Selbstbräuner: Warum du die Finger davon lassen solltest

Selbstbräuner
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Selbstbräuner, die Bräune aus dem Kosmetikregal ist oft problematisch für die Haut. Viele Produkte enthalten kritische Inhaltsstoffe.

Selbstbräuner – enthalten versteckt Formaldehyd

Selbstbräuner versprechen Urlaubsbräune, ohne dafür lange in der Sonne zu brutzeln. Du setzt deine Haut nicht den Gefahren durch UV-Strahlen aus, etwa Sonnenbrand, brüchige Haut oder gar Hautkrebs. Doch ganz so harmlos für die Haut sind auch diese Selbstbräuner nicht.

  • Für die braune Hautfarbe ist meist der Wirkstoff Dihydroxyaceton, kurz DHA verantwortlich.
  • Er reagiert mit der obersten Hornschicht der Haut und färbt sie dabei braun.
  • Bei dieser chemischen Reaktion von DHA mit den Eiweißbausteinen der Hautzellen entsteht in sehr geringen Mengen auch Formaldehyd.

Formaldehyd in Kosmetikprodukten wird kritisch gesehen. Früher verwendeten Hersteller es häufig als Konservierungsmittel.

Das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersuchte Selbstbräuner auf gesundheitliche Risiken durch DHA und Formaldehyd. Die Werte der untersuchten Produkte lagen im zulässigen Bereich. Sie enthielten meist zwischen drei bis fünf Prozent DHA, sowie 0,003 und 0,061 Prozent Formaldehyd. Trotzdem sollte man sich gut überlegen, ob man sich solche Inhaltsstoffe auf die Haut schmieren möchte.

Selbstbräuner – was Hersteller nicht sagen

Selbstbräuner enthalten oft Formaldehyd.
Selbstbräuner enthalten oft Formaldehyd. (Foto: CC0/pixabay/photosforyou)

DHA zählt zu den sogenannten „Formaldehydabspaltern“. Damit ist es für dich als Verbraucher schwer festzustellen, ob ein Pflegeprodukt versteckt Formaldehyd enthält.

  • Laut Bayerisches Landesamt für Gesundheit sind Hersteller erst ab einem Formaldehyd-Anteil von 0,05 Prozent angehalten, einen Warnhinweis auf die Verpackung zu drucken.
  • In der Regel findest du bei Selbstbräuner daher keinen Hinweis auf Formaldehyd, obwohl geringe Mengen enthalten sind. Auch der INCI-Index gibt dir keinen Hinweis darauf.

Achtung: Auch Pflegecremes können DHA und somit Spuren von Formaldehyd enthalten. Achte immer auf die Liste der Inhaltsstoffe, wenn du Dihydroxyaceton oder DHA liest, ist in der Creme oder die Lotion ein versteckter Selbstbräuner.

Ökotest kritisierte bei Selbstbräunern unter anderem eine fehlende Regelung für das Mindesthaltbarkeitsdatum und Hinweise zur richtigen Aufbewahrung.

  • Die Selbstbräuner können auch schon Formaldehyd frei setzten, wenn sie lange liegen oder du die Tube zum Beispiel im warmen Badezimmer aufbewahrst.
  • Das DHA ist keine sehr stabile chemische Verbindung und zerfällt bei Wärme.
  • Du kannst das Formaldehyd nicht erkennen, da es farblos ist.

Selbstbräuner sind kein Sonnenschutz

Selbstbräuner schützen nicht vor UV-Strahlen.
Selbstbräuner schützen nicht vor UV-Strahlen. (Foto: CC0/pixabay/adamkontor)

Ein weiteres Problem bei Selbstbräuner: Viele Nutzer gehen davon aus, dass sie durch die gebräunte Haut ihren natürlichen Sonnenschutz stärken. Manche nutzen Selbstbräuner auch zum „Vorbräunen“, um sich auf ihren Sommerurlaub vorzubereiten. Selbstbräuner schützt jedoch nicht vor UV-Strahlung.

  • Die Selbstbräuner färben nur die oberste Hautschicht dunkler. Die Haut bildet jedoch keine Pigmente, die deine Haut vor den UV-Strahlen schützen.
  • Du benötigst trotzdem noch eine Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor.

Mit Selbstbräuner solltest du generell vorsichtig sein, wenn du eine empfindliche Haut hast und zu Allergien neigst. Durch Formaldehyd können Kontaktallergien entstehen. Das bedeutet, dass du den Selbstbräuner die ersten paar Male gut verträgst. Erst allmählich reagiert die Haut auf das Produkt. Die Haut juckt, wird rot und es können sich sogar Ekzeme bilden.

Vorsicht mit Selbstbräunern, wenn du Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder ähnlichen Hautkrankheiten hast.

Selbstbräuner wirkt oft unnatürlich

Selbstbräuner sehen leicht fleckig aus:

  • Wie intensiv die Farbe ausfällt, hängt von der Struktur der Haut ab, die nicht überall gleich ist. So ist die Hornschicht zum Beispiel an den Ellenbogen oder Knien wesentlich dicker. Die Farbe wird an diesen Stellen dunkler.
  • Auch trockene Haut kann leicht fleckig aussehen.

Selbstbräuner können einen unnatürlichen Gelbstich ergeben:

  • Trägst du den Selbstbräuner zu dick auf oder bist ein sehr heller Hauttyp kann die Farbe eher gelb-orange aussehen anstatt der gewünschten frischen Bräune.

Selbstbräuner musst du alle fünf bis sieben Tage wieder auffrischen:

  • Die oberste Hautschicht, die der Selbstbräuner färbt, wächst mit der natürlichen Zellteilung heraus. Die Haut verlieht somit schnell ihr Bräune.

Der Selbstbrauner kann abfärben:

  • Reibt zum Beispiel der Kragen am Hals, löst sich dadurch die oberste Hautschicht schneller ab. Am Kragen entstehen gelbe Ränder.
  • Auch durch Achselschweiß können gelbliche Ränder unter den Armen entstehen.

Selbstbräuner – es gibt auch andere Möglichkeiten

Eine halbe Stunde im Freien gibt dir einen natürlichen fischen Teint.
Eine halbe Stunde im Freien gibt dir einen natürlichen fischen Teint. (Foto: CC0/pixabay/Pexels)

Ein anderer Wirkstoff, der wie DHA ebenfalls die oberste Hautschicht braun färbt, ist Erythrulose. Der Wirkstoff wird durch Fermentieren von Pflanzen oder Algen gewonnen.

  • Erythrulose färbt die Haut langsamer und nicht so intensiv ein. Der Vorteil ist eine gleichmäßigere Farbe ohne große Farbunterschiede.
  • Allerdings gibt es nur sehr wenige Hersteller, die nur Erythrulose verwenden. In den meisten Produkten ist immer noch DHA mit enthalten, obwohl die Risiken für die Haut schon lange bekannt sind.

Natürlich frisch sieht deine Haut aus, wenn du regelmäßig aber für kurze Zeit an der Sonne bist.

  • Versuche auch in einem hektischen Tagesablauf Zeit zu finden, dich mindesten eine halbe Stunde an der frischen Luft zu bewegen.
  • Damit tust du nicht nur deiner Haut etwas Gutes, sondern aktivierst die Durchblutung des gesamten Organismus.
  • Deine Haut kann so das wichtige Vitamin D bilden.

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