Selbstbestimmter leben: Es ist egal, was andere denken

Foto: CC0 / Pixabay / alfcermed

Selbstbestimmt leben ist nicht immer einfach. Unsere Entscheidungen machen wir oft von den Erwartungen anderer abhängig. Aber das muss nicht sein: Wenn wir lernen, die Angst vor Ablehnung zu überwinden, können wir unser Leben selbst bestimmen!

Warum ist selbstbestimmt leben so schwer?

Als Kinder sind wir in höchstem Maße von der Zuneigung unserer Eltern abhängig.
Als Kinder sind wir in höchstem Maße von der Zuneigung unserer Eltern abhängig.
(Foto: CC0 / Pixabay / RitaE)

Jeden Tag treffen wir viele Entscheidungen, die unseren Alltag und unser Leben bestimmen. Natürlich müssen wir mitunter auch Dinge erledigen, auf die wir eigentlich keine Lust haben. Wie viele Entscheidungen treffen wir aber aufgrund von Erwartungen, die andere an uns stellen? Wie oft setzten wir uns vermeidbarem Stress aus, nur um andere nicht zu enttäuschen?

Die Hauptursache, warum wir uns zu oft von der Meinung anderer leiten lassen, ist Angst vor Ablehnung. Wenn wir unsere Mitmenschen enttäuschen, könnten sie uns vielleicht Liebe, Zuneigung oder Anerkennung entziehen.

Schon im Kindesalter entwickeln wir einen „Wertekatalog“, den wir durch unser Umfeld vermittelt bekommen. Wir lernen schon früh, für welches Verhalten wir Lob, für welches wir Tadel ernten. Daraufhin passen wir unser Verhalten immer wieder an, um gemocht und akzeptiert zu werden. Das hat einen einfachen natürlichen Hintergrund: Als Kind sind wir existentiell von der Zuneigung unserer Eltern abhängig, denn ohne sie haben wir keine Überlebenschancen.

Die Angst vor Ablehnung bleibt aber in den meisten Fällen auch nach dem Kindesalter vorhanden. In unterschiedlichem Maße machen wir uns von den Meinungen unserer Mitmenschen abhängig, auch wenn Ablehnung im Erwachsenenalter nicht mehr lebensbedrohlich ist.

Selbstbestimmt leben ist gut für dich

Erst wenn du dich von den Meinungen anderer unabhängig machst, kannst du wirklich zu dir finden.
Erst wenn du dich von den Meinungen anderer unabhängig machst, kannst du wirklich zu dir finden.
(Foto: CC0 / Pixabay / Ildigo)

Jeder will geliebt und akzeptiert werden. Dabei versuchen wir aber oft einem Bild zu entsprechen, das sich andere von uns gemacht haben. Unsere Familienmitglieder, Freunde, Kollegen und Vorgesetzten haben sich aber alle ein anderes Bild von uns gemacht. Versuchen wir, es allen recht zu machen, geraten wir in einen inneren Widerspruch. Wir verlieren unsere Authentizität.

Wenn du dein Leben selbstbestimmt und authentisch leben willst, musst du dich von den Meinungen anderer unabhängig machen. Du wirst merken, dass du dadurch mit der Zeit immer weniger Stress, Angst, und Druck empfindest. Wenn du nicht mehr den Erwartungen der anderen entsprechen willst, findest du zu einer ganz neuen Gelassenheit und inneren Ruhe.

Du wirst aufhören, dir ermüdende Gedanken darüber zu machen, was die anderen über dich denken. Durch mehr Selbstbestimmtheit wirst du dich besser kennenlernen und herausfinden, was du wirklich willst und was dir im Leben wichtig ist. Dann kannst du dein Leben so gestalten, wie du es möchtest. Du wirst merken: Deine Einzigartigkeit wird nicht nur von anderen akzeptiert, sondern geschätzt werden.

So lernst du, selbstbestimmter zu leben

Wenn du glaubst, nicht so akzeptiert zu werden wie du bist, dann verstellst du dich. Du möchtest Erwartungen erfüllen. Dadurch bist du aber nicht authentisch. Authentisch und selbstbestimmt sein, kannst du aber lernen:

  • Akzeptiere dich, wie du bist: Der erste Schritt zu einem selbstbestimmteren Leben ist, dich so zu anzunehmen, wie du bist. Dann erst kannst du dir wirklich über deine Bedürfnisse klar werden und diese auch deutlich machen. Du kannst niemals von allen geliebt werden und das ist auch nicht nötig. Wenn du dich selbst wertschätzt, strahlst du das auch nach außen aus – und wirst dafür respektiert werden. Wir geben dir Tipps, wie du deine Selbstzweifel überwinden kannst.
  • Nimm die Dinge nicht persönlich: Wenn deine Entscheidungen oder Äußerungen trotzdem auf Unverständnis oder Kritik stoßen, mach dir klar: Die Urteile anderer haben zunächst nichts mit dir zu tun, sondern mit der Wertevorstellung des anderen. Das gilt auch für dich, wenn du dich mal wieder dabei erwischst, wie du viel zu streng mit dir selbst bist.
  • Deine Vorstellungen sind nicht real: Oft verstellen wir uns oder handeln gegen unsere Bedürfnisse nur aufgrund von Vermutungen. In den allermeisten Fällen weißt du gar nicht, was andere denken. Es bringt also nichts, dir den Kopf darüber zu zerbrechen. Wir alle sehen die Welt nur durch unsere eigenen Augen und haben unseren eigenen „Wertekatalog“.
  • Beurteile dich nur nach eigenen Kriterien: Wenn andere dich be- und verurteilen, tun sie dies ohne fundierte Informationen über die Gründe für dein Handeln. Mach dir bewusst, dass nur du selbst deine Intention kennst.
  • Behalte einen kühlen Kopf: Reagiere nicht emotional, wenn andere schlecht über dich denken. Achtsamkeitsübungen helfen dir dabei, dich dafür zu sensibilisieren und dich nicht in deinen Emotionen zu verlieren.

Höre auf dich selbst

Lerne, deiner Intuition zu vertrauen.
Lerne, deiner Intuition zu vertrauen.
(Foto: CC0 / Pixabay / mohamed_hassan)

Erinnere dich immer wieder daran: Du kannst es nicht allen recht machen.Du bist nicht für das Glück anderer zuständig. Dafür kann nur jeder selbst verantwortlich sein. Nicht alle Menschen können miteinander auskommen und das muss auch nicht sein. Warum also nicht auf dich selbst hören und danach handeln, was du für richtig hältst?

Dafür musst du lernen, deiner inneren Stimme zu vertrauen. Du solltest dich in jeder Situation zuerst fragen:

  • Was denke ich darüber?
  • Was möchte ich?
  • Was möchte ich nicht?

Beobachte, wie du dich dabei fühlst. Beziehe deinen Verstand ebenso wie dein Herz in die Entscheidungen ein. 

Vergleiche dich nicht mit anderen und versuche nicht, perfekt zu sein. Du bist einzigartig und gut so, wie du bist.

Selbstbestimmt leben bedeutet nicht, egoistisch zu handeln

Wenn du authentisch bist, strahlst du eine andere Energie aus.
Wenn du authentisch bist, strahlst du eine andere Energie aus.
(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Ein Sprichwort sagt: Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht. Das klingt für viele erst mal nach Egoismus. Unterm Strich stimmt aber: Nur du kannst entscheiden, was du dir zumuten kannst und was dir gut tut. Nur wenn es dir selbst gut geht, kannst du anderen Gutes geben. Nur wenn du dich selbst liebst, kannst du andere lieben.

Dabei heißt selbstbestimmt leben aber nicht, egoistisch zu handeln. Es bedeutet nicht, dass man nichts mehr für andere tun oder nicht Rücksicht nehmen sollte. Aber du solltest dich fragen, welche Dinge du nur tust, um nicht abgelehnt zu werden, zu enttäuschen oder einen guten Eindruck zu machen.

Sei ehrlich zu dir selbst. Frage dich, was du willst und was dir gut tut. Vielleicht ist dein Gegenüber selbst egoistisch, indem er dich um etwas bittet, was dir unangenehm ist oder dich in eine Stresssituation bringt. Und wenn er dein Nein nicht versteht oder verletzt ist, dann ist es seine Verantwortung, damit fertig zu werden. Trotzdem kannst du ihn liebevoll an die Hand nehmen und in schwierigen Situationen weiterhelfen.

Wer selbstbestimmt lebt, übernimmt Verantwortung für sein Handeln. Wenn du deine Entscheidungen nicht mehr von der Meinung anderer abhängig machst, übernimmst du auch die Verantwortung dafür. Dadurch wirst du bewusster entscheiden und handeln – nach bestem Wissen und Gewissen.

Natürlich kannst du dir immer noch Rat oder Hilfe bei anderen holen. Selbstbestimmt zu leben bedeutet nicht, isoliert zu leben und jede Herausforderung alleine stemmen zu müssen. Stattdessen entscheidest du selbst, wann du für dich alleine handeln und wann du Hilfe von anderen annehmen möchtest.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.