Schwarzer Pfeffer – Wirkung und Anwendung des Heil-Gewürz

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Außer Salz wird kein Gewürz so häufig in der deutschen Küche verwendet wie schwarzer Pfeffer. Was viele jedoch nicht wissen: Schwarzer Pfeffer gilt seit langer Zeit als Heilmittel und birgt zahlreiche gesundheitliche Vorteile.

Wie unterscheidet sich schwarzer Pfeffer von anderen Pfefferarten?

Schwarzer Pfeffer, roter Pfeffer, weißer Pfeffer - alle kommen vom Pfefferstrauch.
Schwarzer Pfeffer, roter Pfeffer, weißer Pfeffer – alle kommen vom Pfefferstrauch. (Foto: CC0 / Pixabay / Daria-Yakovleva)

Ob weißer, grüner, roter oder schwarzer Pfeffer – alle kommen von derselben Pflanzenart, dem Pfefferstrauch (Piper nigrum). Je nach Erntezeitpunkt und Weiterverarbeitung kommen die Pfefferkörner dann zu ihrer spezifischen Färbung.

Für den schwarzen Pfeffer werden die unreifen, grünen Pfefferkörner geerntet und einige Tage lange gehäuft gelagert. Anschließend werden die Körner in der Sonne getrocknet.

Dabei unterscheiden sich die Pfefferarten nicht nur im Aussehen, sondern auch im Schärfegrad, dem Geschmack und der Zusammensetzung ihrer Komponenten. Weißer und schwarzer Pfeffer sind am schärfsten und haben den höchsten Piperin-Gehalt – warum dieser Inhaltsstoff so wichtig ist, erfährst du weiter unten.

Verwendung in der Küche

Von süß bis pikant – zu fast jedem Gericht passt Pfeffer. Da verwundert es nicht, dass er in der deutschen Küche gleich nach Salz das am meisten verwendete Gewürz ist. Auch in zahlreichen Gewürzmischungen ist daher mindestens eine Pfeffersorte enthalten.

Der schwarze Pfeffer hat ein besonders scharfes Aroma und eine leichte Zitrusnote. Weißer Pfeffer ist hingegen weniger aromatisch und fruchtig, wohingegen der grüne Pfeffer mild ist und eine leichte Kräuternote mitbringt. Der vollreife rote Pfeffer kommt hierzulande aufgrund seiner Verderblichkeit kaum auf den Tisch.

Tipp: Bereits gemahlener Pfeffer hat große Teile seine Inhaltsstoffe und des Aromas bereits verloren. Nutze daher immer ganze Körner, die du kurz vor Verwendung frisch mahlst.

Schwarzer Pfeffer – die wichtigsten Wirkstoffe

Schwarzer Pfeffer - ein Heilmittel mit vielen Anwendungsgebieten.
Schwarzer Pfeffer – ein Heilmittel mit vielen Anwendungsgebieten. (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Pfeffer enthält über 200 verschiedene Komponenten. Aus medizinischer Sicht ist das Alkaloid Piperin am interessantesten. Diesem Inhaltsstoff werden zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen. Die traditionellen Anwendungsgebiete reichen von Erkältungen und Grippe über Verdauungsprobleme und Diabetes bis zu rheumatischen Erkrankungen und Muskelschmerz.

In aktuellen Studien an Menschen wurden unter anderem seine verdauungsanregende, antidiabetische, antikarzinogene und antiasthmatische Wirkungen nachgewiesen. Außerdem ist wissenschaftlich bestätigt, dass Piperin die Aufnahme von Nährstoffen fördert sowie

  • antifungal
  • antioxidativ
  • schleimlösend
  • entzündungshemmend
  • antimikrobisch

wirkt (s. Review von 2017). Das Bundeszentrum für Ernährung hebt vor allem die verdauungsfördernde Wirkung hervor – da Piperin die Speichel- und Magensaftsekretion anregt. Die Liste der potentiellen Anwendungsgebiete ist beeindruckend lang.

Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind verschiedene ätherische Öle, Flavonoide und diverse Piperin-Derivate.

Einen umfassenden Überblick über die zahlreichen Wirkstoffe und Anwendungsgebiete von schwarzem Pfeffer gibt ein englischsprachiger Open Access Scientific Report aus Indien.

Piperin als Bioenhancer

Kurkuma - am besten immer in Kombination mit schwarzem Pfeffer
Kurkuma – am besten immer in Kombination mit schwarzem Pfeffer (Foto: CC0 / Pixabay / jwvein)

Besondere Beachtung gilt dem Piperin auch, da es die Bioverfügbarkeit verschiedener anderer Komponenten erhöht. Derartige Stoffe werden Bioenhancer genannt. Piperin wurde 1979 als erster Bioenhancer identifiziert – und gilt bis heute als wirksamster Stoff dieser Art.

Prominentestes Partner-Stoff, dessen Bioverfügbarkeit durch Piperin erhöht wird: Curcumin, den wichtigsten Wirkstoff von Kurkuma. In Kombination mit Piperin wird die Wirksamkeit von Curcumin um das bis zu 20-fache erhöht. Deshalb wird auch häufig empfohlen, Kurkuma für medizinische Anwendungen etwas schwarzem Pfeffer hinzuzufügen – wie das auch bei der heilsamen goldenen Milch getan wird. Aber auch die Bioverfügbarkeit von Selen, Vitamin A und Vitamin C soll durch schwarzen Pfeffer erhöht werden.

Schwarzen Pfeffer effektiv und sicher anwenden

Goldene Milch: Ein ayurvedisches Heil-Getränk mit schwarzem Pfeffer und Kurkuma.
Goldene Milch: Ein ayurvedisches Heil-Getränk mit schwarzem Pfeffer und Kurkuma. (Foto: Charlotte Gneupel / Utopia)

Wenn du von den gesundheitlichen Wirkungen vom schwarzen Pfeffer profitieren möchtest, kannst du das Gewürz natürlich wie gewohnt deinen Speisen hinzufügen. Dabei solltest du den Pfeffer nicht mitkochen, sondern erst zum Schluss zum fertigen Gericht hinzufügen.

Möchtest du den schwarzen Pfeffer jedoch gezielt bei Erkältungen und Krankheiten anwenden, kannst du ihn höher dosieren. Dazu bietet sich die bereits angesprochene goldene Milch mit hohem Pfefferanteil an. Du kannst aber auch frisch gemahlenen Pfeffer zu deinem Tee hinzugeben – zum Beispiel in Kombination mit frischem Kurkuma. Auch mit heißer Milch und Honig kombiniert wird Pfeffer gerne bei Erkältungskrankheiten eingenommen.

Mögliche Nebenwirkungen

Generell gilt schwarzer Pfeffer als sehr sicher. Du solltest das gemahlene Gewürz jedoch nie einzeln konsumieren, da die Teilchen so in die Lunge kommen und diese stark reizen könnten. Wenn du unter akuten Magen- oder Darmproblemen leidest, solltest du die Anwendung vorher mit deinem Arzt absprechen. In der Schwangerschaft und während der Stillzeit solltest du außerdem auf größere Mengen schwarzen Pfeffer verzichten.

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