aus dem Seifenspender in dein Spülwasser. Das Spülmittel schäumt nicht so stark wie konventionelles Spülmittel, eine höhere Dosis brauchst du deshalb aber nicht.

Tipp: Bei hartnäckigen Verkrustungen, z.B. in Töpfen, kannst Soda als Scheuerpulver verwenden. Für die Reinigung von sehr fettigem Geschirr eignet sich ein Schuss Essig, den du auf deinen Spüllappen gibst.

Selbstgemachtes Geschirrpulver für die Spülmaschine

Für ein effektives und ökologisches Geschirrspülpulver brauchst du nur 4 Zutaten.
Für ein effektives und ökologisches Geschirrspülpulver brauchst du nur 4 Zutaten.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Für 500g selbstgemachtes Geschirrreiniger-Pulver brauchst du:

Mische die verschiedenen Komponenten miteinander und fülle sie in ein großes Glas. Gib einen Esslöffel Pulver vor jedem Spülgang in das dafür vorgesehene Fach deiner Spülmaschine.

Es ist bei diesem Rezept nicht nötig, zusätzlich noch Spülmaschinensalz einzufüllen. Durch die enthaltene Zitronensäure sparst du dir außerdem den Klarspüler.

Tipp: Die einzelnen Zutaten bekommst plastikfrei in Papierverpackungen zu kaufen. Es lohnt sich, größere Mengen einzukaufen, denn alle Zutaten kannst du vielseitig im Haushalt verwenden.

Tipps für nachhaltiges Spülen per Hand

Spülschwämme bestehen aus Kunststoff und geben Mikroplastikpartikel an das Abwasser ab.
Spülschwämme bestehen aus Kunststoff und geben Mikroplastikpartikel an das Abwasser ab.
(Foto: CC0 / Pixabay / Capri23auto)

Bei der Handwäsche wirst zwar du im Schnitt mehr Wasser brauchen als deine Spülmaschine – doch kannst du die Ökobilanz am Ende positiv beeinflussen:

  • Entsorge Essensreste, bevor sie auf dem Geschirr eintrocken.
  • Verwende lauwarmes Wasser, damit schonst du deine Hände und sparst Energie.
  • Bevor du anfängst dein Geschirr zu reinigen, weiche es in lauwarmem Wasser ein.
  • Spüle das Geschirr nicht unter fließendem Wasser.
  • Benutze nur so viel Spülmittel, wie nötig.
  • Wende bei hartnäckigen Verschmutzungen lieber etwas mehr Kraft beim Schrubben auf, anstelle von mehr und heißerem Wasser.
  • Anstatt das gereinigte Geschirr unter klarem Wasser abzuspülen, verwende eine Schüssel, die du mit klarem Wasser füllst. Ein Schuss Essig im Wasser wirkt zusätzlich wie ein Klarspüler.

Das richtige Zubehör:

  • Verwende anstatt klassischen Spülschwämmen lieber einen Baumwolllappen oder einen Luffa-Schwamm. Normale Spülschwämme bestehen aus Kunststoffen und verlieren Mikroplastikpartikel.
  • Meide Spülbürsten aus Plastik und verwende stattdessen Bürsten mit Holz- oder Bambusgriff und Naturfaserborsten. Diese kannst du später kompostieren.
  • Verzichte auf Putzhandschuhe aus Kunststoff. Ein ökologisches oder selbst gemachtes Spülmittel beansprucht deine Hände deutlich weniger als konventionelle Putzmittel.

Geschirr von Hand oder im Geschirrspüler spülen – was ist ökologisch sinnvoller?

Spülmaschinenhersteller werben gerne damit, dass Spülmaschinen die Umwelt schonen und ein hohes Sparpotenzial haben. Sie begründen es damit, dass die Maschinen weniger Wasser und Energie benötigen, als du für dieselbe Menge Geschirr bei einer Handwäsche verbrauchst – doch so einfach ist die Rechnung nicht.

Zunächst einmal wird für die Herstellung einer Spülmaschine eine große Menge an Energie benötigt, die du als Verbraucher nur schwer nachvollziehen kannst. Um genau zu ermitteln, wie nachhaltig eine Maschine ist, müsstest du außerdem einrechnen, wie lang die Lebensdauer ist. Ein Faktor, den du im Vorfeld nicht einkalkulieren kannst. Wenn die Maschine kaputtgeht, wird erneut Energie benötigt, um sie zu entsorgen oder zu recyceln.

Hast du dich entschieden, eine Spülmaschine zu kaufen, achte auf eine gute Energieeffizienzklasse. Für eine lange Lebensdauer solltest du die Maschine regelmäßig reinigen. Wenn du außerdem diese 7 Spülmaschinen-Fehler vermeidest, kannst du sicher sein, dass du deine Maschine so ökologisch wie möglich nutzt.

Pauschal lässt sich also nicht sagen, welche Art des Spülens die nachhaltigere Variante ist. Die Gesamtökobilanz hängt von vielen Faktoren ab. Das Gute daran: Du selbst kannst sie maßgeblich beeinflussen.

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(4) Kommentare

  1. Putzmittel selber machen ist toll, aber bitte OHNE ÄTHERISCHES ÖL und wenn überhaupt dann nur 1-2 Tropfen und nicht 15!!! Leute, bitte gebt wirklich umweltfreundliche Tipps – bekanntlich ist ätherisches Öl SCHÄDLICH FÜR WASSERORGANISMEN und EXTREM SCHWER BIOLOGISCH ABBAUBAR.

  2. Hallo annaalm, danke für den berechtigten Kommentar – wir haben einen Hinweis ergänzt. Und natürlich ist es besser, wenn man gänzlich auf ätherische Öle verzichtet.

    Viele Grüße, Sebastian von Utopia

  3. ich hab mal eine frage:
    ihr sagt man soll Aleppo- oder Olivenölseifenehmen und dann klein raspeln etc.
    wäre es nicht sinnvoller gleich eine große packung grüne seife/schmierseife zu kaufen?(die ist von vornerein flüssig) oder gibts da ein Problem das ich gerade nicht sehe ?

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